Die Geschichte der Fußballfans

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01.09.2010

Stadion-Bezahlkarten

Nie mehr Schlummergroschen

Text: Stephan Stegmann  Bild: Imago

Fußball-Fans aus Deutschland eint ein Problem: Bezahlkarten in Bundesliga-Stadien, häufig nie ganz eingelöst, verursachen einen Millionenschaden für das zahlende Tribünenvolk. Jetzt gibt es eine Lösung.

Stadion-Bezahlkarten - Nie mehr Schlummergroschen


Stadiongänger sehen endlich Licht am Ende des Tunnels: Der Internetauftritt der beiden Frankfurter Michael Reiter und Michael Franken schafft einem altbekannten Problem mit einer Initiative von Fans für Fans Abhilfe. Mit dem Startschuss zur neuen Bundesliga-Saison ist die neue Internet-Tauschbörse stadionfreu.de an den Start gegangen. In vielen deutschen Stadien seit Jahren ein Streitfall. Die einen sind davon überzeugt, mit der elektronischen Zahlmethode für einen reibungsloseren Ablauf an der Theke zu sorgen. Die Gegenseite kritisiert harsch umso längere Schlangen an den Karten-Ladestationen und vor allem: Überflüssig verbranntes Geld, eingescannt in Plastikkärtchen mit Vereinsemblem.



Zudem sind die Bezahl-Systeme in den Bundesliga-Stadien nicht überall gleich. Ein gehöriger Nachteil für Fans, denn die Karten sind somit nicht kompatibel. Kommt ein Fan also nicht noch einmal in dieselbe Arena, verfällt der noch auf dem Chip verbliebene »Schlummergroschen« ungenutzt. »Die Stadionbetreiber kochen leider alle ihr eigenes Süppchen. Man kann mit einer Karte aus der Münchner Allianz-Arena in der Frankfurter Commerzbank-Arena nichts anfangen«, kritisiert auch Michael Reiter, einer der Gründer von stadionfreu.de.

In Zukunft auch bargeldlos glücklich

Aber was geschieht nun mit einer noch aufgeladenen Karte, die man unglücklicherweise erst beim Kassensturz auf der Rückfahrt entdeckt? Will man sich nicht mit dem finanziellen Verlust arrangieren, bleiben genau zwei Möglichkeiten. Entweder man begibt sich erneut in dieselbe Arena, um sie hoffentlich dieses Mal vor Ort zu entwerten oder bietet sie auf stadionfreu.de an. Hier wird Stadionbesuchern fortan die Möglichkeit geboten, die verbliebenen Restwerte mitsamt Karte gegen eine andere einzutauschen. Michael Reiter sieht die Plattform somit als Vermittler: »Wir bieten den Fans die Möglichkeit, miteinander Kontakt aufzunehmen. Wenn ein Fan aus Stuttgart in Frankfurt war und noch die Bezahl-Karte übrig hat, tauscht er sie eben mit einem Fan, bei dem es andersherum war«.

Vor allem ist dieses Konzept jedoch auf gegenseitiges Vertrauen angewiesen. »Wir als Fans stehen in diesem Fall den Stadionbetreibern gegenüber und müssen zusammenhalten. Es kann nicht das Ziel sein, sich dabei gegenseitig über den Tisch zu ziehen.«, sagt Michael Reiter. »In solch einem Fall, kann man die fehlende Summe im Umschlag beilegen, um das Geschäft auszugleichen. Es sollte dabei nur darum gehen, sich verloren geglaubte Beträge zurückzuholen. Dafür wird den Fans nun dieser Weg geboten«. Besteht keinerlei Interesse daran, seinen Restwert zu ertauschen, kann dieser ebenfalls der gemeinnützigen Stiftung »Kinderträume e.V.« gespendet werden.

Die Gründer der Initiative sind vom Nutzen für das fußballverrückte Deutschland überzeugt. Wenn das System schon einmal existiert, sollte man auch das Beste daraus machen. Davon ist auch Michael Reiter überzeugt: »Schließlich hat auch eBay mal klein angefangen.«






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Kommentare

  • User
  • 01.09.2010 16:11:57 FrauBlack

    Da stell ich gleich mal die eklige BurgerKing/ FCBayern - Fankarte aus dem neuen Heft rein...

    (nee, aber im Ernst: gute Idee)

  • User
  • 01.09.2010 18:33:47 Lederfresse

    Coole Idee, aber ich war mit Union in München im umgekippten Schlauchboot an der Müllkippe und da konnte Mensch meines Wissens sich das Restguthaben von der Chipkarte wieder in bares auszahlen lassen. Außerdem gab es nur Leichtbierplöre mit der ein abschießen nicht möglich war = auszahlen vergessen schwierig.

  • User
  • 02.09.2010 10:00:46 wurstendbinder

    @leder:
    ich war jetzt auch schon zweimal zu auswärtsspielen da und das problem ist dort, das man nach dem spiel eeewig anstehen muss, will man seine ARROGANZ-ARENA-karte einlösen. ist ja auch logisch, da sich der FCB den auswärtsfans gegenüber zu keinem gehobenen service verpflichtet fühlt.

    *rschl*ch*r

  • User
  • 02.09.2010 10:01:34 wurstendbinder

    btw: die idee von den frankfurtern finde ich super!

  • User
  • 02.09.2010 11:36:57 eilenwitz

    Die Idee ist gut.

    Noch besser wäre es doch, wenn man in den Stadien mit der EC Karte bezahlen könnte. Wenn es denn bargeldlos sein muß. Da ist ein Chip drauf, den kann man an jedem Bankautomaten aufladen und der funzt nicht nur im Stadion.

    Aber diese Idee ist einfach zu einfach...

  • User
  • 02.09.2010 13:26:11 FichtelFischer

    Es kann nicht das Ziel sein, sich dabei gegenseitig über den Tisch zu ziehen.

    Das klappt doch genauso wenig, wie früher bei diesen blöden Geschichten aus der Jugend, als beschlossen wurde sich bei drei die Badehosen auszuziehen und dann gemeinsam nackt vom 5 Meterturm zu springen. Da war doch in der Regel auch nur einer so bescheuert und sprang da tatsächlich blank. Ich traue niemandem mehr!!!

    Das einzigste was in meinen Augen Sinn machen würde, ist ein Einheitskarte. Über die Namensgebung einer solchen müsste man sich dann noch Gedanken machen. LigaTacken, oder BuliRubel, keine Ahnung...

  • User
  • 02.09.2010 13:30:33 FrauBlack

    Über die Namensgebung einer solchen müsste man sich dann noch Gedanken machen. LigaTacken, oder BuliRubel, keine Ahnung...

    BARGELD

  • User
  • 02.09.2010 13:50:06 FichtelFischer

    BARGELD

    Da liegt die Antwort aller Fragen so offen auf der Hand und ich Hornochse versteif mich da in diese Kartenscheiße. Hast natürlich recht!

  • User
  • 02.09.2010 13:55:20 rumpler

    Das einzige was bei uns (im Schlauchboot an der Müllkippe) Sinn macht, ist sich vor dem Spiel ein paar gepflegte Bier zu gönnen (vom Holzfass und gegen Bares) und andere das Groschengrab schaufeln zu lassen.

  • User
  • 02.09.2010 14:09:22 Rhoenschaf

    nette Idee liebe Frankfurter aber ich wage zu bezweifeln das das lange gut geht.
    Mein Tip:
    Sobald das angelaufen ist flattert eine Einstweilige rein mit einer fadenscheinigen Begründung.
    Ist doch ein tolles Geschäft für die Vereine wenn sie Kohle quasi zum Nulltarif bekommen.
    Es geht doch nicht um eine schnellere Abwicklung an den Buden es geht um die Asche die man auf diesem Plastikscheiß lässt.

    Achja wer ist den so naiv und läd Karten auf in Stadien wo es diese Leichtbierplörre gibt? die 2,5-3 Stunden komm ich auch ohne Bier aus.

  • User
  • 02.09.2010 18:49:16 atokruse

    Geht das auch mit überzogenen Kreditkarten? Fänd ich dufte.

  • User
  • 02.09.2010 21:38:21 Gruni

    Ich teile die Meinung von Rhoenschaf. Die Vereine werden Mittel und Wege finden, diese Tauschbörse zu verhindern. Ich gehe davon aus, dass die Betreiber/Vereine auf diesen Weg mindestens 400.000 bis 500.000 € pro Saison zusätzlich generieren. Einfach so, fürs Nichtstun.
    Diese Karten und das damit verbundene Gebahren, gerade die verwehrte oder nur erschwerte Rückvergütung, gehören mal neutral überprüft, denn in meinen Augen ist das eine rechtliche Grauzone.

  • User
  • 03.09.2010 07:28:08 sgu07

    in stuttgart gibts ne kreditkarte, mit der man auch im stadion zahlen kann. ist allerdings nur für dauerkarteninhaber möglich.

  • User
  • 03.09.2010 08:13:59 schabernack

    Ich gehe davon aus, dass die Betreiber/Vereine auf diesen Weg mindestens 400.000 bis 500.000 € pro Saison zusätzlich generieren. Einfach so, fürs Nichtstun.

    "Das verbleibende Restgeld wird den Betreibern somit von uns "geschenkt" - im Laufe einer Saison kommt so pro Stadion ein hübsches Millionen-Sümmchen zusammen."
    (Quelle: WDR Markt, Sendung vom 3.8.2009) (zitiert nach www.Stadionfreu.de)

  • User
  • 03.09.2010 10:00:26 Andreas Blenke

    Angeblich soll der Besucher durch diese Karten ja einen Zeitvorteil haben. Logisch, erstmal Schlange stehen für den Kauf, Guthabenübertrag oder das Aufladen der Karte, dann nochmals am Freß- und Bierstand und irgendwann zum Checken des Restguthabens. — Viel einfacher als früher, als man in der Schlange erst umständlich sein Kleingeld rauskramen mußte.

    Danke Borussia: Fans befragt — Problem vermieden. Ansonsten die ekelerregenden Abzocker konsequent boykottieren.

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