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26.02.2011

Werders Torwartlegende über die Bremer Misere

Dieter Burdenski: »Thomas gibt nicht auf«

Interview: Manuel Schumann  Bild: Imago

Einem wie ihm tut die aktuelle Misere des SV Werder Bremen in der Seele weh: Torwart-Ikone Dieter Burdenski machte 444 Spiele für die Bremer – so viele wie kein anderer. Im Interview spricht er über die Endzeitstimmung in der Hansestadt.

Werders Torwartlegende über die Bremer Misere - Dieter Burdenski: »Thomas gibt nicht auf«


Er war Nationaltorhüter, ist Ehrenspielführer des SV Werder Bremen und hält mit 444 Bundesligapartien noch immer den Vereinsrekord: Dieter Burdenski ist eine waschechte Werder-Legende. Dass sein Verein in diesen Wochen Schritt für Schritt Richtung Zweite Liga taumelt,  ist für den 60 Jährigen »nur schwer zu ertragen«. Drei Tage vor der Partie gegen Bayer Leverkusen spricht »Budde« über fehlende Führungsspieler, die Mission Klassenerhalt und wachsene Kritik am einstigen Erfolgsduo Allofs/Schaaf. 



Dieter Burdenski, haben Sie sich das Nordderby am vergangenen Wochenende im Fernsehen angeschaut?

Dieter Burdenski: Natürlich.

Was macht Ihnen Mut für die letzten elf Saisonspiele?

Dieter Burdenski: Die Verunsicherung war den Werder-Profis in Hamburg deutlich anzusehen. Aus diesem Spiel kann man nichts Positives ziehen.

Jonny Otten über das Nordderby: »Wie USA gegen UdSSR« >>
 
Nun heißt es für den SV Werder: Abstiegskampf pur. Können die vielen Nationalspieler mit dieser ungewohnten Situation überhaupt umgehen?

Dieter Burdenski: Das ist die große Frage! Und vermutlich auch das große Problem. Klubs wie Kaiserslautern oder St. Pauli wissen vor der Saison ganz genau, dass sie gegen den Abstieg spielen werden. Das gesamte Umfeld stellt sich darauf ein und hat nur ein Ziel vor Augen, den Klassenerhalt. Für Werder ist das alles Neuland. Mit solchen Themen hat man sich hier schon lange nicht mehr befassen müssen. Die Beteiligten müssen diese prekäre Lage erstmal realisieren. Spätestens als das Team Ende Januar gegen Köln klar und deutlich mit 0:3 untergegangen ist, hat im Klub offenbar ein Umdenken eingesetzt.

Besonders erschreckend ist, dass auch Leistungsträger wie Mertesacker und Frings verunsichert wirken.

Dieter Burdenski: Da muss mehr kommen, das wissen die Spieler selbst am besten. Die Mannschaft braucht jetzt einfach ein Erfolgserlebnis.

Morgen kommt allerdings der Tabellenzweite ins Weserstadion...

Dieter Burdenski: ...Bayer Leverkusen ist jetzt genau der richtige Gegner!

Wieso?

Dieter Burdenski: Gegen Klubs wie Frankfurt oder Gladbach geht doch jeder automatisch davon aus, dass Werder gewinnt. Aber wir sehen: die Mannschaft kann solche Spiele derzeit nicht einfach so nach Hause bringen. Deshalb kommt Leverkusen zur richtigen Zeit, hier könnten die Jungs für eine Überraschung sorgen und mit Kampf und Leidenschaft die Wende einleiten.


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Sieht aus, als wenn einer West-Berliner Electro-DJ sich einfach den Spielball gemopst hätte, ist aber der blutjunge Dieter Burdenksi, der nach seinem Debüt bei Schalke 04 1971 in den Bundesligaskandal verwickelt und drei Monate gesperrt wurde und anschließend nach Bielefeld flüchtete.


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  • Sieht aus, als wenn einer West-Berliner Electro-DJ sich einfach den Spielball gemopst hätte, ist aber der blutjunge Dieter Burdenksi, der nach seinem Debüt bei Schalke 04 1971 in den Bundesligaskandal verwickelt und drei Monate gesperrt wurde und anschließend nach Bielefeld flüchtete.
  • 1972 kommt »Budde« zum SV Werder. Hier posiert die Mannschaft im schicken Zweiteiler gekonnt vor dem Mannschaftsbus (Einteiler).
  • Heroisches Luftduell mit Klaus Toppmöller (K-lautern). An Burdenski kommen in den ersten Jahren nur die wenigsten Spieler vorbei. Lockenbeule Toppmöller gehört nicht dazu.
  • Vadder Herbert und Sohnemann Dieter. »Buddes« leicht zerknirschter Blick verrät schon: Hier muss der Sohn unter dem Vater trainieren. Und das hat bekanntlich noch nie Spaß gemacht. Burdenski senior gelang am 22. November 1950 im Länderspiel gegen die Schweiz übrigens das erste Tor der deutschen Nationalmannschaft nach dem Krieg. Nur mal so am Rande.
  • Waren das noch Zeiten, als Norda auf Werders Brüsten prangte, Torwarthandschuhe aus Mutterns Gartenlaube geklaut waren und alle Torhüter irgendwie aussahen wie Otto Waalkes.
  • Obwohl einer der besten Keeper der Liga, machte Burdenski zwischen 1977 und 1984 lediglich 12 Länderspiele. Zu stark war die Konkurrenz des ewigen Sepp Maier. Der drängelte sich selbst beim gemeinsamen Tonstudio-Besuch (soll den Charakter stärken) in die erste Reihe.


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Kommentare

  • User
  • 26.02.2011 09:02:58 LowerRhenania

    Solange die anderen da unten noch schlechter sind, steigen sie auch nicht ab, was aber ziemlich unverdient wäre. Obwohl, Wolfsburg hat gestern gewonnen...

  • User
  • 26.02.2011 09:19:43 GTEvo

    und nochn AltSchnapper....hamwa se ja alle gepackt diese Woche...

    fehlen nur noch Uli Stein, BiancaIllgner, AndreaKöpke und RüDigga Voll-Born


    Der Tag begann mit

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