Die 11FREUNDE-Blogschau
Das Knäckebrot des Fußballs
Text: Johannes Ehrmann Bild: Imago
Närrisches Treiben am 21. Spieltag: Köln tanzt Katersamba, Nürnberg freut sich über eine Niederlage, Gladbach nicht und Eintracht-Coach Skibbe wird zum Pyromanen, der die Geister der Vergangenheit leben lässt. Die Blogschau!
SV Werder Bremen - Hertha BSC Berlin 2:1 (0:0)
Werderblog amalgamiert: »Alptraum oder Segen? Das war die große Frage vor dem '111 Jahre Werder Spiel' gegen die Hertha aus Berlin. Und was gab es am Ende? Einen 2:1-Heimsieg – der alptraumhafte Segen!«
Herthabsc tuckert: »Hertha spielt ohne Rhythmuswechsel, ohne Intensität einen relativ gepflegten, meist folgenlosen Fußball. Abstiegskampf im Standgas.«
11FREUNDE zählt rückwärts: Segen mit alptraumhaftem Beigeschmack auf der einen, Alptraumsegen auf der anderen Seite. Sicher: In Bremen kann man verlieren. Der Rückstand auf den Platz mit Rettungspotenzial bleibt gleich für die Berliner. Gleichbleibend aber auch das Problem: Mal wieder ist ein Spiel weniger zu spielen.

VfL Wolfsburg - FC Bayern München 1:3 (0:2)
VfL Wolfsburg Blog erkennt: »Ich bin kein Statistiker, aber ich glaube, selten stand ein Meister so schlecht da. Beim VfL war das auffälligste das fehlende Selbstbewusstsein. Um nur ein Beispiel zu nennen: Grafite.«
Stadtneurotiker pflichtet bei: »Louis van Gaal macht es nicht verkehrt. Die Mannschaft nach so einem Spiel wachzurütteln, ist richtig. Zu leicht funktioniert es derzeit, der Weg zur Arroganz und Selbstgefälligkeit ist nicht weit.«
11FREUNDE fühlt mit: Was macht eigentlich... Grafite? In einem Dreivierteljahr ist aus dem 28-Tore-Mann ein stolpernder Tunichtgut geworden, gegen den derzeit selbst ein Achtjähriger im eins gegen eins auf dem Bolzplatz gut aussehen würde. Der brasilianische Ex-Stürmer ist Anfang 2010 harmloser und bemitleidenswerter als Artur Wichniarek. Schlimmer geht’s nicht. Nicht viel jedenfalls.
1. FC Köln - Hamburger SV 3:3 (1:2)
Samba Köln vergleicht: »Ein gefühlter Sieg nach einer fantastischen Aufholjagd. Der FC entwickelt sich langsam zur Schießbude der Liga. Die andere Erkenntnis: Der FC hat schon genauso viele Tore in 4 Rückrundenspielen geschossen wie in 17 Hinrundenspielen. Es gibt wohl (noch) keine optimale FC-Tore-Verhinderung-und-vorne-lustig-einnetzen-Lösung. Kölsch am Abend = Kopfschmerzen am Morgen, Tore vorne = Gegentore hinten.«
11FREUNDE schmeißt Kamellen: FC-Manager Meier hat bei der Stadt Köln wohl bereits das Gesuch auf Verlegung des Aschermittwochs eingereicht. Denn nichts fürchten die abergläubischen Jecken mehr als das Ende des Karnevals. Verschwindet mit den Kamellen auch der Torsegen so plötzlich, wie er gekommen ist? Verbindungen zur Abwesenheit des Kölner Faschingsprinzen will man ja erst gar nicht bemühen...
SC Freiburg - FC Schalke 04 0:0
Fudder mahnt: »Aufgrund der zweiten Halbzeit und dem Chancenplus der Schalker darf der gestrige Punkt auf der Habenseite verbucht werden. Der SC sollte sich allerdings nicht täuschen lassen: Will das Team die Klasse erhalten, muss es häufiger das Tor treffen.«
Königsblog relativiert: »Zwei verlorene Punkte, wie schon gegen Bochum. Und wieder fällt Schalke auf den Schnitt von 2 Punkten pro Spiel zurück. Jammern auf hohem Niveau.«
11FREUNDE macht Diät: Null zu Null. Das Knäckebrot des Fußballs. Schmeckt keinem, hinterlässt unschöne Krümel, stopft nichts und niemanden. Würg. Nächstes Mal wieder das pappige Weißbrot kaufen. Und dann schön Extramettwurst drauf. Und viel Butter. Lecker.








