Die Geschichte der Fußballfans

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Die Geschichte der Fußballfans

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31.10.2009

Wenn Fans das Ergebnis egal ist

Was soll der Zirkus?

Text: Jens Kirschneck  Bild: Imago

Das Pokalspiel der Frankfurter Eintracht gegen Bayern München war ein Beispiel dafür, dass »Atmosphäre« auch zum Zirkus werden kann. Hier regt sich Jens Kirschneck über Fans auf, denen der Spielstand egal ist.

Wenn Fans das Ergebnis egal ist - Was soll der Zirkus?


Am Mittwoch gab es in Frankfurt am Main wieder ein im deutschen Fußball immer häufiger zu beobachtendes Phänomen: Den Zuschauern war der Spielstand egal. Während auf dem Rasen die Eintracht gegen die Bayern von einer Kalamität in die nächste geriet, sang das Publikum, als hätte es nicht begriffen, dass diesmal nicht die Frankfurter die Roten waren. Deshalb sei hier mit voller Absicht ein fieser Altherrensatz platziert: Früher hätte es so etwas nicht gegeben.



In den bleiernen Oberligajahren meines Lieblingsvereins Arminia Bielefeld zwischen 1988 und 1994 kommentierten die Fans die Darbietungen des grausam limitierten Teams derart rabiat, dass »14 Tage Wasser und trocken’ Brot für alle!« noch zu den harmloseren Einwürfen gehörte. Ich erinnere mich, dass mein Freund KL – eigentlich ein Mann von ausgeglichenem Charakter – sich oft seinen Weg zum Zaun bahnte, am Gitter rüttelte und den ohnehin schon völlig verunsicherten Außenverteidiger anbrüllte: »Du musst doch zu Hause den Müll runterbringen!« Was immer er damit sagen wollte.

Heuer in Frankfurt hingegen: nichts als „Eintracht olé“. In solch einem Fall kann die Mannschaft ja nur noch denken: Jetzt ist es auch egal. Nun soll hier gar nicht zügelloser Wut oder der sogenannten Busblockade das Wort geredet werden, die ist doof, weil alle zu spät nach Hause kommen und das Essen kalt wird. Aber ein gewisses Verhältnis von Aktion und Reaktion wäre schon schön, man nennt das Atmosphäre. Alles andere ist Zirkus.






Kommentare

  • User
  • 31.10.2009 10:05:02 pfostenlatterettet

    Aus Scheisse kann man keine Bonbons machen. Wer das verstanden hat, der kann verzeihen - auch dann, wenn es weder ihm noch den Spielern egal ist. Das hat nicht unbedingt etwas mit Zirkus zu tun und wer stattdessen (vergiftete) "Atmosphäre" fordert, sollte sich ernsthaft hinterfragen.

  • User
  • 31.10.2009 10:24:55 GTEvo

    iss die logische Kosequenz durch die Sommermärchen-Agitation.
    Linientreue + Gleichschaltung = Fanmeilenmentalität

    "Du Bist Deutschland"
    11+4

  • User
  • 31.10.2009 10:53:19 danger

    ganz meine meinung:
    war bei deutschland-finnland und das ganze hat mich sehr verstört. ein wirklich grausames und peinliches fussballspiel des dfb (sami hyypiä hat den abend gerettet).
    in der halbzeit ein pfeifkonzert und ab der 60 Min nur noch la ola. was zur hölle?

  • User
  • 31.10.2009 10:54:34 Beverungen

    abgesehen davon, dass die bildauswahl mit dem spiel nichts zu tun hat und ein der mittwöchlichen wirklichkeit nicht entsprechendes verhalten suggeriert, ist der beitrag von jk gänzlich an der sache vorbei. der support hatte nichts mit zirkus zu tun, sondern war der letzte rest von stolz, der der kurve nach desaströser darbietung der eintracht noch geblieben ist. wo kommt es vor, dass aus vielen kehlen ein nostalgisches vereinslied noch während des spiels gesungen wird? es mag sicherlich momente in der eintracht-kurve der vergangenen monate gegeben haben, wo jk's anmerkungen zutreffen könnten - beim bayern-spiel jedoch nicht.

    beste grüße aus der kurve

    beve

  • User
  • 31.10.2009 12:28:32 Der Terrier

    Ach du je, Herr Kirschneck...

    Ich verstehe ja ihre Abneigung gegenüber nervigen Dauer-Ultragesängen und Stimmungsmache, die sich nicht aufs Geschehen auf dem Platz bezieht.

    Aber sie können wohl nicht nachvollziehen, welche Bedeutung dieses Spiel für den Frankfurter Westkurvenfan hatte. Von vornhinein als "Spiel des Jahres" auch von Vereinsseite aus angekündigt, fieberten alle auf diesen Mittwoch hin. Ein echter Pokalkracher. Gegen die Bayern. Zuhause.

    Es war schon schwer genug, überhaupt an Karten zu kommen. Und dann steht man da in der Kurve und soll sich von einer (zugegeben sehr deftigen) Niederlage die Stimmung vermießen lassen? Und das ausgerechnet gegen die Bayern? Die Bayern, deren Fans schon beim ersten Rückpass auf den eigenen Torhüter zu pfeifen anfangen, unabhängig vom Spielstand?!!

    Spielerisch wurde man vielleicht gedemütigt, aber den Fans des FCB hat man an diesem Abend eine Lektion erteilt. Eine Lektion in Sachen Zusammenhalt und Verbundenheit zum Verein, selbst in schwierigen Zeiten.

    Wenn das so schwer für sie zu verstehen ist, empfehle ich den Beitritt/die Gründung des Akademiker-Fanclubs Bielefeld. Vielleicht finden sie dann noch mehr Leute, die sie in ihrem - für mich seltsam distanziert wirkenden, unemotionalen - Fanbild unterstützen.

    Wobei ich nicht weiß, wie schnell Bielefeld überhaupt wieder ein "Spiel des Jahres" kriegen wird.

  • User
  • 31.10.2009 12:49:02 BigfootFFM

    Ach weh........... isses mal wieder die SGE die zum Beispiel genommen wird, kaum das mal wieder was durchdekliniert werden muss. Sicher, der dressierte Ultra-Affenhaufen macht possierlich seinen Lärm. Geschenkt. Aber es war das Spiel des Jahres. Warum sich von dem Ergebnis die Stimmung kaputt machen lassen. Die Kiste war nach 20 Minuten zu, da ist es Ende Oktobe einfach nicht ertragbar, so lange auch noch knurrig im Waldstadion zu stehen. Deshlab lieber mal bisschen Happyness - manche mögen es auch Galgenhumor nennen.

  • User
  • 31.10.2009 12:57:26 gygax

    "Und dann steht man da in der Kurve und soll sich von einer (zugegeben sehr deftigen) Niederlage die Stimmung vermießen lassen?"

    Ja, das wäre zumindest bei mir der Fall. Wenn ich Zusammengehörigkeit und Verbund mit anderen sangeslustig feiern will, geh ich ins Bierzelt. Beim Fussball geht es mir in erster Linie um das, was die Mannschaft zeigt. Und wenn das scheisse is, dann fühl ich mich scheisse und Leute, die neben mir stehn ebenso. Dann wird zusammenhaltsmässig und im Verbund gemeckert, geflucht und geschimpft (gepfiffen eher nicht). Sinnfreies Rumgejubel um es den Bayerfans zu "zeigen" (hallo, wie sinnfrei is das denn? Normalerweise weiss man, dass man den besseren support hat, da muss man nix beweisen) find ich ziemlich debil

  • User
  • 31.10.2009 13:42:48 giselher

    Sehr treffend auch der Kommentar von M.Reif während der Live-Übertragung zu den Frankfurter Fans: "Wenn die Pillen genommen haben, möchte ich auch eine davon .... Oder macht sowas der Äppelwoi?"

  • User
  • 31.10.2009 14:28:33 MarcRamone

    Da kann ich gygax auch nur zustimmen.

    Interessant finde ich allerdings, dass auch auf Macherseite diese Abkopplung von Zuschauern und dem Spiel registriert wird. Ich meine es war Rudi Völler, der sich wunderte und auch abfällig darüber äußerte, dass es Fans gibt, die auch nach einer Niederlage noch feiern. Er versteht das nicht.

    Ich finde es ist ganz schön weit vorangeschritten, was die Zweckentfremdung des Fußballs zur reinen Selbstdarstellung und "Stimmung machen" angeht.

    Was ist Stimmung? Laut Ultras offensichtich nur, wenn programmatisch abgesungen wird. Stimmung ist es auch, wenn es total ruhig ist, wegen Sprachlosigkeit. Pure Antistimmung, absolute anfeuernde Unterstützung, Aufforderungen usw.

    Irgend wann wird der Zeitpunkt vielleicht kommen, wo das alles (Zuschauer und Spielgeschehnis) wirklich sinnlos ist und nicht mehr zusammengehört. Ich bin gespannt!

  • User
  • 31.10.2009 14:36:20 balabala

    Solange den Fans nur das Ergebnis egal ist, kommen sie beim nächsten Mal wieder und lassen sich weiter schröpfen.
    Wenn den Fans aber irgendwann das Spiel egal wird, bleiben sie weg...
    Darum müssen die Bayern von Zeit zu Zeit immer ein bißchen vor sich hin kriseln, bis bei ihnen die Fans drohen, wegzubleiben. Dann kommts urplötzlich zu so einer Leistungsexplosion wie zuletzt in Frankfurt.
    Wenn die Bayern ihre Überlegenheit offen ausspielen, wirds ganz schnell stinkelangweilig wie jetzt in Frankfurt. Solange dann die Fans der Unterlegenen, der Chancenlosen noch "fröhlich" weitersingen, läuft das Geschäft doch rund.

    und zu Herrn M.Reif: der ist so lang, so nah am Spiel und dem Geschäft dran, dem fehlt längst jeder Ab- und Anstand.

  • User
  • 31.10.2009 14:46:13 Tomasz

    Mir sind Eventfans lieber als die ewiggestrigen Miesepeter, die die eigene Mannschaft bei erstbester Gelegenheit auspfeifen.

  • User
  • 31.10.2009 15:02:09 oberhofer

    Ganz sicher sind die Frankfurter Ultras mit dem besseren Gefühl nach Hause gegangen, als die popeligen 4:0 Sieger aus Bayern. Haben sie doch die gegnerischen Fans an die Wand gefeiert bzw. gesungen.

    Ganz gross Jungs!

  • User
  • 31.10.2009 20:45:02 curryeck

    ach so, bei der eintracht sind also nicht einzelne Spieler oder gar der trainer der star, sondern die fans. und die gewinnen immer, vor allem natürlich gegen die bayern-fans. nach dem motto: wir haben zwar ne klatsche gekriegt, aber denen haben wirs mal wieder gezeigt. wir sind ja auch was besseres, keine erfolgsfans usw. blablabla...

  • User
  • 31.10.2009 20:54:46 schappi1848

    Ich würde mich freuen wenn die Eintracht Fans morgen ähnlich nett singen bei einer Niederlage!

  • User
  • 31.10.2009 22:42:29 pandrodor

    Solange den Fans nur das Ergebnis egal ist, kommen sie beim nächsten Mal wieder und lassen sich weiter schröpfen.

    Das hab ich mir auch gedacht. Ist doch der feuchte Traum jedes Investors und Managers: Der kritikbefreite Konsumzombie.

    Blöd ist gut. Gibt unsinnig Geld aus und lässt sich auch gut regieren.

    Das erlebe ich auch immer wieder in anderen Bereichen, wo man einem anhand so einiger Personen so langsam klar wird, warum wir noch keine Kolonien auf dem Mars haben.

  • User
  • 01.11.2009 01:04:08 Sneaker

    Ist Applaus im Übertriebenen Maße nicht auch ein Weg Ärger kundtzutun? Ich kann mich noch vor ein paar Jahren erinnern, da war St. Pauli auf dem Weg in die Regionalliga. Das Team spielte in einem Spiel wirklich richtig schlecht und bekam eine Klatsche. Was machten die Fans ? die applaudierten weiter und sangen "nie mehr 2. Liga". Und wohl niemand würde die St.Pauli-Fans als Eventfans bezeichnen. Überschwänglicher Applaus bei einem schlechten Spiel ist für mich eine selbstironische Art, verbunden mit leichtem Spott, mit dem Thema umzugehen.

  • User
  • 01.11.2009 10:52:45 schappi1848

    St. Pauli Fans sind für mich ganz oben auf der Skala der Eventfans.
    Die feierei bei Niederlagen find ich einfach nur peinlich und ist in meinem Heimstadion zum Glück nicht zu hören.
    Wahrscheinlich werden wir aus diesem Grunde auch gerne von den Verantwortlichen und der Presse nieder gemacht.
    Ich renn jetzt seit über 30 Jahren zum Fußball - wüßte nicht, dass ich bei einer Niederlage jemals gefeiert habe.
    Diese Art von Ironie scheint dem Ruhrpöttler wohl gänzlich abzugehen.
    Und das ist auch gut so!

  • User
  • 01.11.2009 10:54:13 Tokei Ihto

    gleich macht hier einer den affen.

  • User
  • 02.11.2009 00:31:35 prazzomoto

    Letzte Saison wurde der Abstieg des KSC gegen Hertha im Wildparkstadion mit Laola gefeiert. Man hatte ja immerhin 4:0 gewonnen.

    Fussball in Deutschland nervt mich immer mehr.

  • User
  • 02.11.2009 09:28:08 markanter

    @ giselher

    Wahrscheinlich hat Marcel Reif unbewußt den Kern des Themas getroffen: Fans, die Niederlagen der eigenen Mannschaft feiern, sind berauscht. Irgendwie. Nur von was, dass kriegt keiner raus, der nicht Fan ist.

    Mein Tipp: Ne Mischung aus Testosteron, Red Bull, Amphetamine, Äppelwoi (regional differenziert auch mal Pils, Schnaps, Eierlikörchen) und falsch verstandenem Wir-Verständnis.

    Alles nett, aber kein Fußball mehr.

  • User
  • 02.11.2009 09:30:57 markanter

    Vergessen: @ oberhofer

    Ernst gemeint? Und was machen sie nächste Mal: Kucken, ob sie längere Dödel haben als die anderen?

  • User
  • 02.11.2009 09:47:51 fohlenarmine

    Jawoll Herr Kirschneck, stimmt alles, unterschreibe ich alles. Feierei trotz Niederlage nervt, Dauersingerei unabhängig vom Spielgeschehen nervt, Ultras nerven. Sehen den Splitter im eigenen Auge nicht. Sind angeblich gegen Kommerzfussball und Eventfussball, machen den Fussball aber zum Zirkus. Vielleicht bin ich dafür zu alt. Aber: Die Ultra-Diskussion hatten wir doch schon letztes Jahr.

  • User
  • 02.11.2009 10:02:06 vokabelle

    "14 Tage Wasser und Brot", "zu Hause den Müll runterbringen"... wie originell! Für mich sind Spielerbeschimpfung aller Art genau so fürn Arsch wie dauerbreites Rumgesinge. Ich weiß auch nicht, warum das Gezeter von alten Oppas hier immer so romantisch verklärt angeführt wird. Vor genau solchen Typen musste ich neulich leider wieder sitzen. Die haben sich schlapp gelacht, als so ein verblödeter alter Sack "Du dreckelijer Nejer!" auf den Platz brüllt, weil Ishiaku... naja, er versuchte halt, Fußball zu spielen. Früher hätte es sowas nicht gegeben! Was ein Scheißsatz! Was ich am Samstag von Fanseite gehört hab, dürfte es heute auf keinen Fall noch geben.

  • User
  • 02.11.2009 10:18:00 sgu07

    dieses ganze ultra-gedöns, diese dumpfbacken, diese wichtigtuer in schwarz, diese selbsternannten retter der stimmung, diese totengräber der stadionathmosphäre, das gibts doch nicht erst seit letzten mittwoch. das kann sie, herr kerschneck, doch nicht überrascht haben. schon seit mehr als 5 jahren geben diese sängerknaben den rhythmus in deutschlands stadien an. es ist zum kotzen und lässt mich überlegen, künftig nicht mehr ins stadion zu gehen. haben sie noch nie 90 minuten lang so sinnfreie lieder wie ersterfußballclubköööööln, ersterfußballclubkööööln gehört oder ooooooohooooohoo, oooohooooho, ooooohooohoo, jaaaadervaueffbeee gehört? es ist zum verzweifeln, denn mittlerweile ist man nicht mal mehr bei landesliga-spielen vor solchen dauergesängen sicher.

  • User
  • 02.11.2009 11:10:39 TT75

    Ich finde den Bericht undifferenziert.

    Was die Frankfurter am Mittwoch abgezogen haben, finde ich gut. Den "echten" Fans ist doch klar, dass es gegen Bayern nur an guten Tagen ein Remis und an sehr sehr guten Tagen einen Sieg geben kann. Wenn man dann noch 1-2 Leute im Team hat die sehr schlechte Tage haben, gehts eben in die Hose. Den Fans ist/war eben klar, dass das niemand absichtlich macht. Vor allem der Maik Franz nicht. Ich finde es super, dass man nicht noch auf am Boden liegende drauf knüppelt. Das ist unterste Schublade. Das die Frankfurter am Mittwoch alles in allem auch sehr schlecht gespielt haben, so what? Sie können/konnten nicht besser und die Bayern hatten auch nen guten Tag.

    Ultra-gedöns hin oder her. Viel schlimmer sind die Leute die nac 20-25 Minuten ihre absolut bemühten Spieler zur Sau machen, auspfeifen, behindert schimpfen und was weiß ich noch alles. So wie es unserem Ishiaku am Samstag mal wieder wiederfahren ist. Unglaublich, andere Spieler spielen klassen schlechter, aber nach der ersten unglücklichen Aktion wird der EIGENE Spieler in Grund und Boden gepfiffen/gemeckert/verflucht.

    Da frag ich mich wirklich, was welchem Fan egal ist. Am Ergebnis kann es nämlich nicht gelegen haben, weil es noch 0:0 stand. Am kampf- und laufbereitschaft auch nicht. Ishiaku hat sich viel bewegt und ist Wege gegangen, die Nova und Poldi nur aus dem TV kennen. Trotzdem wird nur er (und Matip, obwohl der überhaupt nicht gespielt hat) zur Sau gemacht.

    Da Lobe ich mir die Frankfurter die ihren Jungs beistehen. Dafür gehe ich ins Stadion. Ich will nicht unterhalten und amüsiert werden sondern supporten. Sicher sind das auch nicht alles "ultras" sondern einfach nur Fans die differenzieren können. Im gegensatz zu vielen bei uns in Köln und dem Schreiber des Artikels oben.

    Gruß nach Frankfurt, weiter so.

  • User
  • 02.11.2009 11:46:24 oberhofer

    @markanter, wir hatten hier mal einen Karlsruher, der nach einer Heimniederlage im Derby gegen den VfB, also der schlimmstmöglichen Niederlage für einen Karlsruher, hier postete, er sei trotzdem mit einem besseren Gefühl nach Hause gegangen, da sie den Gästeblock an die Wand gesungen hätten. DER meinte das ernst, und an den erinnert mich der ein oder andere Beitrag hier.

    @sgu, tu's nicht, lass dich nicht von den Bratzbacken vertreiben! Der VfB ohne schwäbische Bruddler ist nicht mehr der VfB. Wenn die wegbleiben, dann ist Holland, bzw. Stuttgart in Not.

  • User
  • 02.11.2009 12:53:18 balabala

    Ursprünglich ist Fußball mal ein Spiel gewesen.
    Der Bessere sollte gewinnen!
    Der Schlechtere sollte soviel Sportsgeist und Anstand besitzen, fair verlieren zu können.

    All das hat sich nun in Frankfurt ereignet. Und sonst nix.

    Aber wohin mit Enttäuschung, Frust, Wut über die Leistung der eigenen Mannschaft, wegen der man doch trotz horrender Eintrittspreise ins Stadion gekommen war?
    Nach dem Spiel ein Freibier und/oder ´ne Bratwurst? Gibts nicht und Eintrittsgeld zurück - erst recht nicht.

    Das Übel Profifußball an der Wurzel packen:
    Spielergehälter auf Durchschnittsniveau der Fankurven kürzen und die Siegprämien erhöhen. Sowas nennt man übrigens: Leistungsprinzip !

    Auf alle Fälle gehen dann die Fans nicht mit so einem Gefühl der völligen Ohnmacht und totalen Hilflosigkeit nach desolaten Leistungen ihrer Mannschaften nach Hause.
    Die Vereine könnten dann ja vielleicht auch mal die eingesparten Siegprämien an die Fans zurückzahlen. Jede Eintrittskarte wird zum Anteilschein.

  • User
  • 02.11.2009 13:39:24 EuroNoise

    Gelungener Vergleich zwischen der Bielefelder Fankultur der 80er (90er?)und der Frankfurter Fankultur der 2000er. Dass man in Ostwestfalen nur meckern und mosern kann, ist ja kein Geheimnis. Herr Kirschneck müsste sich eigentlich sehr gut mit dem Stuttgarter Sitzplatzpublikum identifizieren, denn dort kriegt die Mannschaft jedes mal ihre gerechte Strafe. Als Spieler hätte ich mehr Lust, für ein Publikum zu spielen, das mich unterstützt und nicht am Boden liegend zusammenstaucht. Und so wie Franz gegen Bochum nach seinem Tor erleichtert vor der Kurve zusammengesackt ist (nach Mittwoch und Eigentor), sah er das wohl ähnlich.
    Lieber singen als pfeifen, es sei denn, es würde sich keiner aufregen, wenn ein Spieler der pfeifenden Fankultur den Mittelfinger zeigt - was ich übrigens seit Effe '94 ausdrücklich befürworte.

  • User
  • 02.11.2009 13:42:43 EuroNoise

    PS: Was soll eigentlich die dämliche Auswahl dieses Fotos: Dass Frauen nur Eventpublikum sind, die von Fußball eh keine Ahung haben? Ist bestimmt nur Zufall...

  • User
  • 02.11.2009 13:43:00 oberhofer

    Viel blablabla, balabala.

    Enttäuschung, Wut und Frust über die Leistung der eigenen Mannschaft gehören zum Dasein eines Fans. Ebenso wie das Gefühl völliger Ohnmacht oder totaler Hilflosigkeit. Und eben auch Gefühle wie Euphorie, unbändige Freude, ja Glück. Das sind 2 Seiten einer Medaille. Und diese Abfeierei bei 0:4, dieses Wegschieben der negativen Gefühle, dieses "ich will alles und ich will es jetzt", finde ich dermassen kindisch, unreif, künstlich, ich kann da wirklich nur den Kopf schütteln.

  • User
  • 02.11.2009 15:49:26 markanter

    Alles klar, oberhofer. Kann Deinen Hinweis auf den Karlsruher Fan endlich einordnen. Hatte schon die Befürchtung, Du wärst auch auf dem "Wir-können-besser-singen-iss-wichtig"-Trip.

    Volle Zustimmung.

  • User
  • 02.11.2009 22:21:08 Semmler

    was ich hier so lese wäre es also besser nach dem 0-1 oder dem 0-2 sämtlichen Support einzustellen oder die Spieler auszupfeifen...Also wäre es dann wie bei 95% der Bundesligaclubs...Außerdem kam der Suport nicht ausschließlich von den UF, sondern auch aus dem Rest der Nordwest...Über die aufwendige Choreo oder die Stimmung vor den Toren wird kein Wort verloren, sondern nur von Leuten Kritik eingebracht, die selbst wahrscheinlich nicht mal vor Ort waren...Leider gibt es eben in der Nordwest noch nicht das große Eventpublikum wie z.B. in Hoffenheim oder München von denen man einfach rein gar nichts hört auch wenn man 4-o auswärts führt...

    Was denken die Leute, die dies kritisieren,was sich die SGE Fans von diesem Spiel erwarten?Ein 5-0 der Heimmannschaft oder sonstwas?Denke nahezu jeder Eintracht Fan weiss, dass man die Bayern nur an einem Sahne Tag schlagen kann und deshalb finde ich es auch nicht verwerflich nach dem 0-4 noch die alten Vereinslieder anzustimmen und den Zusammenhalt der eigenen Kurve zu feiern. Meiner Meinung nach ist dies besser als die Spieler nach 20 Minuten auszupfeiffen oder gar zu gehen, da das Spiel eh schon entschieden ist...

    Jedenfalls finde ich es besser eine positive Stimmung in der Kurve zu haben als eine aggressive, negative die nur gegen das eigene Team gerichtet ist...

    Wems nicht passt der soll eben das Waldstadion meiden...

  • User
  • 03.11.2009 10:06:05 gygax

    "Denke nahezu jeder Eintracht Fan weiss, dass man die Bayern nur an einem Sahne Tag schlagen kann"
    Leider war das nicht mal ein fettarmer Milch Tag der Eintracht. Und ja, wer sich so abschlachten lässt, hat keinen Support verdient (es soll sich sogar schon im legendären Waldstadion zugetragen haben, dass die Fans der Mannschaft den Rücken zukehrten), kein Applaus für Scheisse! Stimmung oder Support is ein Ausdruck der Emotionen der Fans als Reaktion was man auf dem Rasen sieht. Man darf dabei durchaus in Vorleistung gehen um die Mannschaft zu pushen. Wenn da aber keine Reaktion kommt is 90 Minuten Dauergesinge Quatsch (jaja, ich weiss, die Idee der Ultras undsoweiterundsofort; is halt nich meine Welt). Dann kannstes auch gleich vom Band laufen lassen.

  • User
  • 03.11.2009 11:28:15 balabala

    @ oberhofer

    Enttäuschung, Wut und Frust über die Leistung der eigenen Mannschaft gehören zum Dasein eines Fans. Ebenso wie das Gefühl völliger Ohnmacht oder totaler Hilflosigkeit.

    kanns sein, dass du als VfB-ler das Problem z.Zt. zu sehr durch die Vereinsbrille betrachtest?

  • User
  • 03.11.2009 11:56:37 oberhofer

    Es kann sein, lieber balabala, dass ich in Gefühlen wie Wut, Frust, Ohnmacht oder völliger Hilflosigkeit gar kein Problem sehe. Die gehören zu meinem Leben als VfB-Fan dazu, genauso wie zu meinem Leben als Ehemann, Vater, Kollege im Beruf etc. Ich akzeptiere sie einfach, weil ich weiss dass nichts von Dauer ist, auch nicht diese, zugegeben manchmal schwer auszuhaltenden Gefühle. Die übrigens schon morgen in Euphorie und unbändige Freude umschlagen werden, wenn wir in Sevilla gegen jede Vernunft 2:1 gewinnen!

    Klar kann die Frankfurter Nordwest, @Semmler, ein 0:4 abfeiern, ich kritisiere das nicht und hab das selbst beim 4:0 des VfB in der Saison 06/07 erlebt. Aber auf mich wirkt das doch sehr befremdlich.

  • User
  • 03.11.2009 12:58:58 balabala

    teurer Oberhofer, in Sevilla will ich dir die Daumen drücken!
    Doch kommt es anders, ist Singen eine Möglichkeit den Frust, die Fassungslosigkeit abzureagieren. Und es ist nicht die schlechteste.
    Wenn du stattdessen lieber schimpfen und pfeifen möchtest, dem Spielfeld deinen Rücken kehren oder fluchtartig nur das Stadion verlassen willst, dann tu´s!

    Singen ist von seinem Ursprung her auf das soziale Miteinander angelegt. Böse Menschen kennen keine Lieder.

    Die Begriffe "Ohnmacht" und "Hilflosigkeit" sind in diesem Zusammenhang überhöht, weil anders zu betrachten. Ich nehme sie deshalb an dieser Stelle auch zurück.

  • User
  • 03.11.2009 14:00:03 oberhofer

    Ich sag dir, was ich mache: ich stehe mit dem Gesicht zum Spielfeld bis zum Schluss, wahlweise sitzend mit dem Gesicht zum Fernsehgerät bis zum Schluss. Ich hoffe bis zum Anschlag, d.h. je nach Spielstand bis in die Nachspielzeit. Ich fluche wie ein Dachdecker beim gefühlt 300sten Fehlpass von Hitzlsperger, ich schreie, ich rauf mir die Haare, manchmal bin auch einfach nur ganz still, fassungslos. Ich fühle den Schmerz bis weit nach dem Spiel, z. Zt. als Dauerzustand.
    Das alles Wegzusingen fiele mir im Traum nicht ein. Geht gegen meine Natur. Mich von einem Semmler oder anderen als Eventfan bezeichnen zu lassen, weil ich nicht mitsinge, nö, lass ich nicht unkommentiert. Ich stelle mir auch die Frage, wer hier die Eventfans sind: die, die auf ein Scheissspiel mit "schlechter Stimmung" reagieren, oder die, die ein Scheissspiel mit Dauersingsang doch noch zu einem positiven Event machen wollen?

  • User
  • 03.11.2009 15:23:20 sgu07

    so isses obi ! genau so isses!
    und an die, die das gesinge und gefeiere am mittwoch gut fanden, die sollten sich mal fragen, ob sie am gesang und der stimmung im stadion hätten erkennen können ob ihre eintracht gewonnen oder verloren hat, wenn sie es hätten im radio ohne kommentar hören müssen. ich gebe euch die antwort: ihr hättet es nicht erraten, weil immer der gleiche müll immer gleich gesungen wird egal was aufm platz ist.

  • User
  • 04.11.2009 08:59:24 balabala

    Dem Singen liegt wohl doch ein gewisser Zauber inne. Die Bayern sind seit Frankfurt in zwei Spielen torlos geblieben.
    O:O in Stuttgart, jetzt 0:2 gegen Bordeaux
    Ein Dankeschön Eintracht-Fans!
    Ich hab die letzte Nacht weiter durchgesungen und hab dazu verstärkend noch getanzt. Als ich nach Mitternacht auch noch die Vuzuela blasen wollte, kam richtig Freude auf im Kiez...
    Auf alle Fälle: Singen wirkt !
    ...und Schalke kann am Wochenende dann den Rest besorgen.

  • User
  • 04.11.2009 09:03:43 Hotte80

    Vuvuzela blasen auf dem Kiez? Da stimmt was nicht.

  • User
  • 04.11.2009 09:21:35 El Buitre

    Ich bin da ganz bei blablabla: verschiedene Fans, verschiedene Ausdrucksformen. Singen und Tanzen zum Trotz, find ich ok.

  • User
  • 04.11.2009 09:26:53 balabala

    Ein Dankeschön den Eintracht-Fans!
    Bedanke mich auch für Vuvuzela.

    zu lang getanzt? zu laut gesungen?
    Die Elefanten tröööten noch in meinem Schädel.

  • User
  • 04.11.2009 09:46:12 oberhofer

    Jetzt wird mir alles klar, natürlich! Weil die Eintracht-Fans beim 0:3 gegen Stuttgart die 2. Halbzeit durchgefeiert und -gesungen haben, haben wir anschliessend nur 1:1 in Urziceni gespielt und 0:2 gegen Bremen verloren. Und, horch auf, Schalke hat dann den Rest besorgt. Nur äusserst mühsam und langsam rappeln wir uns von dieser niederschmetternden Sanges- und Feierniederlage in Frankfurt wieder auf, da kommen uns die Eintracht-Fans überraschend zur Hilfe und demütigen am Mittwoch vor unserem Schicksalsspiel das Event-Bayern-Pack, so dass die nur ein 0:0 in Stuttgart schaffen usw.

    Beeindruckend, wie die Eintracht-Fans den Werdegang anderer Mannschaften beeinflussen, und wie wenig Einfluss sie auf den der eigenen Mannschaft zu haben scheinen.

  • User
  • 04.11.2009 09:54:08 El Buitre

    Ich spüre einen leicht sakastischen Unterton, kann mich aber auch täuschen.

  • User
  • 04.11.2009 09:59:38 oberhofer

    Sarkasmus? Obi? NIE!

  • User
  • 04.11.2009 10:06:57 MarcRamone

    Frankfurt = Troubadix ?

  • User
  • 04.11.2009 10:45:54 balabala

    Magie des Spiels:
    Die Zauberer in Mittelfeld und auf den Flügeln...
    ...und Halloween ist auch noch nicht so lang vorbei.

  • User
  • 04.11.2009 11:15:22 balabala

    Die Hexer in den Toren hätte ich jetzt fast vergessen.

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