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09.07.2010

Marcel Reif über das Deutsche WM-Aus

Lotterie ohne Los

Text: Marcel Reif  Bild: Imago

Alle Welt jubelt über den ach so innovativen spanischen Fußball. Unser WM-Experte Marcel Reif indes findet, die Seleccion spiele, wie eine alte Frau strickt. Eine Masche, auf die Jogi Löw hätte besser reagieren können.

Marcel Reif über das Deutsche WM-Aus - Lotterie ohne Los


Ehrlich, aus den Schuhen haben die Spanier die Deutschen gerade nicht gespielt. Mich langweilt der Fußball Spaniens inzwischen, der ist ungefähr so, wie Oma einen Schal strickt. Masche für Masche und immer die gleiche Masche. Maradona hatte schon recht, dass die Spanier die Tore an den Außenlinien suchen. Bezeichnend, wie dieses Tor fiel, nicht rauskombiniert, sondern nach einer Ecke, jede Woche zu besichtigen beim FC Barcelona.



Eine Innovation ist das jedenfalls nicht, dass Señor Puyol bei solchen Standards mit Anlauf nach vorne kommt. Womit ich bei der Kritik bin: Wusste das keiner bei der deutschen Mannschaft? Wir freuen uns doch sonst stets über dieses fulminante Scoutingteam von Joachim Löw, das alles und jedes ausforscht beim Gegner. Und diesen Klassiker haben sie übersehen?

Löw wählte die falsche Taktik

Grundsätzlich, was war das gegen Spanien? Mir fällt der alte Spruch ein, wonach man erst ein Los kaufen muss, wenn man in der Lotterie gewinnen will. Die deutsche Mannschaft hat kein Los gekauft, dazu fehlte ihr der Mut. Warum nur? Insgesamt war diese WM auf durchaus überschaubarem Niveau. Mit einem Team, das weit herausragte, das deutsche Team nämlich.

Warum dann diese taktische Bremse im Halbfinale? Man wusste doch, dass man gegen die Spanier gewinnen kann, wenn man ihnen die Luft abschneidet, wenn man sie festsetzt und so ihr Breitwandkleinklein unterbindet. Bei allem Wunderbaren, das Löw geschaffen hat mit dieser Mannschaft, bei dieser WM, im Halbfinale wählte er die eindeutig falsche Taktik.

Jerome Boateng war überfordert


Hinzu kamen Wechsel, die schlicht unverständlich waren. Gomez einzuwechseln ist schon fast blindwütig. Kroos zu bringen, ja, um noch eine zusätzliche Offensivkraft aufs Feld zu bringen, aber dann tausche ich ihn doch nicht gegen Trochowski. Und Boateng? Der war von Anbeginn übernervös und überfordert, der Wechsel mit Jansen kam viel zu spät. Nein, das war nicht der Tag des Joachim Löw, das Halbfinale wurde nicht wegen eines übermächtigen Gegners verloren, nicht, weil in der deutschen Mannschaft der ein oder andere seine Form nicht gefunden hätte, dieses Spiel wurde von der Idee her verloren.

Abgehakt. Denn diese Mannschaft hat Zukunft, ihr gehört sie. Sie wird uns im Wesentlichen, das ist keine kühne Prophezeiung, noch viele Jahre viel Freude machen. Sie hat sich internationale Anerkennung erspielt, hat Spaß verbreitet und bereitet. Und das ist doch die eigentliche Erkenntnis dieses Turniers: Dass wir eine Mannschaft haben, die jederzeit konkurrenzfähig ist. Und aus den Fehlern des Halbfinales kann die Teamleitung ja lernen.






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Kommentare

  • User
  • 09.07.2010 17:11:44 prazzomoto

    Bin absolut derselben Meinung.
    Die Niederlage gegen Spanien hat alleine Löw durch seine Taktikfehler verschuldet.

  • User
  • 09.07.2010 17:16:39 Hackepeter

    Hmm, meine Sichtweise auf die Aufstellung:
    Trochowski - wie kann man nur? Spiel für Spiel enttäuscht er, das eine Tor gegen Wales (o.ä.) reisst es auch nicht raus. Kann mich an keinen guten Auftritt von ihm in den letzten 2 Jahren erinnern.
    Kroos - hätte mMn direkt spielen müssen. Jeder hat ein enges Spiel erwartet, da kann ein Freistoss alles entscheiden. Hat ja auch im Spiel seine gute Flanken zeigen können.
    Boateng - war doch ok. Nur dass die Spanier die Aussenbahnen mit Spielern geflutet haben und Ramos seine gute Form bestätigt hat. Sehe nicht wer das hätte besser lösen sollen. Lahm war zwischenzeitlich auf der Flanke unterwegs weil die Spanier enorm viel die Positionen gewechselt haben. Voll gemein.

  • User
  • 09.07.2010 17:42:11 rumpler

    Ja, hier liegt der Reif vollkommen richtig - dass ich sowas nochmal schreibe, tsstsstss!

    Löw war komplett überfordert und deshalb auch die Spieler (wie ansatzweise übrigens auch gegen Ghana)

  • User
  • 09.07.2010 17:51:47 AbteilungAttacke

    Insgesamt einer der seltenen Momente, wo ich Herrn Reif im großen und Ganzen zustimme. Selbst siegenthaler hat sinngemäß im Interview gesagt: Alles ist bekannt. Das man nun nicht jede Eckballvarainte kennt, geschenkt. Aber das Grundspiel der Spanier kannte man -und hätte besser drauf reagieren müssen.

    Allein wenn Löw wollte, dass man Spanien eher angreift, die deutschen Spieler aus Angst es aber nicht umsetzen konnten, wäre das eine Rechtfertigung.
    Wenn ich aber den Flick in der Pk nach dem Spiel sagen höre, Paraguay sei eine Mannschaft, die eben schon früh angreife, dass dies aber nicht das Spiel der Deutschen sei, packe ich mir an den Kopf. Anscheinend war die Taktik wirklich nur auf "Hitnen mauern und vorne hilft der liebe Gott". Die Trainer sagten selbst, man müsse Spanien zu Fehlern zwingen. Wie man das anstellt, wenn man hinten die Berliner Mauer wieder hochzieht, ist eine berechtigte Frage. Schlimm wirds, wenn man davon ausgehen muss, dass Löw vielleicht dachte, stringent defensiv zu spielen und dabei spielerisch die Spanier zu besiegen.

    @Hacke

    Leider gab Löw die Antwort selbst, wer es besser lösen konnte als Jerome: Jansen.

    Bei Kroos gabs das Gerücht, er sei leicht erkältet, also war Trocho die richtige Wahl.

    @ rumpler
    Dem Löw allein die Schuld zuzuschieben ist aber auch arg billig, ne ? Die mangelnde Entschlossenheit bestimmen ja wohl noch die einzelnen Spieler auf dem Feld. Da halte ich gar nix von der "Löw hat die Spieler durch seine Spanien-Manie schwach geredet"-Theorie.

  • User
  • 09.07.2010 17:55:42 Octopus_Paul

    Reif sieht das in den allermeisten Punkten sehr richtig! Danke.

    Und aus den Fehlern des Halbfinales kann die Teamleitung ja lernen.

    In diesem Schlussatz schwingt viel Hoffnung mit - Ich fuerchte/basierend auf den Fakten bin mir ziemlich sicher: In der Gegenwaertigen Konstellation wird die Teamleitung leider nicht gut genug sein daraus zu lernen.
    Standardproblmeatik wenns drauf ankommt schon 2006 ein Problem, kein Konzept gegen das "team to beat" Spanien, Nibelungentreue zu Gomez ...
    Vertrag laeuft aus, bitte NICHT nochmal so weiter machen! Gebt Jogi nen Blumenstrauss und nen goldenes Taschentuch, er hatte ja schon (auf Youtube) sichtbar die Nase so gestrichen voll!
    Jetzt kann ein neuer echter Taktiker/Trainer (nicht ein Absteiger mit dem KSC) mal auf jogis guter Basis weitermachen.
    Alle haben sich lieb und wir werden Weltmesiter!

  • User
  • 09.07.2010 18:03:05 AbteilungAttacke

    Standardproblmeatik

    Noch so ein Grund, warum ich deinem Fussballsachverstand nicht traue (meinem gehts übrigens Bestens, vielen Dank). Aus zwei Situationen,die sich komplett nicht miteinander vergleichen lassen (Italien 2006, Spanien 2010) gleich eine "Problematik" abzuleiten, entbehrt so ziemlich jeder empirischen Grundlage. Bis zum Tor Puyols hatte die deutsche Elf sehr lange keine Standards mehr reinbekommen. Beweisketten lassen sich damit jedenfalls nicht führen.
    Genausogut könnte man der deutschen Mannschaft eine Kopfballabwehrschwäche konzedieren, da gegen Serbien, England und eben Spanien in relativ kürzerer Zeit solche Treffer hingenommen worden sind.
    Aber ein nahezu unanfechtbares Orakel wie dich fechten Fakten nicht an, vermute ich.

  • User
  • 09.07.2010 18:06:00 flu

    @octopus: ...kopfschüttel..., was deine generell Meinung zu Löw angeht. Was muss ein Trainer noch zeigen?

  • User
  • 09.07.2010 18:07:18 Octopus_Paul

    @Attacke:nee, nee sorry, scheint doch nicht so wohl auf zu sein der gute Sachverstand, frag mal bei der allwissenden Orakelpatentante:

    2006 Italien, Argentinien.
    2010 gegen England, und Spanien (2/3 der Gegentore).

    dazu noch lange kein Tor mehr durch Ecke selber gemacht - erklaer Du mir mal wieso das keine strukturelle Schwaeche sein soll. Sorry, aber so siehts einfach aus, Fakt.
    Kann man im Training ueben, was laeuft da falsch? Hat Reich schon auch recht kann man durchaus wissen.

  • User
  • 09.07.2010 18:12:15 curryeck

    ich habs immer gewusst: marcel reif gehört einfach ins deutsche scouting team. er könnte ja auch noch maradona mitbringen. der hat anscheinend auch noch wertvolle tipps. faber wird hauptsponsor, dann sind im zweifel auch genug lose da. damit sind wir wie saure sahne: einfach unschlagbar!

  • User
  • 09.07.2010 18:12:18 Catilina

    Bezeichnend, wie dieses Tor fiel, nicht rauskombiniert, sondern nach einer Ecke, jede Woche zu besichtigen beim FC Barcelona.

    Da ist der Nächste, der sich nicht darüber im klaren ist, daß ein absprechendes Urteil über den Gewinner den Verlierer erst recht in ein schlechtes Licht stellt.

    Ich glaube, es war Bobby Robson, der nach der 1-3 Niederlage der "Three Lions" gegen Holland über Van Bastens Hattrick sagte, in der englischen 3. Division würde an jedem Wochenende ein Dutzend solcher Tore erzielt werden; was soviel heißt wie: Die englische Abwehr, die 3 solcher Treffer zuließ, ist nicht besser, als die Defensive einer Mannschaft aus dem hinteren Drittel der 3. Liga.

  • User
  • 09.07.2010 18:14:03 feuerwehrmann

    Kommt ja schon ein wenig besserwisserisch daher, der Marcel.

    Bestimmt hat das keiner außer Reif gewusst, das mit dem Puyol... und Maradona, der ist da auch seiner Meinung. Nur mal so'n kleiner Hinweis als Beleg für seinen Sachverstand...

    Und doch haben die Spanier die Deutschen schwindelig gespielt. Aber nur im Mittelfeld - die Abwehr stand sehr gut. Daher ja auch nur wenig gute Torchancen der Offensivkräfte. Und beim Tor hat Klose gepennt... einmal pennen ist halt tödlich in so 'nem Spiel! Nur menschlich.

    Mich hat das erinnert an ein Spiel der Bayern aus der letzten CL-Saison (weiß nicht mehr genau welches), da ist das Bayern-Mittelfeld auch nur hinterhergelaufen. Bemerkung von van Bommel damals sinngemäß (wahrlich kein Unerfahrener): wenn der Gegner im Mittelfeld spielerisch überlegen ist, kommt man einfach nicht in die Zweikämpfe und läuft 90 min. hinterher. Das verunsichert und dann gelingt eben auch kein Spielaufbau.

    "Nein, das war nicht der Tag des Joachim Löw"

    "...dieses Spiel wurde von der Idee her verloren."

    "Die Niederlage gegen Spanien hat alleine Löw durch seine Taktikfehler verschuldet."

    Vielleicht kann man ja nicht immer gewinnen, weil der Gegner auch mal besser ist...

    Es muss nicht immer einer (Löw, Trochowski etc.) schuld sein!

    Und die Anbiederung zum Schluss kann man sich auch sparen.

    "Und aus den Fehlern des Halbfinales kann die Teamleitung ja lernen."

    ...wie gütig!

    Sorry, Herr Reif, mir gefällt's nicht...

  • User
  • 09.07.2010 18:18:57 Catilina

    @ Feuerwehrmann

    Spiel der Bayern aus der letzten CL-Saison

    Das war gegen Bordeaux.

  • User
  • 09.07.2010 18:22:32 rumpler

    Meinetwegen lassen wir mal die erste Hälfte Angst bei den Spielern kleben.

    Aber was ist mit der berühmten "Halbzeitansprache"?
    Gab es die überhaupt? Oder war das "Weiter so, Jungs!"?

    Das geht doch nicht.

    Ich dachte mir: o.k., jetzt haben wir es in die halbzeit geschafft. vergessen wir die erste hälfte und jetzt mit feuer aus der kabine.

    und dann? nix. einfach so weitergegurkt.

  • User
  • 09.07.2010 18:22:59 BerndB

    Aus meiner Sicht verzapft der Reif hier mächtigen Blödsinn.

    1.) Spaniens Spielweise 2010 mag nicht wirklich innovativ und nicht mehr so attraktiv wie noch 2008 sein, aber sie ist verdammt effektiv und erfolgreich und sehr schwer zu schlagen.

    2.) Ich fand sowohl Aufstellung als Taktik Löws prinzipiell gut, was gefehlt hat, waren Klasse, Mut und auch eine schwächere defensive Ordnung der Spanier. Da war einfach nicht der Raum wie gegen Argentinien oder England.

  • User
  • 09.07.2010 18:25:08 AbteilungAttacke

    Lieber Paul, es ist nicht gerade ein Zeichen von Sicherheit, in eine Diskussion eine andere Diskussion hineinzubringen. Wir waren beim Abwehren von Standardsituationen. Von Erzielen () war nicht die Rede. Wobei ich auch nicht die Kausalität zwischen "Standards abwehren" und "Standards erzielen" sehe (so ist semantisch das "dazu" deutbar) - ausser natürlich in der von dir erwähnten, "strukturellen Schwäche".

    Kommen wir also zur Ausgangslage zurück:
    Die von dir selektiv ausgesuchten "Beweise" wären aber noch IMMER keine empirische Begründung wenn du Einzelbeispiele aufgreifst - so wissenschaftlich gesprochen. Wenn du belegen kannst das prozentual ein überdurchschnittlich hoher Anteil der deutschen Gegentore durch Standards erfolgen, dann kannst du in einer Versuchsreihe von "Problematik" sprechen.
    Als Gegenbeispiel: Während der EM 2008 erhielt, soweit ich mich erinnern kann, die deutsche Mannschaft kein Tor nach einer Standardsituation, ausser der im Mittelfeld erfolgte 1:0 der Türken nach Einwurf. Was war denn da ? Pause der "Standardabwehrproblematik" ?

    Wenn du nur in "wichtigen" Spielen die Gegentore selektierts, beweist du GAR NICHTS auf Grund von willlkürlicher Argumentation, lieber Paul.

    Das hat nichts mit Fussball, aber sehr viel mit Verstand zu tun (Logik).

    Solltest du mir eine Analyse aller Spiele der Deutschen vorlegen und indes eine solche Abweichung belegen können, nehme ich natürlich alles zurück.
    Bis dahin ... fehlt deiner Behauptung die normativ-logische Beweiskraft.

  • User
  • 09.07.2010 18:30:17 Bigmouthstrikesagain

    es kann doch nicht sein, dass der trainer und jeder spieler weiß wie spanien spielt, jeder weiß es, und keiner macht was dagegen..kein einziges foul!!! was da los war?!
    jogi hat ja viel richtig gemacht in diesem turnier, aber trochowski gehört nicht in die nationalelf und schon garnicht von anfang an in nem wm-halbfinale. jogi lässt lieber kroos auf der bank, skandal! trochowski versus kroos, in jedem team der welt würde der trainer kroos aufstellen. podolski hat, mal wieder, nix gerissen, jansen hätte für ihn kommen müssen.
    ansonsten schön zu wissen, dass auch nich innenverteidiger nachkommen, vielleicht ist ja auch mal einer für hinten links dabei. ich würde sagen die spanier haben beim nächsten turnier ein wenig mehr gegenwehr zu erwarten.

    bleibt die hoffnung auf die rosige zukunft, von mir aus gerne ohne löw. ne alternative sehe ich aber auch nicht. außer horst hrubesch.

  • User
  • 09.07.2010 18:58:08 Octopus_Paul

    ich habe dazu jetzt in den letzten Tagen alles gesagt, muss jetzt mal wieder anfangen zu Arbeiten.
    Als Analyse empfehle ich Dir nochmal sie Gegentore der genannten spiele anzuschauen - hab ich schon zur Aufarbeitung hinter mir - dann sieht man ein bisschen klarer und es ist eigentlich alles ziemlich leicht zu folgen.

    Werd auch nicht mehr Juenger und mit Jogi werden wir meiner Meinung nach eindeutig keinen keinen Titel holen. Ihn jetzt die Schweini/Lahm/Poldi Genration in den Sand setzen zu lassen und dann erst auf nach 2014 schauen - Nein!

    Wer sowas wie ein 4-0 gegen Argentinen hinlegt haette diesesmal Weltmeister werden koennen/sollen/muessen.

  • User
  • 09.07.2010 19:12:23 AntiMöller

    @ Feuerwehrmann

    Spiel der Bayern aus der letzten CL-Saison

    Das war gegen Bordeaux.


    Meiner Erinnerung nach, nach dem 0:4 gegen Barca. Er war aufgebracht über des Reporters Frage oder Aussage, man sei zweikampfschwach gewesen und van Bommel sagte dann völlig richtig, dass man keine Zweikämpfe gewinnen konnte, weil der Ball immer schon weg war. So wie am Mittwoch auch. Ich musste fast das ganze Spiel über an van Bommels Aussage denken.

  • User
  • 09.07.2010 19:21:54 tropoufus

    Man wusste doch, dass man gegen die Spanier gewinnen kann, wenn man ihnen die Luft abschneidet, wenn man sie festsetzt und so ihr Breitwandkleinklein unterbindet.

    Hört sich einfach an, kommisch nur, dass das keiner Mannschaft zu gelingen scheint. Bin aber der Ansicht, dass eine derartige Taktik funktionieren, aber auch ordentlich in die Hose gehen kann. So gesehen bei der EM 2008: die russische Mannschaft hat hier konsequent hoch gestanden und früh gestört und sich mit dieser Taktik ein 4:1 in der Vorrunde und ein 3:0 im HF eingefangen. An der taktisch vorsichtigen Ausrichtung der N11 kann ich daher nichts ausrichten. Die rechte Seite war zudem durch Müllers Ausfall geschwächt, links ging nicht fiel, da dort Ramos Dampf gemacht hat. Am Ende hatten die Spanier das Glück gehabt, das Tor aus nem Standart zu machen. Aus dem Spiel heraus wäre das nämlich nix gegangen, auch Dank der gewählten Ausrichtung.

  • User
  • 09.07.2010 19:24:28 AbteilungAttacke

    Dann sei so gütig und suche mir die Stellen hier im Forum raus, wenn du wieder von der Arbeit kommst, damit ich deiner Gegenargumentation en detail folgen kann.
    Das dürfte wohl nicht zu viel verlangt sein. Ansonsten werte ich dein Verhalten als Ausweichen.

    Als Analyse empfehle ich Dir nochmal sie Gegentore der genannten spiele anzuschauen

    Muss ich nicht, um festzustellen, dass diese durch Standardsituationen entstanden sind. Da stimme ich dir zu.

    Aber ich empfehle dir gerne, dir die EM anzuschauen und mir zu erklären, warum es dort keine "Strukturproblematik" bei der Abwehr gegeben hat ? Es sei denn natürlich, ein Tor aus sieben Gegentreffern ist bei dir erheblich. Schade das du darüber kein Wort verlierst.

    ann sieht man ein bisschen klarer und es ist eigentlich alles ziemlich leicht zu folgen.

    Was ich anzweifele, ist deine Schlussfolgerung aus den willkürlich ausgesuchten Spielsituationen.

    Dein Verweis entkräftigt nicht auch meine Basiskritik, dass man aus der Struktur x nicht 4 Variablen nehmen kann, um ein allgemeingültiges Ergebnis daraus zu begründen. Das ist logisch relativ klar und empirisch leicht verfolgbar.
    Würdest du dich einschränken und sagen "Wir haben eine Standardproblematik während der WM-Turniere" könnte ich vielleicht dies nachvollziehen, da hier 4 von 9 Toren durch Standards erzielt wurden. Das würde aber gnädig zwei Qualifikationen und eine EM ausblenden.

    Aber vielleicht mache ich mir den Spaß, den Zeitraum von 2006 (obgleich mann nach Jogis Übernahme ansetzen müsste, denn man könnte ja z.B. argumentieren, dass Klinsmann Verantwortlicher 2006 war - aber das wäre nur ein förmliches Gegenargument) bis 2010 zu untersuchen, alle Gegentore soweit verfügbar anzuschauen und die Sache auszuwerten und auszurechnen. Richtig spannend wäre es natürlich ,wenn man wüsste, weiviele Flanken und Freistöße insgesamt in der zeit aufs deutsche Tor gekommen sind. Oder auch nur während der WM-Spiele.

    Aber selbst dann würdest du auf deiner Singluärlogik beharren, vermute ich mal. Dein bereits vorhersehbares Gegenargument wäre, dass man eben nur die Tore gegen "wichtige" Gegner als signifikant werten darf.

  • User
  • 09.07.2010 19:44:37 mclj17

    Wie immer Herr Reif. Hauptsache man kann kritisieren.
    Der Artikel ist genau wie die Kommentare während der 90 Minuten, sei es WM, sei es CL. Hauptsache deutsche Mannschaften negativ darstellen und den Gegner loben und das bei den kleinsten Dingen!

    Und für sowas aboniert man dann SKY....

  • User
  • 09.07.2010 19:57:46 Fligelflützer

    Um Mal auf die Standards einzugehen:

    Das Tor gegen England fiel, weil keiner die Flanke verhinderte und weil Neuer sich verschätzte (wenn er rauskommt, muss er ihn haben - 5 Euro ins Phrasenschwein, aber solange es Fußball gibt, stimmt das einfach).

    Das Tor gegen Spanien muss nicht fallen, ist aber schwer zu verteidigen, weil Piqué Puyol freisperrt.

    Da jetzt eine Regel (D ist schlecht bei gegnerischen Standards) daraus zu machen, geht mir viel zu weit. Die einzige Regel, die es hier gibt: Neuer hat Probleme bei der Strafraumbeherrschung.


    Was die Spielweise angeht: Deutschland stand zumeist tief. Solange man kein Gegentor kassiert, ist das halb so wild. Das, was die Spanier am Besten können - den Ball laufen lassen - dürfen sie ja gern am Mittelkreis machen. Das, was die Spanier in Person von z.B. Xavi oder Iniesta am Zweitbesten können - tödliche Pässe spielen - hat die deutsche Hintermannschaft mit wenigen Ausnahmen (z.B. bei Villas Großchance zu Beginn) verhindert. Das lag am meistens guten Stellungsspiel und daran, dass man tiefer stand. Wenn man früh Pressing spielt und die Abwehr konsequent aufrückt, bekommt man mit jedem präzisen Ball auf Villa, Pedro oder den verkappten Rechtsaußen Ramos Probleme. Und Xavi kann nicht nur kurze tödliche Pässe spielen.

    Die taktische Einstellung sehe ich insofern nicht als Problem. Eine andere Taktik wäre zumindest ein großes Wagnis gewesen (dann verliert man 4:0, wenn es dumm läuft).

    Das Problem sehe ich im mentalen Bereich. Die Deutschen hatten ganz offensichtlich viel zu viel Respekt vor Spanien, haben nicht schnell genug geschaltet, waren deshalb oft einen Schritt zu spät, waren im Zweikampf nicht aggressiv genug - und vor allem wussten sie mit Ballbesitz nichts anzufangen. Das muss man Spanien zugute halten, ihr sofortiges Gegenpressing hat fast alle deutschen Angriffe schon im Keim erstickt. Oft ging durchs Mittelfeld nichts, die vielen Ballverluste frustrierten die Deutschen. Das führte dann phasenweise zum alten Deutschen Spiel längst vergangener Zeiten: Lahm zu Schweinsteiger, Schweinsteiger zu Friedrich, Friedrich zu Boateng, Boateng zu Mertesacker, Merte zu Neuer und der drischt die Kugel zu Piqué oder Puyol.

    Was uns da (neben der technischen Brillanz und Ballsicherheit auf höchstem Niveau wie bei Spanien) am meisten gefehlt hat, war (Achtung) ein Ballack.

    Lahm ist ein guter Spieler, aber kein Anführer. Schweinsteiger ist spielerisch ein Leader, der alles gibt und sich großartig entwickelt hat. Aber ich hab nicht gesehen, dass er (mal konkret gesagt) das Maul aufgerissen hat und seine Mannschaft verbal aufgeweckt hat.
    Ich will Löw da nicht total verteidigen (seine Personalpolitik gegen Spanien war beispielsweise mangelhaft), aber manchmal braucht es auch einen Trainer auf dem Platz. Wenn es läuft, kann Schweinsteiger das offenbar mittlerweile. Wenn es nicht läuft, kämpft er wie kein Zweiter, aber das reicht halt manchmal nicht.

  • User
  • 09.07.2010 19:58:10 Shileno

    Re: Standardproblematik - Tore im wesentlichen durch Standards zu kassieren heisst natürlich auch, dass man keine aus dem Spiel heraus zulässt.

    Re: Löw - Ich halte ihn immer noch für den richtigen Trainer zur richtigen Zeit. Allerdings würde ich gerne mal sehen, dass er auch taktische Fehler während des Spiels korrigiert, und nicht nur in der Vorbereitung auf das nächste.

  • User
  • 09.07.2010 20:02:35 Shileno

    Was uns da (neben der technischen Brillanz und Ballsicherheit auf höchstem Niveau wie bei Spanien) am meisten gefehlt hat, war (Achtung) ein Ballack.

    Nichts gegen Ballack, in Bestform hat er sicher seinen Platz in der Mannschaft. Aber bei diesem ganzen Leadergerufe hab ich das Gefühl, dass viele vergessen, dass im EM-Finale sowohl Ballack als auch Frings auf dem Platz waren. Geholfen hats nix.

  • User
  • 09.07.2010 20:40:26 Toninho

    Die Aussage, "Bezeichnend, wie dieses Tor fiel, nicht rauskombiniert, sondern nach einer Ecke, jede Woche zu besichtigen beim FC Barcelona", die stimmt doch wirklich zu 110%. Zum Glück ist Barca in der CL mit ihrem rein ergebnisorientierten Kampffußball gegen die filigranen Kombinationsfußballer von Inter rausgeflogen und die weltweit als gnadenlose Zerstörer gefürchteten Xavi und Iniesta wurden für ihre unattraktive Spielweise bestraft. Verdient.

  • User
  • 09.07.2010 21:37:56 JohnnyKuster

    Diese ewige Kritik an Jerome Boateng hat latent rassistische Züge. Wenn der faule Sack Podolski mal zurückgelaufen wäre und seinen Gegenspieler, der hieß glaub ich Ramos, in Zweikämpfe verwickelt hätte, dann hätte das was werden können. Gomez einzuwechseln ist ungefähr genau so bescheuert wie Kloses 2. dummes Foul im Spiel gegen Serbien, das ihn zum vorzeitigen Duschen schickte. UNd was gegen Spanien am meisten gefehlt hat, war ein erfahrener Spieler wie mit internationaler Erfahrung wie Ballack oder Frings, denen der Arsch nicht gleich auf Grundeis geht, wenn's mal nicht so läuft. Schönwetterkapitäne gibt's ja schließlich immer genug. Und überhaupt: Spanien hat verdient gewonnen, weil Spanien als Mannschaft einfach besser ist, auch wenn DEutschland von schwarz-rot-goldenen Rückspiegelparisern und Wimpeln vollgestopft ist.

  • User
  • 09.07.2010 21:53:50 Octopus_Paul

    @Johnny: damit bestaetigt sich mal wieder die Beschwerde die anno dazumal von Jermaine Jones und Lutscher so eloquent vorgetragen wurde: Jogi mag keine taetowierten Spieler! Kein klassisicher Rassismus, sonder Tattoowismus oder sowas.

    Also muss Jerome als IV auf der deutschen Arschkartenposition LV spielen. Ja, logisch ist er da keine weltklasse aber schnell, gross und hatte erfrischende Tricks, ausserdem wohl das ganze Turnier ueber angeschlagen - also ich wuerde sagen Jeromes Lesitung war sehr solide - gut und immerhin die 2 etatmaessigen Hamburger LV und langsamen Badstuber aunomma vaerdraengt! Riesiges Potential! Brauchen wir mehr von.
    Klar haette Lahm da spielen koennen. Findet er wohl aber auch, dass er rechts besser aussieht (wie Jerome auch). Leider ist Lahm zu egoistisch und tritt lieber noch mal vor dem Halbfinale die voellig unnuetze Kapitaensdebatte vom Zaun.

    Hier hoffe ich einfach auf weitere Zuckerstuecke von Gerland/Van Gaal und damit auf Contento! Wer soll das sonst machen? Boenisch? Brehme exhumieren?

    @ Shileno: Genau, so kann man es auch sehen: schon mal sehr erfreulich wenig aus dem Spiel kassiert. Daher jetzt der logische Schritt: Staerken weiterentwickeln und/aber Schwachstelle bei Standards abstellen. Dann wirds auch wieder was mit dem Titel und nicht bloss der goldenen Ananas.

    Das wirft eben die Frage auf: Ist Jogi und sein Trainerteam dafuer geeignet? Immerhin hatten die ja auch schon 4+ Jahre Zeit. Unterm Strich fuer mich ganz klar nein.

  • User
  • 09.07.2010 22:00:29 fulltiltfrank

    Die Rassismuskarte ist ja wohl völlig lächerlich, spar dir doch so was.

    Ansonsten: So ein Schmarrn,

    ich weiss genau wie Lance A. den Madelaine hochfährt,
    genau wie Vitali K. seine Kämpfe angeht und habe die letzten 100 Matches von Roger F. gesehen, alleine:

    Was würde es mir nützen????

    Genau, nichts. Gar nichts.

    Akzeptieren, dass da die deutlich bessere Mannschaft gegen Deutschland gestanden hat und freuen, ich jedenfalls, dass wir endlich wieder schönen Fussball zu sehen bekommen von unseren Leuten.

  • User
  • 09.07.2010 22:12:32 Knuellebuff

    Kann mir bitte mal jemand erklären, warum er Gomez eingewechselt hat, ich verstehe das nämlich nicht ehrlich gesagt? Einfach nur, weil er die Statur hat und am Ende mit der Brechstange gespielt werden sollte?

    Und warum Kroos, wenn man jemand wie Marin hat, der mal ein 1:1 gehen kann, gerade einer Situation, wo alle Spieler kam Zweikämpfe gewonnen haben.

    Ich kann bis heute die Wechsel nicht verstehen...

  • User
  • 09.07.2010 22:15:04 fisch100fisch

    Mannomann. Wenn ich den Mist von Paul lese, frage ich mich, warum ich mir den ganzen Mis hier überhaupt antue. Nur selektierte Fakten, totale Datenmanipulation. Warum kann mich sich nich einfach mal freuen, dass es nach 2006 die 2te WM nach 90 war, bei der man sich nicht für unser Team bzw. Trainer (Vogts, 98!!!) schämen musste?!

  • User
  • 09.07.2010 22:20:45 zwölftermann

    Netter Artikel von Reif. Trotzdem denke ich immer noch, dass es zu 80% an der Einstellung lag. Sie hatten echt die Hosen voll. Keine einzige gelbe Karte in einem Halbfinale ist echt nicht normal. Das haette sich auch bei anderen Aufstellungen bzw. Auswechselungen nicht geaendert.

  • User
  • 09.07.2010 23:00:04 Octopus_Paul

    Mensch Olaf, Kopf hoch, kein Grund zum schaemen. Ist nicht immer alles Mist. Wieso glaubste denn erkenn ich die Ergebnisse schon immer vorher am Muschelgeschmack?
    Na eben, sicher nicht weill alles Mist ist! Nicht jeder der der "Jogi ist Supi Gehirnwaesche" auf den Leim geht ist ein Manipulator, steckt schon mehr dahinter wie man sehen koennte in all den Ausfuehrungen zuvor.
    Will Dich jetzt nicht provozieren aber - Vogts - hat immerhin nen Titel geholt. Nur mal so. Schlechtes Image von den echten Manipulatoren verpasst bekommen - aber letzter Titel fuer Deutschland.
    Jogi: gutes Image mit g'schmaeckle- wo ist der Titel?
    Was ist besser? Vielleicht alles Geschmackssache.

  • User
  • 09.07.2010 23:05:19 Breitner74

    Ich stimme Reif in weiten Teilen zu. Ich meine - wir können gegen Spanien verlieren. Aber doch nicht so. Das war Angsthasenfussball, der nach den Leistungen gegen Argentinien und England überhaupt nicht angebracht war. Und keiner, der da das Heft auf dem Platz in die Hand genommen hätte. Auch ein Manko, meiner Meinung nach - die Jungs werden so stromlinienförmig auf Profi getrimmt, da kommt keiner auf die Idee, mal was gegen die Meinung des Trainers zu spielen, auch wenn er sieht, dass das Spiel nicht läuft wie gewünscht.

    Ich bin dafür, dass Löw geht. Er hat seine Verdienste, aber wir werden nie einen Titel holen mit ihm.

  • User
  • 09.07.2010 23:10:38 fisch100fisch

    @Paul
    Völlig ironiefrei jetzt - das war der beste Beitrag in diesem Thread. ALLES GESCHMACKSSACHE! Genau, Du hast mich gerade versöhnt. Ich werde lieber Zweiter und Dritter mit Spass als Sieger ohne Spass (wobei Spass subjektiv ist, bitte keine Diskussion darüber....).

  • User
  • 09.07.2010 23:20:55 fulltiltfrank

    Mir muss mal jemand erklären, wieso ne Truppe die gerade England und Argentinien 8:1 zerschossen hat, die Hosen voll haben sollte, was ein Blödsinn.
    Die WM ist als voller Erfolg zu werten, weil jede realistische Erwartung weit übertroffen wurde, ausserdem werde ich lieber so 4. als 82, 86 und 2002 mit dem übelsten Rumpelfussball 2. Oder 2 mal Weltmeister durch ne Schwalbe.

  • User
  • 09.07.2010 23:22:45 GTEvo

    Gestern 00:10:56 von GTEvo
    Wir haben gegen Spanien verloren und sind ausgeschieden weil der moderne Wundertrainer mit dem modernen Blauen BabyKashmir-Wunderpulli, sich gründlich verzockt hat!
    Der Moderne Herr Löw hat die UNmoderne Angsthasen Taktik vom TrainerOppa, OttmarHitzfeld versucht zu kopieren!

    -Nix moderner Fußball..
    -Nix Dominante Körpersprache..
    -Nix Emotionales Leading..
    -Nix kultivierter Fußball..
    -Nix Selbstbewusstes Auftreten..
    -Nix OffensivFußball..
    -Nix WunderTrainer..

    Ich werde keine Korinten Kacken und keinen Spieler persönlich als Sündenbock anführen..auch nicht den Schlechten Landesligakicker aus Köln..
    Verloren haben wir heute weil der Moderne Herr Löw ein Demagoge ist!
    , der gegen Spanien mit unmodernstem BetonFußball und Kontrollierter Offensive, ala OttoRehhagel glaubte, den Friedensnobelpreis für den Modernen Nichtangriffspakt im Fußball einzuheimsen.

    Glaubt nicht diese Suggestiv-Verarsche, dass Spanien eine Übermannschaft ist, die ja schon seit 3 Jahren zusammenspielt und deshalb auf Högschdem Niveau kombiniert und deshalb Unschlagbar ist.
    Das ist Kokolores!


    Habt Ihr vorhin mal auf die Gesichter unserer Jungs in den Close-Ups geachtet?..Alle kreidebleich, feiste Mimik und weitaufgerissene Augen(nicht nur beim özil..^^die sind so).

    Das waren alles Kalkleisten, emotionalst unterzuckert und schlichtweg paralysiert.
    Selbst Boateng sah phasenweise aus wie MichaelJackson nach seiner "Schweden-Toast PigmentKur"^^

    Herzlichen Glückwunsch an alle Spanier hier im Forum und sowieso!

    Nach 2 Minuten war abzusehen dass wir nicht AKTIV gewinnen wollten, keinen Siegeswillen hatten, nur auf einen LuckyPunch warteten und PASSIV uns ins Endspiel wurschteln wollten!

    "Hau ab du Pisser"^^
    "ModernTalking"
    Holger

    .................................................. ....................................

    Lieber Marcel-Peter Esterhazy-Reif^^

    Bitte auchmal so kritisch wenn der Löw vorbeihuscht!
    Erst wenn Löw in 25 Monaten FCBayern Coach ist, musste hinten rein kriechen^^
    Dieses WM -Aus geht ganz alleine auf Löws Kappe!


    Prost
    Holger

  • User
  • 09.07.2010 23:36:41 sobrasado

    Klar ist: die Jungens haben nicht so gut gespielt, wie in den Runden zuvor. Weniger Dampf, Entschlossenheit, Ballsicherheit, Ideen, Torgefahr.
    Klar ist: Boateng ist gut, aber noch nicht gut genug, um einem abgezockten und gut aufgelegten Ramos den Schneid abkaufen zu koennen.
    Klar ist: Trochowski hat zu wenig aus seiner technischen Ueberlegenheit und seinem Tempovorteil gegenueber Capdevila gemacht.
    Klar ist: auf alleroberstem Niveau ist die Mannschaft bei eigenen Standardsituationen viel zu ungefaehrlich.
    Klar ist: Gomez scheint seit Vertragsunterschrift beim FCB jegliche Gefaehrlichkeit und Ballkontrolle verloren zu haben und sollte in naher Zukunft in der Nationalmannschaft nicht aufgestellt werden.

    Klar ist aber auch: Spanien hat ein seit Jahren eingeuebtes und erfolgreiches System eiskalt abgespult. Sie waren schneller, haben auch ellenlange Baelle in den Fuss des Mitspielers gespielt, mehr Chancen kreiert und sind auf diesem Niveau eben doch ein kleines Bisschen erfahren und abgezockt.

    Wenn man die Chancen sieht, haetten wir uns ueber ein 0:3 auch nicht beschweren koennen. Ich glaube, wenn die Teamleitung weiterhin so gute Arbeit leistet, die Spieler kontinuierlich auf hohem Niveau in ihren Vereinen spielen, im Idealfalle CL und EL, und weitere Leute (Hummels, Hoewedes) eingebaut werden, kann die Mannschaft in den naechsten Jahren den internationalen Fussball dominieren.

  • User
  • 09.07.2010 23:41:27 GTEvo

    Klar ist nur :

    "Die Wahrheit liegt auffn Platz"!^^

  • User
  • 09.07.2010 23:51:36 feuerwehrmann

    Spiel der Bayern aus der letzten CL-Saison

    Das war gegen Bordeaux.

    Meiner Erinnerung nach, nach dem 0:4 gegen Barca. Er war aufgebracht über des Reporters Frage oder Aussage, man sei zweikampfschwach gewesen und van Bommel sagte dann völlig richtig, dass man keine Zweikämpfe gewinnen konnte, weil der Ball immer schon weg war. So wie am Mittwoch auch. Ich musste fast das ganze Spiel über an van Bommels Aussage denken.


    So isses, Danke AntiMöller!

    Ausgerechnet Barcelona also... mit Xavi und Iniesta. Ist den Bayern also auch schon mal passiert. Schweinsteiger muss ein Deja-Vu gehabt haben und konnte es trotzdem nicht ändern. Da hilft auch aller Siegeswille nix...

    ...wenn ein Gegner einfach mal besser ist!

    ...ganz ohne "Suggestiv-Verarsche"

    Mensch Holger,
    niemand schwankt so schön wie Du zwischen guter Argumentation und beißender Polemik. Du hast mir doch heute früh Deine ersten 11 verraten - fand ich gut! Haste gelesen, oder? Jetzt noch bitte Deine persönliche Alternative für Löw...

  • User
  • 09.07.2010 23:55:16 Breitner74

    Wir werden mit Löw sicher nicht schlecht spielen, aber es wird nie zu einem Titel reichen.

    Ein Dilemma ist, dass Löw so ein eingefleischter Ästhet ist. Dass ein Turniererfolg auch mal davon abhängt, dass ein Verteidiger wie Puyol mit Wumms und Anlauf einen banale Standardsituation ins Tor wuchtet, ist dem Schwarzwälder Schöngeist viel zu banal. Der hat, wenn ich richtig informiert bin, Standardsituationen gar nicht richtig trainiert und sogar darauf gewettet, dass sein Team kein Tor aus einem Standard macht. Und ausgerechnet die Spanier, die Löw laut Siegenthaler als das Maß aller Dinge im Weltfußball ansieht, machen genau so die Kiste und nicht mit Tiki-Taka-Traumfussball. Und Himmel, wenn du mit Kurzpässchen nicht ins Spiel kommst, dann musst du eben die Kampfstiefel anziehen und dagegenhalten - so was ist aber Löw viel zu gewöhnlich.

  • User
  • 10.07.2010 00:28:11 GTEvo

    hi "Grisu"^^..

    Egal wen wir uns wünschen..Nachfolger vom Wundertariner wird der lustiche Wunderassistent.

    Seit heute wird schon an den Hänsken seinen Werdegang gestrickt!
    Löw soll ja angeblich mit "Malaria" flach liegen..Tsssssss.
    Das ist Heuschreckenverarsche auf klinsmannscherArt.

    Ich gehe jetzt schon jede Wette ein, dass JogiLöw in der EM Quali irgendwann mal aus akuten gesundheitlichen Gründen( Penisverlängerung^^)ausfällt..(die natürlich erstunken und erlogen sind)..wir dann vom Kleinen Hansi in allen PKs todernst zureferiert werden, das anstehende EM QualiSpiel hochüberlegen gewinnen werden..und die Woche danach vom SuperHansi medial vergewaltigt werden.

    HansiFlick wird Löws Nachfolger nach der EM 2012.

    Ich persönlich würde mir Loddar als Bundestrainer wünschen.
    Erstens weil Lothar ein Vollblutfußballer ist, also Stallgeruch besitzt..
    Zweitens weil er Rekordnationalspieler ist..
    Drittens weil er Weltmeister ist..
    Viertens weil er Ehrennationalspieler ist..
    Fünftens weil so eine Gallionsfigur in jedem anderen Land dieser Erde vom Volk respektiert, verehrt und erwartet würde..
    Sechtens weil er in Deutschland(ausgelöst durch Hoeness) verspottet wird, obwohl er nach FranzBeckenbauer, das Größte Deutsche noch lebende, Fußball Idol der Nachkriegsgeschichte ist..

    Nur ein Deutscher besitzt diese Hinterfotzigkeit, einen Nationalhelden als Fußabtreter zu benutzen und Ihn als Mensch 2. Klasse zu diffamieren, weil er Emotionen nicht unter Kontrolle bringt!

    Wer dem Lothar.... FußballSachverstand, SozialeKompetenz und Seriösität abspricht, ist ein Banause mit niedrigen Instinkten.

    GlückAuf
    Holger

  • User
  • 10.07.2010 00:32:09 Octopus_Paul

    Danke.

    UND ja, GTEvo, das kann man ruhig alles nochmal wiederholen, Ich rahme es mir evetuell ein.

  • User
  • 10.07.2010 00:36:01 wurstendbinder

    ... Will Dich jetzt nicht provozieren aber - Vogts - hat immerhin nen Titel geholt. ...

    aber erst bei seinem dritten turnier als hauptverantwortlicher! nachdem er beim ersten turnier - achtung - vize-europameister war. vielleicht sollten wir doch erstnochmal abwarten; ist ja nicht so, dass der jogi als trainer noch gar keinen titel gewonnen hat. ne titelgarantie gibt es nämlich bei keinem trainer der welt. ob du's glaubst oder nicht ...

  • User
  • 10.07.2010 00:38:41 Octopus_Paul

    das ist pure Poesie, Holger! Genial!

    Leider koennten deine Prophezeiungen war werden.

    Loddar wuerde es richten? Naja.

  • User
  • 10.07.2010 00:46:38 HerrKeuner

    Also Leute,
    wenn eine ach so bärenstarke Mannschaft wie die Spanier, die gegen die Schweiz verliert und gegen Paraguay mit Mühe und Not gewinnt, gegen das offensiv-stärkste Team ihr bestes Spiel des Turniers macht, dann muss etwas mit der Taktik nicht gestimmt haben. Und wenn ein Trainer keine Standards übt, und das auch noch herausposaunt, dann ist das ein Armutszeugnis. Einem Ottmar Hitzfeld könnte sowas nicht passieren. Und vielen anderen Trainern auch nicht.

    Und noch was: vergesst bitte nicht, dass es zur Halbzeit gegen England eigentlich 2:2 steht. Ich habe außer gegen schwache Australier und (taktisch) schwache Argentinier kein einziges überzeugendes Spiel der deutschen Nationamannschaft gesehen. Und das liegt nicht an den Fähigkeiten der Spieler.

  • User
  • 10.07.2010 00:46:52 Octopus_Paul

    OK, ich will ja jetzt auch Berti nicht in den Himmel loben - wenn mans so sieht is Jogis Bilanz besser als die von Berti bei schlechterer Ausgangslage (kein Weltmeisterteam, keine BRD/DDR Zusammenlegung).
    Ich glaub halt nicht dass Jogi der Richtige fuer die nachste Entwicklungsstufe ist (Berti mist Sicherheit auch nicht) - Gruende siehe oben.

  • User
  • 10.07.2010 00:49:27 Octopus_Paul

    Genau Keuner!
    Seid Ihr auch all in der USA Ostkueste?

    Ich glaub fast das ist der Grund wieso ich das hier so anders sehe - bin einfach weniger der Pro-Jogi Gehirnwaesche ausgesetzt und schau mir das mehr so aus der Ferne an.

  • User
  • 10.07.2010 00:52:40 Fligelflützer

    Paul: "Das wirft eben die Frage auf: Ist Jogi und sein Trainerteam dafuer geeignet? Immerhin hatten die ja auch schon 4+ Jahre Zeit. Unterm Strich fuer mich ganz klar nein."


    Wenn man sich die Einzelspieler Deutschlands ansieht und dann die der anderen Nationen, also einfach mal die deutschen "Stars" neben die z.B. der Argentinier, der Spanier, der Holländer stellt, muss man dann von Deutschland 2010 fordern, dass das Team Weltmeister wird?

    Ok, wenn du gegen überbewertete Teams wie England oder gegen kopflose Teams wie Argentinien spielst, hast du mit einer guten Mannschaftsleistung auch gute Chancen. Aber Deutschland ist nicht die beste Mannschaft der Welt. Ein paar Spieler sind bei der WM phasenweise über sich hinausgewachsen und eventuell haben wir in 2,3,4 Jahren wieder eine Reihe von Nationalspielern in Top-Vereinen in Europa (mittlerweile kann man ja wieder daran denken, den FC Bayern so zu bezeichnen, aber ich rede schon v.a. von Spanien und England), aber das deutsche Team vor dem Turnier ist kein Titelfavorit gewesen, und erst die WM selbst hat gezeigt, was für Deutschland möglich ist.

    Wir sollten realistisch bleiben. Ebensowenig wie man vom VfB Stuttgart, Hamburger SV, TSG Hoffenheim oder Borussia Dortmund den Meistertitel 2010/2011 erwarten kann, kann man von der deutschen Nationalmannschaft erwarten, dass sie die nächste EM oder WM gewinnt. Das heißt nicht, dass es unmöglich ist. Aber es gibt da jeweils ein paar Nationen, die auch ihre Ambitionen haben und genauso viel oder mehr Klasse auf dem Platz stehen haben.

    Ich bin kein Freund von Löw, was seine Personalpolitik betrifft, und er scheint kurzfristig recht unflexibel zu sein, wenns mal nicht läuft. Aber man muss ihm auch zugute halten, dass die Mannschaft ein klares Konzept hat, attraktiven Fußball spielt, die Disziplin stimmt und Löw aus den meisten Spielern das Optimum herausholt. mal ehrlich: Wer hat vor der WM mit Deutschland im Halbfinale gerechnet?

    Es gibt nicht viele Trainer in Deutschland, denen ich zutrauen würde, mit der N11 noch mehr Erfolg zu haben als Löw. Und die müssen erst mal wollen.

  • User
  • 10.07.2010 01:05:27 feuerwehrmann

    Hansi Flick???

    Oh Mann, hör' auf, der war gut...!

    Ich bin ein Fan von Lothar, dem Fußballer... fünf Weltmeisterschaften und und und...

    Aber Lothar ist in D verbrannt, warum auch immer... viel hat er aber auch selbst falsch gemacht, die alte Plaudertasche!

    Fußballsachverstand??? 100%!!! Soziale Kompetenz und Seriosität??? Bevor ich da zustimme nehme ich lieber den Banausen mit niederen Instinkten... Mist!!!

    Ach, wir probiern's weiter mit dem Jogi... geht' schon...

    Mir fallen jetzt aber keine Argumente mehr ein, ich geh' schlafen... Nacht.

  • User
  • 10.07.2010 01:12:21 Octopus_Paul

    War es vor der WM zu erwarten?
    Ich fand es kam dann nach und nach raus dass die Spieler schon Zielsetzung Halbfinale hatten - DFB hat die meisten Kicker, letztes mal 3., Vize-Europamesiter, U-Meister usw.
    Wenn man 4-0 usw gegen Favoriten gewinnt kann man auch Weltmeister werden - das ist halt einfach eine Ansage.

    Das ist halt einer der Knackpunkte: Wie schafft es die PR-Maschine DFB immer wieder Leute auf ein so niedriges Erwartungsniveau herunter zu labern?
    Erinnert mich an die klassische schwabische Maedchentaktik vor Klassenarbeiten: u I haen net glernt, do krieg I bestimmt a 6 - am ende wars natuerlich doch immer ne 1 oder ne 2 (mit geheule weil ja schon ne 1 erwartet war). Alter Hut, durchschau ich eben sofort.
    Moral von der Geschicht: mach Leuten klar alles ist Mist und dann kann man quasi Durchschnitt als erfolg verkaufen. Genial. Jogi ist auch aus Schwaben und koennte diese Taktik in aehnlicher Form gelernt haben.

  • User
  • 10.07.2010 02:21:57 BinBaden

    Reif for Jogi! Wir können eben kein Inter Mailand gegen Barca. Dafür haben wir nicht die Abwehr Jogi. Wir können nur frei wie der Wind mit wehenden Fahnen und ohne Handbremse im Kopf dem Tor entgegen. Und wenn man die Handbremse herbeiredet indem man die Spanier auf einen Sockel stellt, ist das auch nicht gerade förderlich Herr Löw. Dann braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn so ein Spiel von der Angst entschieden wird. Angst vor dem Gegner, Angst vor dem Gegentor, Angst vor der eigenen Courage.

  • User
  • 10.07.2010 03:13:17 Ursoph

    Falsch octopus, er ist badener!

  • User
  • 10.07.2010 03:58:50 Catilina

    Ich habe außer gegen schwache Australier und (taktisch) schwache Argentinier kein einziges überzeugendes Spiel der deutschen Nationamannschaft gesehen.

    Ich hab außer deinem und zwei Dutzend weiteren Kommentaren in diesem thread keinen einzigen Kommentar in diesem thread gesehen. Das ist doch größenwahnsinniges Gerede.

    Welches Team hätte denn, bitteschön, in demselben Zeitraum mehr als 2 überzeugende Spiele gemacht ? Allenfalls Argentinien.

    Wenn man bedenkt, wo die Nationalmannschaft in dem Frühjahr vor der WM gestanden hat, dann müßte man mit der Hälfte dessen, was sie geboten hat, glücklich und zufrieden sein.

    "Man soll sich auf einen 4-0 Sieg gegen Argentinien, um Gottes Willen, nichts einbilden, denn Argentinien war ja so schwach."
    Da fällt einem nichts mehr ein.

    Der Sieg gegen Argentinien war ein Fußballwunder, ein Fall von David gegen Goliath. Jeder halbwegs vernünftige Mensch hat vor dem Spiel eine Kanterniederlage für möglich gehalten. Tu doch nicht so, als hättest du von der DFB-Elf ein Turnier erwartet, wie zuletzt vielleicht Brasilien bei der WM 1970 es gespielt hat.

    Schon das Erreichen des Achtelfinales war ein Erfolg. Nur sind durch die Performance gegen Australien und, schließlich, gegen Argentinien die Maßstäbe etwas in Rutschen geraten. Und ein 4-0 Sieg im letzten Spiel hat noch keine Mannschaft davor bewahrt, im folgenden Spiel schlecht zu spielen und auszuscheiden. Nicht einmal vor dem Australienspiel wurde erwartet, daß die N11 brillieren und 4 Tore schießen würde.

    Und natürlich hat diese Mannschaft individuell nicht das Potential von Spanien, Argentinien, Holland, Brasilien - und sei es nur, weil ihre begabten Spieler noch so jung sind. Irgendwann ist dann eben das Ende der Fahnenstange erreicht. Spanien hatte vielleicht bis dahin kein berauschendes Turnier gespielt, aber die Tatsache, daß sie seit der letzten WM kaum ein Spiel verloren und in puncto Attraktivität neue Maßstäbe gesetzt haben, will schon etwas bedeuten.

  • User
  • 10.07.2010 04:06:20 Octopus_Paul

    Haarspalterei! Aber, Ja. Die Tricks zieht er aber anscheinend genauso ab.

  • User
  • 10.07.2010 04:13:24 Catilina

    Und dann hat es schließlich auch sein Gutes - das grenzdebile kum ba ya-Gelaber von Beckenbauer & Co hat ein Ende. Im Falle des WM-Gewinns wäre das zu einem reißenden Strom angeschwollen.

    Allein mit seinen geistesabwesenden Kommentaren zur Hymnenfrage hat Beckenbauer bewiesen, daß er inzwischen ein gefährliches Sicherheitsrisiko ist, eine wandelnde Kobaltbombe mit hair trigger.

    Früher hat er Haider gelobt, jetzt macht er in kum ba ya... und es macht nicht einmal einen Unterschied. Gefährlich, der Mann.

  • User
  • 10.07.2010 04:17:38 Octopus_Paul

    statistisch gesehen erreicht Deutschland im Durchschnitt bei WMs seit meinem Grossvadda irgendeine Platziering zwischen Viertelfinale-Halbfinale.
    Sollte man auch nicht vergessen bei all der wir-sind-ja-so-schlecht-Gehirnwaesche der manche hier auf den Leim gehen.
    (Weil es bedeutet Raus bevor Viertefinale waere historischer Tiefpunkt und basierend auf 3.2006, 2.2008, U-Meister ... komplett NICHT zu erwarten.)
    Glaubt den Demagogen nicht jeden Murks, seht selber!

  • User
  • 10.07.2010 09:00:38 Breitner74

    Wenn der DFB cool wäre, dann würden sie den von Löw begonnenen Jugendstil fortsetzen und dazu passend einen jungen Trainer holen. Thomas Tuchel etwa. Jemanden, der genau so wie das Team hungrig ist. Und dazu respektlos, jemanden, dem nicht im entscheidenden Moment vor zu viel Ehrfurcht die Beine wegbrechen wie dem Jogi.

    Ist natürlich alles Illusion. Der DFB ist nicht cool, sondern genau das Gegenteil davon. Und deshalb ist für die Trainernachfolge von Löw das Schlimmste zu befürchten. Die fragen am Ende noch Matthias Sammer.

  • User
  • 10.07.2010 09:30:19 AbteilungAttacke

    Das ist halt einer der Knackpunkte: Wie schafft es die PR-Maschine DFB immer wieder Leute auf ein so niedriges Erwartungsniveau herunter zu labern?

    In dem man es seit dem Zeitraum von 1998 mit Taten untermauert.

    Ein errumpeltes WM-Finale und zwei EM-Blamagen spielten da auch eine Rolle, nisch wahr ?

    Ob die deutsche Mannschaft sich selbst geißelnd durch die Straßen treiben musste mit einem "Sind wir schlecht" mag indes dahin stehen - Fakt ist, sie hat es gemacht, unter Ribbeck, Völler, Klinsmann und eben Löw, der sich da nur nahtlos in eine Kette einreiht, also mitnichten ein Verursacher desselben ist.

    Gleichlaufend damit ließ sich das Absinken des Ansehens der deutschen Fussballnationalmannschaft im Ausland betrachten. Furcht flößte diese Mannschaft niemanden ein, als "Favorit im erweiterten Kreis" wurde man vor jedem Turnier primär auf Grund historischer Erfahrung bezeichnet, nicht wegen des aktuellen Kaders.

    Damit muss nun freilich Schluss sein, wie ich auch schon andernorts geschrieben habe. Platt gesagt, muss dieser Mannschaft eine echte "Wir sind wer"-Siegermentalität verpasst werden, einhergehend mit Ergebnissen, die Respekt einbringen.
    Man denke nur an England. Jahrelang nichts gerissen, aber eine gute Quali und schon sind die Weltmeister der Buchmacher.

    In dieser Sache gehen wir ja Hand in Hand, mein lieber Paul.
    Nur die Schlussfolgerung ist eine andere:
    Du denkst, Löw kann dieses Siegergen der Mannschaft nicht verpassen.
    Ich sage, Löw hat sich in langfristigen Zeiträumen als äußerst lernfähig erwiesen. Die Mannschaft von 2010 ist wohl spielerisch unbestritten besser, als die von 2008.
    Und ich frage dich, was hast du mit Löw zu verlieren, wenn er bis 2012 weitermacht ? Denn alles ausser dem Titelgewinn wäre unter diesen Prämissen eine Enttäuschung.
    Gewinnt er, wurdest du widerlegt, kannst dich aber über den Titel freuen.
    Verliert er, kannst du dich bestätigt fühlen (vor allem wenn die Niederlage durch ein Standard erlitten wird) und sicher sein, dass er weg ist. Und wer glaubt, dass dann Flick Nachfolger wird, der glaubt immer noch, der DFB tickt wie vor 40 Jahren. Mal abgesehen davon, dass die Erbfolgeregel längst vielfach unterbrochen worden ist (auch wenn Holgerlein plädiert, dass Ribbeck genau das war), werden nach einem Nichttitelgewinn 2012 alle Feinde Löws beim DFB aus den Löchern gekrochen kommen, denen nun die WM das Maul gestopft hat. Man sollte, was das anbelangt, Sammers Hartnäckigkeit und Geduld nicht unterschätzen....

  • User
  • 10.07.2010 10:40:39 Ganna

    Dass der Puyol bei einem Standard aus versehen mal von hinten angerauscht kommt, und „einen reinköpft“ hätte man nicht nur vor dem Spiel sehen können, sondern das war auch die beste Chance der Spanier in der ersten Halbzeit. Wenn man das dann in der zweiten Halbzeit immer noch nicht kapiert hat, dann ist einem nicht mehr zu helfen. Eigentlich sollte ein Trainer sowas gar nicht mehr ansprechen brauchen. Wenn das eine gut ausgebildete funktionierende Mannschaft ist, dann hätten die das auch so schnallen müssen. Aber wegen dem einen Fehler? Geschenkt!

    Ein schwer anzunehmender Ball für Toni Kroos war alles, was die deutsche Mannschaft nach vorne zustande brachte, gegen einen doch irgendwie nervös wirkenden Casillas. Und wer sich hinter seinem Gegenspieler versteckt und nicht anspielbar ist, kann auch keine Tore schießen und ein Spiel gewinnen…

    Irgendwie gab‘s da mehr nervöse Deutsche als Spanier auf‘m Platz. Was willste da als Trainer machen, wennste plötzlich so einen Haufen Memmen hast? Baldrian verabreichen?

  • User
  • 10.07.2010 10:44:44 fisch100fisch

    Also wenn ich irgendwo hier auf 11F nochma lesen muss, dass Jogi Schwabe ist, dann haue ich meinen Rechner zu Brei. Kann man das mal gaaaaaaaaaanz gross auf die Startseite schreiben? Jogi ist aus Baden und damit Badener!!!!

  • User
  • 10.07.2010 10:45:44 tropoufus

    Das immer wieder vorgebrachte Argument mit einem taktisch bedingten "Angsthasenfußball", das hier häufig als Hauptgrund für die Niederlage vorgetragen wird, geht meiner Ansicht nach fehl. Mit der Herausnahme des Popstar-Stürmers Torres und der Hereinnahme von Pedro hat Del Bosque die (richtigen) Schlüsse aus den vorherigen Spielen gezogen und die N11 dort unter Druck gesetzt, wo es ihr weh tut - nämlich über links. Sowohl Schweinsteiger als auch Khedira wurden dort dauerhaft gebunden, da mit Ramos ein ständiges Übergewicht auf dieser Seite entstand. Das hat meiner Ansicht nach die "Geometrie" des Spiels zu Ungunsten der N11 verlagert, schnelle Angriffe aus der Abwehr heraus waren so kaum möglich. Zudem muß man das Argument der Spieler ernst nehmen, dass sie nicht in die 2Kämpfe gekommen sind, da die Spanier dies durch ihr Passspiel zu unterbinden wußten. Notfalls ging der Pass bis zu Casillas zurück, das war vermehrt zu sehen. Die N11 konnte also ihr Spiel nicht aufziehen und gegen Spanien/Barca schafft das momentan auch keine andere Mannschaft. Wie hätte man denn alternativ spielen sollen? Manndeckung? Mit langem Pass über das MF? Zu sagen: "So wie gegen ARG und ENG" ist kein Argument, sondern Wunschdenken.

    Ne ne, an der Taktik lag es nicht. Der N11 fehlte
    a) Müller und
    b) das notwendige Glück

  • User
  • 10.07.2010 10:48:01 AbteilungAttacke

    @ Ganna

    Man kann ja nicht sagen, Löw hätte taktisch nicht versucht zu antworten, mit Jansen und Kroos.

    Gegen das Mentale - soweit meine Theorie stimmt - kann wohl nur ein Weltklassemotivator wie Klinsmann 2006 was tun... das und Baldrian versteht sich...

    Aber im ernst: Nach der Halbzweitpause wurde es nur geringfügig besser als in den ersten 45. Minuten - mal abgesehen davon, dass die Grundtaktik immer noch nicht verändert wurde (nicht verändert werden wollte ?) Wie Holger da in einem seiner seltenen Momente schrieb: Deutschland stand hinten und wartete auf den Lucky Punch.
    Wenn ich in den ersten 45. Minuten jedenfalls Memmen in die Kabine kommen sehe, muss ich doch versuchen, sie zu erreichen. Keine Ahnung ob er es versucht hat - erreicht hat er sie offensichtlich jedoch nicht.
    Man könnte natürlich auch darauf verweisen, dass Löw im Vorfeld mental auf die Mannschaft hätte einwirken müssen. Auch das ist im nicht gelungen. Es ist nicht nur subjektiv, wenn man die Anspannung der Gesichter der deutschen Spieler beim Einlaufen sieht...

    Mental habe ich Löw schon immer schwach eingeschätzt. Ich hoffe, er er lernt aus 2010.

  • User
  • 10.07.2010 10:54:47 AbteilungAttacke

    @ tropo

    Zwar gebe ich dir in dem Punkt Recht, dass es nicht an der Taktik lag - sondern vor allem im mentalen Bereich.

    Hier wurde immer wieder Barca gegen Bayern als Referenz für dieses Spiel herangezogen. Dies geht m.E. in einem Punkt fehl. Bayern war vom Potential her klar überlegen. Mit Leuten wie Lell und Oddo gegen Et'o, Messi, Henry, Iniesta und Xavi ? Brrr.
    Die deutsche Mannschaft hatte, auch anders als Bayern 09 im Turnierverlauf gezeigt, dass definitiv mehr Potential drin steckt, als sie gegen Spanien gezeigt hat. Es war Angst, die dieses Potential lähmte. Man kann nun darüber streiten, wie es ohne Angst ausgesehen hätte - ob da "mehr in die Zweikämpfe" oder "mehr nach vorne" gegangen wäre, ist auch unerheblich.

    Aber du tust dem Spielverlauf und Spaniens Leistung Unrecht, wenn du es mit "fehlendem GLück" erklärst. Glück braucht nur der, der aus eigener Kraft den Erfolg nicht schaffen kann.

    Und eines muss man auch klar sagen: In der 1. Halbzeit hat del Bosque Jogi klar übertrumpft. Messerscharf hat er erkannt, dass sich unsere Mannschaft gegen Gegner mit 5 Spielern im Mittelfeld äußerst schwer tut. Hinzu kam die genaue Erkenntnis unserer linken Abwehrseite als Schwäche.
    Wie gesagt, die Spanier brauchten diese taktische Überlegenheit nicht, das mentale gab den Ausschlag. Aber das Spanien von Beginn an soviele Großchancen hatte, lag nicht zu letzt an der taktischen Ausrichtung.

  • User
  • 10.07.2010 10:55:20 AbteilungAttacke

    Tanthe Edit sagt: Bayern war vom Potential her klar UNTERlegen...^^

  • User
  • 10.07.2010 11:17:17 tropoufus

    @AbteilungAttacke

    Mit Glück meine ich auch nicht "Zufall", sondern z.B. der Schiri pfeifft zur Abwechslung mal einen den FS/EM für DEU (Özil) oder Kroos trifft den Ball richtig und nagelt die Pille rein o. Trocho erwischt Casillas aufm falschen Fuß - Chancen waren ja da, es is eben keine rein gegangen. Und dann will ich mal sehen, was SPA mit nem Rückstand macht. Aber "Hätte Hätte Fahrradkette".

    Ich find es jedenfalls nicht richtig zu behaupten, die N11 hätte "Angst" vor den Spaniern gehabt. Das wird der Leistung beider Mannschaften auch nicht gerecht. Ich weiß nur, dass die Russen es 2x während der EM 2008 versucht haben, bedingungslos nach vorne zu spielen und Pressing zu spielen. Die Ergebnisse sind bekannt. Auch wenn Spanien 2010 nicht SO stark sein mag, die sind immernoch sau gefährlich und mit ihren endlosen (und öden) Ballstaffetten machen sie einfach JEDES Spiel des Gegners kaputt.

    Das Spiel der Bayern 2009 war nur exemplarisch genannt, es ging mir um die Aussage van Bommels, die sich mit der Stellungnahme Schweinsteigers deckt. Ganz grundsätzlich ist mir kein Spiel bewußt, in dem der Gegner gegen Barca respektive Spanien so aktiv unter Druck setzten konnte, wie von Dir verlangt wird. Das kann auch schnell in die Hose gehen (s.o. zum Spiel der russ. Mannschaft 2008)

  • User
  • 10.07.2010 12:51:10 eigenwillich

    leute - das war ein WM Halbfinale. Man darf gegen Spanien rausfliegen - das ist anderen auch schon passiert. Aber man darf auch wissen, dass die Spanier links massiert stehen, also unsere rechte Seite quasi zu ist. Man darf auch wissen, dass Puyol nicht mutterseelenalleine im Strafraum rumspazieren darf. Man darf auch mal nen langen Ball nach vorne schlagen, wenn es klein klein nicht klappt und hintenrum immer nur dem Gegner nutzt. Man sollte aber nicht vor Knie und Zähneklappern das Laufen vergessen. Mann sollte auch unter gar keinen Umständen dem Gegener sagen "wir wollen gar nicht weiterkommen" indem man Gomez bringt. Und wenn man hinterher meint, man hätte nicht anders agieren können, weil das eben nicht das eigene Spiel sei, dann ist das nicht mehr oder weniger als ein Offenbarungseid. Ehrlich sein - dem Trainerstab sagen, dass sie es vor dem Spiel und während des Spiels versaut haben - und fertig is. Die haben grad mal eben ne WM verdaddelt. Wer will da denn schon nachtragend sein. Provokant - mag sein, aber Zuckerbrot hilft hier auch keinem.
    Oder wollen wir überlegen, dass Ballack genau lange genug da war um so viel Unfrieden und Unsicherheit zu produzieren, damit es auch ohne ihn nicht zum Titel reicht???

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  • 10.07.2010 13:23:18 FalscherHase

    Vielleicht sollte der DFB mal über einen neuen Masseur nachdenken. Geht ja nicht an, dass nur die Spanier massiert stehen und wir nicht.

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  • 10.07.2010 14:16:30 lebowski

    Also ich bin ganz bei Herrn Reif. Natürlich spieln die Spanier nen besonderen Stil, natürlich passt da alles, das Bällchen läuft, die ham 120% Ballbesitz und natürlich sind diese Ballstafetten gerade auch für Liebhaber des Sports nicht selten ein Genuss. Aber so richtig vom Hocker hauen is was anderes. Da bin ich mal ganz Event-Fan. Gerade jetzt bei der WM. In den Gruppenspielen wirkte das Ganze ja schon fast phlegmatisch. Da hab ich jedenfalls nix gesehen, was mir in Erinnerung geblieben is. Und auch gegen Deutschland führte keine der sicher beeindruckenden Stafetten zum Erfolg. Sondern es war ein Standard. Zeichnet sie ja aus, dass sie's auch so können. Frustriert mich aber ein wenig, da diese Variante ja nun echt keine Überraschung war. Ecke von Xavi auf den heranrauschenden Puyol - ich möchte wetten, das gab's bei Barca in der letzten Saison öfter. Überhaupt is Puyol ja wohl der einzige Kopfballspieler da. Kurz: vermeidbar und deshalb ärgerlich.

    Und überhaupt halte ich wenig davon, des spanischen Stil trotz seiner offensichtliche Klasse jetzt zum Allerheiligsten zu erklären. Man sieht ja, wozu zu viel Respekt und Quasi-Vergötterung führen: die Buxen sind schon vorm Anpfiff voll. So wie bei uns am Mittwoch. Etwas mehr Mut und Willen wäre schön gewesen. Wie sagte meine Herzdame so nüchtern, als ich ihr klugscheißernd erklärte, warum das Spiel jetzt so läuft, dass das am Stil Spaniens liegt und dass man da einfach nicht an den Ball kommt: Dann müssen sie ihn sich holen, verdammt! Und da hattese verflucht recht. Kann mir keiner erzählen, dass man die Spanier mit etwas mehr Verve und Chuzpe nicht schlagen kann. Davon ab: wenn Toni das Ding reinkloppt, gewinnen wir das Ding schmutzig mit 1:0. Hätt ich durchaus mit leben können. Die Spanier sicher auch. Die spieln ja eh einfach weiter so. Und mir fehlt da irgendwie die Leidenschaft, kann mir nich helfen.

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  • 10.07.2010 14:36:41 AbteilungAttacke

    Und weisste wat, Dude ?

    Wegen eben deiner Ausführungen setze ich nun alles auf eine Karte, um Redondo doch noch abzufangen und tippe auf einen Sieg gegen Holland.

    Denn Holland ist im Spiel nach vorne sehr viel schwerer auszurechnen, als Spanien, dessen Spiel bekannt ist. Die rumpeln doch nicht, weil die ihr System verlernt haben. Die rumpeln einfach, weil jeder Gegner mittlerweile weiß, wie er sie zu nehmen hat.

    Auch glaube ich, dass Holland mental stärker auftrumpfen wird. Der Sneijder labert nicht nur, wenn er sagt, ma wird "die Fehler der Deutschen", die "Angst" nicht wiederholen. Und umgekehrt wird Spanien, die sich diese WM auch alles andere als Druckfest erwiesen haben, erstmal an den Gedanken gewöhnen müssen, innem, WM-Finale zu stehen.

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  • 10.07.2010 14:49:26 Zezinho

    Leider gab Löw die Antwort selbst, wer es besser lösen konnte als Jerome: Jansen.


    Das habe ich nach Boas erstem WM-Spiel schon geschrieben, da wurde ich hier noch übelst zerrissen. Ich bin HSV-Sympathisant und versuche möglichst mir möglichst viele Spiele der Rothosen anzugucken. Der einzige der es wirklich verdient hat zur WM zu fahren ist Jansen (wenn er fit ist). Aogo und Boateng haben sicher sehr viel Potential, sind aber noch nicht so weit. Bei Troche ist Hopfen und Malz verloren, er macht ein gutes und fünf schlechte Spiele und seine Standards sind eine Katastrophe. Es wird zwar immer gesagt, er hätte einen ach so tollen Schuss, allerding braucht er viel zu viele Chancen um mal zu treffen. Meistens geht der Ball auf die Tribüne und wenn es schwierig wird, taucht er meistens völlig unter. Allerdings muss man ihm zugutehalten das er letzte Saison eine der wenigen war, der bis zum Schluss gekämpft hat. Wie dem auch sei, er kann der NM (insbesondere bei einer WM) nicht weiterhelfen. Seine ständige Aufstellung zeigt mir dass das Trainerteam sich anscheinend keine Spiele des HSV anguckt.

    Gegen Spanien wären auf Müllers Position Marin, Kroos oder selbst Cacau besser gewesen. Jeder der drei genannten hätte mehr Entlastung nach Vorne gebracht. Das Spiel ist nicht in der Abwehr sondern im Mittelfeld verloren worden.

    Neben Troche fand ich auch Podolski schwach, er hätte spätesten zur Halbzeit raus gemusst. Dadurch dass die Mittelfeldaußenpositionen schwach waren, hatte Özil auch nichts zu melden; von Klose ganz zu schweigen. Mal abgesehen von Taktik und Einstellung, Jogi ha falsch Aufgestellt und Gewechselt. Niederlage geht auf seine Kappe.

    Und noch eines zur Erwartungshaltung: Brasilien, Argentinien, Spanien, Italien, England und mindesten noch Holland fahren zur WM um Weltmeister zu werden, nur Deutschland ist schon mit einem 3. Platz super zufrieden.

    Der Sieg gegen Argentinien war ein Fußballwunder, ein Fall von David gegen Goliath.

    Für mich sind die kein Goliath. Die argentinische Gruppe war eine der schwächsten, da kann man schon mal glänzen, auch Mexiko hat diesmal keine gute WM gespielt. Deutschland war der erste starke Gegner und hat die Gauchos auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Argentinien hat eine ganz schwache Quali gespielt. Die haben 6:1 in Bolivien verloren und haben sich durch ein errumpeltes 1:0 im letzten Spiel gegen Urugay qualifiziert. Maradona ist eine Katastrophe als Trainer, das sollte man nicht vergessen. Ich erinnere mich noch an die Aussage eines Fans während der Quali: „Das Chaos was früher in Maradonas Leben herrschte, hat Argentinien jetzt auf dem Platz.“ oder so ähnlich.

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  • 10.07.2010 15:11:02 feuerwehrmann

    Man muss den Stil der Spanier nicht toll finden. Die Spielweise ist nicht darauf ausgelegt, den Gegner mit 3 Toren aus dem Stadion zu fegen. Es geht rein um Ballbesitz und geduldiges Warten auf die eine Chance. Und wenn Teams, wie Paraguay und auch unsere N11, defensiv gut organisiert sind, ergeben sich nicht viele Chancen. Daher ja auch die knappen Siege der Spanier. Jeder wusste, dass sie die Chancen auch über Standards suchen und dass dann auch Puyol aufrückt, nicht nur die Schlaumeier, die jetzt sagen: mussmandochwissen,ey!!! Man kann es aber trotzdem nicht verhindern... Wenn der Gegner 60% Ballbesitz hat und noch dazu Pressing spielt und auch noch im Gegenpressing erfolgreich ist, sprich die Versuche nach Ballgewinnen schnell zu kontern (auf dessen Erfolg sich das neue Selbstbewusstsein des Teams ja in der Hautsache gestützt hat) - das zermürbt und frustriert auf Dauer, macht müde und dann passiert es eben, dass Klose einen Moment mal nicht aufpasst und Puyol ziehen lässt. Mehr ist doch nicht passiert, es hat halt in diesem einen Fall zum entscheidenden Tor geführt.
    Wenn man in solchen Spielen jetzt nach dem Motto verfährt (wie es hier ständig gefordert wird): Ich will aber den Ball und ich muss ihn mir jetzt holen, verdammt!!! und mit übersteigertem Ehrgeiz im Mittelfeld einsteigt und grätscht und wasweissich und darüber die Ordnung verliert, geht's erst Recht in die Hose. Wer also lieber mit "Mut" und "Willen" 3:0 verliert, kann so argumentieren.

    Nochmal: man muss diese Art Fußball zu spielen nicht mögen, muss aber anerkennen, dass sie zum Erfolg führt. Aber eben auch nur ergebnisorientiert und nicht erlebnisorientiert ist. Ich kann verstehen, wenn man das nicht mag.

    Aber: hat nicht van Gaal etwas von dieser Ballbesitz-Philosophie über die Bayern auch in die Bundesliga gebracht? Und waren die Bayern damit nicht auch erfolgreich, national und international? Und dabei nicht nur ergebnisorientiert, sondern auch mit begeisterndem Fußball? Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, dass früher derart viele Nicht-Bayernfans in einer CL-Endrunde zu Schweinsteiger, van Bommel und Co gehalten haben und die Art Fußball zu spielen gelobt haben.

    Ich jedenfalls berausche mich lieber am zählbaren Erfolg, auch wenn das Spiel mal nicht so schön anzusehen ist. So wie z. B. Lautern-Fans in den 90ern, als O. Marschall irgendwann um die 90. Minute mit einem dreckigen Abstauber einen Grottenkick in 3 Punkte verwandelt hat... ;-)

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  • 10.07.2010 15:30:51 AbteilungAttacke

    @feuerwehrmann

    Bei der EM haben sie die Gegner zwar nicht weggefegt, aber deutlich mehr dominiert, was sich auch in dem 'Mehr' an Toren zeigte. Auch bei Mannschaften, die nicht wie die Russen 2x ins offene Messer liefen (Griechenland zB). Nein, es ist so: Ihr Spiel ist bekannter, der Gegner besser darauf eingestellt. Paraguay übrigens hat es geschafft, mit offensivem Pressing Spanien in mehr als nur Gefahr zu bingen. Und zwar nicht, weil sie spielerisch besser waren.

    Sicherlich klingen Begriffe wie "Mut", "Kampf" und "Wille" archaisch - aber was war denn der Kopfball Puyols als eine genaue Verkörperung dieser Begriffe ?

    Zahllose Mannschaften (Schweiz, Portugal, Paraguay) haben jeweils leicht modifiziert mit derselben Taktik Deutschland besser ausgesehen. Bis auf vielleicht Portugal hat doch unbestritten keiner dieser Mannschaft mehr Klasse als SPanien oder Deutschland. Die einzige Erklärun, die mir einfällt, warum es so war, ist eben der mentale Zustand, dessen Ausdruck "Kampf", "Wille", "Mut" nunmal sind.

    Die Folge dieser 'Tugenden' sind, dass man es dem Gegner schwerer macht. Man missinterpretiert sie, wenn man sie gleichsetzt mit dem Argument des "wir machen auf, verlieren 3-0; wir sensen rein und verlieren unsere Ordnung".
    Eine Folge hätte z.B. genau so gut sein können, dass man dem spanischen Pressing besser standgehalten, sich mehr Freiräume erspielt, weniger Fehler im Aufbau gemacht hätte.
    Es gibt da eine Schlüsselszene für mich. Schweinsteiger, der unbestritten beste deutsche Spiler des turniers, köpft unbedrängt zu seiner Verteidigung zurück - jedoch genau ZWISCHEN Boateng und Friederich, so dass Boateng rennen muss, wie ein Hase, damit es keine Ecke gibt. Das war ein klassischer Fehlpass wegen Nervosität. Das konnte man richtig erkennen. Dagegen hätte 'Mut' geholfen.
    Dieses Argument "wenn man 'aufmacht' verliert man 3-0" verkennt doch, dass es keine zwangsläufige Folge sein muss, Harakiri nach vorne zu spielen oder die Spanier umzusensen. Man kann seine Kontertaktik ja beibehalten - aber so die Spanier eben zu Fehlern zwingen, wie bei Özils Chance gegen Ende der 1. Hälfte.

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  • 10.07.2010 15:51:44 feuerwehrmann

    @attacke

    Klingt alles nicht unvernünftig, aber ich wehre mich gegen die Vorwürfe der Angst und des fehlenden Mutes, die dann in so polemischen Ausdrücken wie "Angsthasenfußball" gipfeln. Denn das hat das Team nicht verdient, blickt man nicht nur auf das Spiel gegen Spanien sondern auf alles. Ich finde, da wächst etwas gutes heran, ein Team, dass in 2 und 4 Jahren, die nötige Reife haben kann um sich eben nicht von erfahreneren Mannschaften den Schneid abkaufen zu lassen. Da muss man doch jetzt nicht wieder alles schlecht machen und aus der eigenen Enttäuschung heraus unbedingt einen (Löw) oder gleich mehrere ("Angsthasen") Schuldige suchen und schimpfen. Man darf natürlich auch nicht alles schön reden. Natürlich ist ein 3. oder 4. Platz kein Erfolg, den man feiern sollte.

    Warum nicht einfach die goldene Mitte: Mund abputzen und weiter! Ohne Angsthasenbeschimpfungen einerseits und ohne Lobhudelei andererseits. Die Spieler wissen selbst, was sie falsch gemacht haben, ohne die ganzen erhobenen Zeigefinger... und manchmal auch Mittelfinger.

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  • 10.07.2010 17:46:09 AbteilungAttacke

    Um Gottes Willen, nichts läge mir ferner, als dieses Team schlecht zu reden.

    Alles, was ich mir wünsche ist, dass aus der Niederlage Lehren gezogen werden, ebenso wie aus 2008 Lehren gezogen wurde.

    Waren es 2008 vor allem spielerische Dinge, die Hinzunahme von Leuten wie Özil, so kann die Lektion aus 2010 vor allem nur sein, sich mental deutlich stärker zu positionieren als bisher. Hatte ich an anderer Stelle aber schon im Forum ausgebreitet.

    Entscheidend dabei ist natürlich Jogi Löw. Aber ich hoffe, auch so mancher junge Spieler, der 2010 dabei war, wird in künftigen Auseinandersetzungen was mit von der Partie genommen haben, und sei es, sich nie wieder so abkochen zu lassen.

    Eventuell - vorausgesetzt, er spielt bei Leverkusen eine gute Saison - könnte Michael Ballack doch noch ein Gewinner der WM werden. Es ist wohl nicht ganz abwegig, dass er der spiritus rector der Mannschaft werden und 2012 die Mannschaft zum Titel führen könnte.

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  • 11.07.2010 14:06:53 JohnnyKuster

    so, gut is...
    DEutschland ist wieder (der Leistung angemessen) Dritter, es gab ein schönes Spiel, welches mit Forlans Lattenschuss glänzend beendet wurde.
    Und: es hätte auch anders ausgehen können...
    SChade, dass das mit Ghana nicht geklappt hat...
    Naja, und für Ballack wäre es ja auch ein schöner Abschluss gewesen.
    NU muss er ja wohl noch zwei Jahre weiterspielen auf högstem Niveau, damit das mit dem Titel auch mal mit deutschen Kollegen klappt.. aber ab Morgen ist erstmal Sommerpause bis die Bundesliga wieder startet.
    Und Tschüss!

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  • 11.07.2010 16:22:03 Breitner74

    Das Spanien-Spiel lässt mich nicht in Ruhe... Für mich ist relativ klar, dass das Taktik war, so wie die Deutschen spielten. Von Anfang an zwei massierte Viererketten in der Abwehr, die Angriffe erst zehn bis fünfzehn Meter nach der Mittellinie. Löw wollte so spielen, wie Mourinho Barca in die Knie gezwungen hat. Heisst: Lass die Spanier spielen mit ihren brotlosen Kurzpässchen, aber am Sechzehner ist Schluss. Dafür schnelle und gnadenlose Konter, die das Spiel entscheiden.

    Kann man ja so machen, im Falle von Inter hat das bestens geklappt. Nur: Diese Taktik hat mal so gar nicht zum deutschen Team gepasst. Sie kamen so schon von vornherein überhaupt nicht ins Spiel, während die Spanier lange unbedrängt kombinieren konnten und so immer mehr an Sicherheit gewannen. Nicht die Spanier wurden zunehmend hilflos, wie beabsichtigt, sondern die Deutschen. Das mit den Kontern klappte nicht, das war hilf- und rettungslos. Den Versuch, den Irrtum in der Halbzeit zu korrigieren, unterließ Löw. Ich bleibe dabei: Das war kein Versagen des Teams gegen allzu übermächtige Iberische Wunderfußballer. Das war ein taktisches Versagen Löws, der seine Mannschaft falsch eingestellt auf den Platz schickte und so das Halbfinale leichtfertig herschenkte.

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  • 11.07.2010 16:27:13 ColePorter

    @ Breitner:

    Was ist eine massierte Viererkette?
    Sagt das etwas über den Geschmeidigkeitsgrad aus oder über taktische Dinge?

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  • 11.07.2010 16:51:12 AntiMöller

    Ich bleibe dabei: Das war kein Versagen des Teams gegen allzu übermächtige Iberische Wunderfußballer. Das war ein taktisches Versagen Löws, der seine Mannschaft falsch eingestellt auf den Platz schickte und so das Halbfinale leichtfertig herschenkte.

    Darf ich fragen, welche Taktik Du gegen die "allzu übermächtigen iberischen Wunderfussballer gewählt hättest? Sicher nicht so "leichtfertig" wie Löw.

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