Schalke gerät aus dem Tritt
Torlose Niederlage
Text: Manfred Hendriock Bild: Imago
Die erste Halbzeit verschlafen, in der zweiten um ein Tor von Bordon gebracht - Schalke musste beim 0:0 in Freiburg mit einem Punkt zufrieden sein. Letztlich kam die Schlussoffensive gegen die heimschwachen Freiburger zu spät.
Felix Magath hielt es nicht lange auf der Bank. Schon nach zehn Minuten mahnte er seine Spieler das erste Mal energisch zu mehr Aufmerksamkeit an, und nach einer runden Viertelstunde stürmte Schalkes Trainer wieder gestenreich an die Seitenlinie: SC-Torjäger Mohamadou Idrissou war im Fünfmeterraum völlig frei zum Schuss gekommen, doch Schiedsrichter Dr. Drees hatte zuvor auf Abseits entschieden. Kurz und gut: Schalke kam in der Anfangsphase überhaupt nicht ins Spiel, schien bisweilen gar nicht auf dem Platz zu sein.
Es lag nicht allein daran, dass der in den vergangenen Wochen so starke Jefferson Farfan nur auf der Bank saß, da er durch eine Erkältung geschwächt war. Für ihn spielte Alexander Baumjohann zum ersten Mal nach seiner Rückkehr von Beginn an, und Magath stellte das System um zu einer klassischen Raute im Mittelfeld und einem Zweier-Angriff Kuranyi/ Sanchez. In der Abwehr war dagegen Rafinha trotz Adduktoren-Beschwerden dabei, während Mittelfeld-Mann Peer Kluge sein Comeback verschieben musste. Und weil Tore Reginiussen angeschlagen pausierte, rückte Stürmer Besart Ibraimi zum ersten Mal in den Kader und wurde später auch eingewechselt.
Ein wenig Frühling, keine Form
In Freiburg war bei plus 8 Grad ein wenig Frühling zu spüren, doch Schalke kam nicht so recht in Tritt. Die Abwehr wirkte unsicher, obwohl auch die Freiburger keine Bäume ausrissen. Und ins Spiel nach vorne schlichen sich immer wieder Abspielfehler ein: Auf die erste Torchance für die Gäste musste man mehr als eine halbe Stunde warten. Doch diese Gelegenheit hatte es in sich: Baumjohann flankte bei seiner besten Szene mustergültig von der rechten Seite in den Strafraum, wo Kuranyi zum Kopfball kam – der Ball klatschte jedoch gegen den Pfosten.
Doch auch dieser Angriff machte Schalke nicht wesentlich munterer. Kurz vor der Pause hatten die Blauen sogar Glück, als Idrissou den Ball nach einem Freistoß von Schuster mit dem Hinterkopf gegen die Latte lenkte (42.). Den dicksten und insgesamt dritten Aluminium-Treffer gab es jedoch unmittelbar nach dem Wiederanpfiff wieder für Schalke: Nach einem Freistoß von Rakitic köpfte Bordon den Ball gegen die Unterkante der Latte, und es war eine ganz kniffelige Entscheidung für Schiedsrichter Drees, ob die Kugel nicht doch die Torlinie überschritten hatte. Erst die Fernsehbilder zeigten, dass Schalke da wohl ein Tor geklaut worden war.
Auf jeden Fall war Schalke jetzt endlich besser im Spiel. Magath brachte nach 53 Minuten auch Farfan für den insgesamt nicht überzeugenden Baumjohann. Und zehn Minuten später konnte Kuranyi einen Abspielfehler von Flum nicht nutzen – der Torjäger schob den Ball am langen Eck vorbei. Da stichelten die Freiburger Zuschauer – der Breisgau ist halt Löw-Land. Schalke drückte danach auf das erlösende Tor und hatte vor allem durch Farfan und den aufgerückten Höwedes gute Chancen zum Siegtreffer, doch letztlich kam die Schlussoffensive zu spät.
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