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25.02.2011

Ata Lameck über seinen alten und neuen VfL

Ata Lameck: »Wir haben die Talente weggejagt«

Interview: Felix Laurenz  Bild: Imago

Neun Siege in den letzten zehn Spielen brachten den VfL Bochum wieder in die Spitzengruppe der zweiten Bundesliga. Wir sprachen mit Klublegende Michael »Ata« Lameck über den Aufschwung, den Aufstieg und Heiko Herrlich.

Ata Lameck über seinen alten und neuen VfL - Ata Lameck: »Wir haben die Talente weggejagt«


Ata Lameck, wie haben Sie als Fan des VfL Bochum das Jahr 2010 verkraftet?

Es war ein sehr unruhiges Jahr, mit vielen Trainerwechseln. Erst Marcel Koller, dann Funny Heynemann, dann Heiko Herrlich und schließlich Dariusz Wosz. Am Ende stand trotzdem der Abstieg in die zweite Liga. Die Vereinsführung hat wohl manchmal etwas schnell geschossen.

Hat der VfL gerade bei der Verpflichtung des unerfahrenen Heiko Herrlich etwas blauäugig gehandelt?

Das kann man so sagen. Ich will dem Heiko nichts anhaben, aber wenn er ein so toller Trainer ist, frage ich mich, wieso der BVB ihn damals so schnell abgegeben hat (Zwischen 2005 und 2007 trainierte Herrlich A-Jugend des BVB und wechselte dann zur U19-Mannschaft des DFB , d. Red) und warum der DFB ihn dann so schnell zum VfL gegeben hat.

Wo lag sein Problem?


Er wollte beim VfL zu schnell zu viel verändern. Das konnte nicht funktionieren.

Das Resultat war eine völlig verunsicherte Mannschaft, die am letzten Spieltag mit 0:3 gegen Hannover unterging.


Das Spiel gegen Hannover 96 am 34. Spieltag war eine einzige Enttäuschung. Da kann ich die Mannschaft auch nicht verstehen. Da spielt man am letzten Spieltag zu Hause ein Endspiel um den Klassenerhalt. Aber nach fünf Minuten sieht jeder, dass der Einsatz einfach nicht stimmt. Die Mannschaft hat total versagt. Diese Mannschaft hätte kein Trainer retten können, so unmotiviert, wie die gespielt haben.

Aber es ist doch auch die Aufgabe eines Trainers, die Mannschaft zu motivieren.


Aber wenn ich für mein Geld kämpfe, für meinen Job, meine Familie! Es ist doch ein Unterschied, ob ich in der ersten oder zweiten Liga spiele. Da muss man nur einmal 90 Minuten Gas geben! Da muss mich doch kein Trainer motivieren!

Schockstarre und Wut - Der Abstieg des VfL Bochum >>>

Gibt es weitere Gründe, für den Abstieg?


Ein Grund ist, dass Marcel Koller, der den VfL Bochum vier Jahre lang trainiert hat, eigentlich gar nicht mit der Jugendabteilung und der zweiten Mannschaft zusammen gearbeitet hat. Marcel Koller wollte keine jungen Spieler haben. Da war er stur. Der hat lieber mit fertigen Leuten zusammen gearbeitet. Da sind uns Leute wie Lukas Schmitz oder Ilkay Gündogan durch die Lappen gegangen. Auch anderen jungen Spielern wie Ivo Illicevic hat man keine Chance gegeben. Wir haben die Talente quasi weggejagt.

Und was macht Friedhelm Funkel jetzt besser?


Auch er hat lange gebraucht, bis er die richtige Mannschaft gefunden hat. Doch jetzt hat er mit Bochum neun der letzten zehn Spiele gewonnen. Diese Serie brauchte der VfL aber auch. Im November haben wir 1:4 gegen Ingolstadt verloren und standen schon fast ganz unten drin. Damals gab es eigentlich nur Chong Tese, der im Sturm die Tore gemacht hat.

Und jetzt?


Funkel hat viele junge Spieler in die Mannschaft geholt: Kevin Vogt, Björn Kopplin, Mirkan Aydin, Matthias Ostrzolek und Andreas Luthe im Tor. Jetzt haben wir eine breitere Masse an guten Spielern. So etwas schafft eine größere Konkurrenz und dadurch letztlich den Druck, den es braucht, um gute Leistung zu bringen.

Ist Funkel im Moment der richtige Mann für den VfL?


Schon. Er kommt aus dem Pott, aus Krefeld. Und er hat die nötigen Veränderungen langsamer durchgeführt als Herrlich. Jetzt klappt es. Unsere Talente lernen gerade, sich zu etablieren. Friedhelm ist ein erfahrener Trainer. Der weiß genau, wie er es machen muss. Und mit Dariusz Wosz haben wir einen tollen A-Jugendtrainer, der hier im Klub jeden Stein kennt.

Gelingt der Wiederaufstieg also?


Wir müssen aufsteigen, denn nächstes Jahr wird es ganz schwer. Da kommen dann echte Schwergewichte runter: Mönchengladbach, Köln, Stuttgart, Wolfsburg oder Bremen. Egal, wer da runterkommt: Die stehen nächstes Jahr in der zweiten Liga oben.




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Kommentare

  • User
  • 25.02.2011 20:09:53 AbteilungAttacke

    Er kommt aus dem Pott, aus Krefeld

    Ähem, Krefeld gehört zum Pott ? Dachte, bei Dusiburg is' schluss.

    Und ansonsten hat Lameck Recht, aber auch gut reden. Mit Talenten geht man nunmal nicht in den Abstiegskampf.

  • User
  • 25.02.2011 20:20:00 GTEvo

    Ata..der war besser als Schwarzenbeck, Horsmann, Niedermayr, Auge zusammen.

    Eine Schande wie dieser FCBayern das Nationalspieler Monopol behrrscht.
    Auch Nigbur, Franke, Kleff, Fahrian waren nicht schlechter als die Katze von Anzing!
    Wer Nationalspieler und Multimillionr werden will, muss das RohweieDriggo tragen!

    Ohne wenn und Aber
    Holger

  • User
  • 25.02.2011 20:52:36 Misterknister

    also meine Erdkundelehrerin meinte gegen den Widerstand der gesamten Klasse immer, Krefeld gehöre noch zum Pott, das ist sicherlich Definitionssache. Funkel aber leider kommt aus Neuss, hat dafür aber bekannterweise lange in Uerdingen gespielt.

  • User
  • 25.02.2011 21:06:50 AbteilungAttacke

    Ach ja, so ändern sich die Zeiten. Damals wollte keiner zu uns gehören, aber kaum sind IBA-Emscherparkprojekt und "Der Pott kocht"-Fickkarninchenplakate über uns hinweggezogen, sind wir plötzlich cool. Dabei war das doch schon immer der Fall. In meiner persönlichen Geographie gehört Krefeld jedenfalls nicht mehr dazu - genausowenig wie Haltern.

  • User
  • 26.02.2011 11:24:07 schappi1848

    Eckpunkte sind im Nordwesten Wesel (Kreis Wesel), im Südwesten Duisburg, im Südosten Hagen und im Nordosten Hamm. Die West-Ost-Ausdehnung von Sonsbeck bis Hamm beträgt 116 Kilometer, die Nord-Süd-Ausdehnung von Haltern am See bis Breckerfeld 67 Kilometer.


    Persönliche Definitionen gildet nich (so sacht man)

  • User
  • 26.02.2011 11:29:14 giselher

    Eckpunkte sind...

    Sagt wer? Gilt nur mit Quellenangabe!!

  • User
  • 26.02.2011 11:38:14 LowerRhenania

    Der Rhein ist die Grenze, ist also ne ganz klare Angelegenheit.

  • User
  • 26.02.2011 11:54:27 MarcRamone

    Mit Talenten geht man nunmal nicht in den Abstiegskampf.

    Wieso nicht?

    Jeder Spieler brennt darauf in der Liga mal eingesetzt zu werden. Spieler wollen spielen, sich zeigen und beweisen! Da ist es an sich egal in welcher Situation ist, ob Abstiegskampf oder Titelanwärter.

    Und gerade bei einem Verein der gegen den Abstieg spielt zu sagen, "wegen der Situation verzichten wir auf dein Können" empfinde ich ja als fahrlässig. D.h. ja nicht alles ausprobiert und genutzt zu haben, um das Schlimmste noch abzuwenden.

  • User
  • 26.02.2011 17:16:54 AbteilungAttacke

    Ramone, da spricht aus mir natürliche meine persönliche, jahrelange Leidenszeit als Bochumer Fan und es mag Ausnahmen geben. Aber Talente, selbst wenn es nur 1-2 Spieler sind, sind meistens jung und unerfahren. Im Abstiegskampf spielt Psychologie eine verdammt wichtige Rolle. Der Druck, den eine Mannschaft im Abstiegskampf aushalten muss ist m.E. sogar größer bei Mannschaften, die um den Titel kämpfen. Dem halten "Talente" aber meist nicht stand. Talente brauchen meist Zuwendung, Hege, Pflege. Man muss ihnen erlauben, auch Fehler zu machen. Für nichts davon ist im Abstiegskampf eigentlich Raum.

    Und gerade bei einem Verein der gegen den Abstieg spielt zu sagen, "wegen der Situation verzichten wir auf dein Können" empfinde ich ja als fahrlässig. D.h. ja nicht alles ausprobiert und genutzt zu haben, um das Schlimmste noch abzuwenden.

    Da würde ich differenzieren bezüglich des "ausprobierens"
    Bei Vereinen, bei denen relativ klar ist, dass sie gegen den Abstieg spielen, hat der Verein, wenn er quasi Talente "ausprobieren" muss, was falsch gemacht. Denn dieses Ausprobieren kommt ja meistens dann zum tragen, wenn dem Verein das Wasser bis zum Hals steht.

    Bei Vereinen, die nicht damit rechneten, im Abstiegskampf zu sein, mag dies anders aussehen, siehe Bremen und Felix Kroos.

  • User
  • 26.02.2011 20:16:35 einrudithömmes

    Ata Lameck war Weltklasse, zumindest europäische!

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