Das Schicksal der Ost-Vereine #2
BSG Energie Cottbus
Text: Mathias Ehlers Bild: Imago
Welch wundersame Auferstehung Energie Cottbus Mitte der Neunziger feierte, lässt daran erkennen, wie mausetot der Klub eigentlich nach der Wiedervereinigung war. Fußballerisch steht die Lausitz damit als Wendegewinner da.
FC/BSG Energie Cottbus
Platz 13 / 16:36 Punkte / 21:38 Tore
Hatte der Verein vor der Wende darunter zu leiden, dass er seine besten Spieler stets an den BFC Dynamo abgeben musste, steht er 20 Jahre nach dem Mauerfall als klarer Wendegewinner da. Nie konnte sich Energie wirklich in der Oberliga etablieren, von sieben Teilnahmen endeten fünf mit dem Abstieg. So auch 1990/91, als man lediglich Vorletzter wurde und sich in der 3. Liga wiederfand.

Doch so mühsam, wie sich das Eichhörnchen ernährt, leistete der Klub Aufbauarbeit und modernisierte sich. 1994 gelang die Qualifikation für die wiedereingeführte Regionalliga und 1997 gar der Sprung in die 2. Liga, gekrönt durch das Erreichen des DFB-Pokalfinals. Doch das Märchen in der Lausitz ging weiter und so trieb Langzeitcoach Eduard Geyer seine Mannen im Jahre 2000 sogar in die Bundesliga. Dort erwarb sich Energie zwar einen zweifelhaften Ruf als mauernde Legionärstruppe, doch der Erfolg spricht für sich. 2006 folgte ein weiteres dreijähriges Bundesligaintermezzo, in deren Verlauf das Stadion der Freundschaft vollständig umgekrempelt wurde. Zu Recht ist man in der Lausitz stolz auf Energies Nachwendebilanz und vor allem darauf, dass man so ziemlich jeden ehemaligen Konkurrenten abgehängt hat.
Ergänzung zu Heft#96 11/2009
Die große Freiheit Wende und Fußball
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