Die Geschichte der Fußballfans

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19.07.2010

Schmeißt DFB-Chef Zwanziger hin?

Der müde Herr Doktor

Text: Johannes Aumüller  Bild: Imago

Wirft er hin? Macht er weiter? DFB-Präsident Theo Zwanziger gibt sich amtsmüde und spricht von einer »Sehnsucht nach Privatem«. Zugleich legt er aber im Streit mit Löw und Bierhoff nach. Johannes Aumüller hat das beobachtet.

Schmeißt DFB-Chef Zwanziger hin? - Der müde Herr Doktor


Formal hat der Fußball Sommerpause, doch an Ruhe ist derzeit nicht zu denken. Es sind aber nicht etwa furiose und überteure Spielerwechsel, welche die spielfreie Zeit prägen - sondern die Kapriolen der Funktionäre, allen voran die desjenigen, der ganz oben steht in der Hierarchie: Theo Zwanziger, 65, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).



Über Wochen irritierten die Hängepartie und der Zickzackkurs rund um die mögliche Vertragsverlängerung von Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff die Nation. Demnächst rückt die fahrlässige Rolle des Verbandspräsidenten in der Schiedsrichteraffäre wieder stärker in den Blickpunkt. Und nun deutet Zwanziger, via Gespräch mit der heimischen Rheinzeitung aus Koblenz, eine neue Volte an. Er sei amtsmüde, teilte der DFB-Boss mit, und verspüre eine tiefe Sehnsucht nach dem Privaten. Ausdrücklich ließ er offen, ob er beim Bundestag im Oktober noch einmal kandidieren wolle.

Nicht nur in der Hängematte

Amtsmüdigkeit ist in diesen Tagen ja keine Seltenheit - siehe Ole von Beust. Doch im Fall von Zwanziger überrascht die Aussage, denn anders als der Regierende Bürgermeister von Hamburg hatte in den vergangenen Wochen und Monaten nichts auf eine Amtsmüdigkeit hingedeutet. Vielmehr hatte Zwanziger vor der WM noch angekündigt: »Ich habe noch eine Menge zu tun, und meine Aufgabe als DFB-Präsident macht mit weiter viel Spaß. Deshalb habe ich noch nicht vor, mich komplett auf das Altenteil zurückzuziehen und nur in der Hängematte zu liegen.«

Doch diese Haltung hat sich offenbar gewandelt. Die scharfen persönlichen Angriffe gegen ihn, vor allem im Zuge der Schiedsrichteraffäre, führte Zwanziger als Argument an. Dazu kommt sicherlich auch, dass er während und nach der WM in der Causa Löw/Bierhoff massiv in die Defensive gedrängt wurde. »Hat Löw Sie jetzt in der Hand?«, fragte selbst die Zwanziger meist wohlgesonnene Bild Ende voriger Woche.
Schließlich dürfte dem DFB-Chef klar sein, dass die Kandidatur von Uli Hoeneß für den Posten des Ligachefs und dessen markiger Antrittsworte (»Ich glaube, wir hätten jetzt nicht die Problematik mit der Vertragsverlängerung von Löws Team, hätte ich diese Position schon innegehabt«) auf eine neue Machtstatik im deutschen Fußball hindeuten. Prominenten Bayern ist es bekanntlich egal, wer unter ihnen in Bonn respektive Frankfurt das Sagen hat.

»Den Handschlag hat´s gegeben«

So nutzte Zwanziger nun die Reise in die rheinländische Heimat, zum Verbandstag des dortigen Fußballverbandes und zum Gespräch mit der Rheinzeitung, um die Amtsmüdigkeit zu verkünden - aber auch, um sein Verhalten in der vergangenen Zeit zu rechtfertigen. So unterstrich er mit Blick auf das Durcheinander rund um Löws Vertragsverlängerung beispielsweise noch einmal: »Den Handschlag hat's gegeben.« Ein angebliches Arrangement zwischen Zwanziger und Löw, das im Winter für viel Aufsehen sorgte und von dem der Bundestrainer später nichts mehr habe wissen wollen.

Auch widersprach er heftig der Vermutung, er beziehungsweise seine Mitstreiter selbst hätten den Boulevard stets mit den neuesten Wendungen zu Löw und Bierhoff versorgt. »Das kommt nicht von uns, das ist alles erstunken und erlogen. Der Verband macht das nicht, das ist nicht unsere Art.« Im Umfeld von Trainer und Manager, sagte Zwanziger, "da tummeln sich drei oder vier Berater, die die Medien steuern mit irgendwelchem dummen Zeug".

Zudem sprach er selbst - erstmals in dieser Deutlichkeit - von einem Zwist zwischen den Nationalmannschaftsverantwortlichen und dem DFB-Sportdirektor. »Es ist ja bekannt, dass das Verhältnis von Löw und Bierhoff auf der einen und Sportdirektor Matthias Sammer auf der anderen Seite nicht eben harmonisch ist«, sagte er. »Aber ich möchte gern alle behalten, also muss ich sie aus dem Hintergrund so führen, dass es funktioniert. Da mag ich in der Vergangenheit manchmal zu naiv oder zu großzügig gewesen sein, hätte früher sagen müssen: Leute, lasst doch die Kirche im Dorf.«

Auch ein bisschen reumütig

Nicht nur amtsmüde, sondern auch ein bisschen reumütig gab sich der DFB-Chef also. Doch es bleibt die Frage, ob er das auch tatsächlich ist oder ob der clevere Populist und Ex-CDU-Politiker Zwanziger hier nur eine Chance wittert, ein wenig Druck von sich zu nehmen und von den inhaltlichen Debatten abzulenken.

Denn er weiß auch, dass er sich in den stürmischen Zeiten der Schiedsrichteraffäre unter anderem deshalb im Amt halten konnte, weil seine Gegner keinen guten Gegenkandidaten aufbauen konnten. Selbst der FAZ fiel damals nur Franz Beckenbauer als Alternative ein. Auch jetzt ist (noch?) niemand in Sicht, der Zwanziger im Oktober beerben könnte. Und einmal blitzte zwischen all der Amtsmüdigkeit bei seinem Heimataufenthalt auch der bekannte Zwanziger durch - als er nämlich sagte: »Wenn ich gewählt werden will, dann werde ich auch gewählt.«


Süddeutsche@11Freunde






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Kommentare

  • User
  • 19.07.2010 13:27:05 Andreas Blenke

    Der spricht doch immer wieder von Rücktritt, langsam habe ich die Hoffnung aufgegeben, daß er sein Versprechen jemals einlöst. Alles, was Herr Zwanziger anfaßt (oder auch mal langelange unbearbeitet vor sich hinmodern läßt), verwandelt sich stehenden Fußes in ein Problem.

    Dabei hat er insbesondere versagt, was seine angeblichen Hauptanliegen betrifft: Vertragsverlängerung — vergeigt, Streit zwischen Sammer und Nationalmannschaftsspitze — verschleppt, offener Umgang mit Homosexualität im Fußball — auf Jahre hinaus unmöglich nach der Schiedsrichteraffaire, deutschen Anliegen bei der FIFA Geltung verschaffen — nie versucht, unliebsame Journalisten mundtot machen — sogar der Schuß ging (gottseidank) nach hinten los.

    Im Guten wie im Schlechten — Zwanziger tritt auf als peinlicher, selbstgerechter Schwadronierer und Apologet der Vetternwirtschaft. Weg mit dem Mann. Beinahe jeder, der nach ihm käme, könnte mindestens nicht erfolgloser sein. Meinetwegen soll Uli Hoeneß DFB und DFL in Personalunion führen. Er wäre wahrscheinlich auf Jahre hinaus unschlagbar.

  • User
  • 19.07.2010 13:52:48 aufzack

    @Meinetwegen soll Uli Hoeneß DFB und DFL in Personalunion führen. Er wäre wahrscheinlich auf Jahre hinaus unschlagbar.

    gott bewahre ...

  • User
  • 19.07.2010 13:56:36 Redondo71

    Uli H. will gar nicht DFL-Präsident werden:

    Link

    Jetzt wird es auch nicht allen besser gehen...

  • User
  • 19.07.2010 13:57:43 Redondo71

    Kann GTEvo bitte mal die wahren Gründe für den Verzicht auf eine Kandidatur darlegen?

  • User
  • 19.07.2010 14:09:14 prazzomoto

    20iger will aufhören?

    Jo, wäre nicht das schlechteste.
    Völlig unnütz, weg mit dem Knilch.

  • User
  • 19.07.2010 14:18:24 Redondo71

    Ach so, cleverer Populist ist aber nahe am "Demagogen", oder?

  • User
  • 19.07.2010 14:27:47 Hotte80

    Ulis offizielle Gründe sind... muahahaha, seeeeeehr witzig (vor allem Punkt 2)!

  • User
  • 19.07.2010 15:42:50 AbteilungAttacke

    Bei Leuten wie Rauball und Zwanziger wird mir ganz schlecht, wenn ich bedenke, dass die irgendwann ihr Staatsexamen bzw -examina abgelegt haben müssen. Wenn man sich's schön saufen will, kann man es auf's Alter schieben. Allein mir fehlt der Glaube...

    Sollte er dennoch abtreten (woran ich noch weniger glaube), kann man wohl frei nach Goethe nur hinzufügen:

    Vorbei! Ein dummes Wort. Warum vorbei?
    Vorbei und reines Nichts: Vollkommnes Einerlei!
    Was soll uns denn das ewge Schaffen?
    Geschaffenes zu Nichts hinwegzuraffen?
    "Da ists vorbei!" Was ist daran zu lesen?
    Der Theo sagt: "Den Handschlag hat´s gegeben".

  • User
  • 19.07.2010 15:59:41 panamanga

    Ich gehe ja davon aus, dass Löw genau wegen Leuten wie Herrn Zwanziger NICHT weitermachen wird.
    Er hat sicherlich noch die Kraft und Energie, um eine Mannschaft wie die jetzige zu trainieren, aber er hat sicherlich keinen Bock mehr, sich mit Verbandsoberen herumzuplagen.

  • User
  • 19.07.2010 16:08:58 Redondo71

    Nun ja, es haben sicher schon weitaus dümmere Menschen zwei juristische Staatsexamen erfolgreich abgeschlossen. Aber um die Juristen Rauball und Zwanziger geht es ja auch nicht...
    Zumindest Theo halte ich für ersetzbar. Erfolge kann er sich nicht viele auf die Fahne schreiben, da hat AndreasBlenke recht. Ich kann mich auch noch an seinen vielgelobten Auftritt im letzten November in Hannover erinnern. Da hat er auch wieder vieles angekündigt. Das von ihm eingeforderte Umdenken im Umgang mit Profifußballern, die viel beschworene Sensibilität im Umgang mit Menschen im Allgemeinen und den unter ständiger Beobachtung stehenden Sportlern im Besonderen. Vorsicht, Rücksicht, Respekt, Verantwortung usw. alles Wörter, die in diesem Zusammenhang gefallen. Nicht, dass ich wirklich damit gerechnet habe, dass sich etwas ändern würde, oder dass der DFB in diese Richtung wirklich etwas unternimmt, aber es bleibt der Eindruck, dass Theo schöne Rede schwingen kann und warme Worte findet, aber man ihn bitte nicht an ihnen messen darf.

  • User
  • 19.07.2010 16:11:07 AbteilungAttacke

    Nunja - manche Probleme sind aber nicht einfach zu lösen.

    Der Sammer-Löw-Bierhoff-Konflikt etwa.

    Eigentlich kann es da mittlerweile Sammer oder Löw heissen. Wie sähe da eine "salomonische Lösung" aus ? Am besten wohl so...

  • User
  • 19.07.2010 16:14:32 prazzomoto

    @ Redondo71

    Besonders großartig fand ich zum einen Zwanzigers Gerede, das Klima in D soweit ändern zu wollen, dass sich homosexuelle Spieler einmal hier outen können und auch bei seinem Auftritt in Hannover der Appell, Rücksicht auf das Seelenheil der Spieler zu nehmen und den Druck zu senken –
    nur um kurz darauf dann zwei homosexuellen Schiedsrichter durch den Boulevard zu jagen und ein riesen Feuerwerk abzubrennen.

  • User
  • 19.07.2010 16:37:48 Redondo71

    Ja, in der "Schiedsrichter-Affäre" hat Zwanziger ein schlechhtes Bild abgegeben. Gerade als Jurist hätte er nicht so voreilig und uneingeschränkt Partei für Kempter ergreifen dürfen. War auch unnötig, in Unkenntnis des vollständigen Sachverhalts so zu reagieren. Aber vermutlich haben ihm Wettskandale und andere Affärchen zugesetzt.
    Am ärgerlichsten finde ich aber eigentlich seine mangelnde Souveränität, wenn es um seine Person geht. Kritikunfähig, übersensibel und eingeschnappt, wenn man es wagt, ihn in seiner Herrlichkeit und Wohltätigkeit hinterfragt.

  • User
  • 19.07.2010 16:38:27 Redondo71

    ...zu hinterfragen.

  • User
  • 19.07.2010 16:39:39 AbteilungAttacke

    Nun ja, es haben sicher schon weitaus dümmere Menschen zwei juristische Staatsexamen erfolgreich abgeschlossen

    Stimmt sicher. Nur die gingen nicht mit ihrer Dummheit hausieren, wie Theo bei der Weinreich-Sache. Das ist so, als ob sich ein langjähriger Musiker hinstellt... und anfängt mit der Geige Leute zu verkloppen.

    Und Zwanziger wird sich verrennen. Es pfeifen doch die Spatzen von den Dächern, dass, wenn Weinreich noch die 2 Jahre durchhält, er in allen 3 Verfahren Recht bekommen wird.

  • User
  • 19.07.2010 21:05:58 Andreas Blenke

    @Attacke

    Die Causa Weinreich ist eigentlich ein Lehrbeispiel für Führungsschwäche. In dieser Affaire gab es nur Verlierer.

    Jens Weinreich, der sich letztlich als moralischer Sieger fühlen darf, mußte dies (ohne dazu eine Wahl zu haben) mit viel Geld und Nerven bezahlen. Der Dr. Zwanziger hat sein Ansehen und (was noch viel schändlicher ist) das Ansehen des Verbandes, für den er eigentlich arbeiten sollte irreparabel beschädigt.

    Die Tatsache, daß er nach diesem von ihm zu verantwortenden Fiasko, nicht wie zuvor versprochen zurücktrat, läßt ihn in meinen Augen darüber hinaus als unehrenhaft, unbelehrbar und eitel erscheinen. Eine durch und durch verabscheuungswürdige Person.

    Kann einfach nicht zugeben, daß er unfähig ist. Wundert mich, daß er nicht auch noch die Redakteure des Duden verklagt hat (weil die seiner Definition des Wortes »Demagoge« nicht folgen wollten, diese renitenten Schmiefinken).

  • User
  • 19.07.2010 21:35:06 Catilina

    nur um kurz darauf dann zwei homosexuellen Schiedsrichter durch den Boulevard zu jagen

    Beim Schiri-Obmann ging es nicht um die Tatsache der Homosexualität an & für sich, sondern darum, daß er in dem Verdacht steht, ein sexual predator zu sein. Dasselbe gilt für den päderastischen Männerbund, der sich in den römisch-katholischen Klerus eingenistet hat, weswegen in der Diskussion darüber von Homosexualität an sich nicht die Rede war.

    Bei mir in der Gegend wurde vor gut einer Woche eine 32jährige, Ehefrau und Mutter zweier Kinder, beim Joggen von einem bis dato unbescholtenem Mann, Waldarbeiter, 35, ebenfalls Vater, vergewaltigt und ermordet. Außer ein paar ganz durchgeknallten Feministinnen käme wohl niemand auf die Idee, die destruktive Persönlichkeitsstruktur des Täters, die zu dem Verbrechen geführt hat, mit seiner Heterosexualität in Verbindung zu bringen.

  • User
  • 19.07.2010 21:55:36 Catilina

    Falls es in der Bundesliga wirklich homosexuelle Spieler gibt, werden sie hoffentlich nicht so blöd sein, sich von Zwanziger oder sonstwem um des PR-Effekts willen zu einem Outing überreden zu lassen. Wer klar in der Birne ist, verspürt ohnehin kein Bedürfnis zu erfahren, was Fußballer hinter Schlafzimmertüren treiben. Ich persönlich will das überhaupt nicht wissen - was habe ich davon, daß ich das weiß ?

    Mir scheint, 20er will sich bei einer pressure group lieb Kind machen; nur daß weder er noch die halb-anonymen Funktionäre der pressure group die Folgen ausbaden müssen.

    Es geht garnicht vordergründig um "Homophobie". Viele Fußballfans mögen damit kein Problem haben, aber werden z.B. Schalker Fans sich die Gelegenheit entgehen lassen, einen Dortmunder Spieler, den sie sowieso nicht leiden können, an seiner empfindlichsten Stelle zu treffen ? Was würde es nützen, wenn die große Mehrzahl sich nicht dazu hinreißen ließe ? In der aufgeheizten Situation eines Derbys gibt es immer ein paar, die Freude daran haben, ein Tabu zu verletzen.

  • User
  • 20.07.2010 08:52:27 Redondo71

    Bei einem Derby sind die Dortmunder für mich eh alle schwule Stricher;-) Da brauche ich gar keine näheren Informationen über empfindlichste Stellen.

  • User
  • 20.07.2010 09:53:08 misterkite

    löw und bierhoff haben gerade verlängert laut süddeutsche.de ... ich wette heute abend gibt es einen brennpunkt in der ard.

  • User
  • 20.07.2010 09:54:13 misterkite

    @ catilina : du kommst aus nordhessen??

  • User
  • 20.07.2010 09:58:08 FrauBlack

    ... ich wette heute abend gibt es einen brennpunkt in der ard.

    und spontane freudenkundgebungen auf den verwaisten fanmeilen

  • User
  • 20.07.2010 10:01:46 Redondo71

    Dann ist der 20. Juli ja ab nächstem Jahr ein gesetzlicher Feiertag!

  • User
  • 20.07.2010 10:02:36 Redondo71

    Hitler-Attentat, Jogi-Verlängerung...Das muss reichen!

  • User
  • 20.07.2010 10:17:50 Hotte80

    Filmstoff für Tom Cruise.

  • User
  • 20.07.2010 10:19:13 Redondo71

    "Operation halbschwule Maniküre"

  • User
  • 20.07.2010 10:22:15 Hotte80

    Hihihi! Cruise als Löw, Jude Law als Flick, Ernest Borgnine (wenner noch lebt, is das der Fall?) als Zwanni. Fehlt noch Bierhoff.

  • User
  • 20.07.2010 10:24:21 FrauBlack

    Das macht dann Veronica Ferres.

  • User
  • 20.07.2010 10:29:06 Hotte80

    Hmmm, weiss nicht recht. Die Ferres kann eigentlich nur Muddis spielen, deren Kinners entführt wurden oder sonstwie verschwunden sind. Für die müssen wir 'ne andere Rolle finden. Für Bierhoff sehe ich eher Matt Damon. Oder aber: Bierhoff selbst!

  • User
  • 20.07.2010 10:30:45 FrauBlack

    Natürlich, Matt Damon!

  • User
  • 20.07.2010 12:00:59 AbteilungAttacke

    @Andreas Blenke

    Jens Weinreich, der sich letztlich als moralischer Sieger fühlen darf, mußte dies (ohne dazu eine Wahl zu haben) mit viel Geld und Nerven bezahlen

    Sehe ich in vielen Punkten anders. Jeder, der schon mal einen Rechtsstreit begleitet oder erlebt hat, weiß, dass es am Ende eines "langen" Verfahrens sowas wie einen moralischen Sieger nicht gibt.
    In dieser Affaire gab es nur Verlierer, das ist die wohl zutreffende Beurteilung. Zwanziger und der DFB eben wegen der von ihm zur Schau gestellten "Charakterlosigkeit".

    Weinreich ist für mich aber der "Haupt"verlierer.

    Juristisch, weil er nicht das Durchhaltevermögen besaß, die Prozesse durchzustehen. Auf diese Zermürbung war ja die Prozesstaktik des DFB angelegt. "Ohne dazu eine Wahl zu haben" ist für mich von daher so nicht richtig, als dass Weinreich einen (auch) juristischen Kardinalfehler beging: Wer alles verteidigen will, verteidigt nichts. Er hätte sich lediglich auf die Abwehr der Unterlassungserklärung konzentrieren sollen. Die Bemühungen wegen der Presseerklärung und der einstweiligen Verfügung habe ich schon damals nicht verstanden (Stichwort "Prozesshansel" und Weinreichs Reaktion darauf).

    Das ist hier nicht als Vorwurf gemeint, lediglich als schlichte Feststellung. Jeder ist psychologisch anders dispositioniert. Bei Weinreich kamen ein ungünstiges Berufsfeld (freier Journalist = kein garantiertes, festes Einkommen) und wohl mangelnde, tatsächlich oder so empfundendene, Unterstützung hinzu. Gerade diese ist für das Durchstehen eines Prozesses aber essentiell.

    Aber auch nicht-juristisch hat Weinreich verloren. Im Wesentlichen teile ich da die Meinung von Niggemeier. Kritische Journalisten in exponierter Position werden es sich wohl nun zweimal überlegen, ob sie sich mit dem DFB aufnehmen.

  • User
  • 20.07.2010 14:32:11 Hotte80

    Geilo! Ernest Borgnine lebt tatsächlich noch. Dat find ich mal klasse. Geschmeidige 93, im letzten Jahr noch 2 Gastauftritte im Emergency Room gehabt. Wann kommt sein nächster Film? Der olle Arnie dreht doch jetzt auch wieder wat.

  • User
  • 20.07.2010 17:18:33 Catilina

    @ Mister Kite

    Du kommst aus Nordhessen ?

    Nicht gebürtig.
    Ich bin hier immer noch fremd genug, um mich über den seltsamen Zungenschlag und das seltsame Idiom der Einheimischen beizeiten vor Lachen abzurollen.

  • User
  • 20.07.2010 17:21:10 Catilina

    @ Mister Kite



    ???

  • User
  • 20.07.2010 17:28:48 Catilina

    Ach so, cleverer Populist ist aber nahe am "Demagogen", oder?

    Nicht notwendig !

    Schwesterwelle demonstriert, daß man Elitist und zugleich Demagoge sein kann, wenn man an die niederen Instinkte der Zahnärzte, Makler etc. appelliert.

  • User
  • 20.07.2010 19:31:27 Andreas Blenke

    @ Abteilung Attacke

    Stimme Dir weitgehend zu. Begleitend zu meiner Äußerung bezüglich des moralischen Sieges solltest Du ein sardonisches Lachen hören; ich hätte zur Verdeutlichung wohl besser ein »gerade noch« hinzugesetzt.

    Letztlich hat der DFB Jens Weinreich finanziell plattgemacht und sich so gerade noch in einen Vergleich gerettet, und das nur, um die unerträgliche Ego des Dr. Zwanziger zu füttern, der, wie sich herausstellte, entweder zu doof war den Duden zu verstehen oder zu verstockt, zu seiner Unwissenheit zu stehen.

    Daß Jens Weinreich womöglich der prozeßtaktischen Kühle entbehrte, könnte ich persönlich sehr gut nachvollziehen. Herr Weinreich bemüht sich in seiner journalistischen Arbeit sehr um wahrhaftige Tatsachendarstellung. Unterläuft ihm dennoch ein Fehler, beeilt er sich ihn richtigzustellen, und zwar aus eigenem Antrieb.

    Da der DFB sich dazu herabließ im Rahmen seiner Propaganda Öffentlichkeitsarbeit Unwahrheiten über Herrn Weinreich zu verbreiteten, sei ihm seine Empörung verziehen. Rechthaberei gehört hier zum journalistischen Berufsethos. In diesem Zusammenhang wirkte übrigens Dr. Rainer Koch ähnlich unglücklich wie sein Häuptling und von seinem Aufgabenbereich überfordert.

    Damit weiß ich genug über beide, um sie nie wieder in einer verantwortungsvollen Position, welcherart auch immer, sehen zu wollen. Auf Einsicht werden wir aber, fürchte ich, vergeblich warten. Mir scheint, der einzige Rücktrittsgrund für diese Menschen wäre ihre gekränkte Eitelkeit.

    Niggemeier hat selbstverständlich recht.

  • User
  • 20.07.2010 19:32:32 Andreas Blenke

    Ich verkaufe ein »t« und ein »e«. Pro Editierfunktion!

  • User
  • 20.07.2010 19:34:30 Andreas Blenke

    Sorry für den Dopelpost! Könnter einen löschen.

  • User
  • 20.07.2010 19:38:16 Catilina

    Auf den ersten Blick scheint es für den DFB zu sprechen, daß er in der Post-EURO-Krise von 2004 einem Mann das Heft in die Hand gab, der gesagt hatte, man müsse "den Laden auseinandernehmen".

    Tatsächlich konnte der Verband gar nicht umhin, die Konsequenzen zu ziehen, die eigentlich schon sechs Jahre zuvor fällig gewesen wären.

    Ich vermute, es ist kein Zufall, daß die Gerüchte um 20ers Amtsmüdigkeit im selben Moment die Öffentlichkeit erreichten, wie die Kunde, daß Löw Bundestrainer bleibt.

    Wahrscheinlich hat 20er den rollback des "Systems Klinsmann" so sehr zur Chefsache und zu seinem persönlichen Anliegen gemacht, daß seine Autorität aus ihrem einstweiligen Scheitern nicht unbeschädigt hervorgehen konnte.

    Ich bin überhaupt kein Freund von Bierhoff, aber daß er Sammer zum Feind hat, nötigt mir dann doch einen gewissen Respekt ab. Salomonisch (und heilsam im Sinne einer balance of power) wäre, wenn der DFB beide Herren gleichermaßen aus seinen Diensten entlassen würde.

    Zu wünschen wäre, daß 20ers Rücktritt (wann immer er erfolgen mag) zum Anlaß genommen wird, um die versteinerte Honoratioren-Struktur des Verbandes ein für allemal über den Haufen zu werfen; aber nicht, um BWLer-Typen á la Bierhoff ans Ruder zu bringen.

  • User
  • 21.07.2010 17:43:54 Catilina

    Klinsmann for President?

    Klinsi verfügt zwar über die soft skills, die es braucht, um ein solches Amt auszuüben, zudem kann er gläubig gucken, was bestimmt kein Nachteil für einen DFB-Präsidenten ist; aber auf seine Art ist Klinsmann nicht weniger polarisierend und umstritten als Matthäus. Bezeichnenderweise sind von allen deutschen Teilnehmern des 90er Finales allein Lothar und sein Erzfreund Klinsi nicht zu der Jubiläumsfeier erschienen, die am letzten Wochenende stattfand.

  • User
  • 21.07.2010 18:03:26 AbteilungAttacke

    Hm, leider nicht ganz so schön für diese Theorie: Der Artikel hier. Demnach war Loddar da (gab sogar Autogramme), und ausser Klinsi fehlten noch einige andere wie Illgner und Augenthaler...

  • User
  • 25.07.2010 23:44:28 Catilina

    Dann hat der Hessische Schundfunk mal wieder die Unwahrheit gesagt.

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