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14.01.2010

Valerien Ismael über seine neue Berufung

»Liebe ist die Basis«

Text: Dirk Gieselmann und Alex Raack  Bild: Imago

Im zweiten Teil unseres Interviews mit Valerien Ismael sprechen wir über seine neue Herausforderung als Manager, die menschlichen Seiten des Geschäfts und ein bislang unbekanntes Angebot eines türkischen Klubs.

Valerien Ismael über seine neue Berufung - »Liebe ist die Basis«


Valérien Ismael, was fasziniert Sie an dem Beruf des Managers?

Dass man dabei auf das Ganze achten muss. Es geht um Menschenführung, darum seine Mitarbeiter so zu motivieren, dass es den Verein voran bringt. Eigentlich ist das nicht anders, wie auf dem Fußballplatz. Management ist vielseitig. Du hast Kontakt zur Mannschaft, zu den Sponsoren, zur Presse. Für jede dieser Zusammenarbeiten musst du entsprechende Regeln lernen. Dann kannst du Karriere machen.



Sie wollten früher Sportlehrer werden, als Spieler hat man ihnen diese pädagogische Ader durchaus angemerkt. Wie sehr nutzen Sie jetzt diese Fähigkeiten?


Als Manager musst du wissen, wie ein Spieler tickt. Du musst die Fähigkeit besitzen einfühlsam zu sein und dann verstehst du auch den Spieler und kannst ihm helfen seine Leistung zu bringen. Und darum geht es nun einmal in unserer Leistungsgesellschaft.

Was verstehen Sie im Fußball unter dem Begriff »Menschenkenntnis«?

Dass du im Umgang mit deinen Mitarbeitern immer flexibel bleibst. Jeder Spieler ist anders. Einen musst du streicheln, einen musst du in Schutz nehmen, wieder andere musst du in den Arsch treten. Es geht nicht darum, meine Meinung einem Spieler einzuflößen, es geht darum, dass der Verein sein Ziel erreicht und dafür müssen nun einmal die Spieler gut spielen!

Ist es ausgeschlossen, dass sie jemals Trainer werden?

(zögert einen Augenblick)
Ja. Ich will das Ganze sehen, und als Trainer bist du auf das Ergebnis fixiert und brauchst deswegen die Konzentration rein aufs sportliche. Früher war es vielleicht noch möglich Sponsorentermine wahrzunehmen, heute nicht mehr. Der Trainerjob ist undankbar geworden, und die Möglichkeiten sind begrenzt.

Sie haben mit Klaus Allofs und Uli Hoeneß unter zwei sehr dominanten Managern gearbeitet. Hat Sie das geprägt?

Durchaus. Als Manager repräsentiertest du ja den Verein, eigentlich bist du der Verein. Du brauchst: klare Ansagen, eine klare Linie, eine klare Philosophie. Klaus Allofs und Uli Hoeneß leben das vor, bzw. haben das vorgelebt. Die wissen ganz genau wo es lang geht. Wenn du es schaffst, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen, die aber im Sinne deines Vereins sind, ist das das Rezept zum Erfolg.

Gibt es Entwicklungen in der Welt des Fußballs, die sie kritisieren?


Es wird, abgesehen von einigen Ausnahmen, nicht mehr sachlich über Fußball berichtet. Da geht es eher darum, welche Spielerfrau sich in welcher Disco das Kleid ausgezogen hat oder welcher Fußballer die tollste Frisur hat. Fußball hat aber ganz andere Werte: Disziplin, Zusammenhalt, Respekt! Über diese Sachen wird immer weniger berichtet. Dieser ganze Schickimicki gehört doch nicht zum Fußball.


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