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Ciriaco Sforza wird 40

Stratege und Zitteraal

Text: Johannes Ehrmann  Bild: Imago

Er war Stinkstiefel, Giftwolke und einer der besten Mittelfeldspieler aller Zeiten – heute wird Ciriaco Sforza 40 Jahre alt. Wir blicken zurück auf eine beeindruckende Karriere zwischen Hitzfeld, Rehhagel und Betzenberg.

Ciriaco Sforza wird 40 - Stratege und Zitteraal


Wie viel Einfluss kann ein einzelner Spieler auf den Erfolg einer Mannschaft haben? Die Einen führen die Binsenweisheit ins Felde, wonach das Team der Star sei, man nur zusammen gewönne oder verliere, die Anderen verweisen auf Ausnahmekönner wie Zinedine Zidane, ohne den der französische WM-Titel von 1998 und die Finalteilnahme 2006 undenkbar scheinen. Bei Ciriaco Sforzas Einfluss auf das Wohl und Wehe des 1. FC Kaiserslautern scheint die Beweislage hingegen eindeutig.

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Drei Mal wurde der Schweizer im kleinen Pfälzerstädtchen vorgestellt und während das letzte Engagement unter der dunklen Wolke des stetigen finanziellen wie sportlichen Niedergangs steht, wird niemand bestreiten, dass Sforza die Erfolge des FCK – allen voran das Meisterstück von 1998 – maßgeblich beeinflusste.

Ein Mittelfeldspieler macht sich einen Namen

Im Sommer 1993 wechselte »Ciri« zum ersten Mal auf den Betzenberg – ein damals namenloser Mittelfeldspieler aus der Schweiz, mit dem die Liga binnen weniger Monate Bekanntschaft machen sollte. Das erste Bundesligator erzielte Lauterns neuer Spielmacher gleich beim Debüt in Köln, am Ende der Saison hatte der Vorjahresachte um ein mickriges Pünktchen die Meisterschaft verpasst.

»Ich will mit dem FCK um Titel mitspielen«, hatte Sforza schon zu Beginn gesagt. Beim 4:0 gegen den FC Bayern am 31. Spieltag, dem Höhepunkt einer atemberaubenden Aufholjagd mit sechs Siegen zum Saisonende, bekamen die 40.000 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion Sforzas Bestes serviert. Der Matchwinner war an allen vier Toren beteiligt, netzte zum 3:0 selbst ein.

»Die Meisterschaft 98 trage ich im Herzen«


Auf keinen anderen Titel, so viel dürfte fest stehen, hat der Spieler Sforza mehr Einfluss genommen als auf die sensationelle Meisterschaft des Aufsteigers Kaiserslautern. Der einzigartige Siegeszug steht für Lauterns Nummer 10 ganz oben: »Diesen Titel trage ich tief im Herzen. Er bedeutet mir mehr als alles andere, was ich im Verlauf meiner Karriere noch gewonnen habe.« Eine erstaunliche Aussage, schließlich wurde Sforza bereits 1996 UEFA-Cup-Sieger mit den Bayern und war auch in der grandiosen Saison 2000/2001 im Aufgebot der Münchner, als Last-Minute-Meisterschaft, Champions League und Weltpokal an die Isar geholt wurden.

Doch anders als in München oder bei Inter Mailand, wo sich der Aargauer den großen Kindheitstraum von Italien erfüllte, war Sforza beim 1. FC Kaiserslautern kein Star unter vielen, sondern das Epizentrum des Lauterer Spiels. Er beschleunigte und verlangsamte das Tempo instinktiv, öffnete und ordnete das Spiel, dirigierte die Mitstreiter, zentral nicht nur seine Rolle auf dem Platz, im Spieler schlummerte schon ein halber Trainer.

»Ciriaco war damals sehr wichtig für unser Spiel. Er war ein Stratege auf dem Platz, konnte das Spiel sehr gut lesen, eine absolute Leaderfigur«, erinnert sich der Brasilianer Ratinho, wie Sforza eine der Stützen der 98er-Meistermannschaft. »Ciri war der verlängerte Arm von Otto Rehhagel, er achtete als Organisator immer auf die richtige Einstellung der Mannschaft, war taktisch unheimlich wichtig für uns.«


weiterlesen [1] [2]



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