Die Elf des Spieltags
Blondierte Wuchtbrumme
Text: Dominik Bardow und Ron Ulrich Bild: Imago
Unsere »Elf des Spieltags« deckt auf, dass etwas auf die Kappe vom Hinterkopf geht, Blondierungen für Oma vorgenommen werden und Stürmer für Fleecedecken werben. Musik dazu: Mike Krüger und der »Indian Song«.
Torwart
Maximilian Hinterkopf
Der Ersatztorwart des Regionalligisten VfB Lübeck leistete sich gegen die Hertha-Amateure ein kurioses Gegentor: Zwar wuchtete er den Ball nicht mit dem Hinterkopf ins eigene Tor, wie es einst Tomislav Piplica bei Energie Cottbus tat. Dafür ließ der 20-Jährige die Ecke von Lennart Hartmann ohne Berührung ins eigene Netz passieren. Doch Hinterkopf entschuldigte sich hinterher ganz souverän: »Das geht auf meine Kappe.«
Abwehr
Andreas Wolf
Den Abwehr-Move des Wochenendes zelebrierte der Nürnberger Innenverteidiger gegen Stefan Kießling. Souverän schirmte Wolf mit seinem Rücken den Ball vor dem Leverkusener ab. Dann plötzlich machte er einen Ausfallschritt und verpasste Kießling einen brutalen Bodycheck. Foul ist, wenn der Schiri hinsieht.
Das International Football Association Board
Wertkonservativ grätschte das Fifa-Gremium alle Neuerungen wie Torkameras und Chips im Ball nieder. »Fehlentscheidungen sind doch gerade das Schöne an diesem Sport«, begründete Jonathan Ford vom Waliser Verband. Nach 11FREUNDE-Informationen wurde Ford noch am selben Abend in einer finsteren Gasse von der gesamten deutschen WM-Elf von 1966 und irischen Funktionären verprügelt, mit Krücken bzw. der bloßen Hand. Keiner kam ihm zu Hilfe – Foul ist, wenn der Schiri hinsieht (s.o.).
Die Versicherungsheinis
Es gibt wohl seit Mario Barth nichts, was im deutschen Fernsehen mehr nervt als die Versicherungsheinis in den Werbepausen der »guten alten Sportschau«. Vor und nach jedem Werbeblock melden sich die Bürohengste aus irgendwelchen Stadien der Republik und verkünden debil lächelnd, dass es gleich weitergeht. Seit »Stromberg« wissen wir: »Büro ist Krieg«. Aber diese Werbeeinblendung führt vor Augen, was dieser Krieg mit Menschen machen kann. Deswegen der Dank an die Versicherungsveteranen: Seit eurer Werbung wissen wir ganz genau, bei welcher Versicherung wir nie, nie, nie etwas abschließen werden.
Mittelfeld
Die Frau hinter Joachim Löw
Ähnlich im Hintergrund wie die deutschen und irischen Schläger (s.o.) hielt sich eine Dame im Pelzmantel, allerdings vor einem Millionenpublikum. Während Sky-Reporter Jan Henkel auf der Tribüne Joachim Löw interviewte, hielt sich hinter ihnen hartnäckig eine blonde Society-Dame in einem überdimensionalen Pelzmantel im Bild. War es das Tribünen-Comeback von Beate Rehhagel? Oder Margit Mayer-Vorfelder? Oder die wahre Frau Löw? Offensichtlich nicht, denn die Dame stand, sich ihres Ruhmes völlig unbewusst, minutelang rauchend in der Gegend herum. Erst als ihr Handy klingelte und sie vor laufender Kamera ranging, winkte sie unbeholfen den Zuschauern. Gerade noch mal gut gegangen.
Das Video dazu gibt es hier unter Meisterschafts-Krimi. Ab 0:20 Min geht es los.





