Die Geschichte der Fußballfans

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30.03.2010

Wie St.Pauli-Fans die Blockade sehen

»Eine Gratwanderung«

Interview: Andreas Bock und Dominik Bardow  Bild: Imago

Nach der Südtribünen-Blockade am Millerntor sprachen wir mit drei St. Pauli-Kennern über die Sicherheit im Stadion, fehlende Selbstkritik der Ultras, das strapazierte Band der Fanszene und die Sehnsucht nach Oldschool-Gesängen.

Wie St.Pauli-Fans die Blockade sehen - »Eine Gratwanderung«


Sven Brux, Sie sind als Organisatorischer Leiter des FC St. Pauli auch für die Sicherheit im Stadion zuständig. Wie haben Sie die Aktion am Sonntag erlebt, als die Gruppe »Ultra Sankt Pauli« den Zuschauern den Zugang zur Südkurve verwehrte?

Das war eine schwierige Situation für den Verein. Unsere Ordner allein hätten die Situation nicht in den Griff gekriegt: Das waren einige tausend Menschen, die in die Kurve wollten. Also war die Frage, ob wir die Polizei hineinschicken. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, um die Situation nicht eskalieren zu lassen.



Ist die Fanszene bei St. Pauli gespalten zwischen Ultras und »normalen« Fans?

Wir beobachten eine tiefe Spaltung. Uns erreichen in diesen Tagen viele Beschwerden. Der eine Teil der Leute, die geschrieben haben, wären dem Grundanliegen der Ultras, dem Fünf-Minuten-Boykott, gefolgt, verstehen aber nicht, wieso man mit Blockaden gegen Repressalien demonstrieren will. Der andere Teil kann mit Ultras generell nicht viel anfangen, vermischt vieles und will sich einfach auskotzen.

Wo liegt das Problem?

Unsere Hütte ist immer ausverkauft, dazu kommt der Umbau – da können sich Ultras und normale Fans nicht mehr so leicht aus dem Weg gehen. Die Ultras sagen: Die Südkurve ist unser Bereich und andere Fans sagen: Wieso, ich stehe seit 30 Jahren hier?!

Werden Sie gegen die Ultras vorgehen?

Wir warten derzeit eine Stellungnahme von USP ab. Aber wir müssen als Verein klarmachen, dass so etwas nicht geht. Wir müssen alle 20.000 im Stadion miteinander auskommen. Gewisse Ultra-Privilegien wie früherer Einlass, eigene Verkaufsstände und Ticketverteilung stehen deshalb auf dem Prüfstand.

Was würden Sie sich von den Ultras wünschen?

Mehr kritische Selbstreflektion, auch einmal Größe zu zeigen und zu sagen: Da haben wir Scheiße gebaut. Aber sie sehen sich oft als das Maß aller Dinge. Und sie tun sich keinen Gefallen, wenn sie jedem, der nicht ihrer Meinung ist, vorwerfen, ein Event-Otto oder ein krabbenessender VIP zu sein.

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Sven Brux ist Fan und Organisatorischer Leiter des FC St. Pauli. In den achtziger und neunziger Jahren gab er das Fanzine »Millerntor Roar« heraus.


weiterlesen [1] [2] [3]



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Kommentare

  • User
  • 30.03.2010 15:53:33 Shinook

    Danke für den letzten Satz Herr Brux.

  • User
  • 30.03.2010 16:23:03 GoPanse

    @shinook
    dito

    Ich würde mir auch wünschen, dass die Ultras (ich beziehe mich hier auf Köln und die "Wilde Horde") mal Ihre merkwürdigen Gesänge, die keinen Bezug zum Spielgeschehen haben und von niemand anderes im Stadion mitgesungen werden können, etwas zurückstellen und dafür mal die Mannschaft originell anfeuern.

    Die fühlen sich ja sogar durch den Torjubel für die eigene Mannschaft belästigt, wenn dadurch eine Choreografie gestört bzw. vom Rest nicht beachtet wird. Reine Selbstdarstellung.

    Aber dafür kriegt man ja gleich das Totschlagargument, man sei kein "richtiger" Fan und hätte keine Ahnung etc. um die Ohren gehauen.

    Ich kann außerdem nicht verstehen, warum diesen Gruppierungen so viele Privilegien zuteil werden. Da ist es doch klar, dass diese MAchtposition über kurz oder lang mißbracuht wird.

  • User
  • 30.03.2010 16:24:53 ColePorter

    "Torjubel für die eigene Mannschaft" In Köln?

    Naja, so oft kommt das bei euch ja nu auch nich vor...;)

  • User
  • 30.03.2010 16:39:52 24THINK

    meine erfahrung dazu:

    wenn man den ultras erlauben würde die eingänge nach persönlichem ermessen zu kontrollieren, ständen kaum 100 leute im stadion.
    elitäres gesindel, das mir erklärt, was ich zu finden habe, fand ich ja immer schon zum kotzen. und für die hab ich hier auch noch mal einen sakralen tabubruch: ich trink bier mit hsv-fans.

  • User
  • 30.03.2010 16:51:44 Don Altobello

    Bei den Äußerungen von Herrn Galczynski kommt mir die Galle hoch. Beispiel:
    "Dass einzelne ältere Menschen, Kinder und Frauen zeitweise eingeklemmt waren, ist schade, aber das ist eben passiert. Ich denke, man sollte für die Sache auch mal zurückstecken können."
    Spätestens hier ist mit der Kragen geplatzt. Sprüche wie, für die "Sache zurückstecken" zu müssen, zeigen den totalitären Anspruch, den die Ultras für sich reklamieren. Da ist es halt nur "schade", wenn Kinder und Behinderte eingeklemmt werden, Panik bekommen und weinen. Das wird dann als Kollateralschaden in Kauf genommen, "für die Sache".

    Hier wird eine "Sache" über die Persönlichkeitsrechte von anderen Menschen gestellt, die nicht gefragt wurden, ob sie damit einverstanden sind, in Sippenhaft genommen und damit auch realen Gefahren ausgesetzt zu zu werden.

    Ärgerlich fand ich auch dies hier:
    "Daher würde ich mir auch wünschen, dass man Ergebnisse dieser Diskussionen mal öffentlich macht."
    Es liegt doch wohl im Interesse der Ultras, diese Öffentlichkeit herzustellen, genug Möglichkeiten gibt es ja heutzutage dafür.

    Wir sollten in Deutschland aufpassen, dass die Ultras nicht Privilegien eingeräumt bekommen und Rechte, die eigentlich in den Verantwortungsbereich des Clubs gehören, wie z.B. den Kartenverkauf. Wozu das führen kann, konnte man in den letzten Jahren in Italien beobachten, wo viele sich nicht mehr mit ihren Kindern ins Stadion trauen.

  • User
  • 30.03.2010 17:17:01 AbteilungAttacke

    @ Don Altobello

    Dem ersten Abschnitt kann ich nur zustimmen. Man stelle sich vor, Pauli hätte die Polizei in die Meute hineingetrieben. Unverantwortlich von a bis z, sowas.

  • User
  • 30.03.2010 18:46:30 Admir Smaijc

    Ich kann mich nur wiederholen: Warum wird hier immer nur auf den Ultras rumgehackt? Es waren noch andere Gruppen an der Blockade beteiligt. Hier jetzt also nur auf USP rumzuhacken und von "Ultras" gegen "den Rest" zu reden, trifft die Wahrheit nicht im entferntesten.

    Und genau so wie sich die aktive Fanszene zu der USP gehört, jetzt Selbstreflektion betreiben muss, so sollten auch jene die auf "der anderen" Seite der Blockade standen ihr handeln selbstkritisch hinterfragen. Die homophoben, sexistischen und rassistischen Beleidigungen die nachweislich gegenüber den Blockierern geäussert wurden, haben ebenso genau nichs am Millerntor verloren. Wenn dann sogar Vergleiche mit der SA gemacht werden, wird einem definitiv anders....

  • User
  • 30.03.2010 19:11:16 eisfischer

    @admir: Die Vergleiche haben ja wohl auch eine gewiße Relevanz.

    Wenn eine Minderheit scheinbar der Meinung ist, nur sie allein könne die Interessen der Mehrheit vertreten, dann auch noch gegen den Willen derselben die Mittel Gewalt, Nötigung oder Meinungsgleichschaltung zur Zweckheiligung einsetzt, dann hat das für mich schon leicht faschistoide/autoritäre Züge. Egal was da auf den Fahnen steht.

    Dann noch zu sagen, die Genötigten hätten ihr Handeln zu hinterfragen ist heuchlerisch. Wenn DU zu unrecht gekesselst wirst, beleidigst du bestimmt politisch/gender/hompohil korrekt, klaro!

    Glück gehabt, nichts wirklich schlimmes passiert, denk mal an an das von AbteilungAttacke gezeichnte Szenario nach (Polizei rein), wenn ich das mache, wird mir echt anders.

  • User
  • 30.03.2010 19:33:22 Admir Smaijc

    Es ist schlicht eine Verharmlosung sondergleichen, wenn man das Handeln von teilen der aktiven Fanszene des FC St.Pauli am Sonntag mit dem Terrorregime der Nazis gleichsetzt. Das ist unterste Schublade und ist nicht zu tolerieren. Sieht übrigens auch Sven Brux so!

    Und ja selbst wenn ich beleidige tue ich das weder homophob noch sexistisch geschweige denn rassistisch! Sich grossartig solche Atribute auf die Brust schreiben aber dann solche Ausdrücke zu gebrauchen wenn man in Rage ist, zeigt nur welch Geistes Kinde man wirklich ist!

    Und noch was: Wer passive Gewalt mit aktiver Gewalt beantwortet, wie am Sonntag geschehen, der sollte ganz schnell ganz ruhig sein, was das mit dem Finger auf andere zeigen betrifft!

    Es sind definitiv Fehler passiert, bei der Kommunikation und bei der Ausführung, ja die Blockade war. m.E. im Nachhinein fanpolitisch falsch. Das muss (und da bin ich mir sicher, wird auch) von der aktiven Fanszene insbesondere jenen Gruppen und Organen die den Boykottaufruf mitunterschrieben haben (Nein es war nicht nur USP alleine, im Gegenteil) aufgearbeitet werden. Aber die Fehler nun allein auf der Seite der aktiven Fanszene respektive des Teils der Blockierer zu suchen, ist einfach und führt einzig und allein dazu, dass sich der Konflikt noch verstärkt. Das Gedränge zum Beispiel war zu einem guten Teil jenen Leuten zuzuschreiben die unbedingt rein wollten und mit aller Kraft und ohne Rücksicht auf die vor ihnen stehenden Leute Richtung Eingänge gedrängt haben.

  • User
  • 30.03.2010 20:35:23 AbteilungAttacke

    Wie schon im anderen Fred - es geht nicht um die USP an sich, sondern um die IDIOTEN, die andere aussperren.

    Aber Ok Admir, lassen wir die Analogien (obgleich du mir noch erklären muss, was nicht 1a totaliär a Verhalten der 'Aussperrer' war. Wie siehts mit strafrechtlich relevantem Verhalten aus ? Mit Nötigung zB ? Aber bei deinem Rechtsverständnis bleibt mir eh' die Spucke weg.
    Gedränge zum Beispiel war zu einem guten Teil jenen Leuten zuzuschreiben die unbedingt rein wollten
    Hm warum wollten sie das nochmal ? Ach ja weil es ihr GOTTVERDAMMTES Recht war. Nach deiner Argumentation ist jemand, der zusammengeschlagen wird, sich wehrt, und dann noch mehr zusammengeschlagen wird, genauso schuld wie der, der prügelt.
    Aber die Fehler nun allein auf der Seite der aktiven Fanszene respektive des Teils der Blockierer zu suchen, ist einfach ... die einzig richtige Auffassung. Denn hätten sie nicht BLOCKIERT, also sich ins Unrecht gesetzt, dann wäre das erst gar Gedränge nicht entstanden.

    Wer passive Gewalt mit aktiver Gewalt beantwortet, der sollte ganz schnell ganz ruhig sein Im Unrecht gibts keine Gleichheit. Und nur mal so, gegen, 'passive' UNRECHTMÄßIGe Gewalt ist aktive Gewalt in gewissem Verhältnis rechtmäßig. Würde man mich so festhalten, sind Beschimpfungen noch das mildeste Mittel, was man zu erwarten hätte.

    Mein Gott, ich kann nicht verstehen, wie man da was rechtfertigen kann, wie man da von "Fehlern in der Umsetzung" oder "Gedränge muss man hinnehmen" sprechen kann.

  • User
  • 30.03.2010 22:46:48 Admir Smaijc

    Über den Nazi-Vergleich diskutiere ich nicht mehr, das ist schlicht und einfach eine unglaublich Entgleisung und Verharmlosung. Blockaden von Castro-Transporten zum Beispiel sind dann auch totalitäre Verhaltensweisen...sorry aber wer diesen Vergleich tatsächlich in Erwägung zieht der hat sie nicht mehr alle....

    Mein Rechtsempfinden ist relativ gut danke, befasse mich auch damit, können uns gerne auf diese Terrain begeben:
    Der Tatbestand der Nötigung dürfte relativ schwierig zu beweisen sein:
    "Die Nötigung ist ein „offener“ Tatbestand, bei dem die Rechtswidrigkeit nicht durch die Erfüllung des Tatbestands indiziert wird, sondern gesondert durch Überprüfung der Relation zwischen Nötigungsmittel und Nötigungsziel festgestellt werden muss."

    Da das Nötigungsziel an sich (leere Tribüne um ein möglichst aufsehenerregender Protest zu erreichen) nicht rechtswidrig war hast du schon mal gegen alle die sich keiner körperlichen Gewalt bedient haben, nichts in der Hand. (Und allein die handelnde Gewalt ist dabei relevant, Leute die sich gegen Angriffe gewehrt haben fallen da nicht drunter)

    Weiter: (....)Dieser Bestimmtheitsgrundsatz ist eine Ausprägung des Rechtsstaatsprinzips und bezweckt eine umfassende Rechtssicherheit: Der Bürger muss erkennen können, was für Rechtsfolgen sich aus einem Verhalten für ihn ergeben. Gewalt könne demnach nicht sein, was „nicht auf dem Einsatz körperlicher Kraft, sondern auf geistig-seelischem Einfluss“ beruhe. Dies könne jedoch wiederum im Einzelfall auch eine Nötigung durch Drohung (2. Tatbestandsalternative) darstellen. Die bloße Anwesenheit an einem Ort (wie bei der Sitzblockade) ist demnach keine Gewalt.

    Gewalt gegen eine Blockade ist demnach NICHT rechtmässig, da die Blockade alleine noch keine Gewalttat darstellt. Zumal die zeitliche Begrenzung ebenfalls allen klar war.

    So.

    Ich habe im übrigen eingeräumt dass ich der Ansicht bin, dass es schlussendlich ein Fehler war den Boykott mit einer Blockade sicherzustellen. Wer das will kann das sehr gut lesen in meinem Beitrag. Ich habe im übrigen nicht geschrieben dass man das Gedränge hätte hinnehmen müssen, deshalb auch habe ich auch darauf hingewiesen dass die Umsetzung fehlerhaft war....

    Und ich bleibe dabei. Um Gräben wieder aufzuschütten reicht es nicht dass sich nur eine Seite bewegt. Ich bin sicher dass sich die aktive Fanszene bewegen wird und die Schlüsse aus den Ereignissen ziehen wird. Was machen diejenigen die durch Bespucken, homophobe, sexistische und rassistische Beschimpfungen aufgefallen sind? Was machen jene die Pauschal USP für die Blockade verantwortlich gemacht haben? Und überlegt man sich wohl dass die Blockade und die Ereignisse darauf nur aus einem Grund geschehen sind? Nämlich dass sich Das Präsidium des FC St.Pauli aus rein ökonomischen Gründen gegen die eigenen Fans gestellt hat und trotz ander lautenden Vereinbarungen tatkräftig mitgeholfen hat, dass in Zukunft das Aussperren von Gästefans viel einfacher von der Hand geht?

  • User
  • 30.03.2010 23:48:34 chuck

    Ich bin einige Jahre beruflich ziemlich rumgekommen und habe erst im letzten Jahr wieder Heimspiele besuchen können (Fürth und Lautern). Da "meine" Gegengerade in der ich gute fünfzehn Jahre verbracht habe ausverkauft war sind meine Süße und ich in die Südkurve und da waren sie: ULTRAS -wie in allen anderen Stadien der Republik auch. Meine Süße, die vorher noch nie am Millerntor war und es nur aus meinen Erzählungen kannte guckt und hört sich das eine Halbzeit an und sagt dann zu mir: Das ist hier doch genau wie in den anderen Stadien in denen wir waren (Cottbus, Gladbach, Nürnberg, Schalke, Ingolstadt, Augsburg und und und - wir sind in Sachen Fussball schon ein wenig rumgekommen!) . Und ich muss sagen recht hat sie. Ich will jetzt hier nicht alles wiederholen, was in den diversen Beiträgen gegen die Ultras vorgebracht wurde, nur aus meiner Sicht feststellen, dass es eine Illusion ist anzunehmen, ST.Pauli sei in irgendeinerweise etwas anderes, oder gar besseres.
    Eine selbstverwaltete Kurve, in der Fans am Betreten gehindert werden ist überall ein Unding, am Millerntor, mit der Historie ein geradezu himmelschreiender Skandal. Dabei ist mir völlig schnuppe, welche Fangruppen dafür verantwortlich sind und wenn wir schon soweit sind in diversen Beiträgen über Rechtsbegriffe wie NÖTIGUNG belehrende Ergüsse lesen zu müssen, dann gemahnt das doch alles sehr an den Niedergang der Linken allgemein. Endlose Diskurse (siehe Übersteiger Blog) in denen mit haarsträubender moralinsaurer Überheblichkeit ein Fehlverhalten gerechtfertigt wird, dass einem doch schon der gesunde Menschenverstand verbietet.
    In dem Zusammenhang sollte der "ständige fanausschuss" auch über eine Umbenennung in "wohlfahrtsauschuss" nachdenken...

    der nächste faschismus wird sagen ich bin der antifaschismus...

    oder einfacher gesagt :

    freiheit ist immer die freiheit des anders denkenden

    schwierig zu leben.

    freiheit muss man jeden tag üben (beuys)

    besonders schön finde ich immer den hinweis auf die bösen ökonomischen gründe der vereinsführung.

    nochmal. Ihr geht zum Profifussball!!! das ist der blanke kapitalismus und folgt nur gewinnmaximierenden prinzipien. ich persönlich gehe auch sehr gerne in den ganz kleinen klassen zum fussball. aber da wird man natürlich auch nicht so oft im fernsehen gesehen.

    es lebe die freiheit

  • User
  • 31.03.2010 06:44:56 Admir Smaijc

    herrlich, einer der 10 Jahre lang nicht mehr am Millerntor war, wundert sich dass sich was geändert hat...Und das genau jene Gruppen die den Boykott (und zugegebenermassen schlussendlich auch das falsche Mittel des blockierens gewählt haben) unterstützt haben, genau jene Gruppen sind die die "historischen" Werte jener Leute die damals aus der Hafenstrasse kamen immer noch hochhalten und für ihre Ideale einstehen werden nun als Faschisten und Moralisten ohne Menschenverstand hingestellt. Schon klar. Wie verblendet kann man eigentlich sein in seinem goldenen Wohlstandskäfig?

    Wie gesagt die Blockade war im Nachhinein falsch, es waren scheinbar zu viele denen es schlicht egal war, wofür man damit demonstrieren wollte. Aber auch das sollte Thema der Aufarbeitung sein. Aufeinander zugehen heisst nicht dass sich nur eine Seite bewegt....

    Und der FC St.Pauli stand in den letzten 20 Jahren eben gerade auch dafür, dass nicht um jeden Preis alles zu Geld gemacht werden muss. Der Spagat zwischen "non established" und einem Profiverein ist oft schwierig und kaum zu bewerkstelligen. Wengistens hat man den Spagat vorher noch versucht. Jetzt scheint dies nicht einmal mehr vielen Besuchern etwas auszumachen, dass eben dieser Versuch gar nicht mehr unternommen wird...

  • User
  • 31.03.2010 06:57:18 sgu07

    Und der FC St.Pauli stand in den letzten 20 Jahren eben gerade auch dafür, dass nicht um jeden Preis alles zu Geld gemacht werden muss
    hahahaha was haben die denn nicht zu geld gemacht? mensch, und im gleichen post verhöhnst du leute, die sich angeblich wundern, dass sich in den letzten 10 jahren was geändert hat.
    nicht zu fassen deine argumentationskette. du bist unglaublich.

  • User
  • 31.03.2010 07:16:33 FalscherHase

    St. Pauli non established? Oh je...

  • User
  • 31.03.2010 07:32:35 Admir Smaijc

    Geh mal nach Schalke und dann ans Millerntor. Immer noch ein himmelweiter unterschied was beschallung, werbeeinblendungen usw. betrifft...noch....und das ist auch ein verdienst jener gruppen die den boykott für richtig hielten und hier jetzt qausi als Nestbeschmutzer hingestellt werden...

    Und verhöhnt habe ich ihn nicht. Ich habe mich lediglich gewundert dass man ernsthaft glaubt etwas bleibe über Jahre so wie es vorher war. Und wenn er die Ultras nicht mitbekommen hat dann war das doch eine recht lange Zeit.

    So und jetzt bin ich raus hier und widme mich wieder den Gesprächen im real life, da gibt es zum Glück noch Personen die nicht alles Schwarz und Weiss sehen und durchaus unterscheiden können, zwischen den Fehlern die am Sonntag passiert sind und anderen Themen die man aber hier leider wieder und wieder erläutern muss....

  • User
  • 31.03.2010 07:39:39 sgu07

    ein verdienst jener gruppen die den boykott für richtig hielten

    sollten sich diese gruppen tatsächlich einen verdienst für leute erworben haben, die sich nicht ultras nennen aber trotzdem glühender anhänger eines klubs sind, dann musst du mir den mal erläutern. mir fällt keiner ein.

  • User
  • 31.03.2010 07:58:47 Admir Smaijc

    Wenn dir verhindern des Millerntalers, Verhinderung des Verkaufs des Stadionnamens, oder die Proteste gegen die Anstosszeiten kein Begriff sind, dann würde ich mal meinen dass du wenig Ahnung hast was bei Sankt Pauli so läuft....und da waren genau jene Gruppen beteiligt und federführend...

  • User
  • 31.03.2010 08:49:47 prickelpit96

    Oh, das Millerntor als kleines gallisches Dorf inmitten der bösen kapitalistischen Fußballwelt....
    Wer glaubt denn so einen Quatsch ernsthaft? Pauli spielt in der 2.Liga, eventuell in Bälde in der 1., und da kommt man mit einer Piratenflagge und der Kommune Millerntor hin? Romantischer Schwachsinn im Jahr 2010.

    Die Blockade, um dem Faden mal gerecht zu werden, ist ein deutlich Hinweis auf die Abgehoben- und Überheblichkeit einer (oder meinethalben auch mehrerer) Fangruppierungen, die in Ihrer maßlosen Arroganz sich selber überhöhen und für andere Fans definieren, wie man seinen Verein wahrzunehmen hat.
    Völlig absurd wird es, wenn 'die Sache' (herrlich abstrakt) über das Wohl von Menschen (zumal Kindern und Behinderten) gestellt wird. Mein Gott! Es geht hier nicht um die große Revolution, nach der alle wieder frei sind! Das bedeutet, man muß sich als Initiator doch fragen, welche Mittel den Zweck heiligen dürfen!

    Eine andere Sache ist es, die Südkurve als solche zu kritisieren. In meinen Augen haben die Ultras ihre Daseinsberechtigung, sie haben sich nun einmal im Laufe der Jahre etabliert. Offenbar gibt es Menschen, die sich am monotonen, situationsungebundenen Dauergesang erfreuen, also gibt es auch einen Platz auf den Rängen, wo das stattfindet. Damit muss man offenbar leben, genauso wie mit lustigen Pausenbespassungen in der Halbzeit.

    Aufhören tut es aber definitiv in dem Moment, in dem irgendeine Truppe mir mein Recht verwehrt, meinen Stehplatz einzunehmen, oder mir vorschreibt, wie ich die Mannschaft anzufeuern habe. Da hilft auch kein Hinweis auf das höhere Ziel.

    11 * 2 ist 22

  • User
  • 31.03.2010 09:02:23 mitleser

    Was ich an dem Protest problematisch finde ist, dass Leute dazu gezwungen werden. Ob das nun Nötigung im strafrechtlichen Sinne war oder einfach nur eine anmaßende und etwas selbstherrliche Aktion, darüber kann man debattieren.
    Wenn allerdings bestritten wird dass die Aktion durchaus totalitäre Züge in sich trug dann ist das schlicht und ergreifend falsch. Niemand hat behauptet dass die Blockierer die Pauli-SA sind oder hat Opfer des Nationalsozialismus' verhöhnt, es ging lediglich um die Durchsetzung eines - inhaltlich durchaus diskutablen - Protests und die Bezeichnung totalitär hierfür. Wenn es das ist was St. Pauli ausmacht, also Unbeteiligte nicht überzeugen, sondern zu etwas zu zwingen, dann würde ich sehr für eine Zukunft von St. Pauli als Farm-Team des HSV plädieren.
    War es nicht immer das Besondere am FC St. Pauli dass eine quasi anarchische Struktur in den Fanreihen herrschte? Zwang zum Widerstand ist nicht eben sehr anarchisch, wer weiß denn wie viele sich an dieser Aktion beteiligt hätten wenn man es den "normalen" Leuten zumindest versucht hätte zu erläutern. Viele Stimmen sind laut geworden dass man sich ja beteiligt hätte, aber eben nicht gezwungen werden wollte. Wie das allerdings in Zukunft wäre, gerade nach dieser recht zweifelhaften Durchsetzung, kann ich mir nicht vorstellen.

  • User
  • 31.03.2010 09:10:12 haibi

    @admir: eure gnadenlose Selbstüberschätzung ist es die allen Anderen übelst Aufstösst!
    Die jeweils letzten Sätze in Absatz 1 und 3 zeigen deutlich Eure Denke!
    Proteste gegen Millerntaler und Co. wurde von Allen mitgetragen, das war Sonntag deutlich anders und Nichts aber auch rein gar Nichts hat Euch zu dem berechtigt was da abgelaufen ist. Das von Euch im Fanforum noch herbeigequatschte "große Medienecho" von dem ja auch der ÜS was mitbekommen haben möchte richtet sich nun auch noch kpl. gegen Euch. Jetzt gibts vermutlich vom bösen, bösen Onkel Corny was aufs Popöchen und diesmal werdet Ihr ziemlich allein sein wenn ihr deshalb rumheult!

  • User
  • 31.03.2010 09:19:44 haibi

    Auf deinen Mittelteil möchte ich gesondert eingehen:

    Wie gesagt die Blockade war im Nachhinein falsch, es waren scheinbar zu viele denen es schlicht egal war, wofür man damit demonstrieren wollte. Aber auch das sollte Thema der Aufarbeitung sein. Aufeinander zugehen heisst nicht dass sich nur eine Seite bewegt....

    1. Die Blokade war von vorherein falsch. Nichts hat euch dazu berechtigt.
    2.Es war den (meisten) Leuten durchaus klar für/gegen was da demonstriert wurde, sie hatte aber ganz offensichtlich im Saisonfinale und gegen unseren "Hassgegner" andere Prioritäten, sowas sollte man als Demokrat durchaus zu akzeptieren in der Lage sein.
    3.Ohne eine Entschuldigung der Blockierer sehe ich keinerlei Veranlassung auch nur im geringsten einen Winzschritt in Ihre Richtung zu unternehmen.

  • User
  • 31.03.2010 09:24:33 chuck

    @Admir Smaijc

    das ist eben dein diskussionsniveau. da steht nirgendwo, dass ich zehn Jahre nicht am Millerntor gewesen wäre und schon gar nicht, dass ich mich darüber wundere, dass sich etwas geändert hat. ich habe lediglich beschrieben, dass in der wahrnehmung meiner frau, das "alleonstellungsmerkmal" tolle, weil individuelle, originelle fans nicht gegeben ist, weil der USP sich eben von Sektion Stadionverbot beim club nicht so sehr unterscheidet, wie man annehemen könnte.
    das die gesänge komplett unabhängig vom spielverlauf abgehen, ist mir schon unangenehm genug. Und der Begriff "CAPO" macht mir persönlich bauchschmerzen.
    von den werten der hafenstrasse habe ich auch nichts geschrieben und da gibt es mythen, die mir, der ich die zeit erlebt habe, die galle hochkommen lassen. wenn du dabei warts, wirst du ja wissen, WIE die Hafenstrasse war.
    ich habe nichts gleichgesetzt, sondern die intelligente mahnung eines italienischen antifaschisten zitiert, die darauf abzielt, dass wir alle immer furchtbar aufpassen müssen, dass sich unsere strukturen und denkmuster nicht faschisieren, weil wir uns im besitz der wahrheit wähnen.
    aber das wäre differenzierung und die hat ja hier keinen platz. immerhin räumst du ein, dass die blockade ein fehler war. das hatte ich wohl bislang überlesen.
    und nur zu deiner information. der sarkastische, herablassende ton deiner entgegnung /von HERRLICH bis GOLDENER WOHLSTANDSKÄFIG - woher willst du das eigentlich wissen) ist sehr wohl dazu angetan, sich verhöhnt zu fühlen. und das tue ich auch.
    deswegen ziehe ich mich jetzt beleidigt in meinen wohlstandskäfig zurück und höre auf meiner b&O anlage TON STEINE SCHERBEN, ziehe mein VOLKER HÖR DIE SIGNALE T-Shirt an und krame in meinem Stapel ÜBERSTEIGER aus der guten alten Zeit, die insofern besser war, als das ST.PAULI noch der gute alte Arbeiterverein und Linke Speerspitze des internationalen Fussballrevolutionärs war, der er schon vorher und nachher nicht war. Man denke mal an die Verpflichtung eines konservativen Herrenreiters und Kryptorassisten wie Ulli Maslo, aber der ist mit den Gallieren aufgestiegen und schon wars nicht mehr so arg. Wer damals für Hans Meyer war, war sich einigen Angriffen ausgesetzt, die das linke Image ganz schön anknacksten...genug von OPA erzählt vom Krieg. ich kriege nur St.Pauli auswärts sehr viel mit und es geht schon manchmal arg humorlos zu. aber was soll man machen. man kann sich seinen verein nicht aussuchen.

    der kopf ist rund, damit das denken die richtung wechseln kann

    ich freue mich auf antikapitalistische Tage in der Ersten Liga...

  • User
  • 31.03.2010 09:27:16 Redondo71

    St. Pauli non established?

    Corny Littmann sagt ja selbst, dass er sich manchmal frage, ob St. Pauli noch ein Fußball-Club sei oder doch ein Modelabel. Und was den Verkauf von Merchandising-Artikeln angeht, steht Pauli wohl auf einem EL-Platz.

  • User
  • 31.03.2010 09:33:47 OnzenOX

    Wobei USP eigentlich nur aktive Fans in der Kurve haben möchte.

    Schön für die USP. Aber geh ich dahin um die USP anzuschaun oder um den FC St. Pauli anzuschaun? Hm... die USP soll ma lieber wieder Post verteilen... ah nee, das war die UPS ;-)...

    Aber ich hab ja nix zu melden, ich bin ja "nur ne Kutte"... wer hat den Ultras eigentlich diese ganzen Privilegien zugesprochen?

    @Admir: Wenn dir verhindern des Millerntalers, Verhinderung des Verkaufs des Stadionnamens, oder die Proteste gegen die Anstosszeiten kein Begriff sind ...soweit so gut. Ultras kämpfen also gegen den "modernen Fussball". Aber kreieren selbst einen neuen "modernen Fussball" um den sie keiner gebeten hat (Dauergesinge, Doppelhalter, Capo etc.)... und was noch viel schlimmer ist, angeblich kämpfen Ultras um "Fanrechte", aber merken nicht dass ihre "Aktionen" zur Beschneidung genau dieser führen. Warum gab's beim letzten Hertha Heimspiel wieder Zäune? Warum muss ich mich für Auswärtskarten erst registrieren und nen Jahresbeitrag dafür bezahlen? Alles "Verdienste" der Ultras! Sie verbessern keine Fanrechte, sie verschlechtern sie!

    Gegen den modernen Ultra!

  • User
  • 31.03.2010 10:50:03 sgu07

    @admirWenn dir verhindern des Millerntalers, Verhinderung des Verkaufs des Stadionnamens, oder die Proteste gegen die Anstosszeiten kein Begriff sind
    doch die sind mir ein begriff. auch als synonym für kämpfe die die welt nicht braucht.
    1. soso ihr seid gegen den millertaler: warum kämpft man eigentlich dagegen? einfach so weil es neu ist? warum kämpft ihr nicht gegen schlangen am damenklo, am wurst- oder am bierstand? dann hätte es wenigstens einen allgemeinen nutzen. der millertaler tut niemandem weh, der auf sein kärtchen aufpassen kann.
    2. der stadionname wird verkauft werden, sobald jemand genug bietet, auch auf st. pauli. da brauchst du den ultras nix auf die fahnen heften. die werden wenns soweit ist da nicht mehr gefragt.
    3. proteste gegen anstoßzeiten: siehe punkt 2, nur dass es schon passiert ist. das wurde gemacht weil jemand viel geld dafür zahlt. und st pauli hat sich da auch nicht dagegen gewehrt.
    und zum schluss: den kampf für stehplätze in den stadien haben fans (waren das schon ultras?) zwar ausgefochten und einen kleinen sieg in form von kleinen stehplatz-areas gefeiert. aber als normaler fan kannst du da nicht mehr hin, weil die ultras sich dort breit gemacht haben und man immer einen typ mit megaphon vor sich stehen hat begleitet von hunderten, die grenzdebile zeilen in endlosschleife singen.

  • User
  • 31.03.2010 10:58:58 prickelpit96

    weil die ultras sich dort breit gemacht haben und man immer einen typ mit megaphon vor sich stehen hat begleitet von hunderten, die grenzdebile zeilen in endlosschleife singen.

    Das mag speziell am MIllerntor so sein, allgemeingültig ist die Aussage definitiv nicht.
    Der gesamte Unterrang der Nordkurve im Niedersachsenstadion ist Stehplatzbereich, die einzige Ultragruppierung im Unterrang steht etwa in der Mitte, umrahmt von einer Handvoll Stehblöcke, in denen der normale Fan steht. Meine Wenigkeit z.B.

    Paradebeispiel ist das Westfalenstadion mit seiner Südtribüne.

  • User
  • 31.03.2010 10:59:01 Redondo71

    sgu, da stimme ich Dir im Wesentlichen zu, muss aber bei Punkt 3 einschränkend erwähnen, dass es am Millerntor, wenn es dann noch so heißt, auch nach Fertigstellung der neuen Gegengerade, einen Stehplatzbereich über die gesamte Gerade geben wird. Das ist schon außergewöhnlich heutzutage angesichts des Umstandes, dass mit Sitzplätzen ein Mehrfaches verdient werden könnte. Inwieweit die Ultras sich dann dort breit machen oder inwieweit sie für die Entscheidung, dort auch Stehplätze anzubieten, mitverantwortlich sind, ist mir nicht bekannt.

  • User
  • 31.03.2010 11:03:36 sgu07

    ok, wieder was gelernt. in bochum ists auch anders, aber für stuttgart gilt das zu 100%. am schlimmsten ist es bei auswärtsspielen.

  • User
  • 31.03.2010 11:09:24 OnzenOX

    @prickelpit96: Südtribüne Dortmund is halt so gross wie anderswo ganze Stadien! Klar, da is es optimal! Die Ultras können sich unten, hinterm Tor austoben und die Normalos stehen oben und machen ihr Ding! Was würd ich dafür geben... aber in andern Stadien sind die Stehplatzbereiche viel kleiner und bei Auswärtsspielen sowieso (siehe sgu07)... wenn Du da stehen willst, kommst Du an den Ultra-Affen nich vorbei!

  • User
  • 31.03.2010 11:22:43 prickelpit96

    @OnzenOX:

    Daher doch auch mein Hinweis auf mein Heimatstadion, das
    Niedersachsenstadion.

    Dort tummeln sich die meisten Ultragruppen in der Mitte des Oberranges auf originären Sitzplätzen, die aber natürlich nicht besessen werden. Alles steht.
    Zum Unterrang der Nord habe ich ja oben bereits was geschrieben.

    Vielleicht haben wir bei uns einfach Glück, dass wir stehen können, und trotzdem weit genug von den Sonnenbrillen entfernt sind.

  • User
  • 31.03.2010 11:59:18 OnzenOX

    Ja, da habt ihr allerdings Glück :-)

  • User
  • 31.03.2010 12:33:00 der lenny

    Oh supi, hier kann man wieder pauschal und undifferenziert auf irgendwelchen Gruppen rumhacken, von denen man keine Ahnung hat.

    Mir gehen im übrigen die ganzen St. Pauli-Fans auf den Keks, die den Verein nur gut finden, weil er sich als linker Verein vermarktet...

    Wenns ne schöne Choreo gibt oder mal wieder Geld für was wohltätiges gesammelt wird, klatscht ihr hier wieder alle.

    Zum Glück für euch ist pauschales Ultra-Bashing gerade en vogue.

    Viel Spaß noch!

  • User
  • 31.03.2010 12:50:41 Andreas Bock

    Anmerkung von Ronny Galczynski: »Durch eine Verkürzung meiner Äußerungen ist leider insofern eine sinnentstellende Aussage entstanden, die suggeriert, ich würde es gut heißen, dass für eine gute Fansache durchaus auch mal Kinder, ältere Menschen und Frauen in für sie bedrohliche Situationen geraten dürfen. Dem ist allerdings nicht so! Vielmehr bezog ich den letzten Satz auf die Fanszene insgesamt, die nach meinem Dafürhalten in der Tat auch mal für höhergestellte Faninteressen die eine oder andere Unannehmllichkeit in Kauf nehmen sollte. Ob eine Blockade dabei allerdings der richtige Weg ist, sollen andere beurteilen. Vielmehr (das hatte ich allerdings im Gespräch gestern nicht explizit gesagt) finde ich, dass die Blockierer im Gegenteil sogar auch eine gewisse Fürsorgepflicht für gerade diese oben genannten Gruppen hätten an den Tag legen sollen.«

  • User
  • 31.03.2010 13:33:17 AbteilungAttacke

    @ Admin

    Schön, dass du BGH und BVerfG-Rspr. zitieren kannst, aber:

    Die Ansicht [dass] das Nötigungsziel an sich (leere Tribüne um ein möglichst aufsehenerregender Protest zu erreichen) nicht rechtswidrig war dürftest du exklusiv haben. Denn:

    Die Verwerflichkeitsklausel des § 240 Abs. 2 StGB ist Ausdruck des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit. An dieser Stelle ist der Rechtsgüterkonflikt im Rahmen einer einzelfallbezogenen Abwägung zu bewältigen. Entscheidend ist nach § 240 Abs. 2 StGB, ob die Anwendung der Gewalt zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist. Es entspricht verfassungsrechtlichen Anforderungen, wenn dabei alle für die Mittel-Zweck-Relation wesentlichen Umstände und Beziehungen erfasst werden und eine Abwägung der auf dem Spiel stehenden Rechte, Güter und Interessen nach ihrem Gewicht in der sie betreffenden Situation erfolgt ... Ob eine Handlung als verwerfliche Nötigung zu bewerten ist, lässt sich ohne Blick auf den mit ihr verfolgten Zweck nicht feststellen. Mit der Bewertung des zu Grunde liegenden Zwecks wird zugleich eine Weiche für die Verwerflichkeitsprüfung gestellt...Die Verwerflichkeitsklausel untersagt als Ausdruck des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit übermäßige Sanktionen."

    In diesem Fall waren offenkundig Kinder und alte Leute in den katakomben eingekeilt. Ob es da auch zu phsyische Kontakt kam oder die Blockierer 'bloß physisch' anwesend waren, sei mal dahingestellt, doch schon das BverfG wusste: Unter Bestimmtheitsaspekten ist es von Verfassungs wegen nicht zu beanstanden, wenn das Hinzutreten der von den Beschwerdeführerinnen errichteten physischen Barriere von den Strafgerichten als ausreichend für die Bejahung des Tatbestandsmerkmals der Gewalt angesehen wird

    Daher gehe ich jede Wette ein, dass jedes Gericht die Freiheitsrechte dieser Eingekeilten, 'Zusammengedrängten' und Blockierten über das Fernziel, Öffentlichkeit für Fanrechte zu schaffen, stellt.
    Damals hatte das BVerfG keine Probleme, die Nötigung bestehen zu lassen (es gab damals milde Strafen), es ging um das Thema Nutzung von Kernenergie und blockiert war lediglich eine Einfahrt für Kraftfahrzeuge bzw. Autobahn, ergo, die Situation überschaubar. Das alles kann man für die situation am Sonntag wohl kaum behaupten. Nochmals: Wäre die Polizei eingelassen worden, was wäre wohl dann passiert ?
    Das es einen 'überschaubaren' Zeitrahmen gab, ändert nichts an der Erfüllung des TB mittels der Zweck-Mittel-Relation des § 240 StGB.

  • User
  • 31.03.2010 13:37:38 FalscherHase

    Eine Frage an den Herrn Galczynski: Was, bitteschön, sollen denn höhergestellte Faninteressen sein? Und wer nimmt sich das Recht heraus, diese über andere Interessen zu stellen? Ok, das waren zwei Fragen...

  • User
  • 31.03.2010 14:50:13 AbteilungAttacke

    @ Admin

    Nachtrag:

    Zum TB-Merkmal der Gewalt: Man muss nicht lange im Pauli-forum suchen, um da fündig zu werden: "Handgreiflichkeit", "Gequetsche", "Geschiebe" "Polizeimanier"... ah, klingt doch danach, als ob den Blockierten ein 'emfpindliches Übel' angedroht oder sogar an ihnen verwirklicht wurde, ord ? Und du sprichst von BLoßER Anwesenheit der Blockierer ? Einer passiven Blockade ? Und warum ist der Verein froh, dass es "keine Verletzen" gab ? Unfassbar.

    Auch interessant bei der Zweck-Mittel-Relation ist , dass hier ein Forum für die Beschneidung von Fanrechten geschaffen werden sollte, indem Fanrechte (nämlich die der Blockierten [sic!]) beschnitten wurden. Dabei wurde offekundig die Rechtsgutsverletzung auch und gerade von schwächeren Gruppen in kauf genommen. Wenn das nicht verwerlich ist, was dann ?

  • User
  • 31.03.2010 15:15:32 OnzenOX

    @Lenny Zum Glück für euch ist pauschales Ultra-Bashing gerade en vogue.

    Zum Glück :-) denn die Ultra-Affen geh'n mir echt gehörig auf den Senkel!

  • User
  • 31.03.2010 18:09:18 haibi

    @lenny: Naja, also in meinem Falle gehts schon um Sonntag.
    Das die Herren sich da ein ganz gewltiges Eigentor geschossen haben wird sich sicher so langsam bei dem einen oder anderen in die Gehirnwindungen fressen, heut Abend haben sie ja sappelabend, mal sehn was morgen so im Netz zu finden ist,......
    Ich rechne allerdings nicht mit einer Entschuldigung.

    @all: Wenn ihr schon meint hier irgendwas übers Millerntor und seine Fanszene, die Stadionbaupläne, den Stadionnamen oder was weiss ich zu besten geben zu müßen lest euch vorher ein wenig Sachkenntniss an.

  • User
  • 31.03.2010 19:40:46 flitzer on tour

    @OnzenOX: Bleib bitte sachlich, das scheint dir ja reichlich schwerzufallen. Habe jetzt keine Lust, mich wieder mit der ganzen Sache ewig lang schriftlich zu befassen. Nur so viel. Die Aussagen von Ronny Galczynski kann ich so nur unterstützen!

  • User
  • 01.04.2010 09:37:18 haibi

    @flitzer:Etwas anderes als die Blockade war totale Sch..... und wir entschuldigen uns dafür in aller Form verlangen auch nur die wenigsten!
    Das ist es aber auch was längst hätte kommen müssen!
    Eine klare und ausdrückliche Entschuldigung, und nicht dieses Rumgedruckse nach dem Motto ich wurde aber auch beleidigt oder geschubst oder, oder, oder,.......
    Die Aktion war totale Kacke!
    Vollkommen zurecht steht USP und Co. dafür in der Kritik. USP ist in der Süd "federführend" man hat diesen Anspruch wenns läuft und man sollte auch in der Lage sein sich gerade zu machen wenns nicht läuft.

  • User
  • 01.04.2010 19:15:38 Van der Kaarg

    In der Tat stören mich die Ultras ganz gewaltig, wenn ich den Audio-Kommentar des Fernsehers in meiner VIP-Longue nicht hören kann. Es stört auch das Gesamterlebnis Lachsschnittchen-Mampfen. Gerne aber lasse ich mich von diesen Über-Fans als Event-Fan beschimpfen, denn mein monatliches Einkommen aus regelmäßiger legaler Erwerbsarbeit erlaubt es mir, mir eine VIP-Dauerkarte zu leisten. Ällerbätsch.

  • User
  • 02.04.2010 09:52:03 Admir Smaijc

    http://usp.stpaulifans.de/2010/04/stellungnahme-zu -den-geschehnissen-rund-um-das-spiel-gegen-hansa-r ostock

    Jetzt bin ich ja mal gespannt was von den Ultra-Hassern so kommt....

  • User
  • 02.04.2010 14:40:41 hupfi

    Habe gerade die Stellungnahme gelesen. Vermisst habe ich ein großes "Entschuldigung" zu Beginn. Es werden zwar im Artikel kleine Fehler eingeräumt, aber Schuld waren doch hauptsächlich die anderen. Schade...
    Verwaltet USP die kompletten Stehplätze der Südtribüne, weil man ja alle aussperrte...
    Was war eigentlich der Grund für die ganze Aktion? Ach so: USP (und die anderen Aktiven nicht vergessen) wollten gegen die Aussperrung von Fans demonstrieren, weil Corny einfach so mal entschieden hat, dass nur 500 Rostocker ins Stadion kommen dürfen.
    Aber da verkürzt USP (und Rest) die Geschichte. Der Grund warum überhaupt über solche Maßnahmen (der '"Fan-Rechte-Beschneidung") nachgedacht werden musste seid doch IHR, liebe USPler (und Rest)!!! Euer aggressives und gewaltbereites Aufteten gerade beim letzen Ausflug nach Rostock waren doch die Auslöser! Hat nicht z.B. einer von euren Leuten einem Journalisten auf die Birne gehauen? Und das wird immer mit Provokationen gerechtfertigt von der anderen Seite... GEWALT ist NIE die LÖSUNG!!!!!
    Und eure Aufrufe zu Gewalt (gegen Polizei) z. B. auf Flugblättern, eure ständige Gästefandiffamierung (z.B: Osnabrück: "Ihr seid aller nur ein Haufen Scheiße), beim Verlesen der gegnerischen Aufstellung und des Fanliedes extra Krach machen oder Pfeifen, euer "Scheiß Hansa Rostock" auch bei Spielen, die gar nicht gegen Rostock sind, friedlich abziehende Dresdner Fans mit Flaschen bewerfen, bei anderen Auswärtsspielen zündeln - das sind Gründe, warum man vor euch ANGST haben muss.
    Angst, dass IHR den Fußball, den IHR vorgebt zu lieben und zu unterstützen kaputtmacht - IHR sorgt für leere Ränge!

    Lasst das nicht auf Euch sitzen und tut was dagegen - ich möchte wieder gemeinsam mit euch singen, leiden und vor allem AUFSTEIGEN!

  • User
  • 03.04.2010 01:31:54 soccer64

    Ist völlig wurscht, was die Hopsaffen als Erklärung oder Entschuldigung anbieten: Die haben sich angemaßt, was allein der Polizei o. dem Verein zugestanden hätte - Leuten mit gültigen, bezahlten Eintrittskarten den Zugang verweigert.
    Nach gültigem Recht: Nötigung.
    Der Ultra ( als solcher) hat als zahlender Stadionbesucher keine anderen Rechte als alle anderen zahlenden Stadionbesucher - Punkt, Ende Gelände.
    Solange das nicht Konsens ist, machen alle weiteren Diskussionen keinen Sinn.

  • User
  • 07.04.2010 14:43:03 AbteilungAttacke

    Junge, Junge, nur hier mal meine Highlights dieser "Stellungnahme":

    das schwerwiegende Grundproblem der quasi „aufgezwungenen“ Zustimmung bleibt... Das wussten wir vorher und das haben wir mit Bauchschmerzen zu Gunsten eines starken Zeichens und einem Spielverzicht von nur fünf Minuten akzeptiert.

    Den Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Immerhin: Die USP gibt zu, dass von vorneherein in Kauf genommen wurde, auf Fanrechten anderer herumzutrampeln, um eigene Interessen zu realisieren. Aber weiter:

    Leider fokussierte sich die Aufmerksamkeit schnell ausschließlich auf die Auseinandersetzungen unter den Fans und nicht auf das Thema, das eigentlich vermittelt werden sollte. In dieser Hinsicht ist das Vorhaben, mit der Blockade einen starken öffentlichen Kontrastpunkt zu setzen, in letzter Konsequenz gescheitert und wir würden es in einem ähnlich gelagerten Fall nicht mehr in dieser Form einsetzen.

    Selbsterkenntnis ? Gar ein Hauch von Entschuldigung ? Hm mal weiterlesen:
    Wir sind dennoch der Meinung, dass ... man von Sankt Pauli-Fans in einer relativ kleinen Fankurve erwarten darf, eine getroffene Entscheidung der aktivsten und prägendsten Gruppen (sic!) zu akzeptieren und den persönlichen Willen bei einem so geringen Einsatz wie am Sonntag gefordert der Solidarität mit anderen Fans unterzuordnen.

    Die Stellen, wo auf die kritische Sicherheitslage, dem Problemkreis der "zu argen" Beleidigungen und last but not least der Begründung für diese ganze Aktion eingegangen wird, lasse ich mal weg. Der Fairnisshalber sei gesagt, dass es in Stellungnahme auch von Kommunitionsmissverständnissen seitens der USP die Rede ist. Eine deutliche Entschuldigung findet sich aber nirgends.

    Wer als Katholik dachte, dass die katholische Kirche beim Aufarbeiten ihres Missbrauchsskandals kein gutes Bild abgibt, kann angesichts der Stellungnahme eigentlich doch ganz froh sein. Schlimmer gehts immer.

  • User
  • 12.04.2010 09:53:00 haibi

    Immerhin scheint eine am Freitag geführte Diskussion/Aussprache mit Präsidium und Fanvertretern soweit geführt zu haben das man sich darauf einigte zukünftig sich den Interessen das Vereins und aller Fans unterzuordnen oder zumindest eine gemeinsame Richtung einzuschlagen. Heute erstmal kein schwachsinniger Schweigeprotest sondern voller Support.
    Die Richtung scheint zu stimmen, Forza St. Pauli.

  • User
  • 13.04.2010 21:09:04 haibi

    Hier die Stellungname des Präsidiums:
    Link
    Harte aber faire Worte, die ganz offensichtlich Wirkung zeigten, eine wohltuende Wirkung!
    Für den Aufstieg.
    Forza St. Pauli!

  • User
  • 14.04.2010 16:27:18 AbteilungAttacke

    Respekt dem Vorstand: Auf der einen Seite keine Strafanzeigenerstattung und/oder Stadionverbote, auf der anderen Seite mal eben locker der USP jegliche Sonderrechte entzogen und im obiter dictum auch noch die Dauerkartenfrage angesprhchen. eine gute, maßvolle Entscheidung, grade im momentanen Aufstiegskampf.

    Als letzte Genugtuung: Der Vorstand selbst spricht von Nötigung. Wo ist Admir, wenn man ihn braucht ?

  • User
  • 14.04.2010 18:46:31 haibi

    Der holt mit seinen Kumpels zur Gegenoffensive aus,.........
    Im Fanforum explodieren die Threads weil die Jungs sich so glattgebügelt fühlen,........

  • User
  • 15.04.2010 12:28:53 AbteilungAttacke

    Ineressant ist jetzt auch, wie viele versuchen, das Statement zu generalsieren, so nach dem Motto: "Es geht ja nicht um die USP, sonern um alle Fangruppen". Obwohl so manchem langsam aber sicher in den entsprechenden Foren zu dämmern scheint, was die Mitteilung im schlimmsten Fall bedeuten kann.

    Auch kaum nachvollziehbar ist der Vorwurf der Unschärfe. Ist ja klar, dass man in einer solchen Mittleiung nicht expressis verbis jedes Vorrecht einzeln nennt. Der Verein hat nicht weniger und mehr getan, als sämtlichen Privilegien die Rechtsgrundlage zu enziehen.

    Natürlich muss man sehen, ob der Verein das mit Leben erfüllt, zB bei den Ständerechten. Aber das hat mit der Umsetzung, nicht dem Inhalt der Äußerung zu tun.

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