Die Geschichte der Fußballfans

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06.01.2010

Marcelo Bordon hat wieder Bock

»Ich danke Gott und Magath«

Interview: Manfred Hendriock  Bild: Imago

Schalkes Abwehrfels Marcelo Bordon hatte keine Lust mehr am Fußball und wollte schon aufhören. Aber dann kam der Bewusstseinswandel. Im Interview erzählt er, warum er jetzt doch noch ein paar Jährchen dran hängt.

Marcelo Bordon hat wieder Bock - »Ich danke Gott und Magath«


Felix Magath sagt: Qualität kommt von quälen. Ist das Trainingslager eine Qual?

Es ist hart, aber wichtig. Nur wenn du fit bist, kannst du im Spiel deine Qualität abrufen. Wenn nicht, verlierst du die Konzentration.

Ist das der Grund für Ihre bärenstarke Form in dieser Saison? Sie sind jetzt 34, aber es sieht eher so aus, als würden Sie immer jünger.  

Letzte Saison war es anders. Da war ich nicht fit, nicht zufrieden, war einfach traurig. Ich hätte fast aufgehört. Wenn mir der Fußball keinen Spaß mehr macht, kann ich auch zu Hause bleiben. S

Sie sind Profi, haben in der vergangenen Saison (unter Fred Rutten) auch trainiert. Warum waren Sie dann nicht fit?

Ich will keinen kritisieren. Es war einfach die schlimmste Saison meiner Karriere. Mir fehlte die Sicherheit auf dem Platz – die Sicherheit, dass ich kräftig und stark bin. Dann bin ich nicht mehr ich selbst. Es ist nicht so, dass wir nicht wollten. Aber wir konnten nicht. Jetzt ist das ganz anders.

Weil Felix Magath jetzt Ihr Trainer ist? 

Magath arbeitet an der Grenze, nicht so la la. Er trainiert mit einem Plan. Bei ihm passiert etwas. Du bist müde, aber es tut dir gut. Jetzt sage ich, es wäre schade gewesen, wenn ich damals aufgehört hätte.

Wie nah waren Sie denn am Aufhören?

Es war schwer. Ich habe so viel gekämpft in meiner Karriere – wollte ich das alles wegschmeißen? Aber sogar meine Mutter in Brasilien hat mich damals am Telefon gefragt: Was ist los mit dir? Ich kann mich einfach nicht verstellen, wenn ich traurig bin.

Und was war dann der Grund zum Weitermachen?

Ich habe mich selbst gefragt, ob es noch geht. Ich hatte kein gutes Gefühl, dass ich wieder besser werden kann. Aber ich kannte ja die Philosophie von Felix aus Stuttgart, wo er schon mein Trainer war. Also habe ich mir im Sommer gesagt: Jetzt mache ich das Trainingslager mit Felix – das ist der beste Test. Wenn ich das nicht geschafft hätte, dann hätte ich sofort aufgehört. Noch vor der Saison. Aber jetzt sehe ich: Ich kann noch ein bisschen Gas geben . . .

Heißt das, Sie haben den Gedanken ans Karriere-Ende in diesem Sommer aufgeschoben?

Jetzt macht es Spaß – wie lange das so geht, ist schwer zu sagen. Vielleicht bleibe ich noch vier Jahre (lacht). Doch mein Herz tut manchmal weh, wenn ich an meine Familie denke. Meine Mutter in Brasilien ist krank (sie leidet an Demenz, die Redaktion). Ich bin weit weg von zu Hause, möchte ihr beistehen. Aber mein Vater sagt: Du bist kein Arzt, du kannst ihr nicht helfen – also bleib in Deutschland und spiele weiter Fußball. Denn er weiß: Wenn ich einmal mit dem Fußball aufgehört habe – was passiert denn dann mit mir? Dann bin ich traurig.

Ihr Vertrag in Schalke läuft noch eineinhalb Jahre bis Juli 2011…

Erst einmal bleibe ich bis zum Ende dieser Saison, und dann gucke ich, was der Trainer meint. Ich höre auf viele Leute, und bis jetzt hat noch keiner gesagt: Hör auf mit dem Fußball. Und wenn es körperlich so weiter geht, dann denke ich, dass ich vielleicht bleibe. Aber wenn der Trainer im Sommer sagt: Geh nach Hause. . .

Felix Magath plant mit Ihnen bis 2011.

Darüber freue ich mich, und ich freue mich auch, dass ich Schalke noch helfen kann. Es ist schön, wenn die Fans kommen und sagen: Bordon, bitte bleib. Schalke und ich – das passt. Ich muss mich bei Gott bedanken für die Kraft, die er mir gegeben hat, und ich muss mich auch bei Felix Magath bedanken.

Sie spielen jetzt seit fast elf Jahren in Deutschland und sind im Sommer sechs Jahre auf Schalke. Nur einen großen Titel haben Sie noch nie gewonnen. Glauben Sie noch daran?

Ich sehe das jetzt anders. Ich habe einen großen Titel in Deutschland gewonnen, wenn ich eines Tages weggegangen bin und die Leute sagen: Der Bordon war ein Guter, denn der hat alles für den Verein gegeben.

Der Westen@11Freunde




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Kommentare

  • User
  • 07.01.2010 04:00:00 Rodnox

    Bordon wird die Meisterschale noch hochhalten, da bin ich sicher :D

  • User
  • 07.01.2010 04:00:34 Rodnox

    PS.: Magath... Gott ... wo ist da der Unterschied? (Schalke Fan)

  • User
  • 07.01.2010 09:21:43 Redondo71

    Bordon, bitte bleib. Du bist ein Guter!

  • User
  • 07.01.2010 10:01:38 L3v3l0rd

    Der Bordon war ein Guter, denn der hat alles für den Verein gegeben.

  • User
  • 07.01.2010 10:25:03 MarcRamone

    Auf jeden fall freut es mich, dass er wieder zurück ind ie Spur gefunden hat.

    In der letzten Saison ist bei ihm ja in Vergessenheit geraten, wofür er mal stand und wozu er in der Lage war.

    Mal schauen wie lange er noch durchhalten und mithalten kann und wie lange Magath tatsächlich mit ihm plant.

    Weiter so Marcelo!

  • User
  • 07.01.2010 14:19:50 Lederfresse

    Klar ist er ein Guter. Danke GOTT. Aber leider wird er die Schale nie in den Händen halten. Dank GOTT.

  • User
  • 07.01.2010 15:35:10 sma

    Bordon wird die Meisterschale noch hochhalten, da bin ich sicher :D

    Naja, ein Wechsel zu einem Topclub ist in seinem Alter wohl doch nicht so wahrscheinlich... .

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