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19.11.2010

Ex-Schiedsrichter Bernd Heynemann über Druck

»Ich pfiff unabhängig von Zeit und Raum«

Interview: Christian Lawendel  Bild: Imago

Bierbecherhagel und wüste Beschimpfungen von agressiven Trainern. Ein Unparteiischer muss viel erleiden. Wir sprachen mit dem ehemaligen Schiedsrichter Bernd Heynemann über Regenschirme nach dem Spiel.

Ex-Schiedsrichter Bernd Heynemann über Druck - »Ich pfiff unabhängig von Zeit und Raum«


Bernd Heynemann, Fußballspieler schwören sich in der Kabine ein, manche beten oder bilden einen Kreis. Gab es bei Ihnen auch Rituale vor dem Spiel?

Am Mittag vor dem Spiel habe ich immer Steak und Nudeln gegessen. Das war ungewöhnlich und nicht bei allen Kollegen beliebt. Die meisten haben spät gefrühstückt und vor dem Spiel gar nichts mehr gegessen. Ich habe das einmal gemacht und hatte sofort einen Hungerast.



Und der schmälert die Konzentration.

Genau. Zum Essen gab es auch immer ein Bier. Das regte nicht nur die Verdauung an, sondern machte auch müde. Ich habe mich nach dem Essen immer für anderthalb Stunden hingelegt. Und direkt vor dem Spiel habe ich in der Kabine autogenes Training gemacht.

Autogenes Training?

Man horcht in seinen Körper, konzentriert sich auf einzelne Partien, wie die Füße, den Magen oder den Kopf, und achtet auf die Atmung. Das lernt man sogar bei nationalen und internationalen Schiedsrichterlehrgängen!

Und danach ging es raus auf den Platz. Die Zuschauer johlen, die Mannschaften sind angespannt. Wie haben Sie das erlebt?

Das wichtigste ist, dass das Stadion voll ist. Es gibt nichts Hässlicheres, als Lücken in der Kulisse. Am liebsten war mir immer ein volles Haus in Dortmund. Es ist einfacher vor 80.000 Zuschauern zu pfeifen, als vor 80.

Warum?

Bei 80 Zuschauern verstehst du jedes Wort. Man kriegt sofort mit, wenn jemand »Du Idiot!« ruft. Bei 80.000 hört man ein Rauschen. Es ist aber vor allem wichtig, sich auf die Spieler zu konzentrieren. In der ersten Minute musst du erkennen, wie eine Mannschaft psychisch drauf ist. Wie ist die Körpersprache? Wie läuft der Ball? Schreien sie sich untereinander an? So habe ich meine Spielleitung festgelegt.

Wie reagierten Sie auf unruhige Mannschaften?

Nervosität fällt im Zweikampfverhalten auf. Wenn die Spieler härter reingehen, muss der Schiedsrichter mehr pfeifen, um die Gemüter zu beruhigen. Ich habe die Spieler auch oft angesprochen, um so zu beruhigen. Viele Spieler bemängeln heute, dass das zu wenig passiert.


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Kommentare

  • User
  • 19.11.2010 11:36:39 Lederfresse

    Eigentlich ein nettes Gespräch, aber noch mal bei Schröder nachzutreten als alte CDU Socke hinterläßt einen faden Beigeschmack. Er hätte x lieber vor seiner eigenen Tür kehren sollen, beim Dicken hätte er genug gefunden.

  • User
  • 19.11.2010 16:12:11 Marco Polo

    Ist er wirklich CDU? Ich persönlich bin Links und kann den Schröder mindestens genausowenig riechen wie er.

  • User
  • 19.11.2010 18:48:42 Nummer_7_lebt

    seit 1997 CDU-Mitglied
    von 2002 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages für die CDU (Wahlkreis 69-Magdeburg)
    http://www.heynemann.de
    Schwarzes Schaaaaf

  • User
  • 19.11.2010 20:14:14 schabernack

    Seltsames Gespräch. Das sollte doch eigentlich alles selbstverständlich für Schiedsrichter sein, aber im WM-Finale hat man ja tatsächlich auch gesehen, wie der Star von "Referees at work" (featuring Handy-Aktion in der Halbzeitpause) die Spielleitung verkackt...

  • User
  • 25.11.2010 23:17:21 okko

    Die Fussballprofis mit CDU-Mitgliedschaft könnten doch glatt zu ihm hingehen mit der Bemerkung:

    "Wir Schwatten müssen doch zusammenhalten"

    Ist ähnlich schon mal vorgekommen in der Bundesliga, googelt mal das Zitat.

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