Fünf Jahre, ein Rückblick
Chronik der Gewalt
Text: Dominik Bardow und Ron Ulrich Bild: Imago
Nach den Vorfällen im Berliner Olympiastadion stehen Fußball-Fans erneut am Pranger. Fußball – ein gewältiger Moloch? Wohl eher nicht. Fest steht aber: Die Ausschreitungen häufen sich. Eine Chronik der vergangenen fünf Jahre.
19. Februar 2005 / Karlsruher SC – Dynamo Dresden / 2. Bundesliga
Dresdener Anhänger und später auch KSC-Fans werfen Feuerwerkskörper auf voll besetzte Tribünen und liefern sich nach dem Spiel eine Schlägerei. Zahlreiche Menschen werden verletzt, der Polizeieinsatz kostet 500.000 Euro.
1. April 2005 / Erzgebirge Aue – Energie Cottbus / 2. Bundesliga
Energie-Trainer Petrik Sander wird von einer Leuchtrakete am Kopf getroffen und verletzt. Er wird in ein Krankenhaus gebracht und stationär behandelt.
10. Dezember 2005 / Eintracht Braunschweig II – Hannover 96 II, Oberliga Nord
Unmittelbar nach dem Schlusspfiff stürmen Braunschweiger Fans den Rasen und gehen auf Schiedsrichter, Spieler und Betreuer der Gäste los. Die Hannoveraner flüchten in die Kabinen, müssen dafür allerdings ein langen Speißrutenlauf ertragen: Die Umkleiden sind 100 Meter vom Spielfeld entfernt.
1. Mai 2007 / Rot-Weiß Essen – Hansa Rostock, 2. Bundesliga
Ein Feuerwerkskörper löst einen Brand im Gästeblock aus, eine Hundertschaft der Polizei stürmt die Rostocker Kurve, 14 Menschen werden verletzt.
7.Mai 2007, Carl Zeiss Jena – Wacker Burghausen, 2. Bundesliga
Fans treten einem Ordner ins Gesicht, Plastikflaschen und Steine fliegen, 13 Menschen werden verletzt. Der FC Carl Zeiss Jena reagiert auf Meldungen der Agenturen im Folgenden mit einer Stellungnahme, in der der »willkürliche und rücksichtslose Einsatz« der Polizeibeamten scharf kritisiert wird.
5.April 2008 / Eintracht Frankfurt – 1. FC Nürnberg, 1. Bundesliga
Im Nürnberger Fanblock werden Knallkörper gezündet, eine Leuchtrakete wird auf den Platz geschossen. Die Partie steht kurz vor dem Abbruch, Schiedsrichter Gagelmann schickt die Teams in die Kabinen. Nach 20minütiger Unterbrechung wird das Spiel fortgesetzt.
7. April 2008 / Borussia Mönchengladbach – 1. FC Köln, 2. Bundesliga
Nachdem Kölner Fans eine gestohlene Fahne der Gladbacher Ultras im Stadion präsentieren, wird eine Leuchtrakete aus dem Gladbacher Block auf das Spielfeld geschossen. Die Partie wird in der 87. Minute unterbrochen.
3. Mai 2008 Arminia Bielefeld – VfL Bochum, 1. Bundesliga
Im Block der Bochumer werden Knallkörper gezündet, ein Ordner will eingreifen. Er wird daraufhin attackiert und erleidet einen Schädelbruch.
21. Februar 2009 Karlsruher SC – Eintracht Frankfurt, 1. Bundesliga
Nachdem Feuerwerkskörper aus dem Frankfurter Fanblock in Richtung des Karlsruher Torhüters Miller gefeuert wurden, verlassen beide Mannschaften den Rasen.
5. Dezember 2009 VfB Stuttgart – VfL Bochum, 1. Bundesliga
100 Anhänger des VfB blockieren vor dem Spiel den Mannschaftsbus der Stuttgarter, nach der Partie versammeln sich 2.000 Fans vor dem VIP-Eingang. Es kommt zu Ausschreitungen und zu mehreren Festnahmen.
27. Februar 2010 VfL Bochum – 1. FC Nürnberg, 1. Bundesliga
Wegen des Gebrauchs von Pyrotechnik werden im Fanblock der Nürnberger acht Menschen verletzt. Zwei Personen erleiden Verbrennungen dritten Grades.






