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01.09.2010

Erzieher vom Dienst: Thomas Schaaf

Das Haar liegt gut

Text: Alex Raack  Bild: Imago

Werders Neuzugang Marko Arnautovic galt in Bremen schon als unlösbares Problem. Nach dessem Gala-Auftritt gegen Köln feiern die Hanseaten einen Wunderstürmer. Schuld daran ist wieder einmal Trainer Thomas Schaaf.

Erzieher vom Dienst: Thomas Schaaf - Das Haar liegt gut


Es ist nicht wirklich schwierig Thomas Schaaf in sein Herz zu schließen. Denn Thomas Schaaf sieht aus wie Typen von denen man sagt, sie hätten eine harte Schale, aber einen weichen Kern. Und Thomas Schaaf ist treu, das sieht man heute nicht mehr so oft. Thomas Schaaf sagt auch lustige Sachen, wie seine Antwort auf die Frage was ihm denn besonders wichtig sei, beweist: »Dass mein Haar gut liegt, denn ich trage es schließlich offen.«



Vor allem aber, und das ist womöglich der wichtigste Grund, warum Thomas Schaaf nicht nur innerhalb der Bremer Stadtgrenzen verehrt wird: Er ist ein erfolgreicher Fußball-Trainer. Hat aus dem grauen Werder Bremen der späten neunziger Jahre einen Deutschen Meister und mehrfachen Pokalsieger gemacht. Hat einen Verein geformt, der nun bereits zum sechsten Mal an der Champions League teilnimmt. Eine Liga, die bekanntlich »Königsklasse« genannt wird, weshalb man davon ausgehen darf, dass hier nur Könige mitspielen. Wenn Thomas Schaaf einen dieser Könige trainiert, dann müsste man ihn eigentlich Kaiser nennen. Aber dieser Arbeitstitel dürfte in Deutschland in alle Ewigkeit an einen Mann mit Brille, Halbglatze und lustigem bayrischen Akzent vergeben sein.

Talent im Fuß, Kraft in der Faust

Worum es hier eigentlich gehen soll (man gerät so schnell ins Plaudern, wenn es um Thomas Schaaf geht): Nicht nur bei den Fans hat sich dieser Thomas Schaaf beliebt gemacht, auch die Fachwelt staunt ob der besonderen Fähigkeit des gebürtigen Mannheimers mit so genannten »schwierigen Persönlichkeiten« auszukommen. »Schwierige Persönlichkeiten«, das waren früher Saufbolde mit Talent im Fuß und Kraft in der Faust schlimme Typen, die gerne mal für ein Monatsgehalt teure Sportwagen kauften, nur um sie im Vollsuff an die Wand zu setzen. Die Zeiten sind vorbei, kein Spieler könnte sich derartige Eskapaden heute noch erlauben. Als »schwierige Persönlichkeit« gilt heute jemand wie Werders Neuzugang Marko Arnautovic, ein junger Fußballer von dem Bremens bekanntester Österreicher (Andreas Herzog) sagt: »Er ist das größte österreichische Talent der vergangenen Jahrzehnte.«

Arnautovic gilt deswegen als »schwierig«, weil einen protzigen Wagen fährt, im Training Gegenspieler anmault, merkwürdige Türsteher-Frisuren trägt und seinen Bewegungsablauf erstaunlich dem seines Berufskollegen Cristiano Ronaldo angepasst hat. Hört sich harmlos an, ist auch harmlos. Insofern muss man es vielleicht gar nicht als so große Leistung von Thomas Schaaf werten, dass er diese angeblich »schwierige Persönlichkeit« auf Bremer Normen zurecht gebogen hat. Weil Arnautovic am Wochenende zwei Tore und eine Vorlage gegen den 1. FC Köln geschafft hat, ist alles wieder rosig in der Werder-Welt.

»Er macht Urlaub und zahlt dafür«

Schaaf aber wird trotzdem für seine erzieherischen Wundertaten gefeiert. Vielleicht reibt man sich in Bremen noch immer die Augen ob der Leistung des Trainers aus dem gelangweilten und trägen Brasilianer Ailton den »Kugelblitz« zu kneten. Wunderbare Zitate inklusive. Als der notorisch brasilianische Brasilianer einst erneut zu spät aus dem Urlaub kam, urteilte Schaaf knochentrocken: »Das was Toni macht, ist bezahlter Urlaub. Er macht Urlaub und zahlt dafür.«




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Kommentare

  • User
  • 01.09.2010 11:11:04 Thomilla

    ...ach diese schoenen Glorifizierungen! Da wird ueber Carlos Alberto mal hinweg gesehen ;).
    warten wir mal mit Spannung die weitere Entwicklung vom Problemoesi ab.

    Rune

  • User
  • 01.09.2010 11:28:12 rumpler

    So'n quatsch. Jetzt isser doch grad mal ein paar Wochen da.

    Und Dümmlingsfrisuren haben fast alle Fußballer, genauso wie idiotische Tattoos und bekloppte Autos. Trainingsgemaule is auch normal.

    Also ich kann da keinen besonderen Problemfall erkennen.

  • User
  • 01.09.2010 11:31:28 DerAchim

    habs ml eben gegengelesen, im Abschnitt steht leider falsch:

    das waren früher Saufbolde mit Talent im Fuß und Kraft im Fuß, schlimme Typen, die gerne mal für ein Monatsgehalt teure Sportwagen kauften,

    oben vorm abschnitt steht dann wohl der richtige text.

    ansonsten netter artikel, aber wie schon richtig im artikel beschrieben, über thomas schaaf kann man ja eigentlich immer plaudern.

  • User
  • 01.09.2010 11:43:28 CoachD

    Finde ich toll, dass hier Schaafsens Telent mal unterstrichen wird, mit schwierigen Spielern klar zu kommen. Der würde auch Jan Simak, Khaled B. und Podolski gerade ziehen. Schade nur, dass der Autor dieses Werkes lieber als Chefautor bei Harald Schmidt arbeiten würde angesichts der herrlich lustigen Mischung aus Klischees und Zynismus.

  • User
  • 01.09.2010 11:43:47 CoachD

    Talent mein ick...

  • User
  • 01.09.2010 12:13:54 hagenpop

    und Podolski gerade ziehen

    ja was aus dem wohl geworden wäre, wenn er zu Bremen gewechselt wäre.

  • User
  • 01.09.2010 12:17:34 saloth sar

    ja was aus dem wohl geworden wäre, wenn er zu Bremen gewechselt wäre.

    waeret ihr nicht so knausrig gewesen, haette das ja auch klappen koennen

  • User
  • 01.09.2010 12:24:23 einrudithömmes

    Meinste denn, die Bayern hätte den zu Jedem ziehen lassen?

  • User
  • 01.09.2010 12:30:21 CoachD

    Noch ist ja nicht zu spät...nächstes Jahr vielleicht...Bei aller Liebe zum FC, der Podo will bestimmt lieber 1. Liga spielen...Obwohl...Das ist ja sein Problem, der mangelnde Ehrgeiz

  • User
  • 01.09.2010 12:46:26 bbs2206

    Ihr habt doch einen nassen Helm auf.

  • User
  • 01.09.2010 14:08:47 CoachD

    Das ist ja mal ein Kommentar,der sich gewaschen hat (Verstehste wegen nasser Helm haha)

  • User
  • 01.09.2010 14:45:02 hagenpop

    Dass der Wechsel zu Bayern ein Fehler war steht ja wohl außer Frage.

    Ich sach ja nicht dass Poldi aufgeblüht wäre wie der Frühling, wenn der zu Bremen gegangen wäre (das vermute ich nur), aber zumindest wäre Bremen ein besserer Indikator für sein noch nach 5 Jahren umstrittenes Talent gewesen. Dass er sich bei Bayern nicht durchsetzen konnte und Köln jetzt nicht zu Höhenflügen verhilft bedeutet beides nicht viel.

  • User
  • 01.09.2010 14:52:17 CoachD

    Vielleicht wäre ein Beraterwechsel für den Beginn nicht schlecht...Oder man lässt ihn einfach sein Fussballerbeamtenleben führen und wartet auf die Schlagzeilen nach der Karriere. Denn die kommen...Read my lips!

  • User
  • 01.09.2010 15:20:10 Alex Raack

    DerAchim: Danke, korrigiert.

    Grüße,
    Alex

  • User
  • 01.09.2010 18:00:13 rumpler

    Beim Poldi hätte vermutlich sogar der Schaaf aufgegeben.

  • User
  • 01.09.2010 19:41:53 fibbero

    "Arnautovic gilt deswegen als »schwierig«, weil einen protzigen Wagen fährt, im..."

    Wenn schon am korrigieren, dann richtig. ;)

    Ansonsten schöner Artikel über den Bremer Trainergott.

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