Die Geschichte der Fußballfans

11FREUNDE-Spezial: Nr. 1

Die Geschichte der Fußballfans

Neu hier? Alle Infos zu 11Freunde Community
12.02.2011

»Probleme entstehen im Kopf« – Ein Motivationstrainer im Interview

Wie motiviert man Abstiegskandidaten?

Interview: Felix Laurenz  Bild: Imago

Im Abstiegskampf holte sich Werder Bremen jetzt sogar Hilfe von einem Motivationstrainer. Wir sprachen mit Motivationscoach Dirk Schmidt über Blockaden im Abstiegskampf, Ziele und Christoph Daums Schiffchen.

»Probleme entstehen im Kopf« – Ein Motivationstrainer im Interview - Wie motiviert man Abstiegskandidaten?


Dirk Schmidt, wie kann ein Motivationstrainer den Spielern im Abstiegskampf helfen?

Dirk Schmidt: Ich kann weniger den Spielern helfen, wohl aber durch den Trainer neue Impulse senden. Der Fisch stinkt schließlich vom Kopf. Wenn der Trainer nicht hinter den Ideen des Motivationstrainers steht, funktioniert es nicht. Der Trainer ist der primäre Motivator für das Team. Er ist das Vorbild für die ganze Mannschaft. Wenn er nur einen Funken Zweifel am Erfolg hat, wird es schief gehen.



Was würden Sie einem Abstiegskandidaten konkret raten?


Dirk Schmidt: Das Wichtigste ist, dass man von Beginn an ein klares Ziel anpeilt. Das ist der Weg zum Erfolg. Da liegt bei vielen Teams der Fehler.

Aber der Klassenerhalt ist ein klares Ziel.


Dirk Schmidt: Für mich nicht. Das ist ein Vermeidungsziel. So etwas funktioniert nicht. Wenn ich Ihnen jetzt sage, dass Sie nicht an den Eiffelturm denken sollen. Woran denken Sie dann?

An den Eiffelturm!
 

Dirk Schmidt: Genau. Und wenn ein Trainer sagt: »Jungs, wir wollen nicht verlieren!« wird genau das passieren. Mit Vermeidungszielen kann man keinen Menschen motivieren.

Und welches Ziel setzt man sich, um den Klassenerhalt zu schaffen?


Dirk Schmidt: Man kann viel besser mit Punkten arbeiten. Das ist ein so genanntes Anstrebungsziel. Anstatt zu sagen: »Wir wollen nicht absteigen.« oder »Wir wollen nicht verlieren.«, sagt man: »Wir wollen 45 Punkte holen!« Man muss positiv formulieren.

Hat das schon mal konkret funktioniert? 

Dirk Schmidt: Frankfurt hat das vor Jahren gemacht. Die haben einen Zettel in die Kabine gehängt, auf dem stand: »Wir holen 45 Punkte!« Diese Zahl wurde auch auf Trikots gedruckt, um dem ganzen Klub das Ziel zu verdeutlichen. Wissen Sie, wie viele Punkte die am Ende hatten?

45!

Dirk Schmidt: Genau.

Hätte man da nicht besser mehr Punkte auf den Zettel schreiben können?


Dirk Schmidt: Nein. Mann sollte sich immer realistische Ziele setzen. Aber mein Tipp wäre gewesen: 45 Punkt oder mehr.

Und was macht ein Verein, wenn nur noch fünf Spiele ausstehen und von den 45 Punkten erst 20 auf dem Konto sind?


Dirk Schmidt: Das wird nicht passieren. Wenn Trainer, Team und Management hinten dieser Idee stehen, wird es funktionieren.

Dann würde ja niemand mehr absteigen.

Dirk Schmidt: Natürlich ist das nicht einfach. Schließlich muss der ganze Klub hinter diesem Ziel stehen. Und der Fußball behandelt solche Ideen noch sehr stiefmütterlich. Im Basketball oder im Ski-Sport, wo viele Amerikaner aktiv sind, haben Sportler längst Motivationstrainer und Sportpsychologen an Bord. Im deutschen Fußball geschieht das fast ausschließlich bei Hoffenheim mit Bernhard Peters, dem ehemaligen Hockey-Bundestrainer.

Und wie ist es mit Werder Bremen?


Dirk Schmidt: Ich kenne die Ziele von Werder Bremen nicht. Ich weiß auch nicht, ob Werder Bremen mit Thomas Schaaf klare Ziele hatte und wenn ja, ob die im Team kommuniziert wurden. Da geht es um Ziele, die im Unterbewusstsein herumschleichen, aber nie klar besprochen wurden. Solche Ziele kann man nicht verwirklichen.


Niemals nichts verpassen! Bestelle hier den 11freunde.de-Newsletter kostenlos und auf Lebenszeit >>


weiterlesen [1] [2]





Ähnliche Artikel

Kommentare

  • User
  • 12.02.2011 11:53:24 pique

    Ich kann weniger den Spielern helfen, wohl aber durch dem Trainer.

    Ergibt irgendzwie keinen Sinn. Da wurden Bechstaben verwuchselt...

  • User
  • 12.02.2011 12:55:33 Papiertiger

    Und was macht ein Verein, wenn nur noch fünf Spiele ausstehen und von den 45 Punkten erst 20 auf dem Konto sind?

    Dirk Schmidt: Das wird nicht passieren. Wenn Trainer, Team und Management hinten dieser Idee stehen, wird es funktionieren.

    Dann würde ja niemand mehr absteigen.

    Dirk Schmidt: Natürlich ist das nicht einfach. Schließlich muss der ganze Klub hinter diesem Ziel stehen. Und der Fußball behandelt solche Ideen noch sehr stiefmütterlich. I [/i


    Das erinnert mich an die "Theorie der Hexerei". Wenn die eigene Hexerei versagt, dann war die feindliche Hexerei eben mächtiger.

    Wenn die Motivationsmethoden versagen, dann hatt die Mannschaft nicht startk genung an ihre Ziele geglaubt bzw eine andere Mannschaft hatte den wahren Glauben.

    Das ist ganz nett und vor allen eine gute Methode um Geld zu verdienen, denn die wirksamkeit solcher Ideen, die lassen sich nicht nachweisen.

  • User
  • 12.02.2011 12:56:09 Papiertiger

    Scheiße alles kursiv...

  • User
  • 12.02.2011 14:12:41 Beschorner

    Das ist wie Religion. Erst das Schicksal in Gottes Hände legen und wenn alles scheiße ist, dann haste nicht richtig oder andere einfach besser gebetet

  • User
  • 12.02.2011 17:19:28 mehmetwirdankendir

    Wie wärs mal mit produktiv arbeiten? Hätte er statt Psychologie BWL studiert, würden wir jetzt in der WELT was von Global Thinking lesen. Reine Dampfplauderei moderner Parasiten.

zum Forum

Logge Dich ein, um einen Beitrag zu schreiben!

VON DEN LESERN EMPFOHLEN



DIE AKTUELLE UMFRAGE

Und bei euch so?

Chaos dahoam!
Trauer dahoam!
Freude dahoam!
Wut dahoam!
Lasst mich mit diesem »dahoam« endlich in Ruhe!




BVB-Legende Marcel Raducanu über das Borussenduell


Wie heißen noch mal die Söhne von Martin Jol?

  • Cock
  • Dick

Das Tagesticker-Archiv

11Freunde Liveticker

11FREUNDE @ TWITTER