Das Nuller-Heft

11FREUNDE-Spezial: 00er

Das waren die Nuller Jahre

Neu hier? Alle Infos zu 11Freunde Community
08.10.2009

Zu Besuch bei Turbine Potsdam

Europa mit Polka

Text: Maike Schulz  Bild: Imago

11FREUNDINNEN-Redakteurin Maike Schulz wollte Feldforschung betreiben und hat Fans von Turbine Potsdam an einem Champions-League-Abend begleitet. Gefunden hat sie Bier, Bratwurst, urige Fans und den Charme einer Bezirkssportanlage.

Zu Besuch bei Turbine Potsdam - Europa mit Polka


Als Jennifer Zietz in der 17. Minute das 2:0 für Turbine Potsdam schießt, ertönen die ersten »Madrid, Madrid, wir fahren nach Madrid!«-Gesänge im spärlich gefüllten Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg. In Madrid wird das Finale der Champions League der Frauen stattfinden. Die Potsdamer sehen in ihrer Mannschaft schon jetzt die Königinnen des europäischen Vereinsfußballs. 



Laut offiziellen Vereinsangaben versammelten sich gestern Abend 1.386 Zuschauer in Babelsberg. In einem Stadion, das eine Kapazität von über 10.000 Zuschauerplätzen hat, ist das eine verschwindend geringe Zahl. Zusammen mit den verrosteten Absperrgittern ist der Charme einer Bezirkssportanlage perfekt. Eintritt, Bier und Bratwurst kosten mich gerade mal zehn Euro. Vor mir am Bierstand steht ein junger Mann mit Turbine-Schal und Fahne. Hätte ich ihn auf der Straße gesehen, hätte ich nie gedacht, dass er zum Frauenfußball gehen würde. Doch bei der Vorstellung der Spielerinnen brüllt er aus voller Kehle mit. Er ist nicht zum ersten Mal dabei. 

Rauer Charme einer Bezirkssportanlage

Das Hinspiel bei Honka Espoo hatte Turbine vergangene Woche mit 8:1 gewonnen. Verständich also, dass sich die meisten Zuschauer auf der Gegengeraden im Bereich der finnischen Hälfte sammeln. Mit Blick zum Tor, um die vielen zu erwartenden Treffer genauestens sehen zu können. Das Publikum ist nicht viel anders, als bei jedem anderen Fußballspiel auch, vielleicht mehr Familien und natürlich: mehr Frauen. Doch zum großen Teil feuern Männer die Frauen aus Potsdam an. Dabei heißt es doch immer, dass kein vernünftiger Mann sich das Gebolze von Frauen angucken könne. Diese Erkenntnis hat es wohl noch nicht an den Rand der Hauptstadt geschafft. 

Hinter mir fachsimpeln zwei Herren nach den ersten Minuten über Neuzugang Fatmire Bajramaj. Sie kam vom FCR Duisburg. Es sind erst wenige Minuten gespielt und das Publikum ist bereits in den Genuss einiger schöner und durchdachter Spielzüge gekommen. »Bei der Lira, da haben sie ein Händchen bewiesen. Wat die loofen kann!« Die Flanke in den Strafraum unterbricht den Mann mit Schirmmütze. Sein Kumpel nutzt den Moment. »Na, und technisch hat sie auch mächtig was auf dem Kasten. Und wie die mit der Anja harmoniert, dat ist klasse« Der gute Mann mneint Anja Mittag, wie Bajramaj eine der Potsdammerinnen, die vor vier Wochen in Finnland Europameister wurde. »Ja, so hat noch niemand mit der zusammen gespielt. Die beiden, die haben sich gesucht und gefunden.« Wie kitschig: In der zehnten Minute schießt »ihre Anja« dann auch das 1:0.

Zeitspiel gibt es nicht, dafür Tore


Der Spielverlauf offenbart aber auch, wie groß die Unterschiede im Vereinsfußball der Frauen sein können. Honka Espoo wird nur gefährlich, wenn Potsdam es zulässt. Und auch dann ist das Wort Gefahr nur relativ. Der einzige ernstzunehmende Torschuss, den Torfrau Desirée Schumann halten muss, wird von den Turbine-Fans anerkennend beklatscht. Wen wundert´s: Zu diesem Zeitpunkt liegt die eigene Mannschaft bereits mit 6:0 in Front und man möchte ja nicht seine Manieren vergessen. Trotz der lukrativen Führung spielt Potsdam nach vorne. Es gibt nur eine kleine Phase, in der keine zwingenden Chancen entstehen. Schnell werden sowohl das Publikum als auch Trainer Bernd Schröder auf seinem roten Plastikstuhl ungeduldig. Zeitspiel wird nicht geduldet, englische Woche hin oder her. 

Zur zweiten Halbzeit ziehen die Zuschauer um, es steht 3:0, und die Finninnen werden langsam träge. Also geht es wieder in den Stadionabschnitt, in dem das Tor steht, auf das die Turbinen schießen müssen. »Wenn Babelsberg spielt, dann wird das da alles abgesperrt, wenn es gegen Dresden oder so geht, dann ist hier alles voll mit Polizei«, bekomme ich von einer jungen Frau erklärt, die ebenso wie die alten Herren sich beide Mannschaften gerne anschaut. Samstags Babelsberg, Sonntags Turbine.

Wie es sich in Stadien so eingebürgert hat, wird auch im Karl-Liebknecht-Stadion bei jedem Tor der Heimmannschaft eine überdimensionale Vereinsfahne über den Fanblock gezogen. Mit Tröten, Trommeln und Gesängen treiben die Fans ihre Mädels nach vorne. Es ist alles ein wenig leiser, aber die Stimmung ist da. Es ist eine schöne, sympathische Stimmung, weil keine Alkoholleichen herumliegen und keine Pöbelfans dabei sind. Ich kann auf Polizeiabsperrungen und Ordner in Armweite beim Fußball gut verzichten. 

»Turbine, elf Freundinnen und wir«


Ich frage die beiden Herren von vorhin, warum sie nicht zu Hertha gehen. »Warum? Was krieg ich da, was ich hier nicht habe?« In dem Moment bekommt Carolin Schiewe bei einem Angriff das Knie ihrer Gegnerin in die Magengrube gestoßen. Sie fällt, steht aber schnell wieder auf. Zusammengekrümmt, mit den Armen am Bauch rennt sie dem Ball hinterher, der noch heiß ist. »Deshalb«, fügt der Mann mit Schirmmütze hinzu, »die Männer würden doch jetzt liegenbleiben, oder über den halben Platz rollen. Nee, so etwas machen unsere Mädels nicht.«

Mit einem 8:0 spielen sich die Potsdamer Frauen schließlich souverän ins Achtelfinale. Dort wird Turbine auf Brøndby IF treffen. Der dänische Meister ist eine Nummer größer als die Gast aus Finnland, so viel ist klar. Letzte Saison erreichten sie das Viertelfinale des UEFA-Cups. Außerdem hat man in Potsdam noch eine Rechnung offen mit Brøndby, vor drei Jahren sorgten die Däninnen für das bittere Viertelfinal-Aus der Deutschen.
Nach dem Abpfiff ertönt die Turbine-Hymne. »Ja, so sehen Siegerinnen aus«, eine moderne Polka, die mich bis zur Bahnstation begleitet. Eine Gruppe von Mädels ist vom Sieg so berauscht, dass sie den ganzen Weg über immer wieder den Refrain singen. Pausen gibt es nur für ein obligatorisches »Humba Humba Tätärä«. Ein findiger Wirt hat sich auf den Pendelverkehr zwischen Stadion und S-Bahnstation eingestellt. Er bietet gezapftes Bier »to go« an. 2.20 Euro ein Becher. Ein würdiger Abschluß für einen Champions-League-Abend der etwas anderen Art.



Ergänzung zu 11 FREUNDINNEN #1

Magazin für Frauenfußball






Kommentare

  • User
  • 12.10.2009 13:12:55 Statistikfreund

    @ maike schulz: Ich denke, da sollten Sie noch ein wenig üben.
    Der Artikel "Geschlechterkampf auf der Insel"Link war schon von eher durchwachsener Qualität, wenngleich er nett gemeint war. Dieser hier ist zwischen Sport Bild und Lokalpresse anzusiedeln und fällt in Gänze, also Inhalt und Wortwahl, durch.

    1. Ihre Darstellungen werden den enormen persönlichen Leistungen der meist ehrenamtlichen Organisatoren, den Spielbetrieb überhaupt adäquat aufrecht erhalten zu können, nicht im geringsten gerecht.

    2. Der Spitzname, wenn man ihn denn schon verwendet, ist nicht "Turbinen", sondern "Torbienen".

    3. Ihre "Vergleiche" Männerfußball-Frauenfußball sind unangemessen und vor allem unangebracht. Jeder Fachmann, ob Fan oder nicht, weiß die Leistungen der weiblichen Fußballspieler zu würdigen, ohne in diese, Ihre, Mottenkiste des verstaubten Gendergeredes greifen zu müssen.


    4. Die Vergleiche Frauen- und Männerfußball sind unsachliche und unfaire Vergangenheitsrhetorik, die den Schreiber oder die Schreiberin sofort als Nichtfachfrau oder Nichtfachmann disqualifizieren. Niemand käme auf die Idee Frauenhandball, Frauenvolleyball, usw. mit dem männlichen Gegenüber zu vergleichen. Vielleicht liegt das zwar nur daran, dass es Sportarten etwas unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des Boulevardjournalismusses sind. Insgesamt ist und bleibt der Respekt vor der sportlichen Leistung aber geschlechtsunabhängig irgendwie Richtschnur beim Verfassen von Sportartikeln oberhalb der Ebene Boulevardjournalismus.

    5. Die Zuschauer fachsimpeln über Neuzugänge und die Vereinsstars. Das ist ja in der Tat eine Überraschung. Das macht beim Männerfußball natürlich niemand. War es das so ungefähr, was Sie mitteilen wollten?

    6. Wie kitschig: In der zehnten Minute schießt »ihre Anja« dann auch das 1:0. Das ist für Sie also kitschig. Dann dürften so 90% des Fußballs kitschig sein, und ist es ja auch irgendwie. Wenn der Publikumsliebling und Starstürmer-oder eben ein weibliches Pendant- den Torreigen eröffnet, trifft, ein Spiel umreißt, ja dann sind die Fans glücklich. Und vielleicht ist das ja auch der Grund, warum die Fans Anja Mittag als "ihre Anja" ansehen? Wenn Ihnen das alles "zu kitschig" ist, warum waren Sie dann im Stadion? Warum waren Sie dann beim Fußball?

    7. Die Finninnen wurden nicht "träge", sie wurden müder und verloren obgrund der klaren Unterlegenheit etwas an Spannkraft. Der Respekt über eine, trotz aller Limitierung, alles in allem fair und das Maximum abrufende Mannschaft sollte nicht zu kurz kommen, gerade nicht auf 11freunde. Hier wurden die Gegnerinnen boulevardesk beschrieben und abqualifiziert, was sich im Sport ganz allgemein nicht gehört: weder im Männer-, noch im Frauenfußball. Und weil das so ist, wurde das Frauenteam aus Espoo auch respektvoll beklatscht. Da ist bei fachkundigen Zuschauern im Männerfußball auch nicht anders-eine Reise durch skandinavische, englische und schottische Stadien sei hier empfohlen.

    8. Wenn männliche Fans des Frauenfußballs/ von Turbine Potsdam nicht in Ihr Weltbild passen, welches Sie über Frauenfußball haben, dann ist das Ihr Problem. Aber bitte betrachten Sie es in Zukunft als Ihr Privatproblem. Ihre 70er Jahre lila-Latzhosen Plattitüden sind bestenfalls als antiquiert und nicht somit unzeitgemäß zu klassifizieren.

    9. Nicht zuletzt bleiben inhaltliche Schwachpunkte zu skizzieren:
    Brøndby IF hat sich gegen wen durchgesetzt? Dabei stark oder schwach gespielt? Ajax Amsterdam hat auch schon einmal Bayern mit 5:1 geschlagen, könnten sie es jetzt? Also so eine kleine Anmerkung zum JETZIGEN Leistungsstand wäre nicht unwichtig. Brøndby IF spielte übrigens eine gute Gruppenphase, und setzte sich nun gegen die für das Achtelfinale gesetzten Frauen vom AZ Alkmaar auswärts mit 2:1 und daheim mit 1:1 durch, was darauf hindeutet, dass sie schlagbar sind, aber keinen Spaziergang zulassen werden. Alle Ergebnisse und die Viertelfinalpaarungen gibt es hier: Link

    10. Ich fand und finde die Idee von 11freunde, mit 11freundinnen den weiblichen UND männlichen, werte Frau Frau Schulz, Fans vom Frauenfußball ein Magazin von ansprechender Qualität bieten zu wollen, gut. Ich begrüße sie ausdrücklich. Aber solche Artikel braucht im Jahr 2009 niemand.


    Danke für die Aufmerksamkeit!

  • User
  • 13.10.2009 14:26:52 markanter

    Es gibt Tennis. Und es gibt Frauentennis (Boris Becker).
    Frauenfußball ist wie Pferderennen mit Eseln (ich - geklaut, weiß aber nicht mehr wo).

  • User
  • 13.10.2009 14:30:22 giselher

    Laßt doch der Maike ihr kleines Wohlfühl-Soziotop. Iss doch süß, die Kleine.

  • User
  • 14.10.2009 09:32:44 Yvy

    welch jämmerlicher Kommentar eines nicht-ganz-so-talentierten Amateur-Schreiberlings, der wohl verbittert ist, daß es für ein Engagement irgendwo nicht reicht.

  • User
  • 14.10.2009 11:41:00 Statistikfreund

    @ markanter: --Es gibt Tennis. Und es gibt Frauentennis (Boris Becker). Frauenfußball ist wie Pferderennen mit Eseln (ich - geklaut, weiß aber nicht mehr wo). --
    Selbst wenn man diesen Ansichten folgen würde, was ich nicht tue, bleibt es Sport. Und zwar Sport mit Leistungen, die man (auch Mann) respektieren muss und man entsprechend journalistisch aufbereiten kann und auch sollte.

    @giselher: --Laßt doch der Maike ihr kleines Wohlfühl-Soziotop. Iss doch süß, die Kleine. --
    Frau Schulz hat einen Artikel verfasst. Ich habe Ihr meine Ansicht zum Inhalt und zur Wortwahl geschrieben, evtl. ja der Sinn eines Forums. Ich schrieb also eine Meinung, die Frau Schulz' Artikel nicht gerade beklatscht, die aber auch niemand teilen muss und wiederum kritisiert werden kann. Ich sehe da aber keinen Grund Maike Schulz als Person abzuqualifizieren. Und das war auch nicht Sinn und Zweck meiner Antwort.

    @ Yvy: Solltest Du mich gemeint haben: Geschenkt!

  • User
  • 14.10.2009 13:49:54 markanter

    Ich respektiere den Frauenfußball als das, was er ist. Low-level-sports. Gehobenes Freizeitvergnügen. Für Frauen. Da braucht's keine journalistische Aufbereitung. Höchstens mal Ergebnisdienst im Kleingedruckten.

    Alles andere: Hype.

  • User
  • 15.10.2009 11:32:34 giselher

    Treffer und versenkt.

  • User
  • 20.10.2009 11:43:17 Steinburg

    Ein Hype, der einem medial aufgezwungen wird. Erst im TV und jetzt auch noch mit eigenem Magazin (11 Freundinnen), dass einem von 11 Freunden untergejubelt und subventioniert wird. Wo bleibt da mein Recht auf Selbstbestimmung?! Warum muss sich solch ein Magazin nicht den Marktbedingungen von Angebot und NACHFRAGE (Achtung rhetorische Frage) stellen?
    Nichts gegen Frauenfußball. Aber aus schon o.g. Gründen interessiert es mich einfach nicht. Und mit dieser falsch gelebten Toleranz tut man den Frauenfußball auch keinen Gefallen.

  • User
  • 20.10.2009 11:50:17 saloth sar

    Wo bleibt da mein Recht auf Selbstbestimmung?!

    dein recht auf selbstbestimmung ist es, ein heft zu kaufen oder nicht. die glotze auszuschalten oder umzuschalten. kein mensch zwingt dich frauenfussball zu konsumieren.

    Warum muss sich solch ein Magazin nicht den Marktbedingungen von Angebot und NACHFRAGE (Achtung rhetorische Frage) stellen?

    glaubst du wirklich, 11freunde werden sich hoch verschulden, um ein frauenfussballmagazin herrauszugeben? ich schaetze eher, dass eine marktforschung (nachfrage) ergeben hat, dass die meisten eher weniger chauvinistisch veranlagt sind und sich dieses finanziell lohnen wird.

    aber wahrscheinlich liege ich mit meiner vermutung komplett falsch und du wirst mit vorgehaltener waffe dazu gezwungen frauenfussball in der glotze zu schauen und hier im heft zu lesen.
    und der koester wird unter androhung von folter zu veroeffentlichen des frauenfussballmagazins gezwungen.

  • User
  • 20.10.2009 12:25:25 sgu07

    @statistikfreund: du vergisst bei deiner ganzen abhandlung doch eins: der vergleich zwischen frauenfußball und fußball im herkömmlichen sinne findet immer statt. sei es in der presse, sei es auf den rängen, vorm tv. ich hab noch nie ein spiel verfolgt, bei dem nicht irgendjemand (ich inclusive) einen vergleich zum männerfußball zog. also finde ich, ist ein bericht, über die stimmung bei einem frauenkick, ohne vergleiche zu ziehen, nicht vollständig. auch wenn dich das nervt.
    recht gebe ich dir in den punkten, in denen die verfasserin die wichtigen sportlichen infos unterschlägt.

    @markanter: low-levels-sports. deine erfindung? ich will dir nicht widersprechen, dass frauenfußball was anderes ist als fußball. aber gehts darum, wenn man beim fußball zusieht?
    war steffi grafs tennis, für dich auch low-level-sports? falls ja ist dann eine deutsche b-jugend meisterschaft im fußball auch low-levels-sport, oder die paralympics oder ein weltergewichtsboxkampf oder radfahren ohne doping.
    vielleicht brauchst du die perfektion, den perfekten fußball und schaust nur champions league. ab halbfinale. auf play-station. viel spaß dabei.

  • User
  • 20.10.2009 17:16:09 markanter

    @ sgu07: Bis auf den Wixx mit der Playstation gute Kritik, gute Fragen. Im einzelnen:

    Ich vermag nicht mehr zu sagen, ob der Begriff meine Erfindung ist oder - wahrscheinlicher - ich den irgendwo gelesen und langzeit-gespeichert hatte. Iss letztich auch so wichtig nicht, wichtiger als die Quelle ist die Definition.

    Kinder- und Jugendsport ist definitv kein low-level-sport. Die Kiddis sind noch in der persönlichen Entwicklung, da gelten sowieso andere Kriterien.

    Ein Weltergewichtsboxkampf fällt nach meinem Empfinden unter die Definition. Bei jedem Boxkampf unterhalb des Schwergewichts weiß man und empfindet man, dass die Protagonisten "gegen die Großen" eigentlich keine Chancen haben. Nicht das höchste Level halt.

    Radfahren ohne Doping gibt's nicht.

    Behindertensport scheint mir mit Parametern unterfüttert. Nach meinen (nicht sehr ausgeprägten) Kenntnissen spielen in diesem Segment des Sports gesellschaftliche Faktoren wie die Integration der Behinderten, ihre öffentliche Anerkennung, teilweise auch therapeutische Überlegungen im Breitensport eine grössere Rolle als im Sport der Nicht-Behinderten.

    Steffi Graf hat zu ihren Hoch-Zeit mal aus Charity-Gründen im Badischen einen Schaukampf gegen einen männlichen Landesliga-Spieler (oder so) ausgetragen und ist abgezogen worden, dass es nur so gerauscht hat. Unsere Fußball-Damen haben einst in einer WM-Vorbereitung gegen dien B-Jugend der Stuutgarter Kickers einen Test gespielt. 2 mal 30 Minuten. 8:0 für die Jungs (16 - 17 Jahre). Wie sagte die damalige Bundestrainerin so ungeschickt wie ehrlich: "Die Veröffentlichung dieses Spielergebnisses hat der öffentlichen Wahrnehmung unseres Sports eher geschadet." Nicht das höchste Level halt.

    Ich gebe Dir Recht, dass man bei der absoluten Zuspitzung dieses
    Gedankens nur noch das WM-Finale und CL ab Halbfinale kucken dürfte. Macht man aber nicht, diese Zuspitzung. Man seinen Verein und, ähem, äh, der isses halt. Jedenfalls kein low-level-sport, was die Jungs kicken. Und kämen sie auch aus Bochum oder Berlin.

  • User
  • 20.10.2009 17:20:29 markanter

    Behindertensport scheint mir mit Parametern unterfüttert.

    Richtig hätte es heissen sollen: Behindertensport scheint mir mit anderen Parametern unterfüttert.

    Sorry.

  • User
  • 20.10.2009 22:15:57 Statistikfreund

    @ sgu07: Ich gebe Dir Recht, dass es etwas ICH-Bezogen war, in dem ich mich gegen die Vergleiche Frauen-, Männerfußball "verwahrte". Ich mag es einfach nicht, weil ich es für unangemessen halte. Ein A-Junioren Team ist nicht mit einem B-Juniorenteam, ein Männerteam nicht mit einem Frauenteam vergleichbar-das A Junioren Team des FC Bayern ist mit dem des BVB vergleichbar, das erste Team des Turbine Potsdam mit dem des 1.FFC Frankfurt.

    Ich finde, jeder/ jede kann und soll hier dem Sport nachgehen, den er/ den sie möchte. Die mediale Aufmerksamkeit bestimme nicht ich, und will es auch nicht, sehr wohl aber kann ich eine im Fußball sportliche Leistung-dopingfrei und fair erbracht-respektieren und einordnen als das was sie eben ist: eine zunächst mal zwischen zwei Mannschaften wertbare sportliche Leistung: erbracht im Karl Liebknecht Stadion von Turbine Potsdam und Honka Espoo oder vom unsterblichen Hudderfield Town F.C. und dem Exeter F.C. im Galpharm oder dem, von mir nicht gerade gern gesehenen, Christiano Ronaldo mit seinem Team aus Manchester gegen das andere Team aus Manchester mit einem gewissen Herrn Robinho im Old Trafford. So sehe ich das halt.

    Ich meine aber, dass diese Vergleiche einfach nicht gut tun: für keine Seite. Auch deshalb, weil sich dann niemand damit beschäftigen müsste, der es eigentlich gar nicht möchte-nicht wahr markanter?

    Jeder, der es anders sieht, sieht es anders. Ich möchte das keinem nehmen, und könnte das ja auch nicht. Und wenn Dich, sgu07, die Vergleiche ansprechen, ist das zweifelsohne auch okay, selbstverständlich auch für mich.

    Ansonsten Danke für die Antwort.

    @ steinburg: Angebot und Nachfrage sagt Dir hoffentlich etwas.

  • User
  • 22.10.2009 11:52:45 sgu07

    @ statistikfreund: ich halte die vergleiche auch nicht für gut, da bin ich ganz bei dir.

    @markanter: bei deinen mann-frau-vergleichen von steffi graf/landesligaspieler oder frauenfußball/b-jugend fehlt ja jetzt nur noch, der vergleich, als du deine kleine schwester über 20 meter stelzenlaufen besiegt hast. nur zur richtigstellung: es war im fußball testspiel die vfb b-jugend gegen die frauen-nati. in deinem sinne quasi low-level gegen low-level.
    aber warum erzählst du mir, was die ganze welt weiß? ja, männer sind stärker/schneller/größer als frauen. schwerere männer schlagen härter zu als leichtere männer/frauen!
    und jetzt kommst du auch noch daher und erzählst, dass dieser frauensport doch niemanden zu interessieren braucht, weil es ja sowieso immer einen gibt, ders besser kann. für leute wie dich ist doping erfunden worden. sozusagen highend-level.

  • User
  • 18.02.2010 15:45:13 Yvy

    war zwar leverkusen, aber...

  • User
  • 19.02.2010 16:41:52 markanter

    Jouhh. Ich poste jezz "Nä, es war die Jugend von den Stuttgarter Kickers" und dann sind wir drei BESSERWISSER ...

  • User
  • 11.03.2010 12:50:55 Yvy

    mmh es gab mal einen Ausspruch von Augenthaler (damals bei Bayer) á la "soviel zum Thema Frauenfußball". Bilde mir ein, das wären so 15-16 jährige Jungs gewesen, die die Frauen-Nati zweistellig abgeledert haben.
    Schließt ja nicht aus, daß es auch andere solcher Spiele gegeben hat.

zum Forum

Logge Dich ein, um einen Beitrag zu schreiben!

VON DEN LESERN EMPFOHLEN



DIE AKTUELLE UMFRAGE

Igor de Camargo ist...

super
Belgier
Brasilianer
eine Nasenschwalbe
blöd
clever
groß
klein
mittelgut
Igor de Camargo




Markus Merk im Interview


Runde Fußballer

  • Manfred Kreis (Fortuna Köln)

Das Tagesticker-Archiv

11Freunde Liveticker

11FREUNDE @ TWITTER