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Warum Großkreutz S04 nicht mehr hasst

Vom Saulus zum Paulus

Interview: Stefan Bunse  Bild: Imago

Keine einzige Minute hatte Kevin Großkreutz in der Bundesliga absolviert, da stand das Urteil über ihn schon fest. »Ich hasse Schalker wie die Pest«, entlockte der Boulevard dem Dortmunder Neuzugang. Doch nun scheint er geläutert.

Warum Großkreutz S04 nicht mehr hasst - Vom Saulus zum Paulus


 »Ich hasse Schalker wie die Pest« – Wenige Wochen später holte den Straßenfußballer diese unbedachte Aussage in Form eines Ellenbogenschlages wieder ein. Schalkes Torwart Manuel Neuer soll ihn begangen haben. Einen Beweis dafür gab es nie. Es folgte eine erstaunliche Entwicklung. Statt unter der Last der folgenden Häme zusammenzubrechen, reifte der 21-Jährige im letzten Drittel der Hinserie zum Aufsteiger im Team von Jürgen Klopp. In den letzten vier allesamt gewonnenen Spielen gehörte er zur Startelf der Schwarz-Gelben.

Wir begleiteten Kevin Großkreutz bei einem Streifzug durch seine Heimat im Dortmunder Norden. 


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Kevin Großkreutz, was bedeutet Ihnen Heimat?

Heimat ist dort, wo die Menschen wohnen, die man liebt. Heimat kann aber auch eine Begegnung sein, wie die kürzlich mit meinem ehemaligen Geschichtslehrer von der Hauptschule Eving. Herr Hässler hat mich vor einigen Wochen zufällig getroffen und mich spontan in den Arm genommen. Heimat ist aber auch ein vertrauter Ort. Wie die Wiese, die ich mit meinen Kumpeln nach der Schule immer als Bolzplatz aufgesucht habe. Oder auch die Bude an der Ecke, die ich Ihnen gerade gezeigt habe und in der ich schon als Kind eingekauft habe. Ich bin sehr bodenständig. Was mir Heimat bedeutet, kann man bald auch auf meiner Homepage nachlesen, in der es zu 100 Prozent nur um Dortmund und meine Liebe zur Borussia gehen wird.

Gehört der Austausch mit Ihren langjährigen Weggefährten von der Südtribüne auch dazu? Per Internet lassen Sie die Anhänger über das Fanzine schwatzgelb.de unter der Rubrik »Kevins Kolumne... hier schreibt ein Dortmunder Jung« regelmäßig an Ihrem Seelenleben teil haben.

Die Macher von schwatzgelb.de haben bei mir nachgefragt, ob ich mir das vorstellen könne, und ich fand die Idee gut. Ich kenne viele Menschen, die das lesen, persönlich. Mich hat als Fan auch immer interessiert, was in der Mannschaft passiert. Auch ich kam immer schlecht an Informationen. Jetzt habe ich die Möglichkeit dazu, und da ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, einige Dinge weiterzugeben. Es ist aber alles mit dem BVB abgestimmt.

Sie sind im Dortmunder Bezirk Eving aufgewachsen. Sie sind dort zur Schule gegangen und wohnen hier noch heute mit Ihren Eltern Pia und Martin und Ihrem Bruder Lanny. In einem Interview haben Sie mal gesagt, dass Sie Eving freiwillig nie verlassen würden. Dabei zählt der Bereich im Dortmunder Norden nicht gerade zu den feinsten Adressen der Westfalenmetropole. Was macht diesen Stadtteil für Sie dennoch so einzigartig?

Das stimmt vielleicht. Aber hier sind meine Wurzeln. Ich suche mir gerade meine erste eigene Wohnung. Auch die wird wieder in Eving liegen. Es gibt sicherlich schönere Ecken als den Dortmunder Norden. Aber ich will hier nicht weg. Ich brauche das nicht zwangsläufig, nur weil ich jetzt etwas mehr Geld verdiene. Ich bin ein ganz normaler Mensch. Wenn ich hier über die Straße gehe, kennt mich jeder. Und ich kenne jeden. Und wenn mich die Leute grüßen, dann, weil sie mich mögen. Nicht weil ich jetzt ein Fußballprofi bin.

Sie engagieren sich seit Jahren ehrenamtlich beim örtlichen Kreisligisten SG Phönix Eving.

Mein Vater ist ein Phönixer. Von daher war ich dort oft bei den Spielen. Der Platz an der Grävingholzstraße wurde fast mein zweites zu Hause. Auch wenn ich dort nie selbst gespielt habe. Vor fünf Jahren wurde ich angesprochen, ob ich mir eine Aufgabe als Trainer in der Jugendabteilung vorstellen könne. Seitdem mache ich das. Derzeit trainiere ich zweimal in der Woche die D-Jugend. Das macht Riesenspaß.

Mag sein, aber wir kennen keinen anderen aktiven Fußballprofi, der sich nach Feierabend noch zweimal wöchentlich auf die Asche stellt. Wie bekommen Sie beide Aufgaben unter einen Hut?

Wen ich ehrlich bin verstehe ich gar nicht, warum das nicht noch mehr Spieler machen. Das würde dem Fußball bestimmt gut tun. Wir trainieren derzeit Montags und Donnerstags. Montags haben wir beim BVB oft frei und Donnerstags fängt mein Partner dann mit dem Training an, und ich stoße dann nach unserem Training dazu. Nur mit den Spielen am Samstagvormittag ist es etwas schwierig geworden. Ich versuche das so oft, wie es geht, hinzubekommen. Allerdings konnte ich in dieser Saison erst drei Partien meiner Jungs sehen. Aber es lag mir am Herzen, die Mannschaft nicht einfach im Stich zu lassen. Wenn ich eine Aufgabe anfange, dann bringe ich sie auch zu Ende. Das sind Kinder, zu denen ich eine Beziehung aufgebaut habe, und die an mir hängen.
    


Reviersport@11Freunde


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News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: Borussia Dortmund, Schalke 04


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Kommentare

  • User
  • 17.01.2010 01:23:13 kordeler

    Leider lügt der Herr Großkreutz immer noch. Hier hat er die Chance zur Entschuldigung verpasst. Er soll sich das Filmmaterial vom WDR anschauen. Da ist er und seine sauberen Mitlügner deutlich überführt worden.

  • User
  • 17.01.2010 04:04:14 Plumpe

    Keine Ahnung ob er das tut, habe aufgrund geografischer Abgeschiedenheit keine Bilder davon gesehen (und Youtube geht hier nich') und die Diskussion ueber diesen Vorfall scheint mir doch weniger objektiv als Interessengesteuert.
    Seine Aeusserungen in diesem Interview finde ich aber sehr vernuenftig. Der Junge kommt sympathisch rueber und ich wuerde mir wuenschen, dass jeder Verein in Deutschland ein paar echte 'locals' so wie ihn in seinen Reihen haette, das macht die Vereine ehrlicher, die Spiele interessanter und die Begeisterung authentischer.

  • User
  • 17.01.2010 13:35:07 paolosousa

    @ kordeler
    Was ist denn gelogen?

  • User
  • 17.01.2010 16:13:20 Jason90

    Jaja, Lügen... Damit müssten sich die "Kollegen" vom FC Meineid doch gut auskennen....

  • User
  • 17.01.2010 16:19:27 kwasimodo

    @paolosousa

    nach abpfiff des letzten derbys soll der neuer ihn angeblich mit einem schlag getroffen haben.

    ich hab nicht sehen können, dass er getroffen wurde, aber wenn, hat's bestimmt nicht weh getan.

  • User
  • 17.01.2010 16:21:52 xanteron

    kordeler:
    Schade dass du, wie viele andere, immernoch nicht verstanden hast, was da eigentlich los war. Es wurde in mehreren Interviews bereits gesagt, dass der monierte Schlag nicht auf dem Spielfeld, sondern im Kabinentrakt statt gefunden haben soll. Auf dem Platz war nur der zuvor stattfindende Streit.
    Natürlich kann man trotzdem nicht mit Sicherheit sagen, ob dieser Schlag überhaupt passiert ist. Aber immer wieder auf die Fernsehbilder zu verweisen ist einfach lächerlich. Da kann das gar nicht drauf zu sehen sein, das hat auch Kevin (ebenso wie Sahin) längst in Interviews bestätigt, deshab braucht man ihnen keine Lüge vorzuwerfen.

  • User
  • 17.01.2010 19:59:21 Balkanmaradona

    ach, ich bin ein schlechter, böser mensch, meine, menschen nach äußerlichkeiten beurteilen und anhand dämlicher frisuren in schubladen stecken zu dürfen. der is ja echt n netten, der großkreutz....

  • User
  • 17.01.2010 20:10:14 bright_eyes

    I bin fick un fertig! Glück gehabt. Danke Großkreutz. Siehst zwar Scheiße aus, aber Balkanmaradona hat recht, scheiß auf Äußerlichkeiten. Was zählt is auffem Platz.

    Gerade eben noch das Interview mit Klopp im Fernsehen gesehen, Lehmann als Experte im Studio. Lehmann wird gefragt, wie er die Situation beim 2:2 einschätzt (definitiv kein Foul). Meint in aller Ruhe, in England würde sowas nicht gepfiffen... Diese ständige Schwallerei von England und was da nicht gepfiffen wird geht einem auch auf den Sack. Später dann Klopp, indirekt zu Lehmann: er hätte ihn gerne mal auf dem Spielfeld gesehen, wenn ihm einer mit gestrecktem Fuß so reinrast, in aller Ruhe und so. Hat mir Klopp sympatischer gemacht (vor allem, weil er das so offen anspricht) und meinen Eindruck von Lehmann bestätigt. Nix gegen den VfB, aber wird endlich mal Zeit, dass der Typ die Schuhe an den Nagel hängt. Nur leider wird er dann Experte.

  • User
  • 17.01.2010 21:24:58 lolarennt

    hate hate hate fuck fuck fuck

  • User
  • 18.01.2010 00:14:30 Sonny83

    Das bisschen Sympathie dass ich nach dem lesen des Interviews empfunden habe ist spätestens seit vorhin wieder weg. Blöd.

  • User
  • 18.01.2010 09:57:15 UrmelAusmEis

    Die Antipathie der gegnerischen Fans muss man sich auch erstmal erarbeiten.
    Frag nach bei Ulf Kirsten

  • User
  • 18.01.2010 10:07:18 gygax

    uiuiui...die Antipathie gegnerischer Fans bei Kirsten hatte viel mit Respekt und Angst vor seiner Leistung zu tun, wenn er da gegen deinen Verein kickte. Grosskreutz is einfach nur ein dummes, hässliches Kind, das bei einem unsympathischen Verein spielt. Den mag ich nicht, weil er Grosskreutz is

  • User
  • 18.01.2010 10:59:00 calimero

    er sieht aber wirklich aus wie ein kevin.

  • User
  • 18.01.2010 11:03:08 kordeler

    paolosousa:
    Wer Kevin Großkreutz für einen grundehrlichen Menschen hält der glaubt, dass er nicht gelogen hat, soll das auch weiterhin tun.
    Wenn eine angebliche Tätlichkeit im nachhinein vom Platz in den Kabinengang verlegt wird, weil keiner eine Tätlichkeit auf dem Platz gesehen hat, dann fällt mir der Glaube schwer.

  • User
  • 18.01.2010 18:14:10 blue_clgn

    zumal der Lügner noch auf dem Platz, vor der (piss-)gelben Wand,
    seinen Kollegen gezeigt hat, wie der "böse" Neuer ihn geschlagen
    hat.
    oder ist er doch kein Lügner sondern Wahrsager?

  • User
  • 18.01.2010 21:41:35 AntiMöller

    geht das schon wieder los...^^

  • User
  • 19.01.2010 06:37:32 Gedrängehalb

    Ich halte es da mit Toni Polster: "Der [Kevin Grosskreutz] soll in seinem Leben keinen Tag mehr Glueck haben."

    Frei erfundene Ausssagen, um ueber andere Leute in uebler Nachrede herziehen zu koennen - tiefer kann man charakterlich gar nicht sinken. Da ist ja ein taetlicher Angriff weniger schlimm, denn dagegen kann sich der Angegriffene wenigstens wehren, gegen ueble Nachrede und Verleumdung kann der Verleumdete das (in aller Regel) nicht.

  • User
  • 19.01.2010 09:16:26 Redondo71

    Na ja, meiner Meinung nach konnte der Dortmunder Kevin charakterkich gar nicht mehr tiefer sinken.

  • User
  • 19.01.2010 09:28:13 Hotte80

    Der spielt auf der linken Seite, oder?

  • User
  • 19.01.2010 11:09:33 vokabelle

    Auf der dunklen.

  • User
  • 19.01.2010 12:15:07 noorange

    Der einfache Weg halt.

  • User
  • 20.01.2010 14:36:59 buch04

    Die sogenannte "Hohle Gasse".

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