Das Nuller-Heft

11FREUNDE-Spezial: 00er

Das waren die Nuller Jahre

Neu hier? Alle Infos zu 11Freunde Community
16.03.2010

Fünf Jahre, ein Rückblick

Chronik der Gewalt

Text: Dominik Bardow und Ron Ulrich  Bild: Imago

Nach den Vorfällen im Berliner Olympiastadion stehen Fußball-Fans erneut am Pranger. Fußball – ein gewältiger Moloch? Wohl eher nicht. Fest steht aber: Die Ausschreitungen häufen sich. Eine Chronik der vergangenen fünf Jahre.

Fünf Jahre, ein Rückblick - Chronik der Gewalt


19. Februar 2005 / Karlsruher SC – Dynamo Dresden / 2. Bundesliga

Dresdener Anhänger und später auch KSC-Fans werfen Feuerwerkskörper auf voll besetzte Tribünen und liefern sich nach dem Spiel eine Schlägerei. Zahlreiche Menschen werden verletzt, der Polizeieinsatz kostet 500.000 Euro.

1. April 2005 / Erzgebirge Aue – Energie Cottbus / 2. Bundesliga

Energie-Trainer Petrik Sander wird von einer Leuchtrakete am Kopf getroffen und verletzt. Er wird in ein Krankenhaus gebracht und stationär behandelt.



10. Dezember 2005 / Eintracht Braunschweig II – Hannover 96 II, Oberliga Nord

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff stürmen Braunschweiger Fans den Rasen und gehen auf Schiedsrichter, Spieler und Betreuer der Gäste los. Die Hannoveraner flüchten in die Kabinen, müssen dafür allerdings ein langen Speißrutenlauf ertragen: Die Umkleiden sind 100 Meter vom Spielfeld entfernt.

1. Mai 2007 / Rot-Weiß Essen – Hansa Rostock, 2. Bundesliga

Ein Feuerwerkskörper löst einen Brand im Gästeblock aus, eine Hundertschaft der Polizei stürmt die Rostocker Kurve, 14 Menschen werden verletzt.

7.Mai 2007, Carl Zeiss Jena – Wacker Burghausen, 2. Bundesliga

Fans treten einem Ordner ins Gesicht, Plastikflaschen und Steine fliegen, 13 Menschen werden verletzt. Der FC Carl Zeiss Jena reagiert auf Meldungen der Agenturen im Folgenden mit einer Stellungnahme, in der der »willkürliche und rücksichtslose Einsatz« der Polizeibeamten scharf kritisiert wird.

5.April 2008 / Eintracht Frankfurt – 1. FC Nürnberg, 1. Bundesliga

Im Nürnberger Fanblock werden Knallkörper gezündet, eine Leuchtrakete wird auf den Platz geschossen. Die Partie steht kurz vor dem Abbruch, Schiedsrichter Gagelmann schickt die Teams in die Kabinen. Nach 20minütiger Unterbrechung wird das Spiel fortgesetzt.

7. April 2008 / Borussia Mönchengladbach – 1. FC Köln, 2. Bundesliga

Nachdem Kölner Fans eine gestohlene Fahne der Gladbacher Ultras im Stadion präsentieren, wird eine Leuchtrakete aus dem Gladbacher Block auf das Spielfeld geschossen. Die Partie wird in der 87. Minute unterbrochen.

3. Mai 2008 Arminia Bielefeld – VfL Bochum, 1. Bundesliga

Im Block der Bochumer werden Knallkörper gezündet, ein Ordner will eingreifen. Er wird daraufhin attackiert und erleidet einen Schädelbruch.

21. Februar 2009 Karlsruher SC – Eintracht Frankfurt, 1. Bundesliga

Nachdem Feuerwerkskörper aus dem Frankfurter Fanblock in Richtung des Karlsruher Torhüters Miller gefeuert wurden, verlassen beide Mannschaften den Rasen.

5. Dezember 2009 VfB Stuttgart – VfL Bochum, 1. Bundesliga


100 Anhänger des VfB blockieren vor dem Spiel den Mannschaftsbus der Stuttgarter, nach der Partie versammeln sich 2.000 Fans vor dem VIP-Eingang. Es kommt zu Ausschreitungen und zu mehreren Festnahmen.

27. Februar 2010 VfL Bochum – 1. FC Nürnberg, 1. Bundesliga

Wegen des Gebrauchs von Pyrotechnik werden im Fanblock der Nürnberger acht Menschen verletzt. Zwei Personen erleiden Verbrennungen dritten Grades.






Ähnliche Artikel

Kommentare

  • User
  • 16.03.2010 15:03:47 van Gool

    "Fünf Jahre, ein Rückblick" - wo?

    Selbst ich, fußballinteressiert, aber nicht Teil der Hool-/Ultraszene, kann aus dem Stehgreif noch mindstens zwei, drei weitere (gravierendere) Vorkommnisse, teils aus der jüngsten Vergangenheit, benennen - übrigens über die letzten Wochen und Monate hinweg, mehr oder weniger ausführlich kommentiert, auch hier nachzulesen.

    Also mitnichten eine Chronik, schon gar nicht der letzten fünf Jahre, löchrig wie ein Schweizer Käse, sinnentleert, fragmentarisch, unkommentiert, dumm - fehlen da noch irgendwelche Seiten?
    Wo liegt der sittliche Nährwert dieses "Artikels"?

  • User
  • 16.03.2010 16:45:17 MAEXo

    in der kreisklasse c haben sich der kallheinz und der
    hanspeter geprügelt
    und in china isn sack reis umgefallen

  • User
  • 16.03.2010 17:34:33 Gscheidlmeier

    5.April 2008 / Eintracht Frankfurt – 1. FC Nürnberg, 1. Bundesliga

    eine Leuchtrakete wird auf den Platz geschossen.

    diese Lüge scheint von irgendeiner der anderen miserabel recherchierten "Chroniken" entnommen zu sein, die im Kielwasser der Ereignisse vom Samstag schwimmen.
    Es wurde keine Leuchtrakete auf den Rasen geschossen, sondern ein Bengalofackelchen geworfen. Wie gefährlich und gewalttätig das war, lässt sich hier ansehen:

    Link

    Immerhin habt Ihr nicht von Medien abgeschrieben, die sich damals zu etlichen Leuchtraketen hochorgasmiert hatten, um noch reißerischer um die Gunst der Stunde brüllen zu können.

    Dass die Partie kurz vor dem Abbruch stand, stimmt hingegen. Allerdings sollte erwähnt werden, dass nicht einmal die Selbstherrlichkeit und Wichtigtuerei eines Herrn Gagelmann ihn zu einer solch verblendeten Tat hat hinreißen können.

    Ich heiße weder geworfene Bengalos, noch und erst recht nicht Kanonenschläge gut, aber wie hier die Wahrheit verdreht und von dieser fortan ohne Überprüfung abgeschrieben wurde, ist ein trauriges Armutszeugnis für Schreiber, die sich Journalisten nennen.

  • User
  • 16.03.2010 21:06:16 Benfort

    In der Tat eine wahnsinng gut recherchierte Chronik. Schön, dass es wenigstens noch ein Fußballmagazin gibt, dass auf Qualitätsjournalismus setzt und sachlich über das Thema berichtet. Der Pulitzer-Preis dürfte wohl sicher sein.

    Ein paar minimale Fehler haben sich dann aber leider doch eingeschlichen:

    zu 7.Mai 2007, Carl Zeiss Jena – Wacker Burghausen, 2. Bundesliga

    Hier die Stellungnahme des FCC:

    Vielmehr bestätigen mehrere Augenzeugen sowie auch der Leiter des Fan-Projektes, dass der gewaltsame Übergriff eines gewerblichen Ordners gegen einen Fan Auslöser der Vorfälle war.

    Das daraufhin erfolgende Eingreifen der Polizeibeamten war aus unserer Sicht völlig überzogen und das rücksichtslose Vorgehen einiger Polizeibeamter selbst gegen Personen, die bereits - teils bewusstlos - am Boden lagen, bzw. Personen, die diesen erste Hilfe zu leisten versuchten, ist absolut nicht nachvollziehbar. Der willkürliche und rücksichtslose Einsatz sowohl des Schlagstocks als auch von Pfefferspray widersprach eklatant dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wie auch den rechtlichen Vorschriften über die Anwendung unmittelbaren Zwangs. Über 20 Verletzte, darunter auch Frauen und Kinder, von denen 8 im örtlichen Krankenhaus von Burghausen behandelt werden mussten, und von denen 2 erst am Montagmittag entlassen werden konnten, sprechen eine deutliche Sprache.
    Der FC Carl Zeiss Jena und das Fan-Projekt Jena wünschen in erster Linie allen betroffenen Fans gute Besserung. Wir danken den eingesetzten Notärzten und Rettungssanitätern für die Versorgung der Verletzten. Ein besonderer Dank geht an den Burghausener Fanbeauftragten Michael Wirnsberger für die Versorgung der vor dem Krankenhaus auf ihre verletzten Freunde wartenden Fans sowie für die Unterstützung beim Rücktransport der beiden erst am Montag aus der Klinik entlassenen Zeiss-Anhänger.


    http://www.fc-carlzeiss-jena.de/magazin/artikel.ph p?artikel=3252&type=2&menuid=74&topmenu=3

    Was fällt diesen "Fans" ein, sich von der USK krankhausreifen prügeln zu lassen? Skandal!

  • User
  • 16.03.2010 21:10:38 anditheke

    Bisher habe ich mich noch nie zu einem der Artikel geäußert, da ich mit der Printausgabe mehr als zufrieden bin und auch froh über eine mehrmals tägliche online-Plattform, auch wenn mal weniger gute Texte dabei sind.
    Aber ich habe mich noch nie so verbunden mit den "Dauernörgelnden Selbstdarstellern" gefühlt, die jeden zweiten oder dritten Artikel verreissen, als nach dem lesen dieses "Rückblick" bzw. "Schweizer Käse" und kann mich den obrigen Kommentaren nur anschließen.

    "Fest steht aber: Die Ausschreitungen häufen sich. Eine Chronik der vergangenen fünf Jahre."

    In den angeführten 6 Spielzeiten der 1. und 2. Bundesliag haben bis heute 3294 bzw. nach Ablauf der aktuellen Saison (9 Paarungen * 34 Spieltage * 2 Spielklassen * 6 Spielzeiten =) 3672 Spiele stattgefunden, wobei die fast neue 3. LIGA, sowie Semi-Professionellen Ligen("10. Dezember 2005 / Eintracht Braunschweig II – Hannover 96 II, Oberliga Nord") nichtmal berücksichtig werden.
    An lediglich elf (ja elf, nicht 11, denn auch das kann den Artikel nicht retten) soll es Ausschreitungen gegeben haben? Nicht, daß ich darüber erfreut wäre, aber mir fallen ebenfalls mit Leichtigkeit elf Vorfälle allein seit der vorletzten Saison ein, was wenigstens eine Steigerung verdeutlichen würde. Auch auf Grund der Intensität dieser, würde so ein Wachstum oder zumindest ein Wachstum an Gewaltpotential anschaulicher gemacht werden.
    Zudem denke ich, daß die eigentliche Brisanz dieses Themas nicht im, sondern außerhalb des Stadions zu finden ist.

    "Nach den Vorfällen im Berliner Olympiastadion stehen Fußball-Fans erneut am Pranger. Fußball – ein gewältiges Moloch? Wohl eher nicht."

    Und genau da wo ein Diskurs interessant und wünschenswert wird, fehlt, meiner Meinung nach, die Tiefe. Unabhängig von den Diskussionen über "echte Fußballfans", die Ultrascene und ihrer (angeblichen) Gewaltbereitschaft, etc., sollte - eben aus aktuellem Anlass - auch beleuchtet werden, von wo diese Aktion ausging.

  • User
  • 17.03.2010 00:49:55 Okolov

    ich fände auch mal ne chronik von der anderen seite interessant.
    ala 230 eintracht fans die in bremen präventiv festgenommen werden ohne grund.
    dann scheint ja beim bayern fürth spiel (pokal diese saison) einiges schief gegangen zu sein.
    und gabs nichmal nen bericht über quasi nacktkontrollen vorm stadion in dresden.

    gibts bestimmt noch einiges mehr.

  • User
  • 17.03.2010 11:35:20 aircanada500

    Welcher Praktikant konnte sich in dieser lächerlichen und v.a. komplett unvollständigen Auflistung denn austoben?

    Bei einigermaßen soliden Recherchen, hätte man ja zumindest mal die korrekten Ansetzungen herausfinden können. Die Ansetzung am 7. Mai 2007 Jena (zuhause) gegen Burghausen gab es nämlich überhaupt nicht! Mal abgesehen, vom Auftritt des allseits geliebten USK...

    Dieser "Arikel" hat populistisches Bild-Zeitungsniveau. Sehr sehr arm, liebe Leute!

  • User
  • 17.03.2010 12:01:40 AntiMöller

    @aircanada: selbst ICH verlange nicht, von den 11 Freunden, jedes Gekrökel auf dem Schirm zu haben. Im Falle Jena gegen Burghausen (hörthört!) reicht manchmal ein click auf einen anerkannten link und...voilà! Aufgesessen. Verschobene Partie und nicht aktualisiert vielleicht? Sei gnädig.

  • User
  • 17.03.2010 12:02:19 AntiMöller

    zu viele Kommas,,, wie immer.

  • User
  • 18.03.2010 19:02:59 AbteilungAttacke

    Die Diskussion ist ne' schwierige, keine Frage.

    Sicher erscheinen 11 von ca. 3600 abgehaltenen Spielen nicht gerade als große Menge. Selbst wenn man dies nur als Auswahl begreift, die Argumentaton des Artikels kann man sicher angreifen.

    Doch mehrere Fragen müssen schon gestellt werden, hier mal nur Beispiele:

    Herrscht eine neue "Qualität" an Gewalt in den genannten Ausschreitungsspielen ?

    Woher und warum kommen die sich häufenden Behauptungen von Polizei und Polizeigewerkschaften nach gesteigerter Aggressivität und höheren Kosten, eng verbunden mit entsprechenden Forderungen nach Kostenbeteiligung ?

    Ist die Wahrnehmung gesteigerter Gewalt mediale Panikmache oder beruht sie auf einer tatsächlichen Entwicklung der Polarasierung von Ultras und Sicherheitskräften ?

    Momentan ist sicher nicht alles so heiß, wie es gekocht wird, aber wenn man die Rechtsprechung (BVwG und BGh zB) sieht, muss man schon eine gewisse, nun ja, Beunruhigung, verspüren. Wir befinden uns hier sicher erst am Beginn einer Enwicklung, die mal problematisch werden könnte. Aber wie heisst es so schön: Wehret den Anfängen...

zum Forum

Logge Dich ein, um einen Beitrag zu schreiben!

VON DEN LESERN EMPFOHLEN



DIE AKTUELLE UMFRAGE

Igor de Camargo ist...

super
Belgier
Brasilianer
eine Nasenschwalbe
blöd
clever
groß
klein
mittelgut
Igor de Camargo




Dr. Martin Thein, Mitbegründer des ersten Instituts für Fankultur


Runde Fußballer

  • Manfred Kreis (Fortuna Köln)

Das Tagesticker-Archiv

11Freunde Liveticker

11FREUNDE @ TWITTER