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30.03.2010

Last-Minute-Meister aus Frankfurt

Who the fuck is Manchester?

Text: Dominik Bardow  Bild: Imago

Nach Bayern Münchens 1:2-Niederlage in Frankfurt redet alles von Manchester-United-Effekt - den Last-Minute-Sieg hat jedoch die Eintracht erfunden. Die zehn spektakulärsten Schlussakkorde von Feigenspan bis Fenin.

Last-Minute-Meister aus Frankfurt - Who the fuck is Manchester?


10. Martin Fenin, Eintracht Frankfurt – Bayern München 2:1, 20.03.2010

Obwohl Frankurt gegen die seit 19 Spielen ungeschlagenen Münchner überlegen spielt, führen die Gäste seit Kloses Treffer nach sechs Minuten mit 1:0. Drei Minuten vor Schluss spielt der 17-jährige Bayern-Verteidiger David Alaba im Strafraum einen fatalen Rückpasss, in den Juhvel Tsoumou hineinsprintet. Mit dem Schienbein erzielt der 19-Jährige sein erstes Bundesligator. 104 Sekunden später spielt Halil Altintop einen langen Ball auf Martin Fenin. Der Tscheche kann den Ball zunächst nicht kontrollieren, lässt dann aber den abwartenden Alaba mit einem Arschwackler stehen. Sein Schuss aus spitzem Winkel knallt erst gegen den Pfosten - und dann ins Tor.





9. Ioannis Amanatidis, Eintracht Frankfurt – Karlsruher SC 2:1, 22.10.2008

Die ersten sieben Spiele der Saison 2008/09 kann Eintracht Frankfurt nicht gewinnen. Trainer Friedhelm Funkel steht vor dem Nachholspiel gegen den Karlsruher SC vor dem Rauswurf. Acht Minuten vor Spielende köpft der spätere Frankfurter Maik Franz das 1:0 für den KSC. 120 Sekunden danach gleicht Benjamin Köhler aus. In der ersten Minute der Nachspielzeit erreicht ein Freistoß den eingewechselten Ioannis Amanatidis, der durch die Beine von KSC-Torwart Miller das 2:1 erzielt – mit einem Knorpel- und Meniskusschaden im Knie, wie sich später herausstellen sollte. Während Frankfurt die Klasse hält, fällt der Grieche fast die gesamte Saison aus.


8. Horst Heldt, Eintracht Frankfurt – SSV Ulm 2:1, 20.05.2000


Am 18. Spieltag der Saison 1999/2000 liegt Frankfurt mit neun Punkten abgeschlagen am Tabellenende. So schlecht sollte erst zehn Jahre später wieder eine Mannschaft dastehen: Hertha BSC. Unter Felix Magath gewinnen die Frankfurt acht der nächsten 15 Spiele. Trotzdem würde eine Niederlage im letzten Spiel gegen den direkten Konkurrenten Ulm den Abstieg bedeuten. In der 89. Minute wird Stürmer Thomas Reichenberger an der Strafraumgrenze gefoult. Horst Heldt verwandelt den Elfmeter. Trotz Punktabzugs gelingt Frankfurt der Klassenerhalt. Magath, der noch drei Meistertitel gewinnen sollte, nennt es bis heute die größten Leistung seiner Trainerkarriere.

7. Jürgen Kalb, Eintracht Frankfurt – Bayern München 3:2, 13.04.1974


Im Halbfinale des DFB-Pokals geht Bernd Hölzenbein in der letzten Minute im Strafraum zu Boden. »Johnny Hansen hatte mich mit dem Ellbogen im Gesicht getroffen, ein klares Foul«, sagt Hölzenbein heute. Bayern-Torwart Sepp Meier kann sich gar nicht mehr beruhigen, Trainer Udo Lattek schreit herum – sie werfen Hölzenbein eine Schwalbe vor. Doch es hilft alles nichts. Eintracht-Abwehrspieler Jürgen Kalb trifft per Elfmeter zum 3:2. Nachdem Hölzenbein auch im WM-Finale 1974 einen umstrittenen Strafstoß herausholt, hat er einen Ruf als Schwalbenkönig weg. Und Frankfurt gewinnt im Finale, das wegen der WM erst im August ausgetragen wird, gegen den Hamburger SV seinen ersten DFB-Pokal.

6. Eckehard Feigenspan, Eintracht Frankfurt – Kickers Offenbach 5:3 n.V., 28.06.1959


Im Endspiel um die deutsche Meisterschaft 1959 steht es in Berlin gegen den Erzrivalen Kickers Offenbach nach 90 Minuten 2:2. In der zweiten Minute der Verlängerung trifft Eckehard Feigenspan per Elfmeter zum 3:2. Sztani erhöht auf 4:2, doch durch das 4:3 durch Offenbachs Gast ist das Spiel wieder offen. Eine Minute vor Ende der Verlängerung macht Feigenspan seinen dritten Treffer im Spiel und besiegelt die erste und einzige Deutsche Meisterschaft für Frankfurt. 


weiterlesen [1] [2]



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Kommentare

  • User
  • 25.03.2010 23:24:01 spreekicker

    kinderschokolade - wie traurig ist das denn?

  • User
  • 25.03.2010 23:47:32 kroate

    Da hat sich der Fehlerteufel eingeschliche und zwar bei der Numero 1. Für Nürnburg hat nicht Mintal(war der denn da schon geboren, höhö), sondern Nikl verkürzt. Jeder, der die Radiokonferenz kennt, merkt sich das, ebenso wie die Kinder auf der Fahrbahn im Verkehrsfunk. ;)

  • User
  • 26.03.2010 13:26:52 dasBo78

    Das 5:1 war echt der Hammer, und stellt alles in den Schatten.
    Ich war live im Stadion und werde es nie vergessen, da läuft es einem heute noch kalt den Rücken runner!

  • User
  • 26.03.2010 14:40:00 novahot

    Last minute Rocker vom Betzenberg, wenn wir noch was haben dann die Legende.

    Für Ungläubige zur Ansicht dieses Schmuckstück.

  • User
  • 26.03.2010 18:33:46 lauftammo

    Auch dieser Last-Minute-Sieg der Eintracht vom 6. Spieltag der Saison 1989/1990 gegen Bayer Uerdingen (2:1) sollte erwähnt werden: 0:1 Bartram (72.), 1:1 Weber (87.), 2:1 Sippel (89.). Ich war zwar nicht im Stadion, aber die Schlusskonferenz im Radio hatte es auch in sich.

  • User
  • 01.04.2010 12:19:35 Uwe Bindewald

    Hier noch ein Beispiel aus der 2. Liga:

    1997/1998, 20. Spieltag
    Stuttgarter Kickers - Eintracht Frankfurt 2:3 (0:1)

    Bis zur 84.Minute Führung für die Eintracht, dann erst zwei Gegentore und dann nochmal das Spiel gedreht. Mein vielleicht geilstes Auswärtsspiel mit einem auf dem Dach der Auswechselbank tanzendem Urs Güntensperger.

    Tore:
    0:1 Ansgar Brinkmann 18.
    1:1 Alexander Malchow 84.
    2:1 Eberhard Carl 86.
    2:2 Ansgar Brinkmann 89. (Foulelfmeter)
    2:3 Christoph Westerthaler 90.

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