Die Geschichte der Fußballfans

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10.12.2010

Pyrotechnik legalisieren?

»Ein Stilmittel der Kurve«

Interview: Andreas Bock  Bild: Imago

Die junge Kampagne »Pyrotechnik legalisieren« plädiert für ein kontrolliertes Abbrennen von bengalischen Feuern im Fußballstadion. Wir sprachen mit Initiator Jannis Busse über Selbstkritik und den Dialog mit dem DFB.

Pyrotechnik legalisieren? - »Ein Stilmittel der Kurve«


Jannis Busse, die öffentliche Wahrnehmung von Pyrotechnik könnte gegensetzlicher nicht sein. In den Medien werden Fans mit Bengalos oft als »Chaoten« bezeichnet, in der Kurve sind sie diejenigen, die die Emotionen transportieren.

Wobei auch die Medien feine Unterscheidungen treffen: Ich erinnere mich an Europa-League-Spiel zwischen deutschen und türkischen Mannschaften. Das mit der Begeisterung der Türken einhergehende Abbrennen von bengalischen Feuern wurde von den Reportern als »farbenfroh« bejubelt. Passiert das Gleiche in einem deutschen Fanblock, wird von »Verrückten« oder »Chaoten« gesprochen.



Woher rührt diese Doppelmoral?

Pyrotechnik ist in der deutschen Fan- und Fußballkultur nicht so stark verankert wie etwa in südeuropäischen Stadien oder sogar in Österreich, wo kürzlich auf Initiatve von zahlreichen Ultragruppen Pyrotechnik wieder legalisiert wurde.

Vor diesem Hintergrund: Sollte man nicht erst einmal die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren, bevor man eine Legalisierung von Pyrotechnik fordert?

Genau das will unsere Initiative. Natürlich ist unser langfristiges Ziel eine Legalisierung der Pyrotechnik. Kurzfristig aber wollen wir versuchen, die Leute für das Thema zu gewinnen, dass sie sich daran erinnern wie es früher war. Nämlich, dass Pyro – wie Applaus, wie Schlachtgesänge, Fahnen oder auch Pfiffe – ein Stilmittel der Kurve ist.

Wie war es denn früher?

Pyrotechnik war in den neunziger Jahren nicht legal, aber sie war geduldet. Ich kann diesbezüglich von meiner Szene in Hannover sprechen: Dort wurden die meisten Fans mit Pyros gar nicht belangt und wenn doch, mussten sie im schlimmsten Fall eine Strafe von 80 Mark zahlen. Das Ganze mutet an wie eine Lapalie, ein Vergehen wie Falschparken. Deshalb musste das Abbrennen also seltener im Geheimen stattfinden, die Pyrotechnik wurde offen gezündet. Somit war es für umstehende Zuschauer viel ungefährlicher. Das hat sich geändert, seit der DFB Stadionverbote ausspricht.

Inwiefern?

Durch den Druck, der durch Polizei, Verein und Verband auf den geneigten Pyrotechniker ausgeübt wird, brennt dieser seine Bengalos klammheimlich ab. Er legt sie etwa auf die Stufen der Kurven. Da braucht man sich nichts vormachen: Das ist gefährlicher.

Seit den Verboten wird auch vermehrt Rauchpulver in die Stadien geschmuggelt.

Das hat eine einfache Erklärung: Die Ordner können es nicht so leicht  finden. Dieses Pulver auf dicht gedrängten Stufen verursacht nicht nur meist hässlichen und destruktiven Rauch, sondern ist natürlich auch gefährlicher als offen brennende Bengalos. Ich bin mir sicher: Bei einem kontrollierten und bewussten Abbrennen von Pyrotechnik hätte dieses Rauchpulver in der Kurve keine Chance mehr. Alleine, weil es die Optik zerstören würde.

Mal ehrlich: Wie kann man ein bengalisches Feuer in einer dicht gedrängten Fankurve kontrolliert abbrennen? Müssten da nicht Leute stehen, die im Umgang mit Pyrotechnik geschult sind?

Kontrolliert heißt für mich erstmal, dass das Feuer sichtbar ist und nicht auf den Treppenstufen vor sich hin brennt. Und natürlich müssten die Leute, die das abbrennen, absolut verlässlich sein.


weiterlesen [1] [2]





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Kommentare

  • User
  • 10.12.2010 19:22:11 NoScab Murphy

    Bis sich der DFB als hilflos isoliert betrachtet und einlenkt wird es wohl noch eine Weile dauern. Aber der Dialog muss her. Diese ewigen automatischen Chaoten denunziationen sind echt zum Kotzen. Der nörgelnde Kleinbürger gibt ja gerne den Blockwart.

  • User
  • 10.12.2010 19:36:14 prazzomoto

    Besonders, da ihnen erst aufgefallen ist, dass sie Pyrotechnik nicht mögen, seit der Kommentator es ihnen im Fernsehen vorkaut.

  • User
  • 10.12.2010 19:45:46 Jim Panse

    Na klar, in immer mehr Arenen wird das Rauchverbot durchgesetzt, und auf einmal soll Pyrotechnik wieder legalisiert werden. HAHA.
    Nen etwaiges kontrolliertes Abbrennen im Mittelkreis wäre auch nicht das selbe.

  • User
  • 10.12.2010 19:46:43 Marco Polo

    Da hat prazzomoto absolut recht. WObei sich das nicht auf Pyrotechnik beschränkt. DIe meisten Leute übernehmen eine Meinung zum Spiel die ihnen der Moderator vorkaut...egal worum es geht. Ich schau mir ein SPiel an und wenn der Kommentator eine gute Leistung eines SPielers als schlecht bezeichnet, dann weiß ich genau wer nach dem Spiel der Buhmann sein wird...

    Ich persönlich kann ja auch prima ohne Bengalische Feuer leben und muss ehrlich sagen, dass ich froh bin, dass das in Deutschland nie den Stellenwert hatte wie in anderen Ländern; vor allem auf dem Balkan gehört das wirklich fest zur Fankultur, daher ist wohl Österreich auch offener demgegenüber.
    Andererseits kann ich diese extreme Kriminalisierung nicht verstehen. Ich sags mal so: Wenn jemand ein bengalisches Feuer anzündet ist er dafür verantwortlich und muss für eventuelle Verletzungen haften. Und man sollte dafür sorgen, dass nur gewisse Bengalische Feuer abgbrannt werden, die gewisse Normen erfüllen. Das aber zu kriminalisieren bringt echt niemandem was.

    Kriminalisierung nichtkrimineller Handlungen bringt generell nichts und seinerseits als kriminell zu betrachten.

  • User
  • 10.12.2010 20:56:41 raoul_duke

    Wenn jemand ein bengalisches Feuer anzündet ist er dafür verantwortlich und muss für eventuelle Verletzungen haften.

    Njaaa...an sich stimm ich dir da zu, aber hinterher wills dann wieder keiner gewesen sein.

    Grundsätzlich bin ich auch gegen das Verbot von Begalos etc. im Stadion, da Feuerwerk (vernünftig und kreativ eingesetzt) durchaus positiv auf die Stimmung wirken kann. Aber die Kontrolle ist halt extrem schwierig und endet im schlimmsten Fall in, schon als intim zu bezeichnenden, Kontakten mit Ordnern und Sicherheitspersonal. Auch wenn das jetzt ohnehin schon ein fast unerträgliches Maß erreicht hat. Also das Ordner-Gekuschle.

  • User
  • 10.12.2010 21:32:24 Ballanitis

    Süß, wie sich hier die (auch die rational-intellektuell camouflierten) Eiferer in Widersprüche verstricken (was zum Weltbild aufgeblasen immer in fatale Ideologien führt). Da mach ich mit:
    Dieses „Wider-den-modernen-Fußball“-Getue, getanzt von 16jährigen, die die alten Flutlichtmasten des Westfalenstadions als nostalgische Ikone am Revers tragen, obwohl sie die nicht mehr selbst erlebt haben. Die Ultra-Szene in Deutschland ist ja keine Gegenbewegung zum sogenannten modernen Fußball, sondern gerade eine seiner Seiten. Der Interviewer benutzt suggestiv die Wendung von „genormten Emotionen“ in englischen Stadien. Nun, nun. Ich fühle mich auf der Tribüne von Ultras gegängelt, die einerseits das Gestaltungsmonopol (mit fest installierter Lautsprecheranlage für die Capos) beanspruchen, andererseits die Resttribüne lähmen. Keine Choreo lindert den Schmerz über die Austilgung der vielen Fangesang-Nester, die die Tribünen dieser Republik geformt haben. Und wenn eine 300 Mann starke oder schwache Truppe unabhängig von Spielverlauf oder Mannschaftsleistung ihr Programm abspult, wenn dieselbe Truppe mit der gegnerischen Truppe vor und nach dem Spiel – selbstredend unter dem von beiden Seiten verhöhnten Polizeischutz – hochpeinliche Platzhirsch-Rituale zur Immer-wieder-Aufführung bringt, und wenn schließlich alle diese Truppen reflexartig in einer Sei-spontan!-Paradoxie geeint werden durch den ACAB-Code, dann hat das mehr mit genormten Emotionen zu tun als Oppa Schibulskis Sitzkissen, der Familienblock (rühmt man sich nicht selber, schon als kleiner Furzknoten im Stadion gewesen zu sein? Mit wem denn wohl?) oder der Top-Spiel-Zuschlag. (Aber es soll auch Leute geben, die Porno mit realem Sex verwechseln.) Und die Pyrotechnik ist der Höhepunkt dieser Inszenierungsdenkzwänge. Bengalos haben ihre fixen dramaturgischen Zeitfenster und der Böller muß schon beim Aussteigen aus dem Gästezug gezündet werden, damit man auch die Aufmerksamkeit von den Bullen bekommt (die dann dankenswerterweise auch in der erwartbaren und provozierten Hysterie reagieren), denn wo käme man sonst hin, wenn man nicht die Bauern niederknien ließe und nicht hier und da und überhaupt regierte, wo man hinkommt. (Hier übrigens eine höchst geheime Information: Bullen sind selber Fußballfans, die kommen nur so selten dazu, weil bis zur 8. Liga runter die Hirnhalbstarken nicht ohne Aufsichtspersonal unter Leute gelassen werden können.)
    Mit demselben Recht, mit dem Ultras die Deregulierung der Fankultur von Behördendrangsalierung fordern (aber wo bliebe dann die Reibefläche, die ein Gutteil des Selbstverständnisses als entrechtete, unverstandene, aber dereinst als heldenhaft verehrte Vorreiter im Kampf gegen die Willkür der Obrigkeit ausmacht? Echt, man denkt manchmal, man hat’s mit chinesischen Dissidenten zu tun), kann man die Deregulierung der Fankultur von Alleinvertretungsphantasien selbsternannter Kurvenkönige fordern. Über den ästhetischen Reiz einer bengalo-gespickten Tribüne besteht ja kein Zweifel (vulgo: ’s ist geil). Aber das soll doch bitteschön nicht von den Megaphon-Meinungsmachern (ouhhh, ich tret mir schon in den Pöter, das ist ganz schlechter BILD-Stil) zu carlschmittschen Freund-Feind-Unterscheidungen in Stimmungsgaranten hüben und Spaßbremsen drüben stilisiert werden. Gute Ultras zeigen sich in ihrer Fähigkeit, auch die Kategorie-A-Fans mitzureißen, und nicht darin, aus elitärer Selbststilisierungssucht ganze Tribünen zu veröden. Da retten auch legalisierte Bengalos nichts mehr. Ganz nebenbei würde man in seltsamer Verquickung dem modernen Fußball dienen, indem man dem Bezahlfernsehen wohlfeile „südeuropäische“ Stimmungsbilder für seine Teaser lieferte.
    Meine Empfehlung: Weniger denken wie ein Hammer, dann sieht auch nicht alles wie ein Nagel aus.

  • User
  • 10.12.2010 22:20:10 Wer

    Ballanitis, hätte ich was mit Facebook am Hut wäre der Post ein Fall für den "gefällt mir" Button.
    Nicht zu vergessen übrigens der überall propagierte Feldzug gegen die "Eventfans" im Gegensatz zu den "Traditionsfans", deren ständiges schreien nach schönem bunten Feuerwerk und die "siegt oder sterbt", bzw. "siegt, oder seid scheiß Millionäre"-Mentalität natürlich nichts mit irgendeinem zunehmenden Eventcharakter zu tun hat, Neeein, iwo.

  • User
  • 10.12.2010 23:46:48 Ridevan

    @ Ballanitis
    Unfassbar guter Beitrag, sollte eigentlich ein eigener Artikel hier sein...

  • User
  • 11.12.2010 00:45:32 Ramon Diaz

    So sieht das ganze dann aus wenn man die ohne Ultrasteuerung benuzt. Waere das in Deutschland auch moeglich wo die Magnesiumfackeln doch eher der Selbstdarstellung jener von Ballanitis beschriebenen pseudo Fan Elite dient, welche dann 2 Fackeln zuendet und sich fuer so total anders bzw. avandgardistisch haelt?

    Link

  • User
  • 11.12.2010 00:47:03 Mr_Wulf

    Tiptop, Ballanitis!

  • User
  • 11.12.2010 01:15:23 sneid

    Das komische an der Pro Pyro Bewegung: Es paktieren sogar rechte mit linken Gruppen - hauptsache es raucht und qualmt. Eine komische Melange...

    Mehr dazu Link]hier[/url].

  • User
  • 11.12.2010 01:17:12 sneid

    Sorry, hier nochmal:

    Link

  • User
  • 11.12.2010 02:34:32 Exil96er

    "Hier übrigens eine höchst geheime Information: Bullen sind selber Fußballfans, die kommen nur so selten dazu, weil bis zur 8. Liga runter die Hirnhalbstarken nicht ohne Aufsichtspersonal unter Leute gelassen werden können."

    Ballanitis, großer sport!

    Und auch in Bezug auf die Selbstinszenierungskultur gebe ich Dir recht.

    Die Pyros an sich vermisse ich aber schon irgendwie. Ist doch ne geile Sache, vor allem auch auf (open air) Konzerten. Nennt mich einen Idealist, aber eine zivilisierte Gesellschaft sollte so etwas nicht mit horrenden Geldstrafen, Strafanzeigen und Stadionverboten belegen müssen.

  • User
  • 11.12.2010 06:14:41 Donaldo

    Bei mir im Seminar ist einer, der ein komplett verbranntes Gesicht/Oberkörper hat, wegen eines Unfalls mit einer Fackel (wenn auch nicht im Fußballstadion)

    Wer das einmal sieht, wird dagegen sein an öffentlichen Plätzen.

    Basta.


    Und, Balla:Schönes Ding!

  • User
  • 11.12.2010 07:14:29 johannes1885

    "Gute Ultras zeigen sich in ihrer Fähigkeit, auch die Kategorie-A-Fans mitzureißen, und nicht darin, aus elitärer Selbststilisierungssucht ganze Tribünen zu veröden."

    Das ist für mich der Satz der Diskussion.

  • User
  • 11.12.2010 09:54:44 Cantona 7

    ach wie schön, jetzt können sie wieder alle uff de ultras einprügeln!........

    diese gequirlte kacke von wegen alle ultras machen krawall benehmen sich wie kinder und blablabla...

    wie wärs mal wenn man die andere seite der medaille betrachtet?
    da oben wurde irgendwo was von " wenn der kommentator sacht es is scheisse, dann kaut er dem zuschauer die meinung vor und der übernimmt sie dann", das gleiche wird hier mit den ultras gemacht...

    das die ultras sich ob hier in deutschland oder im ausland für die interkulturelle Begegnung zwischen Ultras und Immigranten engagieren wird nirgendwo erwähnt, das sie sozialschwache und migranten in die kurve einladen und ihnen eine abwechslung zu ihrem normalen tristen alltag bieten auch nicht...das sie wie z.B in mairseille mehrmals im monat essen an obdachlose verteilen ebenfalls nicht...

    gefährliches halbwissen sag ich da nur....

    man redet halt immer nur gern über negative dinge...is klar

    und nur für die, die denken ich bin selbst ein ultra, denen muss ich leider sagen das dem nicht so ist, ich finde es nur gut was in den kurven passiert...

    mal abgesehen von doppelhaltern und rießen fahnen die einem die sicht aufs spielfeld nehmen, da kann ich die kritik verstehen..

    und noch was zum thema krawallmacher...nimmt man als beispiel eine schulklasse und vergleicht das mit ner kurve im stadionblock, dann wird man sehen das ein lehrer es auch nicht schafft 30 schüler für seinen unterricht zu begeistern...es gibt immer ein paar die fallen aus der rolle...genauso ist das in ner kurve, von 300, 400 - 1000 kann es immer einen oder mehrere geben die was anderes im sinn haben als "nur" den support für die mannschaft, das kannste doch gar nich verhindern.

  • User
  • 11.12.2010 12:23:01 unionchemiker

    Famos. Ganz ganz famos herr ballanitis. Dafür logg ich mich gern in dortmund im zug ein.
    Tiefgang. Witz. Ernst. Sprachlich brillant. Dich halt ich fest und will, dass du mir jede woche nen artikel schreibst. Und sei es übers telefonbuch.

    Herrlich, so schön bunt. Und nicht irgendwelche grautöne. Das ist plappern auf höchstem niveau und nicht nur um des plappern willens. Verbeugung.

  • User
  • 11.12.2010 17:39:04 flitzer on tour

    das die ultras sich ob hier in deutschland oder im ausland für die interkulturelle Begegnung zwischen Ultras und Immigranten engagieren wird nirgendwo erwähnt, das sie sozialschwache und migranten in die kurve einladen und ihnen eine abwechslung zu ihrem normalen tristen alltag bieten auch nicht...das sie wie z.B in mairseille mehrmals im monat essen an obdachlose verteilen ebenfalls nicht...

    natürlich macht das auch nicht jeder (diejenigen die es machen: natürlich vorbildlich -> SM, USP, Commando Ultra 1984 und andere) aber man kann deshalb noch lange nicht die ultrabewegung per se als negativ bezeichnen. wie cantona sagte, es werden nie alle zufrieden sein...

  • User
  • 11.12.2010 18:24:11 gelsenkirchen

    die bedingung "böller oder fackeln" erschließt sich mir nicht.

  • User
  • 11.12.2010 20:48:44 oberhofer

    Aaaaah, Ballanitis. Wie ein kühlendes Gel auf nem geprellten Knie. Eine Wohltat. Ich schliesse mich uschis Verbeugung an.

    @Cantona, lesen, Jungchen, lesen! Ballanitis prügelt nicht, er seziert. Besser wurden Ultras in meinen Augen noch nie beschrieben und entlarvt.

  • User
  • 11.12.2010 21:23:33 novahot

    Möchte anmerken, dass Pyro in manchen Stadien eben nicht zum neuen Selbstverständnis der Ultras gehört, sondern dem der alten Schule.

    Gehört für mich - romantisch wie ich bin - zum Bild der Kurve und zu Teilen auch zur Identifiaktion.

    Die brennende Westkurve gehört zu mir wie der Roar zu Pauli und die Rapid-Viertelstunde zu den Wienern.

  • User
  • 11.12.2010 23:41:53 Wombe2310

    @ballanitis: Herzlichen Dank für diesen Beitrag! Nicht erst seid mir beim Spiel des VfB Stuttgart in Bern von höchstens 18-jährigen Ultras vorgegeben wurde, wie schnell ich mich zum Stade de Suisse zu begeben habe, und was ich dort zu singen habe, hinterfrage ich die Einstellung der Ultras (auch wenn sie in Stuttgart entscheidend zur Stimmungsverbesserung beigetragen haben). Dieser Beitrag fasst meine Gedanken gut zusammen.

  • User
  • 13.12.2010 10:54:54 siroj

    Die Diskussion ist doch sowas von sinnfrei. Wenn sich der DFB/die Vereine auf Pyrotechnik einläßt/einlassen (was unwahrscheinlich ist) dann doch nur unter absolut sicheren Bedingungen. Sonst macht/machen er/sie sich bei eventuellen Verletzungen wegen Fahrlässigkeit haftbar. Ich kann mir das bildlich Vorstellen. Mein Verein trifft. Der Kappo eilt zum Ordner. Stellt schnell einen Antrag unter Angabe all seiner persönlichen Daten. Diese werden schnell gegengecheckt und schon brennt das Feuer auf einer abgespserrten Betonplatte. Der Rauchabzug sorgt dafür, dass werder Lungen noch Spielgeschehen beeinträchtig werden - richtig super.

    Die Leute, welche dieses Thema angestoßen haben sollten Ihre Zeit in diesem Fall besser mit Suppenverteilen verbringen (siehe Cantona 7 Beitrag)

  • User
  • 13.12.2010 11:32:27 OnzenOX

    Volle Zustimmung, ballanitis! Sie sagen "Gegen den modernen Fussball", ich sage:"Gegen den modernen Ultra!" .

  • User
  • 13.12.2010 17:06:56 rumpler

    Freunde, holt Euch aber beim vielen Eierschaukeln hier keine Balanitis.
    Die brennt nämlich mehr als jede Ultra-Pyrotechnik.

  • User
  • 13.12.2010 17:36:21 qwertz3000

    Ich mag Pyro auch nicht. Ein mal im Jahr Sylvester ist mir schon zu viel. Und welcher Idiot hat eigentlich die "südländische Atmosphäre" in dem Zusammenhang in die Welt gesetzt?


    5 mal 8? Das ist ja mal richtig schwer!

  • User
  • 14.12.2010 11:33:43 suppenteller

    die "südländische atmosphäre" haben die deppen in die welt gesetzt, die heute sagen "brandgefährlich, unverantwortlich, idioten" - gemeinhin auch als fernsehreporter bekannt, ein beinahe beliebiges spiel anfang der 90er oder früher wählen und wenn bengalos kommen, wird der reporter von der "italienischen atmosphäre" oder ähnlichem schwärmen

  • User
  • 14.12.2010 13:26:21 Autobahnkreuz

    Ich fände es schön wenn die Ultras den Fokus ihrer Proteste und Forderungen auf die wirklich essentiellen Dinge des Fussballs lenken würden. Z.B. heiße statt kalte Stadionwurst, besseres Bier, keine Hermes House Band mehr, nirgendwo. Stadionverbot für Marcel Reif, mehr Bannerplätze für alle usw.

  • User
  • 14.12.2010 15:03:46 sgu07

    @bayerkreuz
    versteh ich nicht.
    klar: heiße statt kalte Stadionwurst, besseres Bier, keine Hermes House Band mehr da geb ich dir recht.
    aber wer braucht denn mehr bannerplätze? wofür sind denn die banner gut? meiner meinung nach müssten die bannerplätze verkauft, bzw. vermietet werden, wenn diese geltungssucht so wichtig wird. und wieso marcel reif aussperren?

  • User
  • 14.12.2010 15:25:18 Autobahnkreuz

    Ich finde es schön wenn im ganzen Stadion Fanclubbanner hängen. Macht alles ein wenig bunter.

  • User
  • 14.12.2010 15:59:04 Jim Panse

    Früher waren Fanclubbanner wahrlich mal was schönes, besonderes. Da hat man sich damals noch im Hobbykeller mit seinen Mannen Gedanken drüber gemacht, was Eigenständiges zu basteln. Heute sind diese Banner doch auch nur einer weiterer Bestandteil von Selbstbeweihräucherung, siehe nur einmal den Artikel bei 11F, wo diverse Hansel bei der WM so viele Arenen wie möglich mitgenommen haben, nur um ihr achso tolles Banner in die Fernsehkameras zu rücken.

  • User
  • 15.12.2010 13:08:26 Autobahnkreuz

    Bei uns ist es so, das aufgrund der fehlenden Bannerplätze viele der alten "Lappen" nicht mehr hängen können. Und das Fanclubs bei Heimspielen ihre Banner aufhängen (wohlgemerkt überall, nicht zentral vorm Block) gehört für mich zum Fussball einfach dazu.

  • User
  • 15.12.2010 13:40:09 rumpler

    Ach ja, Jimmy, früher ...

  • User
  • 15.12.2010 15:55:53 OnzenOX

    @Autobahnkreuz: Stadionverbot für Marcel Reif bin ich klar dafür! Und was die Banner angeht: Fanclub-Old-School-Banner gerne. Ultra-Fatzkes-Stadionverbotener-immer-bei-uns-Bann er hat's genügend...

  • User
  • 15.12.2010 16:03:07 sgu07

    @onzenOX:
    die frage ist doch: warum bist du dafür, das reif stadionverbot bekommt? den hörst du doch nicht, wenn du im stadion bist.

  • User
  • 15.12.2010 16:04:29 Jim Panse

    Vielleicht hat er selbst Stadionverbot?

  • User
  • 15.12.2010 16:07:59 Autobahnkreuz

    @OnzenOX, ich möchte wirklich gerne wieder das Banner des "Ioan Lupescu Fanclubs" bei uns sehen, mit aufgeklebter Autogrammkarte.

  • User
  • 16.12.2010 11:16:10 OnzenOX

    @MarcelReif-Fanclub: also weil wenn er Stadionverbot hätte, und ich ausnahmsweise mal nicht im Stadion wäre, müsste ich mir dem sein schnöseliges Gelaber nich nich im Fernsehn anhörn. Es sei denn er kommentiert vom Studio aus :-) oder ich sitz zufällig neben ihm in der Kneipe...

    Anyway, Ultras sind scheisse. Soviel steht für mich fest.

    Gegen den modernen Ultra!

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