Die Geschichte der Fußballfans

11FREUNDE-Spezial: Nr. 1

Die Geschichte der Fußballfans

Neu hier? Alle Infos zu 11Freunde Community
03.07.2010

Joachim Löw über Spielkultur und Argentinien

»Ohne Ordnung geht es nicht«

Interview: Michael Rosentritt  Bild: Imago

Vor dem Viertelfinale spricht Jogi Löw über seine Lust an der Anspannung, über ästhetischen Fußball, die künftige Rolle von Michael Ballack und das Verbot, mit ihm über seine Zukunft als Bundestrainer zu reden.

Joachim Löw über Spielkultur und Argentinien - »Ohne Ordnung geht es nicht«


Joachim Löw, Bastian Schweinsteiger hat das Spiel gegen Argentinien verbal angeheizt. Gab es dafür einen Rüffel von Ihnen?

Nein, weil ich das gar nicht verfolgt habe. Vor so einem Spiel, bei dem es immer hitzige Debatten gibt, interessiert mich das auch nicht weiter. Das ist ein verbales Kräftemessen.



Ist er nicht übers Ziel hinausgeschossen?

Vom Grundsatz hat Bastian sicher Recht: Die Argentinier spielen am Rande der Legalität, was ihren körperlichen Einsatz betrifft. Das ist diese Mannschaft, bei der sich unglaubliche individuelle Qualität und Technik mit ausgesprochen hoher körperlicher Robustheit mischt. Das ist wohl die Gaucho-Mentalität. Sie lieben dieses Mann gegen Mann, um zu beweisen, dass sie auch im Körperlichen den anderen überlegen sind. Das spielen sie gerne aus. Dabei kommt es manchmal zu Provokationen. Nichts anderes hat Bastian Schweinsteiger gemeint.

Dann muss dieses Spiel ganz nach Ihrem Geschmack sein. Sie sagen selbst von sich, dass Sie ein Kampftrainer sind.

Habe ich das gesagt? Oh nein, ich habe gesagt: Wettkampftrainer. Vor allem bin ich ein ästhetischer Trainer, der guten Fußball sehen will, der Fußballkultur mag und über Kampf und Einsatz nur am Rande spricht. Wenn ich das schon tue, definiere ich genau, was ich mit Kampf meine. Das heißt dann eben nicht, dass man blind anrennt oder den Gegner aggressiv bekämpft. Da habe ich schon noch eine andere Vorstellung. Als Wettkampftrainer liebe ich entscheidende Spiele. Ich liebe es, wenn die Anspannung hoch ist.

Ist der Ästhet in Ihnen nicht enttäuscht, wenn er sieht, wie stark doch die Defensive im Vordergrund steht bei dieser WM?


Enttäuscht? Nein. Aber es gab Mannschaften, die haben mich enttäuscht, wie Italien und Frankreich, weil sie vielleicht über ihren Zenit hinweg waren. Italien war nicht in der Lage, Tempofußball zu spielen. Das muss man heute können, wenn man auf hohem Niveau bestehen will.

Aber wo bleibt die Schönheit? Oder ist sie einfach nicht mehr so leicht zu erkennen?


Die Spanier spielen offensiv überragend gut, dort sieht man, dass das auch so gewollt ist. Aber vielleicht wird nicht mehr so spektakulär gespielt. Trotzdem sind jetzt noch Mannschaften im Turnier, die eine gute Spielanlage haben.

Gibt es auch eine Ästhetik der Defensive?

Wenn man so will, ja, die gibt es auch.

Sie klingen nicht so begeistert.


Doch, doch. Ein gutes Zweikampfverhalten ist sehr ästhetisch. Wir haben gegen England viele Bälle gewonnen, ohne Foul zu spielen. Das ist die hohe Kunst, die Ästhetik der Defensive.

Abwehrspieler Jerome Boateng hat ganz stolz erzählt, dass er kein einziges Mal gegrätscht hat. Das ist ein Kompliment für Sie?

Ja, für ihn. Wir haben es ihm ja absolut verboten.

Sie sind als Taktiktüftler bekannt. Wie gehen bei Ihnen Taktik und Ästhetik zusammen?

Beides hängt im starken Maß zusammen. Spielkultur ist ohne Ordnung und Organisation nicht möglich. Man muss eine klare Strategie haben, wenn man offensiv spielen will. Sonst ist es ein völliges Durcheinander und endet im Chaos. Also: ohne Ordnung keine Kreativität!

Tüfteln Sie hier wirklich bis tief in die Nacht an Taktiken? Darüber, wie man Messi stoppen kann?

Was haben Sie für Vorstellungen? Die Spielvorbereitungen verlaufen immer ganz ähnlich. Wir bereiten uns auf Zypern genauso seriös vor wie auf Argentinien. Vielleicht nicht mit der Anspannung direkt vor dem Spiel. Aber ich freue mich auf solche Spiele wie gegen England: Das Stadion ist voll, die Menschen fiebern einem Klassiker entgegen. Für mich sind diese Spiele natürlich reizvoller als ein Freundschaftsspiel. Bei der WM hier schaut ganz Deutschland zu, Europa, ja die ganze Welt. Das fordert mich heraus. Ich kann es auch nicht anders erklären.

Sie haben eine Mannschaft geformt, die mitreißend spielen kann. Wie passt Michael Ballack künftig in dieses Gefüge?

Eine Erkenntnis dieser WM ist, dass der Altersschnitt der Mannschaft relativ niedrig sein muss. Diese Spieler sind noch entwicklungsfähig, lernwillig und vor allem hoch belastbar. Wir haben nach einer langen Saison intensiv trainiert, mehrere Wochen lang. Das ist gar nicht einfach, die Intensität noch einmal zu steigern. Da brauchst du eine hohe Regenerationsfähigkeit, die junge Spieler nun mal eher haben.

Ist Michael Ballack vielleicht zu reif für diese Mannschaft?


Ich denke, der Altersdurchschnitt muss relativ niedrig gehalten sein. Eine solche Mannschaft verspricht mehr Erfolg. Wenn die Qualität stimmt! Das ist nun mal die Grundvoraussetzung. Aber natürlich braucht man erfahrene Spieler. Das darf man nicht unterschätzen. Einen Michael Ballack zum Beispiel. Aber: Qualität ist das Wichtigste, dann hohe Belastbarkeit und die Fähigkeit, diesen Siegeswillen zu entwickeln. Das alles geht vor Erfahrung, eindeutig. Italiens Team hatte viel Erfahrung, aber nicht mehr diesen Biss. Und es konnte nicht mehr dieses Tempo spielen, um weit zu kommen.


weiterlesen [1] [2]





Ähnliche Artikel

Kommentare

  • User
  • 03.07.2010 12:47:56 Orang_Utan_Klaus

    Ich denke, der Altersdurchschnitt muss relativ niedrig gehalten sein. Eine solche Mannschaft verspricht mehr Erfolg (...) Qualität ist das Wichtigste, dann hohe Belastbarkeit und die Fähigkeit, diesen Siegeswillen zu entwickeln. Das alles geht vor Erfahrung, eindeutig.

    Das sind schon ziemlich eindeutige Aussagen Richtung Ballack. Damit kann der sich wohl die EM 2012 abschminken.

  • User
  • 03.07.2010 13:27:14 tanzautomat

    Hach, ein guter Mann.
    Schönes Interview, aber kann hier mal jemand die Heizung ausschalten?

  • User
  • 04.07.2010 10:46:50 johnchisum

    ja, aber mal ehrlich: was soll denn auch ein Ballack nach dieser WM noch in einer Mannschaft, der so eindeutig die Zukunft gehört, die super harmoniert und den besten Fußball spielt, denn eine deutsche Elf seit Menschengedenken (wenn überhaupt jemals) bei einer WM gespielt hat? Er würde mit seinem Platzhirschgehabe (siehe Ohrfeige für Poldi etc) nur das Gefüge und die flachen Hierarchien durcheinanderbringen. Trotz aller Verdienste: ein ehrenvoller Rücktritt wäre wohl das beste!

  • User
  • 04.07.2010 21:23:37 AntiMöller

    mit seinem Platzhirschgehabe (siehe Ohrfeige für Poldi etc)

    2 Fragen:
    1. ich hatte das mit der Ohrfeige eher umgekehrt gesehen, also Poldi ohrfeigt Ballack. War dem nicht so?
    2. für was steht das "etc."?

    Bin auf Antworten gespannt!

  • User
  • 04.07.2010 23:04:51 Anteeru

    Er scheint ein Weitermachen nicht komplett auszuschließen. Der letzte Satz ist sicher ein Zeichen dafür. Ansonsten kam es mir so vor, als hätte Löw immer nur auf den einen Moment gewartet, in dem er von Ballack nicht mehr so abhängig ist. Vielleicht ist ein Teil des Erfolges auch dem geschuldet, dass Löw seine jungen Spieler ein stückweit formt, sie dadurch erfolgreich werden und ihm das mit Loyalität danken. Das musste er selbst aber vielleicht auch erst herausfinden.

    Diese extreme Fokussierung auf die Leistung in der Nationalmannschaft jedenfalls macht einen ganz anderer Ansatz in dieser deutschen Elf sichtbar als bei im Grunde allen anderen deutschen Mannschaften davor und den Teams anderer Verbände bei dieser WM, die immernoch ihre 'Co-Trainer' auf dem Spielfeld haben. Die Bestimmenden auf dem Platz gibt es auch bei der DFB-Truppe, muss es geben, aber sie erhalten ihre Rolle aus der Nationalmannschaft heraus und nicht aus dem Verein. Vielleicht ist das eine Sache, die Frings, Ballack oder Kuranyi immer unterschätzt haben (Dabei war es von anfang an klar). Dass Ballacks Rolle in der Nationalelf zum besseren hin kleiner wird, ist folgerichtig, weil er einfach auch älter wird und irgendwann wegfallen wird. Sie ist vor allem aber wichtig, weil einer der letzten Unruheherde aus der Prä-Klinsman/Löw-Zeit durch sie wegfällt, der für die Bundestrainer immer zuviele unwegbare Unbekannte mit sich brachte. Klose ist der einzige Veteran der alten Garde, der bescheiden und lernwillig genug war und ist, um Löws Vertrauen zu genießen bzw. es nicht zu erschüttern. Löw fährt seit Jahren eine relativ klare Linie, aber auch er scheint erst seit kurzem zu wissen, was genau diese Linie ausmacht. Aus Instinkt ist Gewissheit geworden und wenn diese Gewissheit genügend Ansporn bringt, wird er wohl auch weitermachen. Hoffentlich macht er's...

  • User
  • 04.07.2010 23:13:53 Wer

    2 Fragen:
    1. ich hatte das mit der Ohrfeige eher umgekehrt gesehen, also Poldi ohrfeigt Ballack. War dem nicht so?
    2. für was steht das "etc."?

    Bin auf Antworten gespannt!

    Wenn ich dir Antworten geben darf: Poldi ohrfeigte Ballack, ja, durchaus, seine Begründung hat das ja allerdings in dem mehrfach aus dem Umfeld kolportierten Reizklima, bei dem Ballack sich stark als Oberbss imnszenierte. So würde ich auch das "etc." interpretieren. Man siehe auch öffentliche Aussagen Ballack als Kapitän vs. Lahm, wenn Ballack sich, das schon etwas lächelrich amchend, darüber äußerte man könne halt nicht alles ausdiskutieren und Lahm definitiv betonte, es ginge ihm um flache Hirarchie und gemeinsames klären offener Fragen.

  • User
  • 05.07.2010 10:59:39 einrudithömmes

    Einmal, ja einmal habe ich am Samstag was sinnhaftes von Kahn gehört - im Rahmen seiner Möglichkeiten dieser Tage:

    Das Motivieren mag ja ganz schon und gut sein (angesprochen auf Maradona), aber am Ende darf man die Taktik ja doch nicht vergessen.

    Löw, ein guter Trainer, ein Stück weit!

  • User
  • 05.07.2010 11:06:35 sgu07

    definiere "ein stück weit", bitte.
    das macht es mir leichter zu erkennen ob du dem bundestrainer die angemessene loyalität entgegen bringst oder ob du einer dieser unsäglichen, ewig dem löw-kompetenz-abstreitenden "leute die sich fußball-kenner nennen" bist.

  • User
  • 05.07.2010 11:15:29 misterkite

    ach, der löw imitiert doch nur den van gaal ;-) ,,hehe...alsowie gesagt,ich hab ja ordentliche meine boulevardeske negative grundhaltung löw ggü. gehabt und so ganz traue ich dem braten noch nicht, aber was die mannschaft macht und wofürl öw (ALLERDINGS INKLUSIVE MEGABETREUERSTAB) verantwortlich ist das sieht im moment sehr sehr gut aus,das macht spass ,das ist teilweise sensationeller fussball, der technisch hervorragend ist, taktisch klug geprägt, ohne dekadenz vorgetragen und sympathisch präsentiert wird. CHAPEAU!!!

  • User
  • 05.07.2010 11:24:03 sgu07

    @kite: streiche das "teilweise" vor 'sensationeller fußball', dann bist du auf dem richtigen, geläuterten weg. :-)

  • User
  • 05.07.2010 11:25:40 oberhofer

    Thomas Tuchel (sinngemäss):

    "Mir hat gefallen, dass die Mannschaft mit Trainer und Plan gegen die Mannschaft ohne Trainer und Plan gewonnen hat. Das zeigt, wie wichtig der Trainer ist."

    Besser kann man es nicht ausdrücken.

    @misterkite, "ALLERDINGS INKLUSIVE MEGABETREUERSTAB", warum sagst Du das einschränkend? Dieser sogenannte "Megabetreuerstab" ist eine der Neuerungen, die Klinsmann durchgesetzt hat und die Löw konsequent weiterentwickelt hat. Der "Megabetreuerstab", für den Löw immer noch als Cheftrainer verantwortlich ist, kann am Ende die Kleinigkeit auf dem Platz ausmachen, die über den Titel entscheidet. Das Quäntchen bessere Fitness oder Koordination, die einen Spieler einen entscheidenden Zweikampf gewinnen lässt, das Quäntchen mehr Konzentration in der 88. Minute, die den Stürmer die richtige Entscheidung vor dem Tor treffen lässt. Sollte Deutschland Weltmeister werden, hat JOGI LÖW als Erster alles richtig gemacht.

  • User
  • 05.07.2010 11:25:44 sgu07

    bei nochmaligem lesen deines posts fiel auch mir dieser negative touch in der formulierung "inklusive MEGABETREUERSTAB" auf. das muss nicht sein!!

  • User
  • 05.07.2010 11:27:25 oberhofer

    PRO SCHWABEN CONNECTION!

  • User
  • 05.07.2010 11:31:01 sgu07

    sosiehtdasdochaus. wir schwaben haben die besten trainer, und komme mir hier nicht plötzlich so ein korinthenkacker und behauptet unser bundestrainer herr joachim löw sei ein badener!!!

  • User
  • 05.07.2010 11:33:57 oberhofer

    Oder gar Christian Gross sei ein Schweizer!

  • User
  • 05.07.2010 11:38:35 misterkite

    ach ...früher gabs auch nur derwall,ribbeck,den katzenmeier und den koch (in meinem hanutasammelbildchenalbum ist tatsächlich der koch abgebildet...) was ich sagen will:die verantwortung ist breit gestreut. muss sie auch sein, wer willheuite die ganzearbeit machen? und: das löw es schafft die ganzen fäden zu einem starken seilzu verdrillen ist lobenswert. nur: ganz allein auf seinem mist isses eben nicht gewachsen. (das mussman doch...hee...autsch...nicht schon wieder tomaten...aua...wassolldenn das..lassen siemich gefälligst ...*klong!!!*)

  • User
  • 05.07.2010 11:47:06 Hannes Strohkopp

    @sgu: es gibt allerdings Mannschaften, die können ihrem Gegner nicht das Wasser reichen, da reicht sogar ein Schwabe als Spielertrainer nicht aus...

  • User
  • 05.07.2010 11:50:13 sgu07

    *verschluck* hust*
    issn sehr schlechter zeitpunkt, jetzt so ein thema anzuschneiden. rein mental gesehen.

  • User
  • 05.07.2010 15:44:03 einrudithömmes

    *Auf den Rücken klopf...*

    Walter, ich bin loyal, aber nicht bis in den Tod. Ich denke mittlerweile, dass der gute Jogi die Mannschaft schon besser eingeschätzt hat, als viele Millionen Experten vor der WM. Da ich das im Großen und Ganzen gänzlich unterlassen habe, zähle ich mich jetzt dann auch nicht zu denen, die jeweils opportun aufhorchen lassen, sie "haben es ja auch immer schon gewusst". Die Mannschaft ist dann immer je nach Spielverlauf (vorrangig nach dem Kirchgang) wahlweise gut/schlecht eingestellt (gewesen).

    Wie war noch gleich die Frage?

    Ich schätze den Trainer so kompetent ein, dass er den Halbfinaleinzug schon einmal nicht verhindert, ja sogar mitverschuldet hat. Ich mag ihn aber dennoch weniger als vor 4 Jahren. Das hat allerdings weniger mit seiner Kompetenz, sondern mit der Arroganz der Macht zu tun, die für mich immer (EIN STÜCK WEIT) spürbar in seinen jüngeren Auftritten mitschwingt.

  • User
  • 05.07.2010 16:05:19 Karpfenluder

    Ich muß eingestehen, auch ich war vor der WM alles andere als optimistisch. Mal davon abgesehen, daß ich bis dato dem schwäbischen (oder badenser ) Schalträger nicht aufs Fell gucken konnte, so bin ich jetzt eines besseren belehrt worden. Der Auftaktsieg über Australien war für mich Pflicht. Die Niederlage gegen Serbien schien meine Vorurteile zu bestätigen. Ein Sieg gegen Ghana war ebenso eine Pflichtveranstaltung, wenn man schon vor dem Turnier vom Finaleinzug als Zielsetzung spricht. Schon gegen England war ich mir sicher, daß es das Aus bedeutet. Ok, da habe ich den deutlichen Sieg noch auf die schwachen Engländer geschoben. Was diese Truppe allerdings gegen Argentinien aus dem Hut gezaubert hat, davor ziehe ich den selbigen! Auch wenn ich den Jogi bis heute nicht wirklich mag, er hat es verstanden, daß sich die ganze Fußballwelt vor uns verneigt! Und ich wette, daß auch schon die Spanier ein wenig die Hosen voll haben.

  • User
  • 05.07.2010 16:21:35 einrudithömmes

    Siehste, und obwohl ich keine Ahnung vom Fußball habe. wage ich sogar zu behaupten, dass gegen Serbien nicht groß anders agiert wurde als gegen Australien. Nur, dasse das Tor nicht getroffen haben.

    Erkennbare Linie, und ein gute.

  • User
  • 05.07.2010 16:45:52 penalty

    @luder,
    schon allein das vorbereitungsspiel gegen bosnien ließ trotz des noch recht unauffälligen klose und der ein wenig an einen arbeitssieg erinnernden tore(2 elfmeter) erahnen, wozu diese mannschaft in der lage ist.
    für die niederlage gegen serbien sah ich vorallem psychologische schwächen, ungünstige einwechslungen und ein wenig pech als ausschlaggebend. gahna hat gegen deutschland sein bis dahin bestes wm-spiel mit einer guten taktik hingelegt, was ich denen nach ihren vorherigen schwachen vorstellungen nicht zugetraut hatte. ein bissiger gegner, der genau der richtige für die k.o.-spiele war. gute kombinationen waren auch da zu sehen.
    und daß sie england schlagen, daran hatte ich im angesicht der dürftigen vorstellungen der three lions in der vorrunde nicht die geringsten zweifel.
    dem tempo und der laufbereitschaft der dfb-auswahl, gerade im umkehrspiel, wird meiner ansicht nach auch spanien nicht gewachsen sein. sie haben den spaniern den esprit voraus, der das spiel seleccion noch vor 2 jahren auszeichnete.

  • User
  • 05.07.2010 17:11:04 AbteilungAttacke

    @ einrudith

    Hm, diese "Arroganz der Macht", die klebt sicher nun an Löw.
    Aber sei froh, dass es Löw ist, den ich von Natur aus als zwar ehrgeizig, aber weiß gott extrovertiert arrogant einschätze. Stell dir nur einmal vor wie sagen wir... Lothar Matthäus ... an Jogis statt wäre:

    - bereits vo 2008 harsche Kritik
    - 2008 EM kein solides Turnier gespielt, nach dem Finale wieder harsche Kritik
    - Zoff mit Frings und Ballack nach 2008
    - Zoff mit Sammer und den DFB-Schattenmännern
    - geplatzte Vertragsverhandlungen inklusive DFB-Maulwurf
    - Zoff mit Kuranyi und den Medien
    - Zoff wegen seiner Auswahl mit Liga und Medien (Klose, Podolski)
    - "Kritik" (dat wird eh nix) wegen der Ausfälle
    - Kritik vor England (fliegen raus)
    - Kritik vor Argentinien (fliegen raus)

    So - und nun nochmal zurück zum Vergleich
    Der Lothar würde nun SO rumlaufen...
    da nimmt sich er Jogi doch Recht bescheiden aus.

  • User
  • 05.07.2010 17:15:16 einrudithömmes

    2008 kein solides Turnier? Was hast du denn erwartet?

    Und wo ist eigentlich Walter?

  • User
  • 05.07.2010 17:46:39 AbteilungAttacke

    @ einrudith

    Also naja, hat dich 2008 überzeugt ? Jehen wir mal durch wa ?

    Polen: Mittelmäßiges Spiel, verdienter Sieg

    Kroatien: Verdiente Niederlage, "Finale light", weil sich hier schon zeigte, dass Ballack und Frings als "Leader" nix mehr zuzusetzen hatten. Nimmt man das Serbienspiel als "Gegenschablone", wirds noch deutlicher

    Österreich: Selten eine Mannschaft mit soviel Angst und vollgeschissenen Hosen gesehen. Bei aller Liebe. Aber gegen Österreich ein Wuchtstoß unserer Capitanos, mehr war das nicht.

    Portugal: Einzig überzeugendes Spiel

    Türkei: Wieder voll nervös angefangen, wieder das 0:1 gefangen. Hier hatte man am Ende Glück, dass die türkei offenkundig vom Viertelfinale platt war. Der Sieg war verdient - allein überzeugned war er nicht.

    Spanien: Urmels Worte an meiner Statt: "Wenn es jemals eine 0:1 Klatsche gegeben hat, dann 2008 in Wien."

    Summa Sumarum: Nein, kein überzeugendes Turnier. Meinen "Erwartungen" entsprach es natürlich nicht, dass man Spanien wegjodelt - aber eine einzige klare torchance wäre wohl nicht zuviel verlangt gewesen, oder ? Gegen Österreich hätte ein defintiver, entscheidener Sieg hergemusst. Gemessen am Potential Deutschlands, Gemessen am Potential Österreichs, Gemessen an der Ausgangslage. Es war latürnich' nicht Deutschlands schlechtestes Turnier. Aber solide bedeutet halt gleichbleibend. Und die Schwankungen - leider eher mit Auschlägen nach unten als nach oben - rechtfertigen so eine Bewertung einfach nicht.

    Überzeugend spielten - mal so als Beispiel - Spanien 2008, Brasilien 2002, Frankreich 1998.

  • User
  • 05.07.2010 20:56:00 sgu07

    @rudi: hier bin ich.
    ...die jeweils opportun aufhorchen lassen, sie "haben es ja auch immer schon gewusst."
    ich hoffe du meinst jetzt nicht mich damit. klar hab ich nichts gewusst. aber ich hab dem löw immer getraut. das können nicht alle sagen.
    im übrigen denke ich über löws arroganz in etwa so wie abt.att. um 17:11:04 uhr schrob.

  • User
  • 05.07.2010 23:44:25 AntiMöller

    Jaaa, ich habe gesündigt, sgu! Zwar war ich für Klose, aber den wunderbaren Rest hatte ich mir nicht vorstellen können. Ich hatte Angst, wir fliegen nacher der Vorrunde raus. Ehrlich.
    Deutschland - Spanien: 0:1.

  • User
  • 05.07.2010 23:48:02 AntiMöller

    À propos "Spielkultur": mir kullerte das erste Mal seit 1999 (Barcelona im Mai) wieder eine Träne über die Wangen...

    PRO ROMANTIK!

  • User
  • 06.07.2010 00:50:26 feuerwehrmann

    Einem Abwehrspieler verbieten zu grätschen!!!

    War das ernst gemeint???

    Wenn das mal nicht innovativ, mutig, außergewöhnlich und mirfehlendieworte ist...

    Schon arrogant???

    Wird da der Fußball neu erfunden oder was???

  • User
  • 06.07.2010 01:09:57 AntiMöller

    2 letzte Sätze: didn`t got your point. Who, why and where.

  • User
  • 06.07.2010 11:02:43 einrudithömmes

    Attacke - SOLIDE, nicht überzeugt. Langfristig mach das alles einen Sinn, was die da gespielt haben. Versucht haben, zu spielen. SOLIDE ist so ne 3 (für mich) im Notensystem. Und drunter gehe ich für 2008 nicht, dafür war's dann doch immerhin ne einigermaßen verdiente Finalteilnahme, nech.

    Walter - ich habe ein Gedächtnis wie kein Elefant und weiß nicht mehr, was du "vorher" geschrieben hast. Deshalb habe ich dich auch nicht angesprochen, sondern vornehmlich mich. Passt.

  • User
  • 06.07.2010 11:17:44 AbteilungAttacke

    Also, ohne das Fass hier weiter aufmachen zu wollen als nötig:
    solide = stabil, widerstandsfähig, haltbar, dauerhaft.

    Bezogen auf die Leistung wars keine "dauerhafte" oder "stabile" Darbietung, da einfach zu wechselhaft. Ob's "verdient" war (also bezogen aufs Ergebnis), hat mit "solide" ja nix zu tun (würd ich plump bejahen, haben bis zum Finale die wichtigen Spiele gewonnen), da man in manchen Bereichen, so Fussball, auch mit schlechter Leistung gute Ergebnisse erzielen kann.

zum Forum

Logge Dich ein, um einen Beitrag zu schreiben!

VON DEN LESERN EMPFOHLEN



DIE AKTUELLE UMFRAGE

Und bei euch so?

Chaos dahoam!
Trauer dahoam!
Freude dahoam!
Wut dahoam!
Lasst mich mit diesem »dahoam« endlich in Ruhe!




Erwin Kostedde über Rassismus


Wie heißen noch mal die Söhne von Martin Jol?

  • Cock
  • Dick

Das Tagesticker-Archiv

11Freunde Liveticker

11FREUNDE @ TWITTER