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15.11.2010

Geoffrey Schweitzer über Schiedsrichter

»Entscheidungen sind faszinierend«

Interview: Jörn Lange  Bild: Imago

Am Samstag gab es wieder kritische Schiedsrichterentscheidungen. Kann man das überhaupt verhindern? Wir sprachen mit Geoffrey Schweitzer, Mitentwickler eines Trainingsprogramms für Referees, über die Kunst des Entscheidens.

Geoffrey Schweitzer über Schiedsrichter - »Entscheidungen sind faszinierend«


Geoffrey Schweizer, am Wochenende wurde wieder mal ein Spiel vom Schiedsrichter entschieden.

Das mag sein, aber eines vorweg: Mich ärgert, dass Schiedsrichter häufig als unglaublich fehleranfällig dargestellt werden! Natürlich machen die Fehler. Aber im Durchschnitt sind sie verdammt gut!



Woher kam dann Ihre Motivation, Schiedsrichter zu trainieren?  

Wir wollten den Schiris helfen noch besser zu werden. Außerdem ist es total faszinierend, wie Schiedsrichter Entscheidungen treffen – innerhalb von einer Sekunde, unter Stress. Das funktioniert intuitiv.  

Sie
haben als Sportpsychologe ein Trainingsprogramm entwickelt.  

In der Sportpsychologie gibt es viele Untersuchungen über Schiedsrichter, allerdings lag der Fokus bislang auf den Fehlern: Größere Spieler sehen eher Gelb als kleinere, in lauter Atmosphäre werden mehr Karten gezeigt, und Teams in schwarzen Trikots werden am häufigsten bestraft. Wir verstehen die Entscheidungen von Schiedsrichtern also mittlerweile recht gut – dieses Wissen haben wir genutzt, um ein Trainingsprogramm zu entwickeln.  

Haben Schiedsrichter bislang zu wenig trainiert?
 

Ganz im Gegenteil, die machen sogar eine ganze Menge: Regelfortbildungen und Videoschulungen, außerdem hat jeder Schiedsrichter einen Betreuer. Was allerdings fehlte, war ein Training des Entscheidungsprozesses an sich.  

Wie muss man sich das vorstellen? 

Wir haben online trainieren lassen, anhand von über 100 Szenen. Die Schiedsrichter sehen eine kurze Sequenz und müssen dann entschieden: Foul oder kein Foul. Wenn sie ein Foulspiel erkannt haben, müssen sie im nächsten Schritt auf Freistoß, gelbe oder rote Karte entscheiden. Darauf folgt sofort das Feedback. Die Entscheidungszeit ist begrenzt, es muss also ohne großes Nachdenken entschieden werden.  

Das klingt ein wenig trivial…
 

Ist es auf den zweiten Blick aber nicht! Wir verzichten auf eine detaillierte Erklärung, bei uns geht es lediglich um das Entscheiden. Das ist die Erkenntnis aus der psychologischen Grundlagenforschung: Wichtig zum Trainieren von intuitiven Entscheidungen ist ein unmittelbares Feedback, der Rest ist egal.  

Erzählen Sie das mal dem DFB.
 

Verstehen Sie mich nicht falsch! Dieses Training soll auf keinen Fall die Arbeit des DFB ersetzen. Diskutieren, Regel- und Videoschulungen – das ist unersetzbar. Aber unser Trainingsprogramm kann ein zusätzlicher Baustein sein. Das sieht auch der Verband so, der das Programm übrigens finanziert hat.  


weiterlesen [1] [2]





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Kommentare

  • User
  • 15.11.2010 21:49:40 DavidGinola

    hab ichs überlesen? aber von welchem verband redet schweitzer eigentlich? wo werden diese methoden getestet? anscheinend nicht in deutschland.

  • User
  • 16.11.2010 15:41:10 AntiMöller

    Mitentwickler eines Trainingsprogramms für Referees, über die Kunst des Entscheidens

    Warum habe ICH bloß nie den Mumm, solche Hochstaplereien durchzuziehen? Bis in`s Detail billig und in 5 Minuten zusammenzuschrauben. Weitere 24 Stunden für Hochglanzprospekt und Power-Präsentationskonzept, fettich ist die Laube.

  • User
  • 16.11.2010 18:01:39 suppenteller

    ne, lass uns lieber eso-deppen abziehen, die schmeissen ihre öko-taler ja für alles raus, zb handelsübliches salz was du als himalaya salz verkaufst, nen paar zusammengelötete drähte, die böse stahlen eliminieren (krebs und so, vielleicht auch aids), im endeffekt aber nur strom verbrauchen und all son spass. die habens auf jedenfall auch verdient, ich war mal auf ner eso messe, da verlierste nicht nur jegliches vertrauen in den menschlichen verstand, sondern bekommst hundertfach idiotensichere geschäftsmodelle geliefert, wie man den hirnamputierten deppen das geld aus der tasche ziehen kann

  • User
  • 16.11.2010 19:11:23 AntiMöller

    @suppenteller: wie bleiben in Kontakt.

  • User
  • 16.11.2010 20:09:19 Andreas Blenke

    Jetzt würde mich aber schon noch die Geschichte interessieren, wie Herr Suppenteller auf die Esoterik-Messe kam. Bitte erzählen!

  • User
  • 16.11.2010 20:13:42 AntiMöller

    Jetzt würde mich aber schon noch die Geschichte interessieren, wie Herr Suppenteller auf die Esoterik-Messe kam. Bitte erzählen!



    Ich denke mal, daß er erst seit kurzem mit Ihr zusammen ist, sie rattenscharf aussieht und eine Könnerin zwischen den Bettpfosten ist.

  • User
  • 17.11.2010 01:02:32 suppenteller

    schuld ist vielmehr das titanic-magazin. die hatten mal einen herrlichen bericht über eine esoterik messe, der mir immer wieder im kopf rumschwirrte, sobald ich eines dieser unsagbar schlechten plakate für eine eso messe sah. esoterik und sex messen, sowie trödelmärkte auf riesigen zugigen parkplätzen im nieselregen haben sowieso die offensichtlich gleiche werbeagentur.

    vor ein paar monaten bin ich dann beim nächtlichen versuch mit erhöhtem alkoholgehalt nach hause zu kommen, "komm, nur noch um die ecke, dann wird das taxi billiger", mit einem freund auf solch ein plakat gestossen, mit dem ich mich schon mehrmals köstlich über esos amüsiert hatte. noch exakt bis zum gerade anbrechenden tag sollte diese in unserer stadt zu gast sein. also schnell den entschluss gefasst, morgen endlich mal eine solche messe zu besuchen.

    zu meinem schrecken stand der besagte freund am nächsten nachmittag wirklich vor meiner tür, inklusive neuem drogennachschubs, also rein mit dem kräuterkeks, aspirin gegen den kater hinterher und los. gute 15min nach dem betreten hat dann auch das THC hallo gesagt, regierte vorher die pure panik ("das kann doch nicht wahr sein!"), kippte das ganze dann ziemlich rasch in kicheranfälle, sowie dem willen, sich mit all den freaks auch noch zu unterhalten. begünstigt wurden die gespräche auch dadurch, dass unsere gegenüber zumeist diesen unerträglichen klischeehaften schluff in gestik, mimik und sprechverhalten aufwiesen, der unserem daseinszustand nicht allzuviel abverlangte.

    ich kann das jedem nur mal empfehlen, das ist wie ein besuch im kuriositätenkabinett, eine freakshow, eine parallelwelt und ein fick des menschenverstandes. da war wirklich jemand, der hüte und mützen mit irgendeinem drahtgestell drin verkauft hat, die gegen irgendwelche ominösen strahlen schützen sollte, war damit aber auch echt der schrillste. sonst all der quacksalber und aberglauben mist, den man sich so vorstellen kann. meist angereichert mit irgendwelcher hirnzermalmender asiatischer oder wahlweise indigenen spiritualität. alles da, alle bereit dir monologe über ihr produkt, ihre philosophie und ihre kosmische energie darzubieten.

    wir sind da durchgelaufen wie alice im wunderland.

    nach so 2h hat der keks dann aber den nachschub verweigert und dann wurde es ganz schnell eher nervtötend, das ganze gesabbel hat nur noch genervt und aggressiv gemacht, vielleicht wärs auch ohne thc nachschub so gekommen, irgendwann brechen die filter des hirn ob dieses dauerbombardements wohl einfach zusammen. also wieder abgehauen, war aber trotzdem riesig.

    und antimöller, die besagte dame war auch mit und fands klasse, aus der gleichen perspektive

  • User
  • 17.11.2010 01:28:56 Andreas Blenke

    Danke für den Erlebnisbericht. Man müßte einfach skrupellos genug sein, aus seinen Drahtbügeln »Kraftpyramiden« zu biegen, die sich solch arme Irre dann für 999 Taler unters Bett stellen dürfen, damit die bösen Wasseradern nicht zu schlimmen Träumen führen. Dann könnte man reich werden.

    Ein Kollege hat mir mal erzählt, daß man seinen alten Krempel auf Ebay zu besonders guten Preisen loskriegt, wenn man behauptet, er sei verflucht. Vielleicht stifte ich demnächst doch mal eine eigene Religion. Als göttliches Wesen könnte ich dann endlich auch mal die lange geplante Porschesammlung in Angriff nehmen.

  • User
  • 17.11.2010 01:54:28 AntiMöller

    Sagichdoch, der Suppenkasper ist ein Guter: Titanic, Könnerin und ordentlich THC unterm Aluhelm. Gleich zerquetscht er noch ne rohe Kartoffel und wird dann von Jack London verfilmt.

    Blenke: Porsche in Siku oder Matchbox? Aber lass mich Dich mal kurz desillusionieren:
    Ich hatte mal ein paar Jahre lang im sicher abgedrehtesten Kiez Berlins einen Späti/Büdchen (Rigaer Strasse, Punkviertel). Dort lernte ich solche Leute/zukünftige Kunden wirklich im Alltag kennen und....die kaufen nicht. Die entwickeln, basteln, schrauben, bohren, flexen sich selber ihre Strahlenabweisung. Okay, die könnte man für ein paar Sterni Export in`s Entwickler-Team rekrutieren, aaaber.....

    ....man müsste diese Lötschaften auf ebay in die Provinzen verkaufen. Wenn dann das erste Geld eingegangen ist, sollte man dann in Eso-Messestände in Kalifornien oder Florida investieren. Dort sitzt das abgespacete Geld!

    *grübel*

    Lukrativer ist aber das Fussballgeschäft. Da braucht man nur ne blitzeblinkende website (3 Pfund flash!), und nen guten Laberkopp um all die Rentner und Eisbein-VIPs an den Geldtöpfen zu beeindrucken. So ähnlich wie Geoffrey Schweitzer, halt.

    Wir bleiben in telepathischem Kontakt.

  • User
  • 17.11.2010 06:06:17 saloth sar

    anti, beim fussball brauchste aber noch jemand der nen namen im geschaeft hat

  • User
  • 17.11.2010 07:58:13 El Buitre

    Ich würde euch den durchgeknallten TV Mogul Hornauer empfehlen. 50 Euro pro Anruf, Beschimpfungen der Durchgestellten, dreister Esoquatsch und trotzdem zeitweise ne riesen Fangemeinde: der Kerl muss es drauf haben.

  • User
  • 17.11.2010 11:17:22 suppenteller

    Hornauer!!!!!!! ein gott!
    ich finds ja wirklich schade, dass sein sender dicht gemacht wurde, das war allerbeste unterhaltung

    aber noch was zu unserem potentiellen eso geschäftsmodell:
    man sollte nicht verschweigen, dass auf diesen messen auch einige leute der kategorie business men rumlaufen, die auch nicht auf unsere ach so investigativen fragen angesprungen sind. die wirkten viel distanzierter zu dem ganzen kram und sind wohl eher weniger mit herzblut dabei, dafür mit umso mehr kalkül. die konkurrenz ist also schon da!

  • User
  • 17.11.2010 19:38:11 Andreas Blenke

    Distanz zur Thematik könnte ich schon mal einbringen. Wir sind auf einem guten Weg.

  • User
  • 18.11.2010 13:32:42 gelsenkirchen

    ich empfehle die eso-sendung bei qvc. d.e.r. a.b.s.o.l.u.t.e. w.a.h.n.s.i.n.n.!.!.!.

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