Die Geschichte der Fußballfans

11FREUNDE-Spezial: Nr. 1

Die Geschichte der Fußballfans

Neu hier? Alle Infos zu 11Freunde Community
03.11.2010

Wie der Castor-Transport die Regionalliga belastet

»Unzumutbarer Schaden«

Interview: Felix Laurenz  Bild: Imago

Weil der Castor-Transport am Wochenende tausende Polizisten in Alarmbereitschaft versetzt, fehlen in der Regionalliga die nötigen Sicherheitskräfte. Der TSV Havelse muss die Konsequenzen tragen.

Wie der Castor-Transport die Regionalliga belastet - »Unzumutbarer Schaden«


Eigentlich sollte es der große Wurf werden: Mehr als 2000 Zuschauer hatten die Verantwortlichen des TSV Havelse am Sonntag zum Regionalligaspiel gegen den 1. FC Magdeburg erwartet. Ein Spiel, an dem der kleine Verein aus Niedersachsen sehr gut verdient hätte. Doch der ebenfalls für Sonntag geplante Castor-Transport zum Atommüll-Zwischenlager im nahen Gorleben veranlasste den Nordostdeurtschen Fußball-Verband (NOFV) das Spiel zu verlegen. Havelses Geschäftsführer Stefan Pralle zeigt wenig Verständnis für das Vorgehen des Verbands. Wir sprachen mit ihm.

     
                                                                          
Stefan Pralle, wie haben Sie von der Verlegung des Spiels erfahren?


Zunächst habe ich über die örtliche Polizei mitbekommen, dass unser Spiel wegen des Castor-Transports verlegt werden muss. Davon wusste aber die Spielleitung (des NOFV, d. Red.) zunächst nichts. Anscheinend war es ein weiter Weg von der Polizei bis zum Spielleiter.

Und warum dieser unglückliche Ausweichtermin?

Wegen des Castortransports, der am Wochenende stattfindet, stehen nicht genügend Polizeikräfte zur Verfügung um für Sicherheit zu sorgen. Der Spielleiter hat gesagt, dass unser Spiel deshalb in der Woche vor dem 7. November stattfinden muss und zwar bei Tageslicht, weil wir kein fernsehtaugliches Flutlicht besitzen. Und nun kommt das Fernsehen nicht einmal zu unserem Spiel!

Wie haben Sie reagiert?


Ich war wütend. Das Spiel gegen Magdeburg ist für uns das Spiel der Spiele. Da mache ich mir ein rotes Kreuzchen in meinen Kalender. Magdeburg liegt nur 150 km entfernt und hat sehr reisefreudige Fans. Auch für unsere Fans ist das ein sportlich attraktiver Gegner. Normal haben wir in Havelse 600 Zuschauer, gegen Magdeburg wären es sicherlich 1500 gewesen. Dieses Spiel hat für unsere Haushaltsplanung eine besondere Bedeutung.

Kann ein einziges Spiel so schwer ins Gewicht fallen?


Wir haben einen Etat vom 375 000 Euro. Der Durchschnitt der Regionalliga-Nord liegt bei 2,4 Millionen Euro. Bei uns gibt es kein Profitum, unsere Spieler arbeiten, stehen in einer Berufsausbildung, oder studieren und betreiben ihren Sport nebenbei. An dem Spiel gegen Magdeburg hätten wir im Idealfall 10.000 Euro verdient. Das Geld hätten wir gut gebrauchen können.

Aber selbst bei einem so kleinen Etat machen die 10.000 Euro doch nur wenige Prozent aus.


Hinzu kommt aber auch, dass wir bei einem so interessanten Spiel Sponsoren an Land ziehen, die konkret im Rahmen dieses Spiels werben wollen. Das Geld fehlt uns jetzt auch. Außerdem arbeitet ein Großteil des Stadionpersonals ehrenamtlich. Die haben unter der Woche natürlich keine Zeit. Also müssen wir einen professionellen Dienstleister beauftragen, um diese Aufgaben zu übernehmen. Dadurch entstehen wesentliche Zusatzkosten.

Ist der Schaden der Ihnen entsteht von existenzieller Bedeutung?


Nein. Unser Etat ist sehr seriös geplant. Außerdem haben wir enorme Anstrengungen im Verein unternommen ehrenamtliche Helfer zu finden, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Der Verlust im Vergleich zum Regeltermin wird aber trotzdem zwischen 8000 und 10.000 Euro liegen. Das ist zwar nicht existenziell, aber unzumutbar.


weiterlesen [1] [2]





Ähnliche Artikel

Kommentare

  • User
  • 03.11.2010 16:39:39 Orangeat und Sukkade

    Schau an, Havelse führt in der Schlussminute mit 3:2 gegen den ehemaligen EC-Gewinner und holt dabei in Halbzeit 2 einen 0:2-Rückstand auf. Die Zuschauerkulisse wird überschätzt. Und der Artikel ist etwas zu spät erschienen...

  • User
  • 03.11.2010 16:53:32 Orangeat und Sukkade

    Endstand: 3:3. Immer wenn ich so etwas schreibe, von "Nachspielzeit" und so, geht's doch wieder anders aus. Ich könnte die Wände hochlaufen! Die Färöer führten am 1. EM-Quali-Spieltag "bis kurz vor Schluss" in Estland, glaube ich, mit 1:0. Ich fing hier das übermütige Schwatzen an - und die Esten gewannen die Partie noch mit zwei Toren "in der Nachspielzeit". Ich bin dran Schlud. Der färingische Staatsfeind Nummer 1. Und es tut mir wirklich Leid.

  • User
  • 04.11.2010 03:22:41 Christian Dittmar

    Und es waren auch mehr als 300 Zuschauer - nämlich laut "kicker" 682.

  • User
  • 04.11.2010 08:48:44 gelsenkirchen

    @OuS: hast du 99 in barcelona auch schon die sektgläser mit bayernemblem drauf angerichtet in der 90.???

  • User
  • 04.11.2010 14:18:16 Orangeat und Sukkade

    Ich lag in meinem Bett und nuckelte kalten Kakao durch einen Strohhalm. Irgendwann ab der 70. Minute murmelte ich in mich hinein: "Na ja, dann gewinnen sie halt den Silberpott". Desinteressiert nahm ich mir ein Buch oder Magazin, na ja, und dann fielen die Tore. Wusste gar nicht, was ich damit anfangen sollte. Irgendwie traurig, aber das war dann mal die Quittung für den jahrelangen Bayerndusel *grrrr*.

    Ja, es gab eine Zeit davor, in der ich auch mal Glück beim Fußball hatte. Mit einer Kombiwette habe ich mal nur 120 € gewonnen, weil Schiedsrichter Anders Frisk beim Spiel Rom-Kiew von einer Münze getroffen wurde, woraufhin das Spiel abgebrochen werden sollte und nicht gewertet wurde. Natürlich hatte ich auf die Roma gesetzt und natürlich führten die Ukrainer kurz vor Schluss mit 2:0 in der ewigen Stadt...

  • User
  • 05.11.2010 17:26:11 AntiMöller

    99 hatte ich in der 86. doch schon den Champagner geköpft.

zum Forum

Logge Dich ein, um einen Beitrag zu schreiben!

VON DEN LESERN EMPFOHLEN



DIE AKTUELLE UMFRAGE

Und bei euch so?

Chaos dahoam!
Trauer dahoam!
Freude dahoam!
Wut dahoam!
Lasst mich mit diesem »dahoam« endlich in Ruhe!




Martin Jol über den HSV


Wie heißen noch mal die Söhne von Martin Jol?

  • Cock
  • Dick

Das Tagesticker-Archiv

11Freunde Liveticker

11FREUNDE @ TWITTER