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Wie die Medien mit Enkes Tod umgehen

Flickering Lights

Text: Dirk Gieselmann  Bild: Imago

»Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord«, sagte Albert Camus. Die Medien versuchen, es durch die schiere Anzahl der Kameras zu lösen. Der Suizid Robert Enkes zeitigt einen ekelhaften Voyeurismus.

Wie die Medien mit Enkes Tod umgehen - Flickering Lights


Ü-Wagen fahren durch die Provinz. Wo ist Eilvese? Aus Duisburg die Stimme von Peter Neururer, er spricht und sagt doch nichts. Trotzdem: Senden! Wann beginnt die Pressekonferenz im Landgasthof? Sagt der DFB das Länderspiel gegen Chile ab? War es Depression? »Er war in Behandlung«, meldet BILD. Beileidsbekundungen nun auch aus München. Kerzen in Hannover. Senden! Mikrofone. Notizblöcke. Straßenkarten. Hier ist Eilvese, hallo Köln! Steht die MAZ? War er nicht immer schon... ein bisschen anders? »Er war labil«, sagt Klubboss Martin Kind. Senden! Bilder flackern. Wie das Blaulicht am Bahndamm. Flickering lights. Die Leute, glaubt man in den Ü-Wagen-Kolonien von Eilvese, wollen dabei sein.

Nur eine Stunde zuvor hat ein Mensch irgendwo dort im Dunkeln seinem Leben ein Ende gesetzt. Wer will da wirklich dabei sein?

Die entsetzliche Nachricht vom Tode Robert Enkes hat viele aus ihrer naiven Beschäftigung mit dem Fußball gerissen. Vorgestern noch hielt er das 2:2 gegen Hamburg fest. Wo der Spielbericht stand, steht heute: »Robert Enke ist tot«.

Das ist die Überschrift. Was steht im Text? Das Blatt ist weiß, das Blatt wird schwarz. Was steht im Text? Was? Ein Nachruf? Alte, die mit 80 von uns gehen, erzählen ihn gewissermaßen selbst. So viele Spiele, ein so langes Leben. Robert Enke ist mit einem Mal nicht mehr unter uns.  

Die Entfesselung der Bilderflut

Doch statt innezuhalten für wenigstens einen Moment, nachzudenken, mit welchen Mitteln man dieser Tragödie hätte begegnen können, wenn man ihr schon begegnen muss, und mit welchen nicht, zu schweigen, zu warten, um Worte zu ringen, sie vielleicht zu finden, irgendwann...

Stattdessen also entfesselten weite Teile der Medien schon Minuten später eine Informationsflut, die eines offenbart: Der Voyeurismus kennt keine Grenzen mehr.

»Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord«, sagte Albert Camus. Das glaubt man nun offenbar allein durch die schiere Zahl der aufgefahrenen Kameras beantworten zu können. 

Diese Art von enthemmtem Journalismus legitimiert sich gern selbst durch die vermeintliche Pflicht, informieren zu müssen. Doch wie kann diese Information an einem solchen Abend aussehen? Archive werden durchwühlt, Formkrisen und Schicksalsschläge des Robert Enke bilden Resonanzräume, in die man gierig hinein lauscht. Gerüchte werden zu Fakten, Hypothesen zu Erklärungen. Aus der scherenschnittartigen Charakteristik der öffentlichen Person, die Robert Enke war, werden Diagnosen für eine private Person konstruiert, von der niemand, der sich daran beteiligt, behaupten kann, dass er sie kannte.

Mutmaßungen sind hier nichts als Anmaßungen. Niemand weiß, was in Robert Enke vorging.

Und noch einmal: Wer will es wissen? Und wen geht es an?

Die Pietätlosigkeit der Medien zu geißeln mag müßig sein. Sie selbst haben sich davon nie bremsen lassen. Trauer kennen sie nicht, sie sind über etwas schon hinweg, bevor es geschehen ist. Es ist sehr zu wünschen, dass sie wenigstens vor den Hinterbliebenen halt machen. Und dass all diejenigen, die echte Trauer empfinden, sich diese nicht banalisieren lassen.

Trauern heißt aushalten, dass es keine Antwort mehr gibt. Auch nicht auf den Bilderstrecken, die einen Wald in der Nähe von Hannover zeigen. Blaulichter am Bahndamm. Bilder flackern. Flickering Lights. Zu sehen ist, was man nicht sehen kann.


 


Kommentare

  • User
  • 11.11.2009 03:52:01 Fabolous_84

    Wow...ich kopier einfach nochmal was ich bereits unter euren 1. Beitrag geschrieben habe:

    Danke Dirk...Danke 11 Freunde...für die einzig angemessene Berichterstattung! Danke das es einen Lichtblick in der deutschen Medienlandschaft gibt der noch nicht vom schwarzen Loch der Quotengeilheit und des Zwangsvoyoeurismus gefressen wurde! Ich kann mich gar nicht in so vielen Foren anmelden wie ich es gern würde, um meiner Bestürzung über Berichterstattung und blöder Sprücheklopperei von Usern Luft zu machen!


    Mein herzlichstes Beileid gilt dem Verein, den Team-Kameraden, den Verwandten und Freunden...und ganz besonders seiner kleinen Familie! Möge sie die Kraft haben dieses dunkle Kapitel zu überstehen und einen Weg finden "weiter zu machen"!!!

  • User
  • 11.11.2009 08:50:34 nur_der_HSV

    Ein sehr gutes Statement zur Berichterstattung. Es tut gut, so etwas zu lesen, auch wenn wir alle wissen, daß sich dadurch die Medienlandschaft leider bei solchen Ereignissen nicht ändern wird.
    Ich gebe zu, ich habe es mir gestern abend auch im TV angesehen, um mich zu informieren. Aber ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, als wären die Medienmacher am liebsten mit der Kamera noch unter den Zug gekrochen....

    Auch ich möchte noch einen Text hier rein kopieren, den ich gestern abend bei euch schon posten wollte, was aber wahrscheinlich wegen Überlastung nicht geklappt hat.

    R.I.P. Robert Enke.
    Ich bin fassungslos und geschockt. Ich kann das immer noch nicht glauben.
    Warum so ein sympathischer, hilfsbereiter Mensch und klasse Sportsmann?
    Mein Mitgefühl gilt seiner Familie, ich hoffe, daß sie das verkraften.
    Als Fan des Hamburger SV spreche ich auch mein Beileid unseren berfreundeten Fans von HAnnover 96 aus.
    HSV und HSV Hand in Hand.

  • User
  • 11.11.2009 08:52:30 Schebi

    Dem kann ich mich nur anschließen! Ein sehr passender Artikel, welcher auch meine Auffassung bestens beschreibt. Danke 11Freunde!

  • User
  • 11.11.2009 09:06:47 wojcicki

    Dirk, is weiß nicht, ob du für so etwas dein Inneres nach außen kehrst, aber das ist einfach nur richtig gut!

  • User
  • 11.11.2009 09:25:07 misterkite

    an dieser stelle danke für eine journalistische qualität und ethik, die sich mit respektvoller distanz dem menschen enke widmet und nicht dem medienereignis.

    mein herzliches beileid den angehörigen.

  • User
  • 11.11.2009 09:30:02 BangBoomBangDreiNull

    Vielen Dank, Dirk Gieselmann ,für einen großartigen Beitrag ! Spricht mich sehr an und macht dich sehr sympathisch.Nochmals danke.

  • User
  • 11.11.2009 09:42:04 Arthur77

    Ich hab gestern Abend den Fehler gemacht, kurz beim DSF reinzuschalten. Bin danach mit Aggressionen ins Bett gegangen. Und das Schlimmste (lies: Wontorra) kommt erst noch...

    Auch mein Beileid geht an die Angehörigen Robert Enkes.

  • User
  • 11.11.2009 09:56:06 ColtLinkeKrupiMilo

    Wahre Größe zeigt sich darin, auch in außergewöhnlichen Situationen vernünftig zu bleiben. Danke, Dirk Gieselmann.

    Mein Beileid für alle, die Robert Enke nahe standen.


    Eine weitere Seite, die neben 11freunde.de alles sagt, was es zu sagen gibt:

    http://www.hannover96.de/

  • User
  • 11.11.2009 10:02:21 sibsch

    Das ist der Text, den ich von Journalisten erwarte. Danke 11freunde. Deswegen seid ihr mir das sympathistische Team von allen.

    Ich wünsche den Hinterbliebenen, den Zugführern, den Fans und dem Verein viel Kraft.

  • User
  • 11.11.2009 10:08:23 michor

    "
    Danke Dirk...Danke 11 Freunde...für die einzig angemessene Berichterstattung! Danke das es einen Lichtblick in der deutschen Medienlandschaft gibt der noch nicht vom schwarzen Loch der Quotengeilheit und des Zwangsvoyoeurismus gefressen wurde! Ich kann mich gar nicht in so vielen Foren anmelden wie ich es gern würde, um meiner Bestürzung über Berichterstattung und blöder Sprücheklopperei von Usern Luft zu machen!


    Mein herzlichstes Beileid gilt dem Verein, den Team-Kameraden, den Verwandten und Freunden...und ganz besonders seiner kleinen Familie! Möge sie die Kraft haben dieses dunkle Kapitel zu überstehen und einen Weg finden "weiter zu machen"!!!
    "

    Dem habe ich absolut nichts hinzuzufügen, weil es alles sagt, was zu sagen ist. Danke für die einzig angemessene Berichterstattung, einmal mehr, den 11Freunden und Dirk Gieselmann!

  • User
  • 11.11.2009 10:12:30 blackrebel

    fett formatierter Text
    JA !fett formatierter Text

  • User
  • 11.11.2009 10:25:44 weserbergland

    aber könntet ihr dann nicht bitte verhindern, dass irgendwelche sid newsfetzen mit voyeurporn über euren ticker flackern?

    das ist doch nicht nötig ...

  • User
  • 11.11.2009 10:32:59 LiquidSnake

    11-freunde war bisher für mich immer ein angenehm anderes Fussballmagazin.

    Mit der Berichterstattung über Robert Enkes Tod sprecht ihr mir wirklich aus der Seele.

    Bitte belasst es jetzt dabei. Ich finde, über diese menschliche Tragödie ist alles gesagt worden, was uns als außenstehende Betrachter zu interessieren hat. Jetzt sollte auch der letzte blutgeile Voyeurschreiberling der Familie und den trauernden Angehörigen die Ruhe zur Trauerbewältigung lassen.

    Robert Enkes Andenken hat das verdient!

  • User
  • 11.11.2009 10:35:26 kb3

    Guter Artikel,

    aber er gehört auch zu dem flackernden Gerausche - genau wie mein Posting!

    Bitte schaltet doch für wenigsten einen Tag Eure Seite ab und zeigt alternativ nur ein Bild von Robert Enke.

    Dann ist es auch ehrlich.

    Ich bin halt traurig. Sorry!

    kb3

  • User
  • 11.11.2009 10:41:37 kb3

    Guter Artikel,

    aber er gehört auch zu dem flackernden Gerausche - genau wie mein Posting!

    Bitte schaltet doch für wenigsten einen Tag Eure Seite ab und zeigt alternativ nur ein Bild von Robert Enke.

    Dann ist es auch ehrlich.

    Ich bin halt traurig. Sorry!

    kb3

  • User
  • 11.11.2009 11:59:50 faller

    Schöner Artikel. Trotzdem doppelzüngig, weil viel zu früh. Ihr fangt damit genauso Leser (mich eingeschlossen) wie der angeprangerte Boulevardjournalismus. Nur mit anderen Mitteln. Das was ihr predigt macht nur 96 richtig.

    RIP Robert

  • User
  • 11.11.2009 12:10:19 derwusler

    das kann ja jetzt nur ein scherz sein...

    was für eine doppelmoral... auf der startseite sind DREI artikel, die sich mit dem tragischen selbstmord enkes befassen. und man will mir erzählen das die "anderen" medien sich pietätlos verhalten würden... also jetztm mal im ernst. das ein selbsmord immer und in allen menschen, die den betreffenden kannten, erklärungsnot auslöst ist doch vollkommen klar. wenn sich jemand das leben nimmt, verlangt unsere psyche nach gründen, damit wir uns davon abgrnzen können. das ist gesund und normal. wenn die person, die den freitod gewählt hat auch noch von öffentlichem interesse ist, dann ist das mediale echo eben dementsprechend größer... das hat mit voyeurismus oder blutgeilheit nichts zu tun. die nachricht eines plötzlichen und unerwarteten todes ist eben tragisch und verdient aufgegriffen und verbreitet zu werden. da muss sich auch kein nachrichtendienst schämen. die machen ihren job und die menschen wollen es wissen. alle, die diesen beitrag kommentiert haben haben ja auch artikel zum thema gelesen (und nicht nur auf 11freunde, wie es scheint) natürlich sollte den angehörigen zeit und platz gegeben werden, sich zu sammeln, aber enke war eben auch eine person des öffentlichen lebens mit vielen, vielen fans, die jetzt anteil nehmen wollen an seinem tod. die möglichkeit haben sie in den medien und das ist vollkommen ok so. ich persönlich bin tief betroffen von enkes tod und kann es immernoch nicht richtig fassen. aber bitte lasst jedem und auch allen medien die möglichkeit das auf ihre art zu verarbeiten, auch wenn es nicht immer gefällt oder sogar oft reißerisch oder kommerzorientiert wirkt. nur weil sich die nachrichten zu robert enkes vrscheiden gut verkaufen ist es nicht moralisch falsch sie zu veröffentlichen...

  • User
  • 11.11.2009 12:11:17 derwusler

    das kann ja jetzt nur ein scherz sein...

    was für eine doppelmoral... auf der startseite sind DREI artikel, die sich mit dem tragischen selbstmord enkes befassen. und man will mir erzählen das die "anderen" medien sich pietätlos verhalten würden... also jetztm mal im ernst. das ein selbsmord immer und in allen menschen, die den betreffenden kannten, erklärungsnot auslöst ist doch vollkommen klar. wenn sich jemand das leben nimmt, verlangt unsere psyche nach gründen, damit wir uns davon abgrnzen können. das ist gesund und normal. wenn die person, die den freitod gewählt hat auch noch von öffentlichem interesse ist, dann ist das mediale echo eben dementsprechend größer... das hat mit voyeurismus oder blutgeilheit nichts zu tun. die nachricht eines plötzlichen und unerwarteten todes ist eben tragisch und verdient aufgegriffen und verbreitet zu werden. da muss sich auch kein nachrichtendienst schämen. die machen ihren job und die menschen wollen es wissen. alle, die diesen beitrag kommentiert haben haben ja auch artikel zum thema gelesen (und nicht nur auf 11freunde, wie es scheint) natürlich sollte den angehörigen zeit und platz gegeben werden, sich zu sammeln, aber enke war eben auch eine person des öffentlichen lebens mit vielen, vielen fans, die jetzt anteil nehmen wollen an seinem tod. die möglichkeit haben sie in den medien und das ist vollkommen ok so. ich persönlich bin tief betroffen von enkes tod und kann es immernoch nicht richtig fassen. aber bitte lasst jedem und auch allen medien die möglichkeit das auf ihre art zu verarbeiten, auch wenn es nicht immer gefällt oder sogar oft reißerisch oder kommerzorientiert wirkt. nur weil sich die nachrichten zu robert enkes vrscheiden gut verkaufen ist es nicht moralisch falsch sie zu veröffentlichen...

  • User
  • 11.11.2009 12:25:05 JürgenA

    Bei allem Respekt vor Eurer Arbeit: Aber dieses Kommentar ist an Heuchlerei kaum zu überbieten!

    Werft doch bitte einmal einen Blick in euren eigenen Newsticker. 11 Freunde hat es gestern abend in der Zeit zwischen 23:08 und 23:12 tatsächlich geschafft, innerhalb von VIER Minuten sage und schreibe DREI Artikel zum Tod von Robert Enke online zu stellen. Das hat noch nicht einmal der deutsche Boulevard hin bekommen! Auf der Startseite dommiert ebenfalls dieses Thema mit drei Aufmachern.

    Fasst Euch mal bitte an die eigene Nase, bevor ihr mit dem Finger auf den Rest der deutschen Medienwelt zeigt. Wenn ihr es wirklich ernst meint, dann unterlasst die Berichterstattung zum Tod von Robert Enke entweder komplett oder geht den Weg, den Hannover 96 gewählt hat und nehmt Eure Website für einen Tag vom Netz (siehe: http://hannover96.de/). Aber der aktuell eingeschlagene Weg ist einfach nur heuchlerisch.

  • User
  • 11.11.2009 12:34:35 J_m_k

    Die Verkommenheit des Journalismus anzuprangern, natürlich immer die Verkommenheit der anderen-das ist doch selbst nur eine Masche, eine Marketing Positionierung. Sich selbst den moralischen Mehrwert aufs Konto zu schreiben und als Häuptling saubere Weste auf die Schulter zu klopfen- naja. Du scheinst ja alle Fersehsendungen, die Du jetzt kritisierst gesehen zu haben. Warum? Um sich drüber aufzuregen? Sich als besserer Mensch hier aufzuspielen, dazu gibt es keinen Anlass. Schalt einfach den Guckkasten aus und fertig.

  • User
  • 11.11.2009 12:45:01 navacho

    heuchlerischer und anmaßender Artikel.
    Von Schweigen und Sprachlosigkeit sprechen und selbst nicht einfach angemessen die Klappe halten können.

  • User
  • 11.11.2009 12:50:46 Veltinsbauch Eufi

    Hab gestern auch gegen 23 Uhr die Berichterstattung im DSF verfolgt. Was war das eklig !!!

    Zwischendurch immer irgendwelche belanglose Meldungen zum Thema Lahm/Bayern und Copa del Rey....

  • User
  • 11.11.2009 12:53:29 kaymo

    Um wen geht's hier eigentlich? Um uns Leser? Um die Protagonisten bei der Feuerwehr, Polizei, Print oder sontige Medien? Was ist mit dem Lokführer eigentlich? Der Mann ist für sein Leben gezeichnet. Redet da einer drüber? Nein! Suizid ist nichts was man erklären kann. Erklären kann man den Satz von Pythagoras oder die Statik der Pyramiden aber keinen Suizid. Selbst der vom Hauptprotagonisten selbst unterschriebene Erklärung (Abschiedsbrief) erklärt für üblich nichts. Warum auch? Das Leben hat dem Robert auch nicht erklärt warum er das Leid tragen muss, das er trug. In sich trug. Mit Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit in sich trug. Und jetzt nicht mehr.
    Wir sollten alle mal einen Moment inne halten und verdammt nochmal respektieren, dass Robert die Party hier und jetzt verlassen wollte. Aber wir trauern weil es halt so ist, dass man trauert wenn einer geht. Vielleicht trauern wir auch nur deshalb weil wir nicht wissen ob der Betrauerte auch trauert. Nicht mehr hier zu sein. Ehemann und Vater zu sein. Freund und Saufkumpane zu sein. Mitspieler und Nationaltorwart zu sein. Was oder wen betrauern wir eigentlich? Um wen geht's hier eigentlich? Es geht hier allein um Robert, seine Eltern und Geschwister, seine Frau, der Zugführer und der Feuerwehrmann, der den Robert unter Zug rausgezogen hat. Laßt uns aufteilen: Die eine Hälfte freut sich mit Robert, dass er keinen Leid mehr ertragen muss. Die andere Hälfte taruert mit den genannten Hauptbeteiligten, dass sie die zweite Seite der Medaille ertragen müssen, die ihnen Robert hinterlassen hat. Robert, rest now and finally in Peace.

  • User
  • 11.11.2009 12:56:03 echterlauterer

    Vielen Dank für die angemessen unemotionale Berichterstattung.
    Da hat ein Mensch die letzte Entscheidung seines Lebens getroffen - und die Medien trauern eigentlich nur darum, daß sie gestern mittag kein Exklusivinterview hatten.

    Am allerübelsten ist aber der Herr Kind:
    "»Er war labil«, sagt Klubboss Martin Kind."
    Sensibel wie ein Qualitätsamboß, dieser so freundlich grinsende Herr Vorsitzende.
    Pfui! Fremdschämen ist angesagt!

    Nehezu genausoschlimm aber das folgende "Senden!".
    Ein Journalist von Format hätte Kind gefragt, ob ihm klar ist, was er gerade gesagt hat - vor allem zu diesem Zeitpunkt.
    Und ich möchte dem Herrn Kind trotz seiner granatenmäßigen Niederlage gestern da KEINERLEI MILDERNDE UMSTÄNDE zugestehen.

  • User
  • 11.11.2009 13:03:14 Atatenango

    So traurig das Thema auch ist...die entsprechenden Medien haben halt eine Informationspflicht, dafür sind sie da...und dass die BILD oder DSF anders drüber berichtet als 11 Freunde oder die Süddeutsche, will ich ja auch mal schwer hoffen, das ist bei anderen nicht so traurigen Themen ja nun auch nicht anders!

    Zur Sache selbst: ich war im ersten moment auch geschockt als das über den Ticker lief (hab beim SWR einen Tatort geguckt). Wollte dann aber auch mehr dürber wissen und hab den Videotext bemüht, wo zu dem Zeitpunkt noch nix drin stand. Will damit sagen: ich war in dem Moment auch erstmal informationsgeil. Später dann im heute Journal hab ich Marietta Slomka (die ihn anscheinend mal persönlich kennengelernt hat) wirklich traurig, als ich später nochmal beim DSF gelandet bin dachte ich natürlich auch: ihr Vollpfosten...aber das denke ich bei vielen anderen Berichten im DSF auch...

    Ich muss allerdings auch nochmal sagen, auch wenn's viele andere schon vor mir getan haben: ich mochte den Typen ja, wie alle ihn irgendwie mochten, aber ich find's total scheiße sich vor einen Zug zu schmeißen...erstmal wegen der Passagiere und vor allem dem Zugführer (der ne Weile brauchen wird bis er wieder klar kommt) und auch seiner Frau gegenüber: wie kann man denn seine Frau einfach mal so alleine zurücklassen mit der wahrscheinlich immernoch vorhandenen Trauer über die verstorbene Tochter und einer neuen Adoptivtochter? Wie kann man das denn dem Menschen antun, der einem am nächsten steht? Ganz egal, was für Depressionen oder was auch immer man hat...sowas macht man nicht!

    Und zur 11 Freunde Berichterstattung: wenn zwischen 23.08 und 23.12 h drei Berichte gepostet wurden, dann bedeutet das nur, dass die Autoren sich ungefähr 3 Stunden dafür Zeit genommen haben einen guten Bericht zu veröffentlichen und diese dementsprechend (vielleicht sogar nach einer Redaktionssitzung) entsprechend gepostet wurde...der Vorgang das ganze Online zu stellen ist ja nun so zeitintensiv nicht!

  • User
  • 11.11.2009 13:15:29 Bananenflanker

    Herr Kind hat gestern geweint und ist zunächst vor der Presse geflüchtet, von daher immer langsam mit deinen Parolen Lauterer.
    Drei Texte in richtiger Tonart so schnell an den Start zu bringen finde ich ansonsten nihct schlimm, wenn es auch ein bisschen viel des Guten ist. Am besten wäre aber einfach mal

    R u h e

  • User
  • 11.11.2009 13:16:31 number10

    Ersnte und treffende Zeilen ganz klar! Und neben dem Text die Werbung für den 11Freunde Twitter-Dienst. Verrückte Welt. Verrückt...

  • User
  • 11.11.2009 13:27:37 Felix Grimm

    Richtig übel wurde mir ja gestern Abend als ich das Heute Journal gesehn habe - mit einer völlig überforderte Marietta Slomka im Kollegen-Gespräch mit Boris Büchler - DAS HAT MICH RICHTIGGEHEND SAUER GEMACHT:( ...da hätten Sie den Herrn Büchler lieber einen Kommentar sprechen lassen - fürchterlich!!

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/nac hrichten#/beitrag/video/894290/ZDF-heute-journal-v om-10-November-2009/

  • User
  • 11.11.2009 13:40:15 Atatenango

    Lieber Felix,
    seh ich nicht so! Ich fand da konnte/kann man aufrichtige Trauer um einen Menschen erkennen...und eben nicht pietätslose mediengeile Bereichterstattung. Ist mir auf jeden Fall so rum wesentlich sympatischer!

  • User
  • 11.11.2009 13:43:50 ColePorter

    Mal ganz davon abgesehen, dass ich nicht erkenne, wo sie überfordert gewesen wäre:

    Ich finds eher vom Büchler verwerflich, sofort jeden Bekannten Enkes ans Telefon bekommen zu wollen und das auch noch öffentlich im Mitleids-Gestus zu bekennen...

  • User
  • 11.11.2009 13:44:29 LordMarv

    Ich finde die Reaktion auf 11Freunde richtig. Die erste Reaktion und diesen Artikel auch. Zum einen blieb so mancher ebenso sitzen wie Dirk, zum anderen sind die richtigen Worte besser als keine - vor Leuten, die mit der Materie vertraut sind und keine Position beziehen, nur weil es auf dem Sendeplan steht.

    Die schwarze Seite von www.hannover96.de empfinde ich als höchst passend. Keine Werbung, keine Ticketverkäufe oder Statistiken, die einen eventuellen Artikel (und sei er auch noch so gelungen) einrahmen könnten.

  • User
  • 11.11.2009 13:45:18 pandrodor

    Ich denke die Pressekonferenz war ein richtiger Schritt. Was so schon berichtet wurde, war zu viel des schlechten und so hören vielleicht die noch schlimmeren Spekulationen auf. Das war kein leichter Schritt für seine Frau, aber langfristig wohl der beste, zumal sie sich auch etwas von der Last der Geheimen befreien konnte.

    Damit kann man nur hoffen, dass die Sensationsgeilheit mal aufhört, aber ich bin mir leider sicher, dass sie das nicht tun wird.

  • User
  • 11.11.2009 13:46:33 faller

    Ab jetzt ist für mich die Berichterstattung des Boulevards nicht mehr das allerschlimmste im "Fall Enke". Seine Witwe hat für mich den Vogel vollends abgeschossen. Was für ein herzloser Partner muss man sein, um gleich am nächsten Tag an einer Pressekonferenz teilzunehmen? Medien****!

  • User
  • 11.11.2009 13:49:21 navacho

    Ich sitmme dir zu, faller.

  • User
  • 11.11.2009 13:50:44 Niemand

    Danke Dirk! Für diesen ehrlichen tollen Text! Mir tut es trotzdem sehr leid und ich finde es traurig das wenn er "es" gesagt hätte immer der arsch mit ohren gewesen wäre - das er depressionen hat. Warum hat er die wie kommt er den raus er hat ja alles geld, super spieler, super auto - er kann alles machen was er will. er hat den sinn des lebens erkannt und es gibt manchmal menschen eben wie robert die nicht mehr mit den rückschlägen des lebens die keiner versteht der es nicht selbst erlebt hat umgehen kann..... ich habe auch meine tochter vor einem jahr verloren - es zerreisst einen - nur wenige können irgendein urteil darüber abgeben und wenige waren und sind in dieser situation.

    Robert grüß auch meine Tochter - wünsch dir das Beste. Werd ab jetzt auch an Dich denken.

  • User
  • 11.11.2009 13:51:19 pandrodor

    faller, normal würde ich dir zustimmen. Aber du solltest die besonderen Umstände betrachten. Erstens die Spekulationen. Das ist sicher nicht schön, wenn das selbsternannte Journalisten oder "enge Bekannte" "Tatsachen" auf den Tisch bringen, die gar nicht stimmen und in der Öffentlichkeit abenteuerliche Theorien zu seinem Selbstmord auftauchen.

    Zweitens die Last alles Geheim halten zu müssen. Robert Enke wollte nicht, dass man von seiner Krankheit erfährt, weil er Angst hatte, dass sie ihm das Kind und seinen Sport wegnehmen. Darunter leider natürlich auch die Frau, für sie war es wohl eine Art kleiner Schritt "nach draußen" und konnte sich vllt von einem Teil der Last befreien.

    Die Pressekonfrenz wird für sie wohl auch nicht leicht gewesen sein und mutet ungewöhnlich an. Aber ich denke es war die richtige Aktion, um vor allem langfristig damit auch abschließen zu können und nicht ständig mit Fragen bombardiert zu werden.

  • User
  • 11.11.2009 13:54:36 oberhofer

    @faller, für mich schiesst dein Kommentar den Vogel ab. Die Qualität der Ehe der Enkes können wir schlicht und ergreifend nicht beurteilen, ebensowenig die Gründe von Frau Enke, an der Pressekonferenz teilzunehmen.
    Du machst genau das, was vielen hier seitens des Medienmanstreams so sauer aufstösst: mutmassen, spekulieren, vorverurteilen. Und packst noch einen drauf, indem du die Witwe beleidigst.

    Da du das auch noch in einem öffentlichen Raum tust, bist du hier die "Medien****", sicher nicht Frau Enke.

    Ich schäme mich fremd.

  • User
  • 11.11.2009 13:55:04 Felix Grimm

    Bei Boris Büchler konnte ich auch echte Trauer erkennen und er tat mir auch voll leid ...hatte mittendrin auch das komische Gefühl, dass er am liebsten die Sache abgebrochen hätte

    Und ob er aus "freien Stücken" hinter den Leuten hinterher-telefoniert hat / aus falschem Ergeiz??
    i don't know - so eine Meldung entwickelt ja in Redaktionen leider auch immer eine gewisse EigenDynamik.

    Bei Frau Slomka fand ich ihre Trauer leider sehr aufgesetzt - ich hoffe ich habe mich da getäuscht.

  • User
  • 11.11.2009 13:55:25 faller

    pandrodor: Und da hätte sie nicht einen persönlichen Brief vorlesen oder einen Stellvertreter vor die Kameras treten lassen?

  • User
  • 11.11.2009 13:59:08 Stinkbaer

    @Faller: Obi hatte Recht und dir ist wirklich nicht mehr zu helfen. Ganz schlimm!

  • User
  • 11.11.2009 14:02:22 ColePorter

    Navacho: Seit heute angemeldet und spielt hier den Trittbrettfahrer "provokanter", disqualifizierender Äußerungen.

    Armes Kerlchen.

  • User
  • 11.11.2009 14:05:54 ColtLinkeKrupiMilo

    kann der anmerkung von pandrodor nur zustimmen. Und @ faller:
    seine frau in der art und weise zu beleidigen, finde ich schlicht unfassbar. sowas geht hier garnicht und sollte sofort gelöscht werden. findest Dich und deinen senf wohl superschlau, was?

  • User
  • 11.11.2009 14:16:58 Flappen

    Robert Enke war ein herausragender Sportler und für viele ein Vorbild, natürlich machen wir den Fernseher an und/oder lesen Nachrichten.
    JEDER Fußballfan wollte wissen, was passiert ist, und wieso. Das zu verdammen, ist das eine. Aber eine arme Frau,die gestern ihren lieben Mann verloren hat, so übel zu beschimpfen, ist das abscheulichste und ekelhafteste, was man sich vorstellen kann. Es spielt doch überhaupt keine Rolle, ob man das gut findet oder nicht, das hast du auch du und deine Verteidiger hier zu akzeptieren, Faller! Welches Recht nimmst du dir heraus???

  • User
  • 11.11.2009 14:22:49 mujianco

    Danke Dirk...Danke 11 Freunde...

    wird in den letzten Stunden leider viel zu wenig gesagt...

    an den Rest:

    Keiner hat die Möglichkeit in einer solchen Situation etwas richtig zu machen,

    aber jeder die Möglichkeit ehrlich zu sein

    und mal einen Augenblick in diesen verdammten Foren nicht auf seine kleine verdammte Meinung zu bestehen...

  • User
  • 11.11.2009 14:28:32 YetiAmMittag

    Diese exzessive Berichterstattung ist schon schockierend wenn man mal drüber nachdenkt. Aber eben erst, wenn man sich das ganze wirklich vor Augen führt, ich selbst habe gestern Abend, nachdem ich nach Hause kam das ganze Internet und Fernsehen nach irgendwelchen Infos durchforstet. Im Nachhinein schämt man sich für die eigene Pietätlosigkeit und Voyerismus, aber im ersten Moment denkt man nicht daran, man will einfach nur wissen was zum Teufel da los war, mit diesem Menschen und seinem Entschluss.

  • User
  • 11.11.2009 14:31:33 tattermusch

    Wenn der Medienhype hilft, dass zukünftig Depression als Erkrankung statt "Verücktheit" akzeptiert wird, werden auch weniger Menschen vor Zügen stehen, weil der Scham und das Gefühl des Alleingelassenwerdens gegenüber der überwiegend durch Unverständnis und Ausgrenzung zu diesem Thema agierenden "Gesellschaft" abnimmt. Wie hedonistisch unsere Gesellschaft doch ist, das niemand sagen kann: Mir geht's oft sehr beschissen, das gehört zu mir. Ausnahme Deisler, aber der wird eigentlich seit seiner Offensive als völlig schräger Vogel betrachtet. Das Thema Depression wird nach wie vor allgemein tabuisiert. Die Menschheit erspart sich mit einer offeneren Umgehensweise viel Leid, denn Depressive und ihre oft nicht nachvollziehbaren Kurzschlüsse (Alkoholismus, Körperverletzungen, seelische Grausamkeit gegenüber engsten u. anderen Mitmenschen, Suizid etc.) erzeugen zweites und drittes Leid Anderer.

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  • 11.11.2009 14:32:14 Fabolous_84

    Wenn man sich Pandrodors Profil ansieht weiß man alles was man wissen muss!
    Hier so einen Spruch loszulassen ist das Letzte! Das seine Witwe vor die Kameras tritt ist der einzig richtige Schritt gewesen! Es geht dabei natürlich um Aufklärung...aber es geht auch um Selbstschutz...was glaubst du hätten die Journalisten gemacht wenn sie nicht da gewesen wäre? Belagerungsartige Zustände vorm Haus etc.....RICHTIG!

    Und die anderen die sich hier mit erhobenem Zeigefinger wichtig machen...im Sinne von "11 Freunde is nich besser, 3 Artikel in 4 min....bla bla bla!!!
    Das man die Artikel möglichst eng posted ist gut...und die Zeit zeigt auch das man sich hier Gedanken darüber gemacht hat....Was darf man? Was ist angebracht? Was geht zu weit? Hier ist es ehrlich!
    Außerdem geht es vor allem um das WIE in der Berichterstattung...das scheint ihr nicht zu verstehen! Ich habe lieber 3 angemessene Artikel in 4 min als 2 Spekulationen überschäumende Voyouristische 3 Seiten-Artikel im Abstand von einer Stunde! Das keine Stunde nach seinem Tod erste Fern-Diagnosen von Hobbypsychologen beim DSF, ZDF, N24 etc gestellt wurden ist das was so abstossend ist! Informationspflicht ist das eine....unangemessene Mutmaßungen und Sensationsgeilheit das andere!

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  • 11.11.2009 14:34:25 Mr Pylz

    @Atatenango

    ich denke so etwas macht ein suizid gefärdeter Mensch ganz allein mit sich selbst aus. Der Satz "so etwas macht man nicht" ist etwas unpassend. Ich denke das er mit seiner Trauer ziemlich allein war und gestern Abend weder an seine Familie noch an den Lokführer gedacht hat. Viele Menschen die einen Selbstmordversuch hinter sich haben berichten das später...
    Deinem ersten Teil gebe ich Recht. Jeder möchte Informationen haben wenn er nur den Satz liest "Robert Enke ist tot". Streiten lässt sich über die Art und Weise der Berichterstattung.
    Der Umgang von Gieselmann und der 11Freunde Redaktion mit der Geschichte ist fragwürdig auch wenn ich ihm in manchen Punkten Recht geben muss.

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  • 11.11.2009 14:35:04 Fabolous_84

    Ahhh...Sorry...ich meinte natürlich Fallers Profil!

    Musste mir so schnell Luft machen das ich glatt die Namen vertauscht hab!

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  • 11.11.2009 14:43:07 YetiAmMittag

    Noch einmal zum vermeintlichen Widerspruch diese Artikels und der weiteren Berichterstattung auf 11Freunde hier: Ich halte es für extrem unfair, Dirk Gieselmann hier Heuchlerei anzukreiden. Er hat nun zwei Texte geschrieben, die sich von allen mir bisher bekannten zu diesem Thema sehr positiv abheben, was den Umgang mit Enkes Persönlichkeit angeht. Beide spiegeln, was mich angeht, das jeweils momentane Empfinden am gestrigen Abend und am "Morgen danach" sehr treffend wieder. Dass diese Seite hier standardmäßig Twitter- und andere Nachrichtendienste anbietet, ist nicht auf seinem Mist gewachsen.

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  • 11.11.2009 14:53:24 UrmelAusmEis

    Zur Klarstellung: Die 3 News in 4 Minuten waren drei sid-Meldungen. Bekommen - drübergeschsut - reingestellt. Anzunehmen, dass der Webmaster, der die weiterleitung der sid-News auf die Website veranlasst, aus gegebenem Anlass noch mal kurz nach elf seinen Rechner angeschmissen hat.

    Aus diesem Umstand nun irgendetwas über den Umgang der 11 Freunde mit dem Thema herauszulesen - egal ob positiv oder negativ - nun ja. Da kann ich aus meinem Kaffeesatz mehr herauslesen.


    Was 11 Freunde wirklich zum Thema beigetragen hat, waren zwei Artikel von Dirk Gieselmann. Ein sehr ehrlicher, sehr menschlicher gestern abend. Wahrscheinlich das beste, was ich je von ihm gelesen habe. Und ein etwas bemühter, mit ehrlich gesagt zu pathetischer Anti-Medien-Artikel heute morgen. Da wäre weniger mehr gewesen, zumal er einen Doppelmoral-Verdacht provoziert hat.
    Vielleicht wäre es besser gewesen, noch mal einen der Autoren (der, der das interview geführt hat?) persönlich Abschied nehmen zu lassen. Und nicht mit popul-ärer/-istischer, quotenträchtiger Medienschelte den ach-so-bösen Hype mitzuhypen.

    Allerdings - ich hab auch leicht reden. Ich hab seit gestern mittag kein Fernsehen mehr gesehen. Vielleicht war das ja wirklich so unerträglich, dass man als halbwegs mitteilsamer Mensch zur Feder greifen musste...

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  • 11.11.2009 14:59:53 Scholli_11

    Guter Artikel mit ein paar wenigen Makeln!

    Man sollte nicht vergessen, dass Robert Enke eine Person der Öffentlichkeit war. Dass dadurch ein insgesamt übermäßig großes Interesse an den Umständen seines Todes besteht, ist schlichtweg normal.
    Über die Art beklagst du dich völlig zurecht, aber dass nach einem solchen Fall Informationen und Bilder vom Tatort kursieren ist seit Jahrzehnten normal in den Medien und vielmehr dem öffentlichen Status als einem Voyeurismus geschuldet. 100 verschiedene Bilder und minimal abgeänderte Informationen im Minutentakt rauszuhauen widerum ist einfach nur ätzend und maßlos.

    Welche Intention nun aber hinter dem Informieren der geschockten Fans steckt, bleibt einem jeden überlassen.

    Sicherlich, die Mehrzahl verfällt dem Voyeurismus und will möglichst viele Bilder und kaum spürbar veränderte, neue Artikel lesen, ihn plötzlich gekannt haben, Spekulationen diskutieren.
    Einige fragen sich aber auch, wie es dazu kommen konnte, weil es für sie einfach nur unbegreiflich ist und bleibt. Niemand mit einem Hauch von Grips und Fingerspitzengefühl will und kann das ernsthaft nachvollziehen, weil niemand hier Robert Enke persönlich kannte. Aber jeder Fussballfan der Bundesliga hatte einen Eindruck, einen positiven Eindruck von Robert Enke, und fragt sich nun, wie es soweit kommen konnte. Diese Frage darf sich wohl jeder stellen!

    Zu guter letzt ist es allerdings schlichtweg unpassend in diesem Artikel von einem "naiven Beschäftigen" mit Fussball zu sprechen. Der Fussball mit all seinen Facetten wird auf einen Schlag unwichtig, wohl war! Aber der Fussball ist für viele Menschen mehr als nur eine Sportart.
    Laut der Pressekonferenz seiner Frau war der Fussball für Robert Enke viel mehr als nur eine Sportart. Er hat ihm laut ihrer Aussage in schweren Zeiten Kraft gegeben. Ich finde, dass das Wort "naiv" dann wirklich nicht zutrifft!

    Um aber wieder auf deine Schiene zu kommen:
    Wie ein Reporter der ARD seinen Kollegen in einer Livesendung fragen kann, ob er nun (mit dem neuen Wissen über Enkes Depressionen) ein anderes Bild von Robert Enke habe, bleibt mir schleierhaft und macht mich wütend! Wie stumpf kann man sein?

    Die wichtigste Aussage des Artikels ist letztlich die Erinnerung daran, dass man sich kritisch mit den Medien auseinandersetzen muss. Ihre Macht ist unbegreiflich groß, aber man kommt dagegen an!

    Für mich als leidenschaftlicher, jahrelanger Fan der Bundesliga ist ein sympathischer, korrekter und guter Typ gestorben, ein toller Sportsmann, zu dem man aufblicken konnte. Das stimmt traurig und es bleibt nichts zu sagen außer seiner Familie, Freunden und Angehörigen mein Beileid auszusprechen!

    Ruhe in Frieden, Robert Enke!

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  • 11.11.2009 15:07:53 TomTomsen

    Es ist, wie es ist. Täglich wählen Menschen den Weg des Freitods. Täglich verstehen andere Menschen das nicht. Wieder andere Menschen, öffentlich wie in Robert Enkes "Fall" oder nicht-öffentlich wie bei den meisten anderen, verstehen das nicht, berichten vom Fehlen irgendwelcher Anzeichen, fühlen sich schuldig, zweifeln an ihrer Aufmerksamkeit und faseln ohnmächtig daher.
    Am Ende geht vielleicht darum, endlich mal einen unverstellten Blick auf die Krankheit Depression zu werfen. Wie geht man um mit psychischen Problemen? Gesteht man sich einfach mal Machtlosigkeit zu? Macht aber leider bisher keiner.
    Stattdessen wird eine sinnlose Diskussion über Boulevard vs. Seriös vs. Online vs. Community hier und an vielen anderen Orten geführt. Schade!

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  • 11.11.2009 15:13:51 JürgenA

    Ich empfinde es keinesfalls als unfair, Herrn Gieselmann Heuchlerei vorzuwerfen. Ganz im Gegeteil.

    UrmelAusmEis hat ja sehr schön erklärt, wie es zu der Bereichterstattung auf 11 Freunde am gestrigen Abend kam. Der Sport-Informations-Dienst war es also, der diese Nachrichten geliefert hat. Schön und gut. Allerdings bedeutet dies auch, dass diese Nachrichten ungeprüft und ungefiltert veröffentlicht wurden. Die Schlussfolgerung hieraus ist klar: Im Zweifel zählen - bezogen auf den Online-Auftritt - eben doch Page Views und Visits mehr als jedwede vorgeschobene Moral. Das ist gelebte Firmenphilosophie. Man hätte auch die Möglichkeit, auf die (ungeprüfte, undiskutierte) Veröffentlichung der sid-Meldungen zu verzichten. Aber hier beugt sich 11 Freunde eben den Gesetzen des Marktes, was auch keineswegs verwerflich ist. Das kann man gut finden oder auch nicht - verwerflich ist es jedoch keinesfalls.

    Dass aber vor diesem Hintergrund andererseits ausgerechnet ein Autor von 11 Freunden die große Moralfrage stellt und mit dem erhobenen Zeigefinger die Kollegen von anderen Medien ins Gebet nimmt ist an Heucherlei einfach nicht mehr zu überbieten.

    Ich kenne Herrn Gieselmann nicht persönlich, aber der berühmte Satz mit dem Glashaus passt hier ganz gut.

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  • 11.11.2009 15:24:10 zebraman

    ich habe allergrößten respekt vor frau enke.


    ansonsten spiegelt der hype um die berichterstattung eine facette unserer gesellschaft wieder, deren moral doch leider auf so viele andere bereiche übertragbar ist.
    so gesehen ist eine kritische auseinandersetzung nicht falsch und wirkt hoffentlich anregend auf das reflektionsvermögen einiger mitmenschen...

    genug der worte...

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  • 11.11.2009 15:28:17 Roller

    Ich bin schockiert. Weiß nicht, wo ich die letzten vierundzwanzig Stunden war. Dass ich das jetzt erst erfahre. Gestern! Heute schon überall. Ich weiß nicht was ich sagen soll. Das ist einfach... ich habe nie gewusst, dass so etwas zum Fußball dazu gehört. Ja, trauer, trauer um ein verlorenes Spiel, ein frühes Ausscheiden... aber so? Nein. Das ist für mich völlig fremd.
    Der Artikel war gut, aber analysieren werde ich ihn jetzt nicht können.

    Es ist einfach... keine Ahnung.

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  • 11.11.2009 15:29:48 hubi_s04

    Wenn ich hier sehe, dass sich einige über die Berichterstattung der Medien aufregen, im nächsten Halbsatz aber zugeben, selbst am Fernsehschirm gehangen zu haben, bleibt nichts anderes als Heuchelei zu unterstellen.

    Ein geschätzter und populärer Mann tritt auf tragische Weise aus der Öffentlichkeit, sodass diese zwangsläufig davon erfahren will. Nach der Nachricht "Robert Enke ist tot" will jeder wissen: Warum? Was ist passiert?
    Der Satz "Wer will das wissen?" ist alo unangebracht. Es ist menschlich, neues wissen zu wollen.

    Wie weit man auf dem Weg geht, wie tief man in die Wunde bohrt, wie direkt man die Kamera auf Opfer, Hilfskräfte usw. hält, ist sicherlich fragwürdig. Dass man den Weg gehen muss, halte ich für unausweichlich. Das ist nunmal der Inbegriff von Nachrichten. Berichterstattung.

    Bericht erstatten von aktuellen Geschehnissen. Und sei es so eine tragische Geschichte.

    Ich habe von der schlimmen Nachricht gestern in der DSF Aktuell Redaktion erfahren. Die Sendung stand, wurde umgeworfen. Mazen mussten gemacht, Archive durchwühlt werden.
    Warum?

    Weil Fußballfans und Enke-Fans, die völlig im Dunkeln tappen, wissen wollen, was passiert ist. Die Geschichte erfahren wollen.
    Was soll man denn sonst tun?

    Schwarzbild senden?
    Sich weiter mit dem Thema "Testspiel gegen Chile" auseinandersetzen als wäre nichts? Sicher nicht. Und das muss doch wohl jeder erkennen.

  • User
  • 11.11.2009 15:31:22 oliver zeyen

    hallo zusammen! ich habe mir die arbeit gemacht, die wortwahl in einigen posts zu entschärfen. ich rufe hiermit nochmals auf, die forenregeln zu beachten und eure wortwahl zu bedenken.
    danke!

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  • 11.11.2009 15:34:07 noorange

    Danke fürs Entschärfen.

  • User
  • 11.11.2009 15:42:52 YetiAmMittag

    Und eben diese ungeprüfte Weiterleitung der sid-Meldungen ist Herrn Gieselmann nicht anzulasten. Du beziehst den Artikel meines Erachten zu sehr auf eine einheilige Meinung der Redaktion, Jürgen.
    Wenn er die Art und Weise der Berichterstattung kritisiert, ist ihm meiner Meinung nach nicht anzulasten, den Artikel auf dieser Seite zu veröffentlichen, bloß weil hier eben unter anderem diese Informationsdarstellung zu finden ist. Vielleicht möchte er auch nur geraderücken, was dort im Ticker veranstaltet wird. Es hapert da meines Erachtens an der Absprache, wie sich 11Freunde hier präsentieren möchte.

  • User
  • 11.11.2009 15:46:46 YetiAmMittag

    @hubi_s04

    "Wenn ich hier sehe, dass sich einige über die Berichterstattung der Medien aufregen, im nächsten Halbsatz aber zugeben, selbst am Fernsehschirm gehangen zu haben, bleibt nichts anderes als Heuchelei zu unterstellen."

    Ich nehme an, du beziehst dich hierbei auf meinen Beitrag um 14:28. Lies ihn doch bitte noch einmal durch. Merkste selbst, ne?

  • User
  • 11.11.2009 15:51:25 unionchemiker

    heuchlerei? ist der redaktion glaub ich nicht anzulasten. was sie sich aber anhören müssen, die seitenmacher, ist dieses seit langem ungefilterte übernehmen der unsäglichen sid-meldungen.
    dass sich die herren macher ausgerechnet jetzt, nach enkes tod, damit selbst ins bein schießen ist gieselmanns sehr gutem 1.artikel und seinem 2.vernünftigem, nicht anzulasten.

    denkt einfach mal drüber nach in eurer redaktion, wie blöd ihr seit monaten mit diesen klatschmeldungen des sid dasteht....

  • User
  • 11.11.2009 16:05:03 JürgenA

    @YetiAmMittag:

    Aber genau das ist doch der springende Punkt. Bildlich gesprochen: 11 Freunde als ganzes gehen in die eine Richtung, Herr Gieselmann (der eigentlich Bestandteil von 11 Freunde sein sollte) in eine vollkommen andere Richtung.

    Entweder möchte man nun zur Medienlandschaft als solche gehören (siehe Veröffentlichungspraxis und Umgang mit den sid-Meldungen) oder man möchte der der versammelten deutschen Medienlandschaft den Spiegel vorhalten (siehe Herrn Gieselmanns Kommentar).

    Beides geht nicht. Beziehungsweise es geht, aber dann macht man sich dadurch lächerlich. So wie hier geschehen...

  • User
  • 11.11.2009 16:17:04 Erzbengel

    Ja, liebe '11 Freunde' - Redaktion... DAS hat uns gerade noch gefehlt:

    Ein erhobener moralischer Zeigefinger, fast schon ´ne ganze Hand, welche dem Rest der Presselandschaft einen Spiegel vor ihrer hässlichen Boulevard-Fratzen hält.

    Leider habt Ihr hierbei übersehen, dass IHR ein Teil dieser hässlichen, voyeuristischen Fratze seit. Ihr, die ihr am Todestag von Enke nichts besseres zu tun hattet, als einen Artikel nach dem nächsten rauszujagen.

    Was unterscheidet euch von den aderen? Mit welcher Legitimation prangert Ihr eure Kollegen an, die exakt das Gleiche machen, wie Ihr? Diese Heuchelei ist beim besten Willen nicht mehr zu toppen.

    Oder einfacher formuliert:

    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Ihr habt mit 'Flickering Lights' derweil ganze Felsbrocken geschmissen.

    Die '11 Freunde' hätten sich als wahrer 'Freund' einer trauernden Fangemeinde zeigen, und tatsächlich mal einen Moment 'innehalten' können. Genau so, wie Ihr es von allen anderen erwartet. Genau so, wie es viele Hannoveraner und sonstige Fußball- und '11 Freunde'-Fans von euch erwartet haben.

    Aber das dürfte für ein oberflächliches Blättchen wie es eures nun mal ist, definitiv zu viel verlangt sein.

    Geht lieber wieder zur Tagesordnung über. Das könnt Ihr zwar auch nur suboptimal, aber wenigstens ist eure Falschheit im täglichen Brei nicht so offensichtlich, wie es hier der Fall war.

    Mahlzeit.

  • User
  • 11.11.2009 16:21:08 wojcicki

    Sach mal, is hier irgendwo ein Nest oder vermehren die sich durch Zellteilung ..?

  • User
  • 11.11.2009 16:23:12 ColePorter

    Oder aber es ist ein- und derselbe User, der Spaß dran hat, sich immer wieder mit neuen Namen anzumelden...

  • User
  • 11.11.2009 16:29:15 YetiAmMittag

    Jürgen, bezogen auf das Problem der Gesamtpräsentation hast du Recht, das habe ich auch bereits angeschnitten. Vorzuwerfen ist hier sicherlich die 1:1-Übernahme der sid-Meldungen. Bei der Einrichtung dieses Tickers hatte man aber wohl nicht an Pietät erfordernde Zeitpunkte wie den jetzigen gedacht.
    Da aber die Meldungen nicht von 11Freunde geschrieben sind, sondern eben nur die zwei Artikel der Redaktion, die von Herrn Gieselmann, kann man hier keine bewusste Doppelmoral unterstellen. Das wäre die Heuchelei, die du nachdrücklich angeprangert hast und um deren Begriff es mir ging.

  • User
  • 11.11.2009 16:36:02 Erzbengel

    Nein, wojcicki & ColePorter,

    natürlich kann ich nicht für andere User/Beiträge sprechen. Aber ich versichere euch, dass dieses mein einziger Nick und der obige Beitrag mein erster hier ist. Macht es euch nicht so einfach.

    Es haben sich mehrere User über die Doppelmoral von 'Flickering Lights' aufgeregt? Gut so!

    Vielleicht sollte man die Leute und deren Anliegen etwas ernster nehmen und nicht mit 'nem lapidaren Zellteilungs-Spruch bei Seite wischen.

    '11 Freunde' hatte gestern die Chance mit gutem Beispiel voranzugehen, und sich eben nicht an der aufgeblasenen Berichterstattung und Kommentierung zu beteiligen.

    Was machen sie statt dessen? Kommentieren und berichten wie alle anderen, was ich an sich nachvollziehen kann, und fallen dann über die Kollegen vom Boulevard her.

    Seit Ihr beide an dem Blatt beteiligt, das ihr dieses Gebaren auch noch unterstützt? Oder fehlt euch auch jegliche Moral?

  • User
  • 11.11.2009 16:40:49 JürgenA

    Sorry, aber das ist echt Unfug. Wenn ich mich als Magazin bewusst dafür entscheide, auf Inhalte externer Nachrichtendienste zurück zu greifen (und diese noch dazu ungefieltert übernehme), dann verwirke ich dadurch jedwede Legitimation mit den Fingern auf andere zu zeigen. Wer haut denn aktuell Meldung um Meldung raus? Richtig, die Agenturen.

    Wenn Herr Gieselmann seinen Kommentar auf einer privaten Website oder einem Blog veröffentlicht hätte - dann ok. Aber so einen Kommentar zu den Schattenseiten der Medienwirtschaft auf einer Website lesen zu müssen, die ihre Inhalte von genau den Quellen beziehen, die hier öffentlich angeprangert werden sollen, ist mehr als nur ein schlechter Witz. Dazu fällt mir echt nicht viel ein. Heuchlerei trifft es eigentlich echt am besten.

  • User
  • 11.11.2009 17:01:27 wojcicki

    Darf man so sehen!
    Allerdings war´s mir bisher fremd, da mir der Ticker in diesem Zusammenhang als auch sonst geflegt am Arsch vorbeigeht, was eine mögliche objektive Wahrnehmung zugegeben durchaus trübt. Denke, daß es dem Gieselmann ähnlich geht, was ihn nicht vom berechtigten Vorwurf freispricht. Der Ticker ist wirklich grenzwertig, wird ja schon länger bemängelt. Outsourcing wäre ne Lösung ...

  • User
  • 11.11.2009 17:07:55 misterkite

    also liebe leute: kontrovers zu diskutieren schön und gut, aber alle die hier jetzt auf einmal auftauchen und "die berichterstattung" auf 11 freunde.de als "effekthascherei" kritisieren, verstehen nicht wie "zeitung" heute gemacht wird.
    eine kernredaktion wie 11freunde besteht ja nicht aus 20-30 qualifizierten, vollbezahlten fest angestellten redakteuren. es würde mich sehr wundern, wenn es mehr als 10 vom intro verlag festangestellte redakteure für 11 freunde gäbe. die mehrzahl der festangestellten ma's sitzt im marketing, vertrieb, grafik,technik, anzeigen etc...der rest sind "freie autoren".

    um eine "nachrichten"seite wie 11.freunde überhaupt "aktuell" zu halten, muss man eben auch auf infos von aussen zurückgreifen. da dies beim thema sport am aktuellsten nunmal der "sid" leistet, kauft man dessen leistungen ein und veröffentlicht zusätzlich auch artikel anderer redaktionen.

    insofern ist eine "unkommentierte" übernahme der "sensationsnachrichten" anderer nicht der "sensationsgeilheit" der blattmacher geschuldet,sondern trägt dem "informationsbedürfnis" der leser rechnung (die btw. niemand zwingt, die seite 11freunde.de anzuklicken oder die entsprechenden meldungen zu lesen (die auch noch am anfang klar und deutlich mit SID gekennzeichnet sind) .

    was die printausgabe angeht: da sieht es anders aus, und ich bin ziemlich sicher, dass in der nächsten oder übernächsten ausgabe sehr gute beiträge, die den richtigen ton treffen, einen pietätvollen abstand wahren und eine fundierte einschätzung abgeben,präsentiert werden.

    dirk hat hier einen guten anfang gemacht. und jetzt möchte ich alle,die meinen hier nen battle starten zu müssen, einladen, in die krawallabteilungen (sportbild,kicker, bild, sport1) abzutauchen, von denen sie teilweise kommen.


    letzten endes geht es hier um einen menschen, der (zufällig) ein sehr guter torhüter war, ein angesehener sportler und leider auch ein mensch, der unter der furchtbaren krankheit "depression" litt .

    haben wir respekt, halten wir inne und zollen wir tribut! r.i.p.

  • User
  • 11.11.2009 17:18:44 JürgenA

    Du erklärst nur die Notwendigkeit der Verwendung eines Nachrichtendienstes wie des sid. Darüber bestehen auch keine zwei Meinungen.

    Der Punkt ist doch vielmehr folgender: Wer sich um "dem Informationsbedürfnis der Leser Rechnung zu tragen" diesem System unser Medienwirtschaft unterordnet, ein Teil dieses Systems ist, der darf sich auch nicht in dieser Form (das war kein erhobener Zeigefinger, das ist der Vorschlaghammer) über die Kehrseite dieses Systems beschweren.

    Ich zitiere mal aus dem Beitrag von Herrn Gieselmann :
    "Die Medien versuchen, es durch die schiere Anzahl der Kameras zu lösen. Der Suizid Robert Enkes zeitigt einen ekelhaften Voyeurismus."

    Um es ganz deutlich zu sagen: Mehr als eine dieser Kameras wurde auch direkt durch 11 Freunde mit finanziert.

  • User
  • 11.11.2009 17:35:43 Cantonafan

    Danke, 11 Freunde!
    Euer Kommentar ist der beste, den ich zu Robert Enke gelesen habe, denn er behandelt seinen tragischen Selbstmord mit Würde. Würde fehlt den meisten Medien im Umgang mit seinem Freitod. Ich bin sehr traurig, Robert Enke scheint so ein netter und sensibler Mensch gewesen zu sein.

  • User
  • 11.11.2009 18:10:16 quaaak

    was soll man denn machen als Fußballfachmagazin? Fußballnachrichten ignorieren und dadurch keine Kamera finanzieren? Wer auch immer sich da heute mit den ca. 738 Accounts angemeldet hat und nun hier rumflennt: Halts Maul! Die Artikel sind absolut angemessen.

  • User
  • 11.11.2009 18:38:59 kirmeszehner

    Zu dem hier geposteten:

    Als grundsätzlich Medienkritiker muss ich 11Freunde danken: Menschen wie ich wollen über Roberts Tod lesen. Weil es sie berührt und bewegt. Auf den Seiten der üblichen Verdächtigen findet man wenig echte Nachdenklichkeit. Wenig echte Trauerarbeit.

    11Freunde tut es so gut es eben geht angesichts so eines schrecklichen Ereignises.

    Viel wichtiger aber ist: was kann man aus Robert Enkes Tod lernen? Was können wir Fussballfans daraus lernen. Wie kann es zu so etwas kommen?

    Vielleicht, ist einzusehen dass es Zeit ist die Macho-Kultur des Fussballgeschäfts zu hinterfragen. Warum sind für die Fussballwelt scheinbar unmännliche Männer - Depressive, Nachdenkliche aber auch Homosexuelle - so ein Feindbild. Warum werden sie in den Stadien als zu weich, als zu unmännlich beschimpft.

    Wann bringt sich der erste homosexuelle Fußballer um, weil er dem Druck nicht standhält den wir auf ihn ausüben?

    Wir alle müssen uns kritisch hinterfragen, weil es unsere Rituale und Meinungen sind - unsere Hassgesänge, unsere Beleidigungen - sind, die den vermeintlich Schwachen zum Anderen zum Outsider machen.

    Lasst uns aufwachen.

  • User
  • 11.11.2009 18:50:30 suppenhuhn

    Die Seite von 96 liefert das Einzige, was in dieser Situation angemessen ist:
    http://www.hannover96.de/

  • User
  • 11.11.2009 18:54:53 Zizou9393

    Einer der wenigen Texte, die Robert Enke gerecht werden.

  • User
  • 11.11.2009 19:12:22 GTEvo

    "So geht Grimme-Preis Heute"
    Herzlichen Glückwunsch im vorraus DirkGieselmann !

    leider befinden wir uns aber Mitten in der Castinggesellschaft und könnten auch missinterpretieren, nämlich so:
    GNGPT DirkGieselmann.
    Ich bin sicher nicht so naiv um anzunehmen dass die 11Freunde Belegschaft, Das Heilige Printmedium des 21.Jahrhunderts ist..
    Aber ich bin so gutgläubig und vertraue meinem Instinkt zu erkennen dass der Sportskamerad "Gysi" und Einige seiner Kollegen sich zumindest bemühen soziale Komeptenz neben journalistischer Stutenbissigkeit in den Vordergrund zu stellen.
    Nicht nur seit gestern Abend.

    GlückAuf
    Holger

  • User
  • 11.11.2009 19:15:22 kirmeszehner

    Der hier in machen Posts durchschimmernde Zynismus ist angesichts des Todes von Robert unangemessen. Bitte.

  • User
  • 11.11.2009 19:24:18 sma

    Guter Artikel.
    Grosser Respekt vor Frau Enke; auch vor Hannover 96 und sogar dem DFB.
    Ich kann eigentlich bei den handelnen Personen niemanden erkennen, der unpassend agiert - nur jeder eben seiner Position bzw. Aufgabe entsprechend. Ob Frau Enkes Pressekonferenz klug wahr oder nicht, ist irrelevant. Offensichtlich hat sie diesen Schritt für notwendig erachtet - und wer will das schon beurteilen.

    Bitte bei der Diskussion um Doppelmoral nicht zwei Dinge vergessen:

    1. Selbstverständlich sind auch die 11Freunde Teil der Medienlandschaft; heisst auch, dass sie nach den üblichen Mechanismen (inkl. Marktpositionierung) funktionieren - lediglich mit der Abwandlung ihrem Publikum (also uns) zu gefallen. Das ist weder gut noch schlecht. Herrn Gieselmann Kalkül zu unterstellen, wie einige posts suggerieren, ist allerdings übers Ziel hinausgeschossen.

    2. Ist das Ausmass der Berichterstattung auch gar nicht so schlimm: die öffentliche Diskussion hat eine Reinigungs- und Reflektionsfunktion. Zur Trauerarbeit gehört es, sich immer wieder das Unfassbare vor Augen zu halten. Ja, auch ständige Wiederholung gehört dazu - wer für sich meint genug zu haben, macht die Kiste jetzt bitte aus!
    Und manch Einen mag der Hinweis auf zurückgebliebende Angehörige und traumatisierte Zugführer ja auch einen Denkanstoss in die richtige Richtung geben.

    PS: Andere vor dem Hintergrund dieses Selbstmordes zu beleidigen, zeugt von einer geistigen Armut, die pathologisch sein dürfte und darüberhinaus keines Kommentars bedarf.

  • User
  • 11.11.2009 19:39:25 Marco Polo

    Ein Nachruf


    Man berichtet nicht über den Tod eines Menschen, der anscheinend gelitten hat und der Mitgefühl und Nähe gebraucht hätte, sondern über den Tod eines Torwarts. Wäre der Mensch Robert Enke nicht unser Nationaltorwart gewesen, wäre sein Schicksel nur eine Randnotiz in irgendeiner Regionalzeitung gewesen, eine blose Blase in einem brodelden Kessel der totalen Information, eine Blase die niemand wahrnimmt, die niemand kümmert, denn man will ja das Große sehen.
    Aber der Mensch Robert Enke war nunmal unser Nationaltorwart und deswegen wird eingefangen was man fangen kann. Man macht aus dem Ende eines fühlenden Wesens eine Ware, ein Produkt, das den Massen verkauft wird wie man dem Vieh Tierfutter vorwirft.



    Der Tod des Nationaltorwarts interessiert uns aber nicht! Warum auch, wir haben doch mehr als genug Weltklasse Torhüter und daher können wir den Verlust ded Torwarts Robert Enke gut verkraften.




    Was uns fehlt ist nicht ein Torwart, ein Körper der für 90 Minuten Bälle fängt und wieder wegschlägt. Nein. Wir vermissen einen Menschen. Einen Menschen von dem wir alle fühlten, dass er gerecht sein wollte. Von dem wir wussten, dass er stets das beste von sich gab. Einen Menschen der niemanden schaden wollte um für sich selbst ein Vorteil zu herauszuschlagen. Wir vermissen einen Menschen, der bereit war den Sport Sport sein zu lassen und im selben mit Entscheidungen anderer zu leben.
    Was die viele Menschen vergessen ist, dass ein jeder Mensch abseits von seinem Beruf, egal ob er Häuser baut, Computer programiert oder eben Bälle fängt, auch ein Mensch ist mit menschlichen Sorgen. Niemand setzt seinem Leben ein Ende weil er im Sport nicht das erreicht hat was er sich vorgestellt hat oder entäuscht wurde, jedenfalls kein Mensch von so menschlicher Größe wie Robert Enke einer war. Er hatte anscheinend seelische Sorgen die wir nicht kennen und die nur diejenigen etwas angehen, die sie teilten oder teilen wollten als er noch lebte.

    Was dieser Mann verdient ist die respektvolle aber offene Distanz die er der den Menschen gegeben hat. Nicht weil es eine Moral fordert, sondern einfach nur weil er selbst es so tun würde. Würde er über sein Tod berichten würde er da Halt machen wo man Halt machen muss. Wo das ist? Das weiß jeder Mensch der Achtung vor dem Menschen hat.

  • User
  • 11.11.2009 19:52:05 Eifelralf

    Und was ist das, was ihr macht?

    RIP

  • User
  • 11.11.2009 19:57:22 Bash

    Netter Kommentar.

    Warum aber zwanghaft wieder Englisch in so einen Text muss, ist mir schleierhaft. "Flickering Lights" - im Englischen kein alltäglicher Begriff, sondern DEnglisch, und spätestens dann weiß man halt, dass man gerade ein Feigenblatt vor sich hat. Boulevardesker geht's nämlich nicht. Denn wo im Text steht "ja auch wir haben in Textform so gehandelt"?

    There are no 'flickering lights' (sic!) on 11freunde.de, but the choice of words is oh so flashy. Well done. You generated PIs...

  • User
  • 11.11.2009 19:59:46 spreekicker

    Von einem vielleicht doch nicht ganz so alten Griechen:
    "Der schlimmste Akt der Ungerechtigkeit ist vorgespielte Gerechtigkeit"

  • User
  • 11.11.2009 21:58:39 Marco Polo

    Flickering Lights ist ein dänischer Film. Mehr sag ich jetzt dazu nicht

  • User
  • 11.11.2009 23:18:08 DrGonzo87

    Find ich persönlich etwas scheinheilig. Der Artikel ist gut, keine Frage, aber hätte man den gestern einfach so stehen lassen und nichts mehr hinzugefügt wäre es glaubwürdiger rübergekommen...

    Zudem sollte sich die Kritik auch gegen die nachrichtengeile Bevölkerung richten, schließlich hängt das Angebot immer von der Nachfrage ab. Auch wenn diese, wie hier gut beschrieben, ziemlich geschmacklos betrieben wurde...

  • User
  • 11.11.2009 23:22:58 BaZi1

    Er war einer der sympathischten Fussballer Deutschlands!!!

    Seine Karriere im Überblick

    Mein Beileid gilt der Familie. Als ich es gestern erfahren habe, war ich einfach nur geschockt!

  • User
  • 12.11.2009 00:02:47 volker_hh

    Bin immer noch fertig und durcheinander von dem Ganzen, habe wohl auch deshalb meinen Beitrag heute Nachmittag leider an falscher Stelle, nämlich unter dem ersten Artikel von Dirk gepostet, anstatt unter dem hier zu Flickering Lights und den nachfolgenden Kommentaren, auf die ich mich eigentlich beziehen wollte. Deshalb hier jetzt nochmal an richtiger Stelle, bitte entschuldigt die Redundanz.

    ----

    Sorry Leute, aber ich kann nur verständnislos den Kopf darüber schütteln, was hier teils veranstaltet wird.

    Gut und richtig, zu diskutieren, wie die Medien damit umgehen bzw. umgehen sollten usw. - aber doch bitte zu gegebener Zeit. Sich heute darüber so derart an die Köppe zu kriegen bzw. aus dem Fenster zu lehnen, ist mir unverständlich. Ist das Ignoranz gegenüber dem Geschehenen oder sind es gar ungelenke Profilierungsversuche? Ich hoffe nicht.

    Ich für meinen Teil habe heute Mittag die PK aus Hannover im TV gesehen, ja, und ich bin immer noch völlig fertig. An Arbeit ist nicht mehr zu denken, stattdessen möchte ich meine Gedanken nach der PK auch an dieser Stelle nochmal loswerden.

    Das Alles ist unfassbar und eine grosse Tragödie. Versagensängste und das Gefühl, sich nicht offenbaren zu dürfen, weil man ihm und seiner Frau dann vielleicht die Adoptivtochter wieder wegnimmt. Und im Hintergrund die Tatsache, schon das erste Kind nach langem Kampf verloren zu haben. Dazu die Angst, dadurch auch im Fußballgeschäft "durchzufallen", von der Fußballfamilie ausgeschlossen zu werden. Unvorstellbar, welch riesigen Druck er da in sich aufgestaut haben muss.

    Verfluchte Anforderungsmuster und Erwartungshaltungen! Scheiss Gesellschaft, scheiss Maschine Profifussball, in denen es anscheinend nicht ansatzweise gelingt, Menschen mit Problemen vorbehaltlos dazu zu ermuntern, sich zu offenbaren und helfen zu lassen!

    Und dann sitzt seine Frau keine 24 Std. danach in der PK und spricht darüber in der Öffentlichkeit. Spricht auch darüber, wie sie selbst immer wieder versucht hat, Robert seine Ängste zu nehmen und ihm den Glauben an die gemeinsamen Perspektiven trotz aller Probleme wiederzugeben. Mein allergößter Respekt gilt dieser Frau, ebenso meine Anteilnahme. Ich wünsche ihr und ihrem Kind von ganzem Herzem, dass sie es schafft, die Zukunft trotz dieser Tragik zu meistern und irgendwann doch wieder ein fröhliches, glückliches Leben führen zu können.

    Wie alle Anderen hier, kannte ich Robert Enke natürlich nicht persönlich, dennoch geht es mir sehr Nahe, da auch ich ihn immer als einen der ganz wenigen Fußballer wahrgenommen habe, hinter dem nicht nur ein -im Bezug auf Können und Fairness- herausragender Sportler steckt, sondern auch ein kluger, sensibler Mensch. Letztlich genau das, was ich als vorbildlichen Sportsmann verstehe. Und genau als das werde ich mich, als Mensch und Fussballfan, sicher noch lange an Robert Enke erinnern.

  • User
  • 12.11.2009 12:04:37 legende

    ich würde nur so viel sagen, es ist ein freies land indem jeder selbst entscheiden kann, inwieweit er sich informiert oder eben nicht. Von daher ist die diskusion nicht besonders wertvoll.

    Und, außerdem sollte man sich mal hinterfragen, wie fair (bei allem respekt) es von robert war, sich vor einen zug zu werfen. Den indem er sich das leben nahm, hat er gleichzeitig das leben des zugführers versaut. Das könnte man in den medien mal aufgreifen, nur anscheinend interessiert das niemanden!

    Trotzeden will ich mein tiefes mitgefühl für Robert und seine Hinterbliebenen ausdrücken!

    mfg

    legende

  • User
  • 12.11.2009 12:14:35 ColePorter

    Die Problematik der Art und Weise des Freitodes haben wir nun auch schon hinlänglich diskutiert...

    Da denkt man spontan: Si tacuisses...

  • User
  • 13.11.2009 04:45:31 monssolis

    Wirklich eklig war:
    Während der Pressekonferenz blitzte es jedesmal, wenn sich Teresa Enke auch nur in die Richtung ihrer Augen fasste oder zu fassen schien, aus allen anwesenden Kameras auf. Da ist eine Frau, die gerade einen Teil ihres Lebens verloren hat und die tapfer viel von ihrem Inneren nach außen kehrt, um in näherer Zukunft vielleicht etwas Ruhe vor den Medien haben zu können und aus Liebe zu ihrem Mann eventuellen spekulativen Lügen vorzubeugen, und die Fotografen meinen, sie müssten oder dürften diese Trauer und Ohnmacht in qualvoller Art und Weise für die Öffentlichkeit festhalten. Das war nicht mal mehr Fremdschämen, das war schon fast Hass, was da in mir aufkam. Nein, falsch, nicht fast. Mir fehlt da völlig das Verständnis. Gut, dass ich abends kein DSF gucke, nach dem, was ihr so schreibt.

  • User
  • 13.11.2009 12:26:16 GTEvo

    Hoffentlich finden Diejenigen die Richtigen Worte und verzetteln sich nicht in Widersprüche wenn die Witwe Teresa Enke bei Beckmann/Kerner/Illner/Jauch/NDR-Talk/ "Ein Herz für Kinder" uns Ihr leid klagt.

    Ich kann jedenfalls nicht verstehen wie man sich wahrscheinlich nach einer nicht in den Schlaf gekommenden Nacht..schon Mittags auf einer PK begibt und zu diesem Zeitpunkt, Eine SuggestivErklärung nach der Anderen formuliert.
    Ich weiss wie es ist wenn man erst Mama und dann Papa innerhalb 14 Monaten verliert..auch Tanten und Onkels, Omas, Opas, wie enge Freund zu verlieren....Aber ich habe bei den vielen Trauergesesllchaften selbst direkt nach den Beerdigungen beim "Leichenschmaus" noch Keinen Angehörigen gesehen der der Trauergesellschaft SuggestivErklärungen mitgibt.

    FrauEnke hat tiefstes Mitgefühl..denn die Tragweite was Ihr in Jungen Jahren Schicksalhaftes widerfahren ist macht sich erst Viele Jahre danach in Ihr bermerkbar.
    Dafür wünsche ich ihr und ihrer Adoptivtochter all die Kraft und Zuversicht die notwendig ist um sowas privat zu meistern.

    Für mich ist die Führung des Traditions FußballClub um Präsident Martin Kind Hannover96, eine ekelige sozial hochunkompetente Intressengemeinschaft aus scheinheiligen Individuen und seelenlosen Geschäftsmännern.

    Kein seriöser Unternehmens Vorsitzender, Boss, Präsident, Arbeitgeber, MENSCH dieser Erde würde eine derartige Suggestiv, sorry ein derartiges Alibi-Statement autorisieren "er war labil" in der offiziellen medialen Übermittlung der Todesnachricht !
    Jeder Hobbykriminologe, jeder Hobbypsychiater, aber auch jeder normale Mensch wertet soetwas Ausrede eines Verdächtigen in einem Verhör.
    HerrKind ist kein normaler ungebildeter Bürger, Herr Kind ist eine juristische Person, ein knallharter Geschäcftsmann, ein Hardliner vor dem Herrn...wenn so eine sog Führungspersönöichkeit eine deratig undiplomatische Suggestiv Stellungnahme parallel mit der Todesnachricht autorisieren lässt, dann gehört dieser "Mensch" in der achso menschelnden Profifußballscheinwelt seines Amtes enthoben. Sofort und für Immer !

    Ich will diesen Beitrag mit einem Statement von Gestern bei BILD, des erschütterten DFB Präsidenten beenden:"
    Depressionen und Homosexualität dürfen im Fußball kein Tabu-Thema mehr sein“

    ThinkBig
    Holger

  • User
  • 13.11.2009 14:28:22 giselher

    So richtig gut war das immer noch nicht. Aber für Deine Verhältnisse nicht schlecht.

  • User
  • 13.11.2009 17:23:29 DOM_Brussels

    Sehr guter Artikel.

    Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr mich diese Sensationsgeilheit der Medien angeekelt hat. Enkes Frau hat diesen sehr mutigen Schritt gemacht und ist vor die Kameras getreten, dafür verdient sie allergrössten Respekt. Ich habe mir die Pressekonferenz trotzdem nicht angesehen, aus Respekt vor Frau Enke und ihrer Trauer. Es war richtig, dass sie sich den Medien gestellt hat, ich mag gar nicht an die ganzen Spekulationen denken, die es gegeben hätte, wenn sie es nicht getan hätte.
    Und egal wo man hinsah, überall dieser grässliche Voyeurismus der Medien: Kein Nachrichtenbeitrag, in dem nicht der Bahnübergang des Geschehens eingeblendet wurde oder die DFB-Pressekonferenz, bei der die Fotografen lieber weiter ihre Kameras aufblitzen liessen, als sich zu einer Gedenkminute zu erheben.

  • User
  • 13.11.2009 17:29:39 El Buitre

    "Es gab einen Abschiedsbrief - wir werden davon berichten", stand irgendwo als eingeschobene Überschrift. Schon pervers.

  • User
  • 17.11.2009 10:42:31 petzpansen

    Schuld

    jetzt wo es zu spät ist muss ein umdenken stattfinden....nur das traurige daran ist das herr enke angst davor hatte das seine krankheit an die öffentlichkeit kommt.dieses war auch ein grund die in zu dieser letzten maßnahme bewegte aus dem leben zu scheiden.was hätte die boulevardzeitung mit den 4 buchstaben wohl gemacht wenn er zum nationaltorwart in südafrika nominiert worden wäre und sie hätten von seiner krankheit erfahren. die erste seite wäre im sicher gewesen mit zitaten wie"und er soll im tor stehen"
    oder wie es mich angeekelt hat wie bei der pressekonfernz als frau enke sprach sie im blitzlichtgewitter gestanden hat. wer macht das beste traurigste foto.

    Herr Kai Diekmann und seine Kollegen haben längst den Respekt und die Würde des Menschen mit den Füssen getreten....für sie zählt nur die Auflage..nur das Herr Enke das nicht verkraftet hätte aber das ist ja egal...Hauptsache Seite 1 ist spektakulär.....

  • User
  • 18.11.2009 00:09:47 Veltinsbauch Eufi

    "Kein seriöser Unternehmens Vorsitzender, Boss, Präsident, Arbeitgeber, MENSCH dieser Erde würde eine derartige Suggestiv, sorry ein derartiges Alibi-Statement autorisieren "er war labil" in der offiziellen medialen Übermittlung der Todesnachricht !"

    Stimmt nicht. Martin Kind wurde falsch zitiert. Er sprach von "einem sensiblen Menschen", nicht von einem "labilen Menschen".

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