Elf des Spieltags
Die Besenkammer wartet
Text: Dominik Bardow und Ron Ulrich Bild: Imago
Lukas Podolski wird »gebreakt« vom Karnevals-Präsi, Michael Preetz umarmt Friedhelm Funkel und Franz Beckenbauer teilt aus. Das hätte schon gereicht, doch die 11FREUNDE-Betriebself musste unbedingt noch einen draufsetzen.
Tor
Christoph Semmler
Anders als es der Name vermuten hatte Christoph Semmler bei Rot-Weiß Oberhausen keine Torchancen versemmelt, sondern bei der 3:5-Niederlage beim FC St. Pauli eine schlechte Figur im RWO-Tor abgegeben. Danach antwortete er niedergeschlagen im DSF auf die Frage, warum sein Team verloren habe: »Weil wir heute ohne Torwart gespielt haben.« Oooooooh. Mehr Herzschmerz geht nur bei Hertha (vgl. Preetz, Michael).
Abwehr
Bastian Reinhardt
Ohne Worte: Basti Reinhardts neueste Praktikantenkolumne »Basti Backstage« auf HSV.de:
»(über Schalke) Trotzdem gewinnen die und gewinnen... Was geht da ab? Es wird höchste Zeit, dass der DFB hier ermittelt. Aber die Herren haben gerade andere Sorgen. Die interessiert im Moment nur, wer wem an die Pfeife wollte. Mal wieder typisch. Da wartet die ganze Welt auf den ersten Fußballspieler, der sich outet, da preschen die Herren Unparteiischen wieder dreist vor. Streber!! Aber lassen wir das - und jedem seine Vorlieben. Bleibt nur zu hoffen, die anderen "Refs" halten sich in Zukunft zurück.
Nicht nur während der Spiele, auch danach. Wenn die Lawine noch weiter ins Rollen kommt, werden die Probleme erdrückend. Z.B. beim Nachwuchs. Nein, nicht untereinander. [...] Und was dann? Dann werden wahrscheinlich Krug und Co. wieder reaktiviert werden müssen. Obwohl das eigentlich kein schlechter Gedanke ist. Hat mich schon immer gestört, dass Schiedsrichter auf dem Höhepunkt (ihrer Laufbahn) aufhören müssen. [...] Aber das bleibt meine geringste Sorge. Viel wichtiger ist mir, das wir alle die nächsten Wochen erleben, ohne das auch noch pikante Filmchen des Geschehenen auftauchen. Das wären Bilder, die sich für die Ewigkeit in mein Gehirn fressen würden. Der E-Mailverkehr ist mir da schon zuviel.«
Maik Franz
Schon vor dem Spiel in Hannover hatte der Frankfurter Verteidiger getönt: »Ich bin heiß wie ein Boxer.« In der letzten Runde der Nachspielzeit kam dann der K.o.: Gelb-Rot. »Maik muss den Mittelweg zwischen Aggressivität und Mannschaftssport finden«, plädierte Heribert Bruchhagen nach dem Spiel für eine Rückkehr von Faustkampf zum Fußball. Utopisch, denn wie Pizarro jagt Franz seinen eigenen Rekord: Dem 28-Jährigen fehlen nach je drei roten und gelb-roten Karten nur noch zwei Platzverweise, um zum legendären Jens Nowotny aufzuschließen.
Stuttgarter Defensive
Komplettes Ausschwärmen war angesagt. Als ob jemand den Stuttgartern vor dem Schalker 2:1 ein »Lauft um euer Leben!« zugerufen hätte, verließen die Schwaben ihren Sechzehner im Sprint. Heiko Westermann und Kevin Kuranyi standen plötzlich so einsam da wie die Klassenstreber mit Hornbrille und Achselnässe auf dem Schulball. Was beide nicht davon abhielt, den Schalker Siegtreffer einzutüten. Denn am Ende zählt nur der Erfolg – das wissen auch die Klassenstreber von früher.
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