Die Geschichte der Fußballfans

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02.08.2010

Herbert Fandel über Zeitlupen

»Das ist nicht die Wahrheit«

Interview: Dominik Bardow  Bild: Imago

Herbert Fandel plädiert für einen Verzicht auf Zeitlupen im Fernsehen und in den Stadien. Wir sprachen mit dem Schiedsrichter-Chef des DFB über das Vortäuschen von Fehlern, die Wirklichkeit und die dritte Dimension.

Herbert Fandel über Zeitlupen - »Das ist nicht die Wahrheit«


Herbert Fandel, der italienische Fernsehsender RAI hat angekündigt, künftig bei Fußballspielen weitgehend auf Zeitlupen zu verzichten, um die Schiedsrichter zu schützen. Würden Sie sich das auch in Deutschland wünschen?

Ich würde es begrüßen, die Zeitlupen ganz entfallen zu lassen. Aber das wird wohl kaum möglich sein.



Warum?

Wenn man Zeitlupen in kritischen Situationen weglässt, würde das natürlich den Schiedsrichtern helfen und ihnen den Druck nehmen; aber dann wird es für den Fan natürlich etwas uninteressanter. Aber Zeitlupen zeigen doch auch oft genug, dass ein Schiedsrichter richtig lag. Das zeigen Wiederholungen sogar in der Mehrzahl der Fälle. Aber die Zeitlupe zeigt nicht das, was viele Fernsehanstalten oder Moderatoren glauben: Sie zeigt nicht die Wahrheit.

Wie meinen Sie das?

Die Wiederholung zeigt nicht, was wirklich auf dem Platz stattfindet. Sie bietet lediglich einen Blick von der anderen Seite, auf einen Zweikampf zum Beispiel. Was ihr fehlt, ist die dritte Dimension – die Tiefe ist nicht da. Der Schiedsrichter hat eine eigene Perspektive und beurteilt daraus die Situation. Deswegen ist die Zeitlupe nicht immer fair.

Ist das nicht Zensur, einen Teil des Spiels nicht genau zu zeigen?

Das Fußballspiel ist voller Fehler, von allen Seiten, von Spielern, von Trainern und von Schiedsrichtern. Deshalb ist es auch interessant, diese Dinge noch einmal zu zeigen. Aber die Wiederholung erschwert Schiedsrichtern die Arbeit, weil die Perspektive oft nur einen Fehler vortäuscht.

Haben Sie kein Verständnis für die Zuschauer, die ein Spiel umfassend aufbereitet haben möchten?

Doch, ich kann das gut verstehen. Das Spiel lebt von Emotionen, und dazu gehören auch die Zeitlupen. Doch manchmal würde ich mir wünschen, dass die Fehler nicht so unterschiedlich betrachtet werden. Ein Fehler des Schiedsrichters geht manchmal drei Wochen durch die Gazetten, aber der Mittelstürmer, der den Ball aus drei Metern über die Latte knallt, ist am nächsten Tag oft schon wieder vergessen.

Haben Sie schon mal Kontakt zu deutschen Fernsehsendern aufgenommen, um über den Umgang mit Zeitlupen zu sprechen?

Nein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Zeitlupen hierzulande abgeschafft werden. Sie sind ein Teil der Berichterstattung geworden. Für den Fernsehzuschauer macht es auch mit den Reiz aus, eine Szene aus verschiedenen Einstellungen serviert zu bekommen. Dass dies auf dem Rücken der Schiedsrichterei ausgetragen wird, müssen wir leider akzeptieren.

Die Fans im Stadion müssen bereits ohne Wiederholungen auskommen, weil in vielen Arenen keine Zeitlupen gezeigt werden.

Das ist eine Anweisung des Fußball-Weltverbandes Fifa, und die finde ich auch völlig korrekt. Im Stadion muss man keine zusätzlichen Emotionen aufwühlen, allein schon aus Sicherheitsgründen. Ein Zuschauer, der im Stadion sitzt, hat ein Live-Erlebnis und braucht diese vielfachen Wiederholungen überhaupt nicht. Wenn er Zeitlupen sehen will, dann soll er zu Hause bleiben und sich vor den Fernseher setzen. Die Wirklichkeit findet jedenfalls in den 90 Minuten auf dem Platz statt.

Tagesspiegel@11Freunde






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Kommentare

  • User
  • 02.08.2010 22:10:45 schorschkaplan

    Fandel hat natürlich Recht.
    Dann bin ich ab jetzt für den 3D-Videobeweis.
    Zur Entlastung der Schiris.

  • User
  • 03.08.2010 00:23:58 hagenpop

    Äußerst kluge Analysen. Sowohl vom Fandel, als auch vom kaplan.

    Oder die Schiedsrichter lernen ganz hüftsteif zu laufen und den Kopf nur ganz langsam zu bewegen, dann kann man ihm ein Kamerahelm aufsetzen. Sieht dann flottestens kybernetisch aus, sowohl von Bewegung als auch von dem Helm, und die Zuschauer bekommen nur aus dieser Sicht die Zeitlupe mit Blinzeleffekt.
    Auch weiße Kontaktlinsen für alle, dann sehen die riiiichtich borgartig aus und die Spieler rudeln nich mehr rum.

  • User
  • 03.08.2010 06:35:24 sgu07

    recht hat er, der fandel.
    die wahrheit is aufm platz. alles andere ist kokolores.

  • User
  • 03.08.2010 07:33:26 wojcicki

    Elektrizität is eh scheiße! Wir duschen wieder kalt!
    Nieder mit dem Fortschritt!

  • User
  • 03.08.2010 08:57:28 sgu07

    ganz so einfach mach ich mir das nicht.
    es ist nun mal so, dass der wahre fußball sich tatsächlich nur und ausschließlich auf dem platz abspielt. in bundesliga wie in der bezirksliga. wenn man diesen vergleich vor augen hat, fällt es nicht schwer, fandels argumente zu verstehen. das hat nichts mit fortschrittsfeindlichkeit zu tun, sondern damit, dass es zum fußball gehört, dass auch schiedsrichter fehlerhaft agieren. ich kenne aber niemand, der nach einem kreis- oder bezirksligaspiel noch wochen später über den schiri spricht, es sei denn er war erkennbar besoffen.
    diese ganze aufbereitung der profispiele in der zeitlupe, standbild oder super-sonder-gegenüber-slomo, dient doch nur der kommerzialisierung, nur dem füllen von sendeminuten und textspalten. sie dient nicht dem sport, sondern nur denen, die damit geld verdienen oder denen, die auf dem sofa sitzend gerne im würdikativ diskutieren.
    im sinne des fußballs ist das aber nicht, denn es verfälscht den blick auf das wesentliche.

  • User
  • 03.08.2010 09:22:39 SteamboatWillie

    ich denke mal das Problem sind nicht die Zeitlupen sondern die Art und Weise wie das Fernsehen über Entscheidungen berichtet.
    Wie oft habe ich schon Fouls gesehen die erst nach der fünften Wiederholung ins super slow-mo und von acht verschiedenen Perspektiven als Fouls erkennbar waren? Und was ist dann meistens die Schlussfolgerung der Kommentatoren? Ganz klares Foul, ganz klare Fehlentscheidung vom Schiri, Mannschaft A wurde hier ganz klar benachteiligt. Das ist doch der größte Mist, das die Kommentatoren schlichtweg keine Ahnung haben und gar nicht in der Lage sind das Spiel so zu begreifen dass man es dem Zuschauer vernünftig erklären kann. Stammtischparolen hoch drei, mehrwert an Infos: null.

  • User
  • 03.08.2010 09:25:56 wojcicki

    Wenn ich ein Spiel ohne Zeitlupe will, gehe ich auf den Sportplatz!
    Das ganze Kopfzerbrechen is eh fruchtlos, an solchen Problemen sind schon andere verzweifelt:

    Und sie laufen! Naß und nässer
    wirds im Saal und auf den Stufen.
    Welch entsetzliches Gewässer!
    Herr und Meister! hör mich rufen! -
    Ach, da kommt der Meister!
    Herr, die Not ist groß!
    Die ich rief, die Geister
    werd ich nun nicht los.


    Aber vielleicht kommt er ja noch, der Meister. Irgendwann. Und dann gibts das im TV als Re-Import "soccer oldschool": Ohne Schienbeinschützer, ohne bis an den Hodensack gezogenen Stutzen, ohne Schuhe in allen Regenbogenfarben, ohne Arena, ohne Knappenkarte, ohne vom Möbelhaus präsentierten Freistoss und mit Sicherheit auch ohne Zeilupe! Mir würden schon noch ein paar Sachen einfallen ...

  • User
  • 03.08.2010 09:48:44 Andreas Blenke

    So wie ich das wahrnehme, wird im TV zumeist eher schiedsrichterfreundlich berichtet, und das völlig zurecht. Erstens, weil die meisten Bundesligaschiedsrichter eine gute Arbeit abliefern, und zweitens, weil der Schiri eben die höchste Autorität im Spiel hat, daher gelte auch hier: im Zweifel für den Schiedsrichter.

    Auf die Zeitlupen will ich allerdings (in der Fernsehberichterstattung) nicht verzichten, die so sezierten Bewegungsabläufe sind einfach zu interessant. Irgendwann findet dann bestimmt auch ein kompetenter Kameramann eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit für die »Super-Slow-Mo«; bei der WM war ja mehr Schweißtröpchenzählen.

    Unabhängig davon bin ich zutiefst froh, daß Herbert Fandel der neue Schiedsrichter-Chef wurde. Er strahlt die Seriosität aus, die ich mir eigentlich für den ganzen DFB wünschen würde.

  • User
  • 03.08.2010 10:06:59 Hotte80

    Ohne Schienbeinschützer, ohne bis an den Hodensack gezogenen Stutzen
    Genau Roman! Die Stutzen in Manni-Kaltz-Manier und völliger Verachtung evtl. gegnerischer Härte ganz lässig runtergerollt. Fußball, ein Männersport.

  • User
  • 03.08.2010 10:38:38 felixander

    ich finde zwar, dass zeitlupen von toren und spektakulären fouls reichen und man nich auch noch jedes rotzen wiederholen muss, aber den ansatz von fandel finde ich dennoch falsch. er sagt, dass der fußball seine emotionalität aus den fehlern der akteure bezieht. das mag stimmen, ich finde aber, dass die schiedsrichter nicht zu den akteuren gezählt werden sollten. die akteure sind die 22 spieler auf dem platz, die schiris sind nur dazu da, dass das spiel reibungslos ablaufen kann. wenn es technische hilfsmittel gibt, die ihnen das erleichtert, dann her damit.

  • User
  • 03.08.2010 10:41:28 lolarennt

    fandel voll op crack, alder

  • User
  • 03.08.2010 11:59:34 Long John

    Gerade wenn man Fußball mit Leuten guckt, die das eher selten machen, merkt man, wie sehr Zeitlupen teilweise die Wahrhnehmung verzerren. Selten sieht ein Foul wirklich böse aus (mal abgesehen von den Fällen, in denen Blut fließt), häufig hört man "Der hat den doch kaum berührt, da braucht man doch nicht fallen". Dass dabei aber die Dynamik der Spieler vollkommen runtergefahren wird und in höchstem Tempo auch kleine Berührungen ausreichen können, um jemanden zu Fall zu bringen, wird vielfach außer Acht gelassen. So sorgen die Zeitlupen dafür, dass einige meiner "Mitzuschauer" das Spiel 90 Minuten durchlaufen lassen würden und jede Entscheidung des Schiedsrichters kritisieren. Insofern gebe ich Fandel recht. Man könnte durchaus über die Abschaffung von Zeitlupen diskutieren.

  • User
  • 03.08.2010 12:05:47 pandrodor

    Die Wiederholung zeigt nicht, was wirklich auf dem Platz stattfindet

    Damit macht er sich doch lächerlich. Die Zeitlupe zeigt eben genau aus unterschiedlichen Winkeln, was passiert. Dass der Schiedsrichter, dass nicht sehen kann ist klar, aber es ist eben das was auf dem Platz stattfindet.

    Mit Zensur würde ich es nicht gleichsetzen, aber es ist doch dämlich immer gleich alles verbieten zu wollen. Es ist nichts falsches daran zu zeigen was passiert ist und ob der Schiedsrichter falsch lag. Es ist aber falsch, wie in den meisten Fällen berichtet wird.

    Beim Wembley Tor reloaded fand ich zum Beispiel gut wie gezeigt wurde, aus welchem Winkel und Entfernung der Linienrichter den Ball hinter der Linie (falls er dahinter war ;P )sehen musste. Sowas wäre auch hilfreicher und würde die Gemüter evtl etwas beruhigen.

    Eben das nicht gegebene Foul war ein Foul, aber der Schiedsrichter konnte es nicht sehen.

  • User
  • 03.08.2010 12:08:41 hoernum

    Das Problem ist, dass die Verbände insb. UEFA/FIFA die Schiedsrichter als unfehlbar darstellen wollen. Es wäre mMn wesentlich sinnvoller zu sagen, dass auch Schiedsrichter Fehler machen können und ihnen Hilfen im Form wie z.B. des Videobeweises an die Hand geben würden. Dies würde auch einen Großteil des enormen Druckes nehmen. Um ständige Unterbrechungen zu vermeiden könnten Regelsysteme wie in anderen Sportarten angewandt werden: ein/zweimal Einspruchsrecht pro Mannschaft und Halbzeit bei bestimmten Situationen (Karten/Torraumszenen), falls dem stattgegeben wird, erhalten sie das Einspruchsrecht zurück, ansonsten verfällt es für die Halbzeit.

  • User
  • 03.08.2010 12:20:51 felixander

    @hoernum
    dass man auch schiris fehler zugesteht, ist ja genau das argument von fandel. er will aber, dass die genauso angenommen werden wie ein torwartfehler oder eine falsche einwechslung, statt sie mithilfe technischer mittel zu reduzieren.

  • User
  • 03.08.2010 12:44:34 Andreas Blenke

    Hallo Hörnum, willkommen im Forum. Bestimmt interessiert Dich diese Diskussion zum Thema (nur eine von vielen). Wenn ich Deinen Namen richtig deute, magst Du aber womöglich auch den inoffiziellen FC-Sylt-Thread.

  • User
  • 03.08.2010 13:19:07 AbteilungAttacke

    Das Hauptproblem dieses Interviews ist die Glaubwürdigkeit und die Formulierung.

    Wenn der Hoeneß, Dieter was von fehlendem Managment-Know-How im Osten faselt fühle ich mich jedenfalls genau so peinlich berührt, wie wenn ein Rechtsentscheider die Abschaffung eines Mittels fordert, welche dessen Irrtümer nicht immer, aber oft genug, zweifelsfrei aufzeigen. Das zeigt in erster Linie Unsicherheit (die Fandel ja bei anderen Schiedsrichtern zugibt). Wenn Fandels Ziel wirklich wäre, die Fehlbarkeit von Schiedsrichtern gesellschaftsfähig zu machen (was ich nicht glaube), dann muss man sich fragen, ob die Abschaffung der Zeitlupe da wirklich der richtige Weg ist.

    Die Verabsolutierung, die Fandel (und einige Beiträge) vornehmen, ist auch problematisch: Ein Fehler des Schiedsrichters geht manchmal drei Wochen durch die Gazetten, aber der Mittelstürmer, der den Ball aus drei Metern über die Latte knallt, ist am nächsten Tag oft schon wieder vergessen.
    Sicherlich richtig und sicherlich unfair, wenn es sich um eine dem Ermessen unterworfene Situation handelt. Aber wenn der "Fehler des Schiedsrichter" sich um das Wembleytor Reloaded oder die klarste Abseitsposition der Welt handelt, dann ist der Lattentreffer wohl in der Tat weniger Diskussionswürdig.
    Dem steht ja nicht entgegen, dass die Perspektive oft nur einen Fehler vortäuscht.
    Nur bei Die Wiederholung zeigt nicht, was wirklich auf dem Platz stattfindet klingt das ganze schon sehr viel absoluter. Damit setzt sich Fandel während des Interviews in Widerspruch und macht sich, wie prandrodor sagt, lächerlich.

  • User
  • 03.08.2010 13:23:31 AntiMöller

    aber der Mittelstürmer, der den Ball aus drei Metern über die Latte knallt, ist am nächsten Tag oft schon wieder vergessen.

    Sicherlich falsch, nicht wahr Mario Gomez?

  • User
  • 03.08.2010 13:24:40 AntiMöller

    ...nicht wahr Frank Baumann? Kommt immer auf die Wichtigkeit der Situation an.

  • User
  • 03.08.2010 13:32:50 AbteilungAttacke

    Ach komm' Anti, die EM-Geschichte wird dem Mario doch kaum vorgeworfen... ausser bei Freundschaftsspielen, Qualispielen, Turnieren, in der Rückschau... oh....

  • User
  • 03.08.2010 15:12:22 körperklaus

    Vor allem fehlt der Zeitlupe eine realistische (prozesshafte) vierte Dimension. Die Verlangsamung macht die Beurteilung eines Fouls nicht immer einfacher (Ribery vs. Lopez). Schlimmer wird es, wenn die zeitliche Dimension nicht nur verzerrt, sondern ganz ausgeschaltet wird. Eine Abseitsentscheidung bspw. ist darauf ausgelegt, von den Schiedsrichtern innerhalb einer Bewegung wahrgenommen zu werden. Die Bewegungsrichtungen und Geschwindigkeiten sind daher mitentscheidend für die Berurteilung der Schiedsrichter. Statt des Standbildes mit digital errechneter Abseitslinie, wäre daher das mehrmalige Hin- und Herspulen der Szene hilfreicher um die Situation tatsächlich erfassen zu können. Ist es am TV dann nicht zu entscheiden, war die Situation wahrscheinlich gar nicht entscheidbar und es gilt "im Zweifel für den Stürmer". Der Toleranzbereich des mesnschlichen Ermessensspielraumes - und damit auch die Fehlentscheidungen - gehören systemtisch zum Spiel.

    Grüße!

    PS: Das Klugscheißer-Zitat sei mir gestattet. Vielleicht freut sich ja jemand drüber... "Ein System, das die Entscheidbarkeit aller aufgeworfenen Probleme garantieren muß, kann nicht zugleich die Richtigkeit der Entscheidung garantieren" (Luhmann 1983: 21).

  • User
  • 03.08.2010 17:03:07 hagenpop

    Kenn keinen Luhmann. Freu mich aber drüber !!

  • User
  • 03.08.2010 17:36:46 AntiMöller

    Luhmann: wichtiger (u.a.) Medientheoretiker. Aber so richtich wichtich!

  • User
  • 03.08.2010 19:17:51 Andreas Blenke

    Klugkackerzitate sind aber mal sowas von immer willkommen!

  • User
  • 03.08.2010 23:35:02 Wer

    Die Aussage "Die Wiederholung zeigt nicht, was wirklich auf dem Platz stattfindet" ist natürlich Unsinn. Was Fandel sagen will ist "Die Zeitlupe bildet nicht die Situation wie sie wirklich auf dem Platz erlebt wird ab" und da hat er wohl recht. Tatsächlich ist das Problem wohl weniger die Zeitlupe an sich, oder das mal Zeitlupen gezeigt werden, aber es wird übertrieben. Wie user sgu07 ganz richtig sagte, 40 verschiedene Perspektiven und Standbild, noch 3D Animation am besten ... und dann wird die katastrophale Fehlentscheidung entlarvt!
    Statt das die Wiederholung und die Zeitlupe dazu dienen eine Situation nachvollziehbar zu machen soll Detektiv gespielt werden und der Zuschauer darf sich als schlauer Detektiv fühlen der mehr weiß, als der Blindmann auf dem Platz.
    Besonders ankotzen tut mich das beim Abseits, gerade da verzehrt die Zeitlupe ungemein die Situation wie sie tatsächlich stattfindet mund ich glaube, es ist auch ne hübsche Unart speziell der deutschen Regie immer diese Scheiß-Linie einzublenden.
    Hier mal ein in der Konsequenz Gegenteiliger Effekt: Gerade dadurch wird dann eventuell sowas befördert, wie das die Linienrichter dann immer sofort die Fahne hochreißen, denn sollte sich auch nur der große Zeh des Stürmers über der virtuellen Linie befunden haben gibts Kopfgetätschel in der Sportschau, wie "super das gesehen wurde". Aber falls nicht ... Irreguläres Tor! Wettbewerbsverzerrung!
    Absurd ...

    Für die wirklichen Schiedsrichterklöpper braucht man wohl seltenst Zeitlupen, wenn man nicht gekifft hatte, Bayernfan oder Zahnarzt war, beispielsweise.

  • User
  • 04.08.2010 01:12:13 Marco Polo

    Hier das VIdeo das ich meine

  • User
  • 04.08.2010 08:22:58 wojcicki

    Nix verstanden und Paradebeispiel für Fandels Theorien!
    Wieviel Wiederholungen und (Zitat) "andere Perspektiven" man für wohl für solch (Zitat) "oberlehrerhafte" Erkenntnisse über eine vermeintliche Fehlentscheidung benötigt ..? Mehr klugscheißen geht kaum! Wie bereits vermutet versumpfen solchen Diskussionen wenig zielführend. Manchmal auch durch (Zitat) "Idioten die ihren Müll um des Postens willen ins Forum schmeißen"? Aber echt schön, daß wa noch mal drüber gesprochen haben ...

  • User
  • 04.08.2010 11:44:11 Andreas Blenke

    @Wojcicki:

    Danke für den Beistand. Den hätt ich zwar selber auch noch geschafft, besser als Du allerdings kaum.

    @Marco Polo

    Da Du Dir nach Deinem präpotenten Ausrutscher aber doch recht viel Mühe mit dem Ghana-Uruguay-Video gemacht hat, sollte man auch darauf eingehen.

    Was wäre denn (neben der unterstützenswerten Forderung nach kompetenten TV-Moderatoren) die Konsequenz, die Du aus dem Vorfall ziehen würdest?

    Sollten die Schiris den Videobeweis als Hilfsmittel an die Hand bekommen (das wäre die von mir favorisierte Lösung), oder wäre es besser, in strittige Situationen auf die Videoanalyse in der Fernsehübertragung zu verzichten (wie Fandel es sich wünschte, hielte er die Umsetzung nur für realistisch)?

  • User
  • 04.08.2010 13:01:00 Wer

    @Marco Polo:
    Das ist dann so ein Scheiß, den kein Schwein braucht.
    Dieses dämliche Pseudo-Abseits da zeigt wenn nur eins, nämlich die Dämlichkeit der Abseitsregel in ihrer jetzigen Form. Wenn man Zeitlupe, drei verschiedene Perspektiven und Standbild, so wie zwei Absätze um die Regelauslegung da zu erklären braucht, ist natürlich jedem logisch ersichtlich, wo bei einem Touhouwabouhou im Strafraum da ein irregulärer Vorteil für Ghana besteht, wenn die Zeit die nach einem zufälligen Abpraller gebraucht wird um den Ball anzunehmen ausreicht, damit die zwei Spieler mit dene er vorher nicht ganz auf gleicher Höhe war, auf die Linie zurück weichen können.
    Was ist dagegen schon ein absichtliches Handspiel auf der Linie, dass die Entscheidung verhindert. Die wahre Dramatik liegt doch darin, dass der arme Suarez gar nicht die Hand hätte benutzen müssen, hätte der Schiedsrichter nur vorher abgepfiffen!
    Uruguay ist das Opfer der Situation!
    Sowas ist doch Blödsinn ... das braucht kein Mensch und das ist dann nur eine Konsequenz aus dem "alles 80mal durchkauen".

  • User
  • 04.08.2010 14:42:35 hagenpop

    Habt ihr Polo jetzt alle absichtlich falsch verstanden, weil er rumgekackt hat oder hab ich ihn falsch verstanden?

    Es ging ihm doch genau darum, dass Leute die vermeintlich alle Mittel haben um eine Abseitssituation richtig zu erkennen (Kommentatoren) ständig arme Schweine mit zwei Augen und drei Assis kritisieren, die das nicht können und deshalb subtil arrogante Maschen entwickeln, dann selbst in der Perfektion ihrer Mittel noch versagen. Demut war das Stichwort. ODER?

  • User
  • 04.08.2010 16:35:01 wojcicki

    Bei mir is Musik im Video hinterlegt. Ob nun irgendwelche unkundigen Moderatoren das vermeintliche Abseits jetzt mit oder ohne eingeblendeter Hilfslinie oder nach der dritten Zeitlupe irgendwann mal gesehen haben, erschließt sich mir nicht. Wenn aber jemand nach Fernsehstudium weiterer Slomos und Perspektiven was von offensichtlichen Positionsabseits erzählt und seiner Meinung nach Schiri ein bißchen und Moderator (trotz Hilfmtteln) ganz arg unfähig sind, kann ich Fandel nur beipflichten: Solche Diskussionen braucht kein Schwanz!

    Das Moderatoren und "Abseitslinienzieher" nicht unbedingt regelfest sind, ist ja nichts Neues. Das der ständig herhaltende Deckmantel "Passives Abseits" totaler Mist ist, wohl auch nicht. Das ist aber nicht Grundlage der Diskussion!
    Und falls das alles vollkommen anders gemeint war, hab ich schlicht die Argumentationsfolge nicht verstanden.
    Vielleicht zuviel Würdikativ ...

  • User
  • 05.08.2010 20:36:47 euroharry

    Komme ehrlich gesagt weniger auf den Müll klar, den Kollege Fandel da labert.
    "Was ihr fehlt, ist die dritte Dimension"... jaja, so kann man sich alles schönreden. Glaube den meisten Leuten reichen auch zwei Dimensionen um Abseitsentscheidungen beurteilen zu können und dass manche Fehler "drei Wochen durch die Gazetten" gehen liegt in der Regel daran, das ungefähr jeder Zuschauer die Situation anders gesehen hat als der Schiedsrichter (Zeitlupe hin oder her).
    "Ein Fehler des Schiedsrichters geht manchmal drei Wochen durch die Gazetten, aber der Mittelstürmer, der den Ball aus drei Metern über die Latte knallt, ist am nächsten Tag oft schon wieder vergessen."... is natürlich ganz großes Kino dieses "was-der-will-will-ich-auch-dürfen-Argument" Herbert! Zwei paar Schuhe undso? Der größte Druck wird eh vom Publikum, das sowieso keine Zeitlupen sehen kann, erzeugt. Für die Heimfans is jede gegen das Heimteam getroffene Entscheidung eine Fehlentscheidung (Zeitlupe hin oder her), was der SR auch immer zu spüren bekommen wird. Aber da kann man wohl nichts machen Herbert; obwohl -Fussballspiele ohne Publikum - dann gäb es auch keine Fehlentscheidungen mehr und die immer und überall nur negativ dargestellten SR würden vielleicht zu Topstars mutieren.

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