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28.06.2010

Arnd Zeigler über WM-Touristen

Knopfdruckstimmung

Text: Arnd Zeigler  Bild: Imago

Weltmeisterschaften bringen spätestens seit 2006 nicht nur Fußball auf die Bildschirme, sondern auch bunt angemalte Menschen mit seltsamen Kopfbedeckungen auf die Straßen. Arnd Zeigler empört sich. Ein bisschen.

Arnd Zeigler über WM-Touristen - Knopfdruckstimmung


Nun bin ich mal gespannt, wie sich das sogenannte WM-Fieber weiter entwickeln wird. Anders als vor vier Jahren wurde es diesmal beschlossen und quasi per Knopfdruck angeknipst: »So, nun wieder Fieber. Wie 2006.« Das ist eines der großen atmosphärischen Probleme dieser WM: Es entsteht keine authentische Stimmung mehr. Wir sehen keine Stadien voller Fans, sondern Stadien voller Touristen. Bei den Bildern von den Tribünen sehne ich mich manchmal nach einem normalen Menschen, der normal aussieht, vielleicht eine schlichte Jacke trägt und den Anschein macht, er wolle dort unten einfach nur ein Fußballspiel anschauen.



Ich bekomme stattdessen: Menschen mit angemalten Gesichtern, Plastiktröten und bunten Perücken, deren Lebenshöhepunkt nach dem Eingeblendetwerden auf der Videowand erkennbar hinter ihnen liegt.

Mittlerweile wird Stimmung nur noch reproduziert und dann punktgenau abgerufen, wenn beispielsweise ein Fernsehsender zu einer »Public-Viewing-Party« hinüberschaltet. Wir sehen auf dem Monitor im Hintergrund tumb vor sich hin stierende Menschen, solange der Moderator im Studio noch redet. Gibt er aber rüber zum Reporter vor Ort, geht – Schnipp! – das Gegröle los, und die Menschen mit den Gesichts-Tattoos, die sie möglicherweise aus den Sechserpackungen eines probiotischen Joghurtgetränks haben, drehen völlig enthemmt durch. Bis der Reporter (»Man kann hier wirklich sein eigenes Wort nicht mehr verstehen, es ist un-glaub-lich!«) ins Studio zurückgibt. Danach wird wieder vor sich hingestiert, vermutlich.

Menschen, die zur WM Fan spielen

Uns ist jegliche Verhältnismäßigkeit abhandengekommen. Und zwar, weil sich ein Großteil der in Medien sichtbaren WM-Fans aus Menschen rekrutiert, die genau genommen Fan spielen. Sie kleiden sich, wie man es aus dem Fernsehen kennt. Sie eignen sich fanspezifische Verhaltensweisen an. Sie lassen die Sau raus. Das ginge auch auf dem Oktoberfest, auf Mallorca oder beim Jahreswechsel, aber nun ist halt gerade WM. Letzte Woche gab es in meiner Straße gar den schüchternen Versuch eines Autokorsos. Nach einem 1:0 gegen Ghana im dritten Gruppenspiel! Hallo?! Was machen solche Menschen im übrigen Leben, wenn, sagen wir, die Fußgängerampel endlich grün wird? Einen Klinsmann-Diver?

Das Produkt WM hat hart und erfolgreich an seiner Austauschbarkeit gearbeitet. Seit der WM 2006 kennen wir den Begriff »Ticketing« und wissen, dass der Besitz eines WM-Tickets unbedingt erstrebenswert ist, glücklich macht, und wahrscheinlich auch glattere Haut. Einer meiner Kollegen hatte damals mehrere Tage lang damit angegeben, WM-Tickets ergattert zu haben, ehe wir durch Zufall herausfanden, dass es Tickets für das Spiel Ukraine gegen Saudi-Arabien waren.






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Kommentare

  • User
  • 28.06.2010 15:14:33 Emiliano Zapata

    Danke! Diesen Aussagen über furchtbaren Gehabe der "Fans", die eben nur Fan spielen kann ich nur zustimmen. Nicht so sehr auf diejenigen im Stadion, sondern die hier beispielsweise in Berlin herumirren... ein Grund warum ich besonders bei den Spielen der deutschen Mannschaft nicht zum Public Viewing aufbreche... zumindest nicht zu den Großveranstaltungen a la Fanmeile, 11 Freunde Quartier ist da deutlich was anderes. Erst gestern wieder, abends auf dem Weg nach Kreuzberg zum Mexiko-Spiel gucken: Tausende Teenies unterwegs in der Stadt, die genau dieses furchtbare Klischee immer wieder bestätigen. Und es tut mir leid: der weibliche Teil dieser "Fans" schießt immer wieder den Vogel ab, so das nur noch Fremdschämen angesagt ist...

  • User
  • 28.06.2010 15:20:27 noorange

    "weil sich ein Großteil der in Medien sichtbaren WM-Fans aus Menschen rekrutiert, die genau genommen Fan spielen."

    Das wird sich alles wieder einpendeln, so ähnlich wie bei der Love-Parade. Irgendwann ist es eben wieder "out".

  • User
  • 28.06.2010 15:21:27 Hotte80

    Oha! Schon wieder ein Doppelfred. Dat gibt Komplikationen.

  • User
  • 28.06.2010 15:25:27 noorange

    Nur, wenn der Karpfen wieder vorbeischaut...

  • User
  • 28.06.2010 15:28:08 MarcRamone

    Auch wenn wir dieses Thema im Forum schon ausführlich behandelt haben, es ist und bleibt spannend. Deswegen:

    Ein gelungener Artikel. Ich finde er beschreibt sehr gut und treffend dieses Phänomen und die Situation.

    Auch der Schlusskommentar von Emiliano Zapata trifft es.

    Ich frage mich auch, was die Kameraschwenks in die Public Viewing Runden sollen? Sie gleichen einander und bringen im Grunde Null was rüber.

    Wie handhaben solche Livespiele eigentlich andere Länder? Schließen die sich auch diesen Peinlichkeiten an und reizen es bis zum Fremdschämen aus?

  • User
  • 28.06.2010 15:38:28 fifi_tippkick

    ich finde, dass sich der weibliche teil dieser "fankultur" nicht mehr vom männlichen unterscheidet, gleich hässlich, gleich doof, gleich betrunken. leute mit echtem fussballsachverstand lassen sich n solchen gruppen eben eher selten bis nie ausmachen, ob nun frau oder mann.
    natürlich gibt es immer noch die gute alte trötenuschi, die man nach ca. 3 minuten gemeinsamen fussball-schauens gerne ertränken möchte oder ihr wenigstens den mund verbieten möchte (gerade gestern in geballter form erlebt), aber bei der oben beschriebenen "fan"gruppe sind nun mal einfach beide geschlechter gleich doof!

  • User
  • 28.06.2010 15:38:49 Orangeat und Sukkade

    Das sehe ich genauso wie der Zeigler, weswegen ich eben mit gutem Beispiel vorangehe und durchweg nur in Alltagsklamotten öffentliches Gucken besuche (das mach ich nur, um mich aufzuregen). Ist auch voll geil, wenn sich irgendwelche Spacken darüber aufregen ("....bissu aus dei'm Studentenheim ausgebrochen, oder wat?"). Und wenn ich nach einem reißerischen Sieg wie gestern aus dieser ganzen Scheiße entweiche und passendes Liedgut anstimme, schämt sich der klassische, bäckchenbemalte Perücken-Fan sowieso. Und ganz wichtig: Humba und "So geh'n..." verweigern, danebenstellen, Bier saufen, mit dem Kopf schütteln und anfangen, über die Regionalliga-Nord-Saison 98/99 zu sprechen. Geht alles. Und Fanklamotten sind so oder so nur für Auswärtsspiele erschaffen worden.

  • User
  • 28.06.2010 15:42:58 einrudithömmes

    Was ist denn das passende Liedgut gewesen? Was haben denn die anderen gesungen? Bangladesch, Bangladesch?

    Ein Zuhausegucker (im Trikot, mit Kragen, super bei gegen Sonnenbrand übrigens)

  • User
  • 28.06.2010 15:45:16 Hotte80

    Meine Güte, was regt ihr euch bloss auf? Isses denn noch niemand aufgefallen? 95% dieser Leute sind 17 - 21 Jahre alt. Was machen die? Genau, die Sau rauslassen, Party feiern. Anlass egal, jetzt halt Fußball-WM. Prima Anlass, um zu grölen, dummes Zeug zu labern, Saufen bisses aus Nasen und Ohren rauskommt und zum Schluss noch nökeln. Feddich. Ham wa früher auch so gemacht.

  • User
  • 28.06.2010 15:47:02 Der_Uerdinger

    Muss auch in den letzten Tagen immer wieder erklären, wieso ich, der bekanntermaßen größte Fußballfan (mit Hang zum Leiden, seit Jahren Dauerkarte für den Moppeclub Uerdingen), denn (gerade bei Deutschlandspielen) immer "normal" herumlaufe und nicht mitgröle. Hier in der Innenstadt ist nach jedem deutschen Sieg die Hölle losgewesen, pff, Idioten. Der einzige Fußballgrund für betrunkenes und stupides Rumlaufen ist ein Uerdinger Aufstieg! Auch wenn dann deutlich weniger los sein würde...

  • User
  • 28.06.2010 15:58:10 Orangeat und Sukkade

    Nicht dass ich die Gruppe sonderlich gut fände, aber ich finde es dennoch erschreckend, dass von 1000 Leuten 10 Mann "Mexico" mitsingen können. Außerdem haben wir als Einstimmer in Wien '08 "Rollo der Wikinger" gesungen und wurden von Ösi-youtubegeilen-Digitalkameraleuten wie verrückt eingefangen. Ist mir ehrlich gesagt auch egal, wie man das jetzt einstuft. Aber erwartet tatsächlich jemand Originalität und Ausgefallenes in so einer schwarz-tröööööt-geilen Masse? Ich erwarte es bei der Historie unserer Elf eigentlich schon, denn das alles hat mehr zu bieten als: "Ohne Holland, fahr'n wir zur WM".

    Auch wenn das immer 'n büschen kacke von mir rüberkommt, dieses "Abwatschn", will ich natürlich niemandem etwas verbieten. Und die beschriebene Altersgruppe, das sehe ich genauso. Schließlich war ich während der WM 2006 auch noch etwas anders gepolt. Nur: was ist daran schlimm, als jemand, der den WM-Kram schon als kleiner Butscher mitgenommen hat, auf die Straße zum Feiern zu gehen? Die Aussage: "Diese Event-Kacke da draußen kann ich nicht leiden", will ich einfach nicht so stehen lassen.

    2002 war ich noch Teenager und man mag es nicht glauben, ein paar Hartgesottene und Verbitterte sind nach dem Finale auch auf die Straße gegangen. Und zwar sehr angemessen, keine Sektduschen und so. Sondern Biertrinkerei, Galgenhumor und Frust- und Lust-Lieder. Das finde ich erstrebenswert. Und so eine Stimmung würde ich mithin gerne mal wieder erleben. Daher kann man ruhig in Konkurrenz mit den "PV-Event-Fans" treten.

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  • 28.06.2010 16:10:24 EuroNoise

    Mir sind vorgeschobene Deutschland-Fans lieber als echte Deutschland-Fans.

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  • 28.06.2010 16:12:05 einrudithömmes

    Orangeat, vielleicht hab' ich da was falsch verstanden, aber

    - der größter Kritiker der Elche war früher selber... also, einer?
    - du gehst raus, um Mexico anzustimmen, weil Deutschland jetzt gegen Argentinien spielt?
    - und gehst raust mit welchen Erwartungen, denen auf ein gutes Gespräch zur ballorientierten Raumdeckung?

    Und mir sagt man nach, ich sei naiv!

  • User
  • 28.06.2010 16:25:04 Atatenango

    Meine Meinung dazu ist ja hinlänglich bekannt, aber gestern doch noch was Lustiges: Zwei Mädels in Kriegbemalung haben sich in "unsere" Kneipe verirrt und haben dann nach dem Spiel mit Tröten und Singen versucht "Stimmung" zu machen. Als sie gemerkt haben, dass da in der Kneipe sonst keiner Bock drauf hat sind sie auf die Fanmeile geflüchtet (ja, sowas gibt's in Kassel). Die kommen auf jeden Fall nicht mehr in die Kneipe...und das ist gut so!

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  • 28.06.2010 16:27:53 MarcRamone

    Irgendwie hat es Hotte auch ganz treffend, ahm, getroffen. Trotzdem bleibe ich dabei, es immer noch etwas befremdlich zu finden.

    Wie so oft bisher liegt auf meinem Heimweg von der Kneipe aus ein zentraler Platz und es war natürlich auch gestern Autokorso (oder Autokroato? Wer hat´s erfunden?) angesagt und an sich zurecht. Zumindest erstmals sinnvoll und wegen der bisherigen anderen beiden Male erschien es wie eine Routineveranstaltung. Während die anderen beiden Male (für mich) etwas sinnfrei waren hatte mich der von gestern der Gewohnheit wegen gar nicht mehr tangiert und bin ohne längeres udn neugieriges Gaffen gleich heim.

    Ach, das ist schon alles komisch.

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  • 28.06.2010 16:29:01 MarcRamone

    Ach, wir Fußballfans sind aber auch stur:-)

  • User
  • 28.06.2010 16:38:17 Atatenango

    Zu Hotte: ich labere gerne dummes Zeug und saufe bis mir das Zeug aus den Ohren rauskommt, hab ich mit 18 schon gerne gemacht und mach ich heute immer noch gerne...aber so wie die beschriebenen Leute war ich trotzdem nie...vielleicht bin ich auch einfach zu alt um das zu verstehen...meine Eltern haben mich mit 18 sicher auch nicht verstanden!

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  • 28.06.2010 16:58:51 AntiMöller

    Wie handhaben solche Livespiele eigentlich andere Länder? Schließen die sich auch diesen Peinlichkeiten an und reizen es bis zum Fremdschämen aus?

    Ja, gibt es auch in Italien, z.B.
    Nein, sie schämen sich nicht für andere, die eine grosse Sause feiern wollen.

    Ich find dieses public viewing - gebashe högschd opahaft. Macht es wie ich: geht nicht hin, ignoriert es noch nicht mal. Und wenn es nicht zu ignorieren ist, weil Ihr ne 14-jährige im Deutschlandtrikot rumlaufen seht, na und? Ist doch lustig!
    Oppas hier, mann doh...

  • User
  • 28.06.2010 17:03:26 Orangeat und Sukkade

    Naivität halte ich für einen wichtigen Bestandteil einer Anhängerschaft, das mal vorab. Wer jetzt nicht heimlich vom Titelgewinn träumt - und das muss derjenige gar nicht publik machen -, der tut mir Leid. Ich kann ja trotzdem rumtrompeten: "Deutschland wird Weltmeister!" und bin dann nach 'ner ARG-Pleite nicht beleidigt.

    Natürlich war ich mal ein Elch. Nicht in dieser Art und Weise. Und nicht permanent. Aber das Achtelfinale '06 gehört zu den Schmuckstücken meiner Sammlung. Um 11:00 Uhr angefangen zu saufen, zur Halbzeit das "3:0" gegen Schweden gefeiert (Schweinsteigers Außennetztreffer wurde fälschlicherweise als Tor gewertet - Aufklärung kam von der Klofrau: "Hä!?"). Ich hab' nach dem England-Sieg nicht Mexico gesungen. Aber ich erwarte von ich-weiß-nicht-wievielen Fans auf der Straße irgendwelche subversiven Lieder mit irgendeiner Geschichte, die Schlachtenbummlertum ausdrücken, denen die Stimmung von Scheiß-Turnieren anhängt. Irgendwie sowas. Ich will bei großen Siegen auf die Straße gehen und so etwas gebührend feiern. Aber ich will dort auch ein bisschen gefordert und verzaubert werden.

    Und - tut mir Leid: Diese Atzen-Attitüde ist einfach nichts, was mit Fußball zu tun hat. Zum Fußball gehört nun mal genauso wie die WM 2006 auch die EURO 2000. Ich will, dass sich diese Geschichte auf der Straße einfach widerspiegelt. Und ist es dann nicht ok, mal den Finger zu erheben?

  • User
  • 28.06.2010 17:06:39 Hoss

    Ums mal mit Nick Hornbys Worten zu sagen: "Ich leide Fußball", da bleibt keine Zeit zum feiern...

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  • 28.06.2010 17:07:41 Shinook


    Ich bekomme stattdessen: Menschen mit angemalten Gesichtern, Plastiktröten und bunten Perücken, deren Lebenshöhepunkt nach dem Eingeblendetwerden auf der Videowand erkennbar hinter ihnen liegt.


    JA! DANKE! Und noch einer: GENAU deswegen finde ich auch Karneval total zum Kotzen! Aufgesetzte Grinsefratzen für 4 Tage besoffensein um danach den nicht mehr bekannten Saufkumpanen Montags auf dem Weg zur Arbeit ausm Auto heraus anzubrüllen und die deutschtümelnde Depression in die graue Morgensonne zu krümeln! Oder meinetwegen auch Aschemittwoch.

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  • 28.06.2010 17:10:33 einrudithömmes

    Aber wenn du jetzt den "anderen" Karneval, sagen wir mal, die Stunksitzung und so super fändest, würdest du dann nicht trotzdem raus gehen und hoffen, Gleichgesinnte zu treffen?

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  • 28.06.2010 17:28:49 tattermusch

    Erinnert mich an eine Begebenheit zur WM 98, ich war bei Bekannten zum Deutschland-USA schauen verabredet. Aus reiner Gewohnheit schleppte ich ne Deutschlandfahne an, was übelst kritisiert wurde ("Wie peinlich" etc.). 2006 ging ich in Altona vor dem Spiel gegen Polen verwundert durch hunderte plötzlich herkunftsbewusster "Fans", Fahnen noch und nöcher. Auch in einem Linienbus, der neben mir an einer Ampel hielt, waren alle Passagiere, offensichtlich unterwegs zu irgendnem Public Viewing, in SRG getunkt. Und welche Personen sassen auch in dem Bus, mit Fahnen, Girlanden, Schmiere auf der Visage, ekstatisch grölend? Schwer zu erraten.

  • User
  • 28.06.2010 17:35:39 AbteilungAttacke

    Hotte und Ati haben da eigentlich alles gesagt zu.

    Wer Karneval hasst (ich auch btw), schliesst sich Rosenmontag in "verseuchten" Gebieten im Haus ein.

    Wer Versammlungen von Nullcheckern mit lustigen Perücken und oller Farbe im Gesicht (an dieser Stelle ein Outing - meine Herzallerliebste schminkt mich jetzt auch auffe Backen mit Schwarz-Rot-Gold, ich wehr' mich nicht) aka Public Viewing nicht mag der... soll halt in seine Stammkneipe gehen. So einfach ist das.

    Und nur mal so ein Einwurf: Was wetten wir, dass wegen des Spieles gestern nunmehr eine weitere Generation mit dem Begriff "Wembley 66" mehr anfangen kann ? Solange sie es im Komasaufen nicht vergessen, heisst das...

  • User
  • 28.06.2010 18:13:57 AntiMöller

    an dieser Stelle ein Outing - meine Herzallerliebste schminkt mich jetzt auch auffe Backen mit Schwarz-Rot-Gold, ich wehr' mich nicht

    Bruuhahahaha!!! Attacke, das war`n Fehler, das outing. Ich bin nämlich so ne miese Sau, ich werde es Dir die ganze kommende Saison vorhalten. Bei jeder unentschiedenen Streitfrage werde ich es Dir als Totschlagargument überziehen, hahaha köstlich!

    ...obwohl...ich bin auch schon mal von meiner Freundin geschminkt worden, weil ich ihrzuliebe zum Karneval musste, ahem. GottoGottoGottoGott, ich kriege Gänsehaut...

  • User
  • 28.06.2010 18:25:25 AbteilungAttacke

    HAH, du Karnevalsfaschist ! Das nennt man ein 1a-Eigentor.

    Und schäm dich, mir sowas anzudrohen. Ich bin doch nicht frings und du nicht das italienische Fernsehen 2006...

  • User
  • 28.06.2010 19:12:47 HSViking

    Man muss ja nicht hingehen zum Public viewing. In der Kneipe, oder mit meinen Jungs auf dem Sofa kriege ich mehr vom Spiel. Aber man kann sich diesen Party-Fans eben nicht entziehen. Blöd und peinlich sind nämich vorwiegend die "Schalten" zum Public viewing in der Pause oder nach dem Spiel.
    Bisher gab es da keine Überraschungen: Beim Tor wird gejubelt beim Gegentor geheult. Das ist überall so, aber das können sich die Fernsehmacher wohl nicht vorstellen.
    MM

  • User
  • 28.06.2010 19:36:08 MarcRamone

    "Nein, sie schämen sich nicht für andere, die eine grosse Sause feiern wollen."

    Meine Aussage bzgl. Fremdschämen bezog sich eher auf andere irgendwie alberne Momente (ich kann einen solchen gerade nicht beschreiben, hoffe einfach ihr wisst was ich meine) die von Kamerleuten eingefangen werden und dann in Großaufnahme gnadenlos präsentiert werden.

    Ansonsten: Es ist doch großartig, wenn sich Leute freuen.

    Und ansonsten, wenn es schon angesprochen wird:
    Ich bin gerne beim Karneval! Den kannman nämlich auch ziemlich dufte feiern. Ich kann allerdings verstehen, wenn man damit nix anfangen kann.

  • User
  • 28.06.2010 20:36:51 Catilina

    Ums mal mit Nick Hornbys Worten zu sagen: "Ich leide Fußball", da bleibt keine Zeit zum feiern...

    Geht mir genauso, bei der N11, aber auch bei Europacupspielen mit deutscher Beteiligung - zumindest, solange es nicht 3-0 steht. Dafür ist, wenn`s denn so ausgeht wie gestern, der Tag gerettet, und der nächste gleich mit.

    Deswegen guck ich mir ja so gerne Videos mit alten Barca-Spielen an: Da kann man das Ästhetische am Fußball mal aus unbeteiligter Perspektive genießen, und es schießt einem nicht bei jedem Fehlpaß der Blutdruck in die Höhe.

    Leute, die ein ganzes WM-Spiel lang feiern wie bei einem Rockkonzert, sind irgendwie nicht mit dem nötigen Ernst bei der Sache - ausgelassen in die Kamera zu grinsen, wenn - wie beim letzten EM-Finale - die Mannschaft, deren Trikot sie tragen, 2 x 45 Minuten lang an die Wand gespielt wird.

    Daß Bierhoff nach dem EURO-Finale die Spieler auf den Berliner Catwalk schickte, ist traurig genug; daß es aber Leute gibt, die sich in Massen bei diesen Anlässen einfinden, ist noch bizarrer. So ehrenwert es ist, daß die Leute der Mannschaft nach der Niederlage nicht einfach den Rücken kehrten: Man kann eine Niederlage nicht so begehen, wie man einen Sieg begangen hätte.

  • User
  • 28.06.2010 22:00:15 Kobja

    vermeiden, was zu vermeiden ist. ich hab auch schon leute gegen mich aufgebracht, weil ich nach dem ghanaspiel keine lust auf leopoldstraße und humba hatte. und wenn mir noch ein spast kommt und meint, mir ins ohr uweseelern zu müssen, dann werd ich ungemütlich.
    aber lasst die leute doch feiern und kucken, wie sie wollen, so lang ich noch nicht gezwungen werde mitzumachen, bleib ich tolerant.

  • User
  • 28.06.2010 22:04:01 Cantona 7

    das is bis jetzt der beste Artikel auf dieser Seite!!!

    meine Rede!

    diese "möchtegern fans" machen einem die ganze stimmung kaputt, kommen alle 2 jahre aus ihren löchern gekrochen für ne EM und WM...

    ich hab bis jetzt noch keine einzige public viewing veranstaltung besucht und werde es auch nich!

  • User
  • 28.06.2010 22:05:51 van Gool

    Uneingeschränkte Zustimmung, Herr Zeigler!

    Fein geschrieben und auf den Punkt gebracht.

    Wenn dann noch Mischi Ballack nach dem Spiel gegen England im Rahmen einer Live-Schalte der Nationalmannschaft ebenso tumb wie ungeniert und gleichermaßen unbeholfen in seinem und im Namen der "Adidas-Familie" (O-Ton) gratuliert - na ja, passt doch ...

    2010 - Ballerman ist überall, die Sponsoren lachen, die FIFA lacht, das BSP wächst und alle haben Spaß ...

  • User
  • 29.06.2010 00:47:44 Catilina

    Natürlich, die Kritik daran hat etwas von dem Verdacht der "Alten Kämpfer" gegen die "Märzgefallenen".

    Solche Kritik kommt immer auf, wenn etwas, das lange Zeit in keinem guten Ansehen stand, plötzlich und unerwartet Massenpopularität erlangt.

  • User
  • 29.06.2010 01:22:20 Carlos Disco

    Musste ja kommen: Es ist Sommerpause in der Bundesliga und wenn man sich schon nicht daran ergötzen kann, dass irgendwelche Ultras-Besserfans unliebsame Menschen aus den Fan-Blöcken aussperren, dann kann man wenigstens auf die "Event-Fans" vom Public Viewing eindreschen.
    Ich bin in Argentinien und verfolge das Ganze in Deutschland aus der Ferne und kann das nur an Hand von Bildern und Videos kommentieren. Wenn ich mir also die Videos vom "11 Freunde WM-Quartier" angucke, Bilder von den Fanmeilen und Berichte aus dem Pfarrsaal von "Thomas-Müller-Stadt", dann kann ich da keinen großen Unterschied feststellen, bis darauf, dass ich auf der einen Party bebrillte Sportjackenstudenten, auf der anderen Jedermann und auf Letzterer die Landbevölkerung über deutsche Siege und gute Spiele freut! Auf letzteren Beiden lallen wenigstens keine peinlichen Berufsjugendlichen wie Markus Kavka irgendwas von "echt" und "Heiti-Teiti-PublicViewings" in die Kamera.

  • User
  • 29.06.2010 03:21:44 hagenpop

    Gibt es Dinge, die man am liebsten mit Leuten unternimmt, die man nicht mag?

    Ich sag mal für mich ist die Sache auch einfach so ernst, als ein wichtiger Teil meines Freizeitinteresses, dass ich nicht mit Leuten gucke, die sich dafür überhaupt nicht interessieren.

    Und warum das gezeigt wird ist echt ne gute Frage. Wahrscheinlich wirklich um den Leuten zu vermitteln sie seien auf einer Riesenparty, die überall ist. Ich mach immer Pause, mach was anderes und spul später vor.... einfach weil der Informationsgehalt so gering ist.

  • User
  • 29.06.2010 08:40:11 Olaf Marschall

    Ich mag Menschen.
    Ich mag sie nur nicht sehn.

    Ich stiere auch,allerdings alleine,auf meinen Nikotinimprägnierten Fernseher(Röhre).Nein,ich fokussiere.
    Kribbelnde Epidermis,Nervenflattern,Schreianfälle,Fäkalsprach e.
    Herrlich,nur so kann ich die WM Spiele genießen.Ebenso die anderen Menschen ohne mich.Das möchte ich meinen Mitmenschen nicht antun.Partyinkompatibel.
    Zu Trötenuschis:Grauslich.Hatte ein Exemplar neulich hinter mir sitzen.Schland hat Einwurf an der Mittellinie,alles entspannt quasi.
    Uschi:Auuuuuuuuuufpassen Jungs,Auuuuuuuuuufpassen.
    Oder:Mann,Mann,Mann.
    Mann,Mann,Mann.

  • User
  • 29.06.2010 08:41:00 deepstorage

    Aha. Ein Plädoyer für den "echten" Fan. Sind das die, die man in den ständig sich wiederholenden Schwarz/Weiß-Bildern vom Finale 1954 sieht? Oder die englischen, die sich 2006 in Köln auf dem Friesenplatz mächtig gegenseitig auf die Omme gehauen haben? Oder die brasilianischen Sambagruppen, die seit den Achtzigern Teil eines WM-Turniers sind? Es ist schon irgendwie niedlich, einem allgemeinen Kulturgut wie Fußball, zumal während einer WM, so eine Art exklusives Fanrecht zusprechen zu wollen. Wann ist der Fan ein Fan? Herr Zeigler, raus aus dem Borniertheits-Exil, rein ins pralle Leben, bitte!

  • User
  • 29.06.2010 08:42:30 eilenwitz

    Jeder so wie er mag. Ich hab es eh den Eindruck das die Schalten zu den Public Viewing Konserven von 2006 sind ;-)

    Public Viewing kann schön sein, wenn die Menschenmenge nicht zu groß ist. Aber bei 300.00 Menschen wie in Berlin ist es wohl nur das Dabeisein was für viele zählt.

    Wer sich anmalen möchte wie ein Clown, bitte, wer mit Fahne am Auto durch die Gegend fährt (ich auch), bitte. Wer im Garten SRG geflaggt hat ( schon wieder ich ), bitte.

    Wie gesagt, jeder Jeck ist anders.

  • User
  • 29.06.2010 09:02:25 Socio_del_Barca

    Diese ganzen seltsamen Leute, die ihre Autos oder Gärten jetzt mit Deutschlandfahnen schmücken, sind meiner Meinung nach keine "echten" Fußballfans. Zur Erklärung für den User, der fragte, wann ein Fan ein Fan ist: dass sind für mich Leute wie ich, die jeden Tag nach den News über ihren Club sehen, die sich jedes Saisonvorbereitungsspiel per schlechtem Livestream ansehen, die im besten Fall sogar Mitglied im Club sind, die sich eben täglich, und nicht bloß plötzlich für 4 Wochen im Jahr, mit der Materie Fußball beschäftigen. Aber es gibt auch Ausnahmen, darüber bin ich mir durchaus im Klaren. Die empfinde ich jedoch als fast noch schlimmer. Wie kann ich jemanden ernst nehmen, der, sagen wir mal, im "normalen" Fußballfandasein fanatischer Fan von Werder Bremen ist, jeden Spieler vom HSV oder von Bayern hasst und dann plötzlich ebenso fanatisch der DFB-Elf mit ebendiesen Spielern zujubelt? Ziemlich inkonsequent, wie ich finde. Ich kann über diese ganze Deutschland-Euphorie nur ungläubig den Kopf schütteln, oft muss ich auch einfach nur mitleidig grinsen oder mich fremdschämen.

    Für mich ist eine WM sowieso nur eine willkommene Art, die Sommerpause zu überbrücken, bis dann endlich wieder der echte Fußball anfängt. Denn rein vom sportlichen Wert ist es eh ein Witz, denn jede große Clubmannschaft wie Barça, ManUnited oder meinetwegen auch Bayern würde jede dieser Nationalmannschaften locker vom Platz fegen.

  • User
  • 29.06.2010 09:04:06 bbs2206

    bei mir kann jeder machen was er will.

  • User
  • 29.06.2010 09:56:16 noorange

    Bei mir nicht. Die Schuhe werden ausgezogen!

  • User
  • 29.06.2010 10:08:19 einrudithömmes

    Wie kann ich jemanden ernst nehmen, der, sagen wir mal, im "normalen" Fußballfandasein fanatischer Fan von Werder Bremen ist, jeden Spieler vom HSV oder von Bayern hasst und dann plötzlich ebenso fanatisch der DFB-Elf mit ebendiesen Spielern zujubelt? Ziemlich inkonsequent, wie ich finde.

    Nich übel.

    Nehme ich gerne im Zusammenhang mit den bedingungslosen "Fans" deutscher Mannschaften (was schon wieder einen Satz Anführungszeichen verdient gehabt hätte, allerdings sähe es formal dann total beschissen aus) in Europacupspielen.

    Ein Grund, weshalb ich den ebenso bedingungsloesen Hass der "echten Fans" untereinander nicht nachvollziehe.

    Ob ich aber auch zustimme, dass die WM rein vom sportlichen Wert [...] eh ein Witz [ist] [weil] jede große Clubmannschaft wie Barça, ManUnited oder meinetwegen auch Bayern jede dieser Nationalmannschaften vom Platz fegen würde? Ich denke mal nicht. Das was Argentinien, Brasilien und Deutschland (mit Einschränkungen: Ghana und Spanien) taktisch, disziplanrisch und technisch derzeit spielt, ist gar nicht mal so chancenlos, will ich meinen.

    Auswärtsschuhe wieder an, ich muss los!

  • User
  • 29.06.2010 10:18:46 noorange

    "Du bietest aber doch wohl hoffentlich Gästepantoffel an? "

    In den hässlichen Farben? Das wäre ja mal kult.

  • User
  • 29.06.2010 11:00:22 gelsenkirchen

    Also ich finde "Mexico" einen ziemlichen Scheiss-Song und bin froh dass dieser "Hit" einer solchen minderbemittelten Mongoband mir nicht vier Wo chen lang um die Ohren gebrüllt wird.

  • User
  • 29.06.2010 11:27:24 Hotte80

    Welches "Mexico" is eigentlich gemeint? Das von diesen Arschlöchern, deren Namen ich nicht ausspreche oder von den Les Humphries Singers? Über die hab ich mal, is gar nicht so lange her, 'ne knapp zweistündige Doku gesehen. Zufällig reingezappt und dabei geblieben. Also die war echt gut und interessant.

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  • 29.06.2010 11:32:29 gelsenkirchen

    ich denke nicht es wird sich "mexico mi amor" von peter alexander und der deutschen nationalmannschaft handeln. ein wahres schmuckstück meiner plattensammlung i.ü.!

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  • 29.06.2010 11:36:19 degerlocher

    Also ich schau mir keine aufgebahrten Leichen an (public viewing in den USA). Ich geh lieber zu meinen Nachbarn in die Garage Fußball gucken. Sind zwar schon etwas betagter, aber erfrischend anders. Die Jungs (58-87 Jahre) haben als ehemalige Aktive wenigstens Ahnung vom Fußball und quatschen nicht unnötig rum. Und ihre Ladies finden nicht permanent "alles sooo geil" und lassen die Finger vom Bier. Nervfaktor also ziemlich gering und wenn die Alten nach dem Spiel von ihren Heldentaten erzählen ... teilweise großes Kino!

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  • 29.06.2010 12:42:22 hagenpop

    Nee also die argentinischen Fans hatten mal richtig Grund nach dem Spiel am Sonntag zu singen :

    "Finger im Po, Mexiko. Paris, Athen auf Wiederseh'n"

    Das wirkt ja eigentlich total albern, aber als ich das von den Argentiniern so hörte, eben voll mit Dialekt, da hab ich geweint vor Freude.

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  • 29.06.2010 15:38:35 Orangeat und Sukkade

    Lieber Mexico von den Arschlöchern als "La Rocca" per Megafon. Auch wenn's komisch genug ist, muss man sich des Liedes eben annehmen. Die Geschichte der dt. Rumpelelf von 1986 ist schließlich genauso ungelenk. Eine gewisse Splittergruppe hat dem Großteil der Bevölkerung schon Hosenträger und Harringtonjacken unzugänglich gemacht, da muss man einfach proaktiv handeln :-).

    Übrigens kann ich auch dieses "Echter-Fan-Gelaber" nicht mehr hören. Jeder hat halt seine Art und Weise, und wenn man das mit 'nem Autokorso feiert oder bei einer 0:3-Niederlage noch völlig ausflippt, wenn die Kamera einen einfängt (hier übrigens mal ein Lob an die chilenischen Anhänger), dann muss mich das in der Tat nicht groß jucken. wenn ich das aber scheiße finde, dann bleibt es doch meine Meinung. Und wenn ich große Siege auf der Straße feiern will, aber an Reizüberflutung und Atzenmusik verende, kann ich doch meine Meinung genauso penetrant nach draußen tragen. Abkapselei finde ich auch nicht gut. Wo kommen wir denn hin, wenn man sich selbst auferlegt, nach dem WM-Gewinn zu Hause zu bleiben?

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  • 29.06.2010 17:10:22 thommyg

    Thema Fahnen

    an all die etwas gegen die jetzige Fankultur haben, und sich beschweren früher war ehhhh alles besser und nur die "wirklichen Fans" waren auf der unterwegs.

    Seit 1982 haben wir uns getroffen um die WM öffentlich an zusehen, wir waren zwar nur eine kleine Gruppe von 15 - 20 Mann, aber es hat sich rumgesprochen, bis wir 90 eine ganze bzw. fast eine ganze Kleinstadt mit 25 Tausend Einwohnern hinter uns hatten. Das sind nicht alles Pseudo Fans!!! Klar wurde anfangs vom Großteil das Erlebnis zu Hause geguckt, aber das waren genauso gute oder schlechte Fans wie Ihr auch! Es fehlte halt nur der Anstoss ;-)
    1990 dann hatten wir hier eine Fanmeile mit einer Euphorie wie ich sie niemals erlebte!
    Autokorsors und Feier bis in die Morgenstunden.

    Das führte sich in den vergangen Jahren und WMs fort, und nun wird auch schon bei einem Gruppenspiel dieses eigentlich einmalige Erlebnis zelebriet mit Autokorso und Hupen bis spät in die Nacht.

    Das sind dann die "Fans" auf die ich auch verzichten kann.
    Aber bitte nicht alle über einen Kamm wegscheren!

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  • 29.06.2010 17:56:14 Orangeat und Sukkade

    Macht doch auch keiner. Nach dem Spiel gegen Australien, war ich auch in Laune, vielleicht hätte ich auch ein Bier auf der Straße getrunken, nach dem Spiel gegen Ghana war ich in erster Linie erleichtert, bin dann aber schnell zum "Tagesgeschäft" übergegangen. Soll jeder handhaben, wie er's will. Ich geh ja schließlich "auf die Straße", wenn mir danach ist. Wie gesagt, der kleine Sit-in 2002 nach dem Finale hatte was, auch wenn's nur 100 Leute waren vielleicht. Nach einem 4:1 gegen England bin ich jedenfalls durchaus in Feierlaune und finde die jetzigen Gepflogenheiten angebracht. Zum Teil jedenfalls. Aber es nimmt schon den Reiz des Besonderen. Vor der WM '06 haben wir uns gefragt, wie könnten wir bloß unserer Freude Ausdruck verleihen, sollte Deutschland Weltmeister werden bzw. haben ähnliche Versprechen wie Maradona heute abgegeben ;-). Wo soll bei einem Titelgewinn denn heute noch für 'ne Steigerung erfolgen? Und ein Finalerfolg sollte nun mal größere Emotionen freisetzen, als ein Vorrunden-Kick. Das wäre echt mal eine Erfahrung wert, was dann passieren würde.

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  • 29.06.2010 21:02:44 the barbarossa

    Ich schau ein Spiel auch am liebsten zu Hause.

    Keiner stört, keiner redet, "man ist eins mit dem Bild" und das Bier ist kalt.

    Hab am Samstag noch ner lieben Freundin für Sonntag abgesagt. Begründung: Ich schau nicht mit Frauen Fußball (was natürlich ein wenig überzogen war, aber Spaß macht. Aber das muß Sie auch nicht wissen). Erwähnen muß ich noch, dass da auch Männer gewesen sind, die außer ner Fahne am Auto nichts, aber rein gar nichts (zwischen den Galaxien ist das Universum leer) mit Fußball am Hut haben. Außer halt, der Fahne... Also Sonntag allein das Spiel genießen. Dummerweise war das Wetter so schön und ich hab mich an 2006 erinnert. Das war unglaublich... Frau bei Schwiegereltern in Spanien. Ich nicht! Und dann raus aus dem Büro. Nach Hause, Grill an, TV an, Bier auf und und und. Tja, und mit diesen Eindrücken hab ich dann auch bei nem Arbeitskollegen angerufen... Der genau weiß, dass ich am liebsten alleine schau.

    Fast O-Ton und das Gespräch dauerte ein wenig länger:

    Er: Na, alles klar bei Dir?
    Ich: Ja sicher (frag ob ich kommen will du Arsch).
    Er: Morgen Fußball bei mir Im Garten schauen?
    Ich: Ach ich weiß nicht, hab die Kinder bei mir und wir wollten vorher noch schwimmen fahren.
    Er: Ach, da sind ganz viele Kinder. Kommt mal vorbei...
    Ich: Jaaa, ich weiß nicht... ok., sind um 15 Uhr da...

    Ja, das war mein erstes "public viewing" (mit 20 Menschen) seit 2006 gegen Argentinien am Gartenteich. Schön wars, die Mädels haben nicht mitgeschaut und die Kinder waren die Glückbringer.

    Danach fahrradkorso.

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  • 29.06.2010 21:06:32 the barbarossa

    Ach so, natürlich ohne Fahne.

    Also keine Fahne in der Hand.

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