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Zur Lage des Fußballs im Osten

Kein Geld schießt keine Tore

Text: Mathias Ehlers  Bild: Imago

Nach dem Abstieg von Energie Cottbus geht die Bundesliga in ihre zweite Nachwendesaison ohne einen Verein aus dem Osten. Woher rührt der schleichende Niedergang zwischen Ostsee und Erzgebirge? Eine Spurensuche in der Zeit seit 1989.

Zur Lage des Fußballs im Osten - Kein Geld schießt keine Tore


3 Jahre hat es gedauert, doch an Pfingsten war es soweit: Energie Cottbus steigt ab. Natürlich ist dies keine Überraschung, sondern eine Zwangsläufigkeit. Kein Geld schießt eben keine Tore.

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Allerdings bedeutet Cottbus' Abstieg, dass das kommende Spieljahr die nach 2005/06 zweite Bundesligasaison ohne Beteiligung der inzwischen nicht mehr ganz so neuen Länder wird. Der Aufschrei ist groß. Doch er war schon lauter. Beinahe resignierend wird der Abstieg von Energie Cottbus hingenommen und stets entschuldigend eingeworfen, die wirtschaftlichen Gegebenheiten hätten diesen Abstieg erzwungen. Insofern ist es gar nicht genug zu würdigen, was Energie in einer der wirtschaftlich schwächsten Regionen des Landes auf die Beine gestellt hat. Eines ist nämlich unumstößlich – erfolgreicher Fußball kann im darwinistischen Profigeschäft auf Dauer nur dort gespielt werden, wo dies die finanzielle Rahmenbedingungen zulassen. Und die Bedingungen im Osten lassen dies eben nicht zu. Ökonomische Logik, aber trotzdem bitter.

Gesetzmäßigkeiten, die natürlich auch für Schleswig-Holstein gelten, eine Region, in der es noch nie Erstligafußball zu sehen gab. Dort jammert niemand, nur standen der VfB Lübeck oder Holstein Kiel nie dort, wo sich einst Dynamo Dresden oder der 1.FC Magdeburg aufhielten. So wird die Vergangenheit zum Ballast und die Gegenwart zum Spagat zwischen den Erinnerungen an glanzvolle Europapokalabende und dem Alltag mit Spielen gegen Wacker Burghausen oder dem VfL Wolfsburg II.

Kein Hoffnungsschimmer im Teufelskreis

20 Jahre nach der Wende lautet der pauschale Tenor: »Dem Ostfußball geht es dreckig.« Ulf Kirsten, Eduard Geyer oder »Dixie« Dörner, allesamt Idole Dynamo Dresdens, schlagen gemeinsam in diese Kerbe und überbieten sich in ihrem Bedauern, dass die Bundesliga im kommenden Jahr einen Bogen um die ehemalige DDR machen wird.

Hoffnungsschimmer sehen sie nicht, viel eher verorten sie den Ostfußball in einem ökonomischen Teufelskreis. Betrachtet man allerdings die jeweiligen Vereine und vermeidet unnötige Pauschalisierungen, ergibt sich ein differenzierteres Bild. Ein Bild von Wendegewinnern und Wendeverlierern. 

Es ist eine Ironie des Mauerfalls, dass ausgerechnet Hansa Rostock und Energie Cottbus den überaus schmierigen Titel »Leuchtturm des Ostens« tragen. Zu Zeiten der DDR-Oberliga haftete beiden Teams mehr (Cottbus) oder weniger (Rostock) das Image eines Fahrstuhlklubs an. Den Platzhirschen aus Dresden, Leipzig oder Berlin konnten sie damals nicht das Wasser reichen und verbleiben in  Ostalgie-Chroniken entsprechend als Randnotiz. Folglich war die Fallhöhe für sie gering, wovon in erster Linie Hansa Rostock profitieren konnte. Während die Spitzenvereine im Sommer 1990 leergekauft wurden, Matthias Sammer, Ulf Kirsten oder Thomas Doll in die lukrative Bundesliga wechselten, blieb der Kader der Hanseaten beisammen und fand sich urplötzlich als Branchenprimus wieder. Der für die Bundesliga als zu abgehalftert geltende Uwe Reinders wurde als Trainer verpflichtet und erteilte dem Verein wertvolle Lektionen in puncto Profifußball. Hansa lernte schnell, überholte in nur einem, allerdings weichenstellenden Jahr die einst weit einteilten Konkurrenten und schuf sich ein relativ stabiles Fundament, von dem der inzwischen im gesamtdeutschen Fußball etablierte Verein noch heute profitiert und sich in der Grauzone zwischen den Ligen eingependelt hat. Der natürliche Lebensraum für eine Stadt und einen Verein dieser Größe.


weiterlesen [1] [2]



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News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: Dynamo Dresden, Energie Cottbus, FC Hansa Rostock, Union Berlin


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Kommentare

  • User
  • 11.06.2009 20:02:46 flying_lama

    forza rasenball leipzig!!!11

  • User
  • 11.06.2009 20:15:20 flying_lama

    gegenfrage. wer kann sich eher den stadionbesuch leisten: der durchschnittliche düsseldorfer oder ostberliner?

  • User
  • 11.06.2009 20:25:10 101

    Na der Ostberliner. Der zahlt nur 9 Eus. Und wenn er studiert (kauskal, ne?), dann sogar nur 8. Zwei Päckchen Kippen weniger, denkt sich da einer.

  • User
  • 11.06.2009 21:07:36 Christian Dittmar

    Dabei sollte man aber auch nicht vergessen, wie der ostdeutsche Fußball durch den DFB strukturell benachteiligt wurde, indem in der früheren viergleisigen Regionalliga die Meister der Ost- und Nordstaffel erst noch gegeneinander spielen mussten um nur einen Aufsteiger zu ermitteln, während die anderen drei Aufstiegsplätze unter den jeweils ersten Beiden der Süd- und der Weststaffel ausgespielt wurden. Diese Ungerechtigkeit wurde mit der Schaffung der zweigleisigen Regionalliga einfach eine Stufe nach unten verlagert, sodass nun die Sieger der beiden ostdeutschen Oberligastaffeln um einen Aufstiegsplatz in die Regionalliga spielen mussten. Erst mit dem großen "Pakt für den Ostfußball" des DFB vor der ersten Bundesligasaison ohne Ostklub 2005/2006, wurde diese Praxis dahingehend geändert, dass nun beide Meister aufsteigen durften. Eigentlich eine völlige Selbstverständlichkeit, vor allem wenn man bedenkt, dass Westberlin auch zu "Ostdeutschland" gehört, was z.B. dazu geführt hat, dass in der Saison 2003/2004 der einzige ostdeutsche Aufsteiger in die Regionalliga Hertha BSC II war.
    Sicher alles nur Details, aber leichter wurde es dem Ostfußball dadurch nicht gemacht.

  • User
  • 11.06.2009 21:22:53 freerider

    Ich geh ja mit den meisten Behauptungen mit (z.B. „Die Situation ist verfahren, denn die ostdeutschen Vereine gönnen einander natürlich nichts, schließlich sind sie Konkurrenten.“), aber der Absatz über die Zuschauerzahlen ist ja wohl ein schlechter Witz. („Die Besucherzahlen sind entsprechend. Bei allem Wirbel, der um den Ostfußball und seine vermeintlich düstere Zukunft gemacht wird, fällt der Blick kaum darauf, dass die ostdeutschen Vereine keine wirklichen Zuschauermagneten sind.“)

    Dresden hat trotz Umbauten relativ hohe Zuschauerzahlen 10679 Zuschauern (mehr geht auch kaum), Magdeburg in der 4. Liga ohne Aufstiegschancen den höchsten Schnitt aller vierten Ligen und liegt in der Sport Top 100 immerhin mit 9138 auf Platz 40. Lok Leipzig hat in der 5. Liga 3248 Zuschauer im Schnitt und Sachsen Leipzig stand den Großteil der Saison noch vor dem Zuschauerschnitt von Kiel.

    Das Cottbus nicht so hohen Zuspruch hat mit 15.766 dürfte bei der verkorksten Saison kein Wunder sein und bei Hansa gilt das selbe, obwohl die noch 13057 haben und auf Platz 31 Ligen.
    Wer sich das Hölzchen in Berlin mal anschaut, braucht sich über Unions Zuschauerzahlen auch nicht wundern, das wird sich mit neuem Stadion auch ändern. Das Stadion fasst sowieso nur 18.922 Plätze.
    Das ganze mit der Düsseldorfer Arena gleichzusetzten hinkt hinten und vorne. Was für ein Zuschauerinteresse der Osten hat, sieht man aber an Dresden, die zu einem Auswärtsspiel in München in der zweiten Liga 10000 Fans begleiteten und Magdeburg (letztes Jahr trotz Abstieg ein Zuschauerschnitt von 12000) und als es um den Aufstieg in die 2 Liga ging immer ausverkauftes Haus. Selbst in der vierten Liga wurden 4.500 Zuschauer mit nach Kiel gebracht und 5000 nach Hannover. Die beiden Teams liegen sogar trotz ihrer schlechten Situation noch vor solchen Vereinen, wie Fürth, die um den Aufstieg in die 1. Liga spielen.

    Man muss das ganze aus der großen Sicht sehen und die Situation der letzten Jahre mit in Betracht ziehen und dafür das kaum Ostteams in Liga eins und zwei gespielt haben (Magdeburg z.B. noch nie), liegen die Vereine in der Zuschauertabelle sehr gut im Vergleich zu Vereinen mit der selben Geschichte aus dem Westen.

    Zur Verdeutlichung hier nochmal zwei Links:

    Zuschauertabelle 08/09:
    http://www.stadionwelt.de/neu/community/downloads/ top_100/saison0809_9.pdf

    Zuschauertabelle 07/08:
    http://www.stadionwelt.de/neu/community/downloads/ top_100/saison0708_300608.pdf.pdf

  • User
  • 11.06.2009 21:23:31 Ripuli

    @Christian Dittmar

    Die vermeintliche "Benachteiligung" beim Aufstieg aus der Regionalliga kam in erster Linie daher, dass Nord- und Ostdeutschland zusammen nur über etwa gleich viele Fußballvereine wie die Regionen Süd und West/Südwest verfügten bzw. verfügen. Deshalb galten die dortigen Regionalligen auch offiziell als eine Regionalliga mit zwei Staffeln, wenn ich mich recht erinnere.

  • User
  • 11.06.2009 21:29:10 freerider

    Sorry für den Doppelpost, da ist was schief gegangen.

  • User
  • 11.06.2009 22:40:24 sgdfrank

    danke freerider, genau das gleiche wollte ich auch anmerken. alle ostvereine in der dritten liga über dem zuschauerschnitt. und dresden wird nächste saison sicherlich den höchsten zuschauerschnitt in der dritten liga haben.

    ich bin aber froh, dass sich jemand bemüht das ganze etwas differenziert zu betrachten anstatt einseitige schuldzuweisungen vorzunehmen. insofern: danke für den artikel, auch wenn mir das mit den zuschauerzahlen sauer aufstößt

  • User
  • 11.06.2009 23:07:14 roman74

    Das Argument Zuschauerzahlen ist Unsinn. Wieviele Zuschauer haben (hatten) folgende Vereine beim Aufstieg in die 2. Bundesliga: Wehen, Unterhaching, Burghausen, Ahlen.
    Das Ganze an Ost und West festzumachen wäre totale Blödsinn.

  • User
  • 11.06.2009 23:55:56 Max-Jacob Ost

    Doppelpost von freerider ist der Übersichtlichkeit halber gelöscht. Bitte lesen Sie weiter. Es gibt hier nichts mehr zu sehen.

  • User
  • 12.06.2009 00:27:13 AbteilungAttacke

    Bei aller Liebe - aber das Wort "Zwangsläufig" im Zusammenhang mit dem Abstieg von Cottbus zumindest in dieser Spielzeit zu verbinden, isr Blödsinn.

    Lassen wir mal den Endspurt in der Bundesliga beiseite, wo Cottbus auch den ein oder anderen Punkt hat liegen lassen.

    Man nehme nur die Relegationsspiele - vor allem das Heimspiel.
    Nu' hab ich es nicht im Kopf, aber hat Nürnberg ne' Milliardentruppe ? Oder umgekehrt gefragt, hat Cottbus' Mannschaft so, auf Deutsch gesagt, scheiße gespielt, weil sie keine/nicht genug Kohle bekommen oder entsprechende Spieler haben ? In der BuLi hat Cottbus nebenbei auch schon gegen Mannschaften "gelänzt", die weitaus größeres Budget haben als Nürnberg.

    Der Artikel mag in seiner Kernaussage richtig sein, diese aber mit dem Beispiel vom Cottbus-Abstieg einzuleiten bzw. zu untermauern, ist aber mal richtig großer Quatsch mit Soße.

    Zumindest für die kommende Saison hat die fehlende Ostvertretung nix mit Geld, sondern mit konkret sportlicher (Nicht)-Leistung in 180 Minuten zu tun. Und nun bitte keine verquastete "mehr Geld, bessere Spieler" - Kausalität . Der Kader von Cottbus wäre stark genug gewesen, den Abstieg zu vermeiden.

  • User
  • 12.06.2009 00:28:54 freerider

    Als Ergänzung, meinte natürlich nicht Hölzchen sondern Af also Alte Försterei. Das kommt davon wenn man zwei Texte auf einmal schreibt. Zu der Geschichte um Union nochmal etwas aus der Wiki geklaut:

    Die Umbaumaßnahmen sind zur Zeit (Stand: Juni 2009) noch im Gange. Die Stehränge und viele umliegende Funktionsgebäude bzw. Geländer und Zäune sind bereits saniert. Die Fertigstellung des Dachs hatte sich dagegen aufgrund von Lieferschwierigkeiten des Dachkontrukteursfirma verzögert.[7] Daher entschloss sich der Verein im April 2009, die Saison 2008/2009 komplett im Jahnsportpark zu beenden und den Einbau der Rasenheizung vorzuziehen, sodass die Sportstätte im Juli 2009 mit einem Freundschaftsspiel gegen Hertha BSC eingeweiht werden kann.[8] Das Fassungsvermögen der Alten Försterei wird nach Wiedereröffnung 18.922 Plätze betragen. Um die von der DFL geforderten Sitzplatzkapazitäten zu erfüllen, werden im Stehplatzbereich des „Pufferblocks“ (der Trennzone zwischen Unionern und gegnerischen Fans) temporär Klappsitze installiert.

    Jeder der schonmal im Jahnsportpark war, wird verstehen, warum sich nur 10000 den Aufstieg angeschaut haben. Geschweige denn das Union mit Hertha zu kämpfen hat im Bereich der Zuschauer.

    @Max-Jacob Ost: Danke
    @roman74:
    Ich geb dir recht und darum finde ich diesen Absatz auch unglücklich, in dem sonst gelungenem Artikel.

  • User
  • 12.06.2009 00:29:57 El Buitre

    Absolute Zustimmung. Wie einige und insbesondere Angelow übern Platz geschlichen ist, das war kurz vor der Arbeitsverweigerung und das ihm die Moral gefehlt hat, beweist sein derletzt gegebenes Interview. Schwach.

  • User
  • 12.06.2009 00:44:24 monssolis

    Der Bewertungsmaßstab "Einwohner in der Region" als Grundlage für eine Staffeleinteilung bzw. -gewichtung ist sicherlich nachvollziehbar, aber dennoch ebenso willkürlich, wie es ein Bewertungsmaßstab "Fläche der Region", "Anzahl der Städte in der Region" oder "Anzahl der registrierten Vereinsfußballer in der Region" wäre. Unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten wäre im Falle der damaligen Regionalliga bzw. der Obrligen und ihren Aufstiegskriterien eine Regelung unter simpler geographischer Maßgabe sicherlich von Anfang an sinnvoller gewesen.

  • User
  • 12.06.2009 09:33:26 Zuul

    Cottbus hätte gegen Nürnberg niemals zu Hause verlieren dürfen [Punkt]. Das erklärt den Abstieg vollkommen und hat mit schlechtem Management oder wenig Geld erstmal nichts zu tun. Inwiefern die Moral des Teams durch den Wechselwillen von Prasnikar und andere Querelen gelitten hat, können wir nur erahnen.

    @buitre
    Genau. Was der Angelov da gesagt hat, gehörte aber auch ins bulgarische Fernsehen. Bei uns in Deutschland hätte er das nicht getan und dieses Interview sollte man eher als Bewerbungsgespräch sehen.

    Dass Herr Ehlers mit diesem Artikel letztlich einen Rechtfertigungsversuch für eine ostfreie Bundesliga vorlegt, passt mir jedoch überhaupt nicht. Die DDR-Oberliga hatte sicher nie die Klasse der Bundesliga, aber die Marginalisierung, die der Ostfussball erfahren hat, kann man unmöglich als verdient bezeichnet werden.

    Apropos Finanzen: Wieso hat es sich nicht ergeben, dass AMD trotz 400 Mio Fördergeldern niemals ein Sponsoring von Dresden anbot? Wieso kann BMW mit x Mio Fördergeldern bei Leipzig abgesiedelt werden, ohne einen Cent Sportförderung an Lok oder Sachsen zu zahlen? DAS, liebe Freunde, wäre im Westen so nicht möglich.

  • User
  • 12.06.2009 09:50:44 Redondo71

    @zuul

    Den letzten Absatz verstehe ich nicht so ganz? Meinst Du, BMW hätte zwangsweise Leipziger Sportvereine fördern sollen müssen, im Sinne einer zweckgerichteten Pflichtabgabe? Das, lieber Freund, wäre auch im Westen nicht möglich gewesen!

  • User
  • 12.06.2009 09:51:39 Zuul

    Ach so. Ich schrieb:

    Apropos Finanzen: Wieso hat es sich nicht ergeben, dass AMD trotz 400 Mio Fördergeldern niemals ein Sponsoring von Dresden anbot? Wieso kann BMW mit x Mio Fördergeldern bei Leipzig abgesiedelt werden, ohne einen Cent Sportförderung an Lok oder Sachsen zu zahlen? DAS, liebe Freunde, wäre im Westen so nicht möglich.

    Von einem "richtigen" Journalisten erwarte ich übrigens, dass er nicht nur oberflächlich die letzten 15 Jahre nacherzählt, sondern genau diese Fragen da oben beantwortet oder wenigstens zugibt, dass er dazu keine Informationen bekommen hat. Dass die Ostklubs arm sind, weiß jeder. Warum das so sein müsse, hat Herr Ehlers nur behauptet, aber nicht belegt.

  • User
  • 12.06.2009 10:20:51 Zuul

    @Redondo

    Doch, das wäre es. Denk mal an den berühmten Kölner Klüngel oder einfach an nette Menschen. Wieso du gleich mit Zwangsmaßnahmen kommst, ist mir schleierhaft. Das ist typisch deutsch.

    Ich will mich jedenfalls nicht damit abfinden, dass potentielle Großsponsoren von den Städten/Regionen zwar horrende Summen als Ansiedlungsbonus verlangen, aber nicht bereit sind, davon etwas an die Region zurückzugeben.

    Andererseits: wenn Fussballdeutschland das für einen wünschenswerten Zustand hält, werde ich mich irgendwann nicht mehr darüber ärgern. Dann lebt mein HFC eben von den fetten Fernsehgeldern der 4. Liga und von dem, was die eher arme Region sonst noch übrig hat.

  • User
  • 12.06.2009 10:30:40 Hoss

    Na klasse, noch ein Retortenclub. Eigentlich ist ein Hoffenheim schon zu viel... Na, zumindest denke ich dass Leipziger Fans nicht ihrem Verein den Rücken klehren um dann Rasenball zu schauen.

  • User
  • 12.06.2009 10:51:15 Redondo71

    Heute 09:33:26 von Zuul

    Apropos Finanzen: Wieso hat es sich nicht ergeben, dass AMD trotz 400 Mio Fördergeldern niemals ein Sponsoring von Dresden anbot? Wieso kann BMW mit x Mio Fördergeldern bei Leipzig abgesiedelt werden, ohne einen Cent Sportförderung an Lok oder Sachsen zu zahlen? DAS, liebe Freunde, wäre im Westen so nicht möglich.

    Das markierte habe ich so gedeutet, dass Du hier eine Zwangsabgabe von BMW für angebracht gehalten hast. Wenn das anders gemeint war - kein Problem. Im Übrigen wurde das BMW-Werk in Leipzig mit 360 Mio aus verschiedenen Töpfen der öffentlichen Hand gefördert; zugleich wollte BMW über eine Milliarde in Leipzig investieren. Dass man dadurch die Region gestärkt hat, sehe ich schon so. Und den kölschen Klüngel kann man nun wirklich nicht als Vorbild nehmen; der hat nämlich mit Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun.

    Um jetzt nicht in den Verdacht zu geraten, ein typischer Wessi zu sein, der dem Osten nix Gutes gönnt, möchte ich noch sagen, dass ein Großteil meiner Familie aus dem Osten kommt (Halle und Stendal) und ich mich ehrlich freuen würde, wenn es Vereien wie Magdeburg, Jena oder Halle in eine der beiden ersten Ligen schaffen (von mir aus auch Lokomotive Stendal;-).

  • User
  • 12.06.2009 11:09:32 cr8

    Was ist ein Artikel über den Ostfussball wert, der Jena nicht mal erwähnt?

  • User
  • 12.06.2009 12:14:23 Hattrick

    Was mir in dem Artikel komplett fehlt sind die Leistungen die der Ostfußball in der Nachwuchsförderung vollbringt.
    Beispiel Hansa Rostock - als der Verein sich tief im Abstiegskampf der 1. Liga befand, und dabei in einem marodem Stadion spielte,
    kaufte der Verein keine Spieler, sondern baute eine Nachwuchsakademie. Danach fand der DFB in dem Beispiel eine Lösung für sein Nachwuchsproblem.
    Auch der Chemnitzer FC ist trotz anhaltender Talfahrt der 1. Mannschaft im Nachwuchsbereich gut vertreten.

    Ansonsten spiegelt der Blick auf die Tabellen der 1. und 2. Liga eher die wirtschaftliche Lage im Land wieder. Genauso wie der Bundestag eine faire Vereinigung der beiden Länder versäumt hat, hat auch der DFB nicht wirklich Chancengleichheit gewährleistet.

    Die Sache mit den Zuschauerzahlen find ich nur lächerlich.
    Was wäre wohl wenn Bayern oder Wolfsburg um den Abstieg spielen würden, da wimmelt es nur von Erfolgsfans. Vom TSG Sinsheim ganz zu schweigen.
    Ostclubs können sich über einen treuen Anhang sicher sein - ligaunabhängig

  • User
  • 12.06.2009 12:18:10 unionchemiker

    herr zuul, dass sich dein hfc an den fernsehgeldern der 4.liga laben muss liegt einzig am verkauften aufstieg.
    ihr wolltet und konntet nicht, bitteschön...

    plauen habt ihr damit gerettet und den job von falko götz auch. zwo mal aufbauhilfe ost, unter brüdern quasi.

  • User
  • 12.06.2009 12:20:39 bobby171

    @Ostalgiker:
    Wieviele (Traditions-) Vereine des "Westens" hätten denn der verehrten "Ost"-Meinung nach für Dresden, Jena und die anderen zwangsabsteigen sollen? Und warum? Alles hat 2 Seiten, nicht vergessen! Und den Umgang mit Geld & Profis hätte man ja in 20 Jahren auch besser "lernen" können...Freiburg und Mainz hatten genauso wenig potente Förderer wie Aachen, nur mal so als Beispiel. Mit weniger Geld, aber offensichtlich viel Sachverstand geht es da auch. Einfach mal probieren.

    Die Geldthese stinkt schon deshalb, weil meine Gladbacher deutlich mehr Kohle haben als Cottbus, und nur unwesentlich "besser" waren.

  • User
  • 12.06.2009 13:42:17 Bulettenkönig

    Freiburg und Mainz hatten genauso wenig potente Förderer wie Aachen, nur mal so als Beispiel. Mit weniger Geld, aber offensichtlich viel Sachverstand geht es da auch. Einfach mal probieren.
    Wow, danke für diesen Hinweis! Wieviele von denen sind denn etablierte Erstligavereine? Wieviele haben denn da letzte Saison Erstligafussball gezeigt?

    Irgendwie glaube ich auch nicht, dass da im Vergleich zu Hansa oder Cottbus in den letzten 10-20 Jahren soviel mehr aus den vergleibaren Vorraussetzungen herausgeholt wurde, dass dieser gönnerische Hinweis irgendeinen Sinn ergeben würde.

    Davon mal abgesehen: Zumindest bei Hansa sitzen in den letzen 4-5 Jahren konstant überforderte Leute in wichtigen Funktionen und daraus erklärt sich auch sportliches und finanzielles Siechtum. Also alles selbst verdient/verschuldet.
    Die Geldthese hat natürlich trotzdem ihre Berechtigung, aber mit welcher Konsequenz sollte darüber diskutiert werden? Die Vorraussetzungen sind nun mal wie sie sind und in 30 Jahren werden sie wieder anders sein. So what? Muss man sich eben mit arrangieren.

  • User
  • 12.06.2009 13:52:11 bobby171

    @bulette: Aue, Jena, Dresden, Magdeburg, Berlin (Union), Leipzig...wo spielen die nun nochmal alle? Und Freiburg, Mainz oder Aachen, wann haben die das letzte Mal Amateurfussball gespielt??

    Ist mal wieder typisch, soll also gleich "etablierter Erstligafußball" sein...wie wäre es denn mit hinten anstellen? Da wollen Offenbach, Mannheim, Düsseldorf, Saarbrücken, Herne und was weiß ich wer noch auch hin, ich kann die nur nicht so alut jammern hören.

  • User
  • 12.06.2009 14:01:26 Bulettenkönig

    Du kannst mich auch nicht jammern hören - sogar gar nicht!

    Aue, Jena, Dresden, Magdeburg, Berlin (Union), Leipzig...wo spielen die nun nochmal alle? Und Freiburg, Mainz oder Aachen, wann haben die das letzte Mal Amateurfussball gespielt??

    Mein Bsp. bezog sich auf Hansa und Elegie (haste sicher überlesen). Du hattest ja deinen Tipp auch nicht extra adressiert oder eingegrenzt, daher isses immer nicht so leicht zu wissen, dass der sich nur auf die unterklssigen Vereine beziehen sollte (...). Im Übrigen spielt Union 2.BuLi und Aue, Jena und Dresden holen inner 3.BuLi noch Anlauf. Kann da den angesprochenen Amateurfussball nicht ganz wiederfinden.

  • User
  • 12.06.2009 14:05:51 Redondo71

    Elegie Cottbus! Das passt irgendwie

  • User
  • 12.06.2009 14:23:38 sgdfrank

    @bobby171:
    das geldargument passt wie die faust aufs auge! westvereine ohne geld haben in den letzten 20 jahren sicherlich nicht mehr geleistet als vereine aus dem osten. zusätzlich wirken die fehler, die kurz nach der wende begangen wurden, sich bis heute aus.

    außerdem darf man bei der geldproblematik auf keinen fall nur die großen sponsoren betrachten, hier geht es generell um unterstützung (finanzieller hinsicht) aus der region!

  • User
  • 12.06.2009 17:12:41 elcativodd

    Alleine die Behauptung der Ost-Fussball erweckte kein Interesse...

    Wie viele Zuschauer waren denn bei der Fortuna vor dem alles entscheidenden Spiel zu Gast?

    Die Antwort lautet 13.000

    Einfach lächerlich diese Grundlage.
    Wie viele von den neuen 37.000 Event-Fans dem Verein treu begleiten, wenn es die ersten Spiele in der neuen Liga auf den Sack gibt sollte hier mal geschätzt werden.

    Union hat es in Berlin ungleich schwerer. Die eigenen Fans wollen in ihrem eigenen Stadion spielen - und 10.000 sind für die 2. Mannschaft Berlins völlig in Ordnung.

    Ich war von dem Artikel bis zu dieser Stelle angetan und fand ihn auch recht objektiv geschrieben - aber die letzten Passagen zeigen einen, dass auch hier wieder nicht wertfrei geschrieben werden konnte.

  • User
  • 12.06.2009 17:57:42 Zuul

    @Chemiker
    Heute 12:18:10 von unionchemiker
    herr zuul, dass sich dein hfc an den fernsehgeldern der 4.liga laben muss liegt einzig am verkauften aufstieg.
    ihr wolltet und konntet nicht, bitteschön...

    plauen habt ihr damit gerettet und den job von falko götz auch. zwo mal aufbauhilfe ost, unter brüdern quasi.

    1.) Ich gratuliere Union von ganzem Herzen, dass sehr groß ist, zum Aufstieg. Mein Mitbewohner, der Hertha-Fan, ist fast gestorben vor Ärger. Und ich dann fast vor Lachen.

    2.) Wir sind uns in Halle selbst nicht sicher, was man von einem 0:1 gegen Plauen halten soll. Am besten nicht drüber nachdenken.

    3.) Ob BMW der Region gut tut, wird sich zeigen. Berurflich habe ich mit Ökonomie zu tun und es hat sich für einige Regionen schon empirisch nachweisen lassen, dass die Ansiedlung von Großunternehmen summa sumarum sogar als Verlust für die regionen erweisen kann. Sehr oft sogar. Öfter, als man denkt. Sogar öfter als man denkt, wenn man denkt, das passiere oft. Dieses Problem betrifft aber die ganze Welt.

  • User
  • 12.06.2009 18:33:59 Hattrick

    @bobby171

    Wenn man es auf auf einen einzelnen Verein bezieht (wie du Mainz,...) kann ich als Hansafan auch nicht heul. Man spielt irgendwo zwischen 1. und 2. Liga. Aber wirkliche Überraschungen sind nicht mehr Möglich. Kein Verein einer solchen Größenordnung wird wohl in nächster Zeit International Spielen. Aber in Bayern, Würtenberg, Niedersachen usw. gibt es Vereine aus beiden Größenordnungen.

    Der Osten leistet doch auch gute Arbeit - aber kaum gibts mal wieder nen guten Spiel, wird er weggekauft - und alles beginnt von vorn.

    Die riesen Fläche ohne Chancen auf mehr - ein Ossi im Uefa Cup.
    Das fehlt

    Und nochmal zu den Zuschauerzahlen zurück - was glaubt ihr was in unseren Stadien los wäre, wenn jeder der will nee Arbeit in der eigenen Region hätte.

  • User
  • 13.06.2009 13:24:21 altersachse007

    Darf ich mal raten? Der Verfasser ist nicht aus den ("nicht mehr so") neuen Bundesländern oder noch ein bißchen jünger.
    Ich lade Herrn Ehlers gern einmal in unser schönes Dresden ein. Ein Bierchen vorm Spiel gibts gratis und dann kann er sich mal über Fußballstimmung ein Bild machen.
    Ich gebe zu, die Hochglanz-Klatsch-Arenen-Stimmung, wie in vielen westlichen Hochburgen findet man bei uns noch, hoffentlich noch lange, nicht.

  • User
  • 13.06.2009 22:22:33 Lasek

    Ach Kollege Ehlers war schon so oft im Harbig...

  • User
  • 13.06.2009 23:58:31 am068

    Die Hertha hat ihr Stadion also nicht im Osten? Ich kann das langsam nicht mehr hören. Ost. West. Es geht nur um den Erfolg. Und um es vllt. mal auf den Punkt zu bringen: Fußballerisch war der Osten noch nie sehr erfolgreich (EINE WM-Teilnahme!).

  • User
  • 14.06.2009 00:09:10 Lasek

    Die Hertha hat kein Stadion...

  • User
  • 14.06.2009 02:31:58 freerider

    @am068

    Dafür hat sie Bronze 1972 und Gold bei Olympia 1976 geholt. Was für ne Logik steckt bitte dahinter den Erfolg von Ostmannschaften und Westmannschaften zu vergleichen? Ist der Erfolg einer Mannschaft wie dem Landesmeister 1974 Bayern München mit Spielern aus dem gesamten Westen und drei Ausländern mit einer Kreisauswahl des Kreises Magdeburg, dem Gewinner des Europapokals der Pokalsieger 1974 zu vergleichen? Damals hat Magdeburg mit weniger Mitteln mehr erreicht. Das Fußballerische mitteinander zu vergleichen ist allgemein schwer, da die Westspieler mehr Chancen hatten sich gegen Internationale Vereine zu testen.

    Es lässt sich aber festhalten, das sie trotz ihrer Möglichkeiten gut mitgehalten haben. Nur um mal ein Beispiel zu bringen gleich Magdeburg, da ich zu faul bin dergleichen für andere Vereine rauszusuchen:

    1974/75 Europapokal der Landesmeister Achtelfinale
    FC Bayern München 2:3 (A) 1:2 (H)

    1977/78 UEFA-Pokal 2. Runde
    FC Schalke 04 4:2 (H) 3:1 (A)

    1981/82 UEFA-Pokal 1. Runde
    Borussia Mönchengladbach 3:1 (H) 0:2 (A)

    Alles sehr gute Ergebnisse, besonders wenn man bedenkt, das gegen Bayern Pommerenke, einer der besten Spielmacher seiner Zeit gefehlt hat. Von daher würde ich mit solchen Aussagen vorsichtiger sein, auch wenn ich ost und west ebenfalls ansonsten nicht mehr hören kann.

  • User
  • 14.06.2009 13:30:38 Lasek

    Jena 81 Finale PdP gegen Tiflis, Lok 87 im Finale gegen Ajax.. Man kann den Profisport der ehemaligen BRD in keiner Weise mit dem praktizierten Fussball der DDR vergleichen.

  • User
  • 14.06.2009 16:52:42 Lasek

    der irak nahm übrigens auch nur einmal an einer wm teil..

  • User
  • 14.06.2009 17:37:24 monssolis

    Hertha hat kein Stadion? Scheiße, wo bin ich dann bloß alle zwei Wochen...

  • User
  • 15.06.2009 11:00:54 Blauweiss

    Auf der ersten Seite ist ein "i" bei "die einst weit enteilten Konkurrenten" zu viel.

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  • 18.06.2009 02:33:47 Statistikfreund

    @am68: Hertha mag geographisch im Osten liegen. Aber Dieter Hoeneß`seinerzeitige Aussage DER Ostclub zu sein, zeigt nur die Unkenntnis und Arroganz und wurde auch eher mit einem Lächeln quittiert. Klar sollte Ost-West vorbei sein, ist es aber nicht-genauso wenig wie Baden gegen Würtemberg.

    Müßig zu erwähnen, dass mich die Ergebnisse ganz gleich aus welcher Liga der ehemaligen Europapokalrecken Chemnitz, Zwickau, Stahl Brandenburg, Dresden, Jena, Lok, usw. immer noch mehr interessieren als Hertha, oder?

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  • 18.06.2009 02:58:24 Statistikfreund

    @ freerider: Ganz meine Meinung. Wenn etwas stimmt im Ostfußball neben der Nachwuchsarbeit, dann die Zuschauerzahlen.

    Und die Ostseeküste und die Lausitz waren a) nie die Fußballhochburgen und b) wohnen nicht einfach nicht soviel da. Was aber keine Häme ist, sondern eher den Repekt vor dem geleisteten erhöht.

    @bobby171: Keiner. Man hätte die Bundeligen einfach aufstocken können. Ich meine, das hatte man seinerzeit auch schon diskutiert in einem anderen Zusammenhang.

    Und zu den direkten Abstiegen im ersten gemeinsamen Jahr: Rostocks damaliges Team hatte seinen Zenit die Saison überschritten, Brandenburg und Erfurt hatten den seinerzeit auch schon überschritten, HFC war quasi 2mal leergekauft vor der ersten Zweitligasaison. Leipzig, Jena und Chemnitz hatten zwar auch Aderlass, hielten sich als ehemals höher eingestufte Leistungszentren aber ganz gut, ebenso Dreden in der ersten Liga-und das ganze auch in der Folgesaison.

    Rasenball Leipzig?! Was soll das denn werden? Ich meine jeder, der im Ostfußball was voranbringen will, ist erstmal willkommen und ich will ja nicht gleich rumjammern oder alles schlecht machen. Aber in Hoffenheim gab es immer nur die TSG, haben es mit nem sauberen Konzept und einem seriösen Sponsor geschafft. Okay soweit. Und Konzept wie Seriösität traue ich Red Bull auch zu. Aber LEIPZIG! Na ja, vielleicht bringt es ja etwas positives für den Nachwuchs ein, dann hat wenigstens einer was davon.

    Für mich wird es erstmal ein zweites TeBe und Hertha BSC Amateure als "OstKlubs": Kein Grund zur Kenntnisnahme.

  • User
  • 18.06.2009 12:52:52 MarcRamone

    Der Artikel scheint einige journalistische Schwachpunkte zu haben, wie es die Anzahl der bisher wirklich interessanten Kommentare hier verdeutlicht.

    Ich bin Außenstehender und kenne mich mit "Ostclubs" nicht gut aus. Aus der "Ferne" betrachtet kann ich nur von großem Respekt sprechen, wenn ich an Cottbus oder FC Hansa denke. Schon lange tänzeln sie am Abgrund und ein Abstieg war nur eine Frage der Zeit. Trotzdem Hut ab vor bisherigen Leistungen trotz aller Umstände.

    FC Hansa wird auch unterbewertet, wie ich finde. Schon ein Stadionumbau bringt so einen Verein an seine Grenzen. Wieviele Vereine kamen schadlos in der Zeit von Umbau oder Neubau davon? Gladbach und Köln kennen nun auch die 2. Liga. HSV tänzelte am Abgrund, S04 hatte eine Schwächephase, Kaiserslautern fern ab vom Erfolg und Dortmund landete Mittelmaß. (Die Liste ist nicht vollständig) Lediglich Bayern kam ohne Tabellenplatzverluste in diesen Phasen gut durch.

    Die Umbauten, Renovierungen oder Neubauten sind im Osten nun fast alle durch und die Konzentration der Vereine und Städte kann nun wieder zu 100% dem Spielbetrieb entgegen gebracht werden.

    Bei FC Hansa entstand zudem das Leistungs bzw. das Nachwuchszentrum mit sehr gutem Ruf! Ich erinnere mich an eine Aussage (eines dortigen Trainers? Habe es vergessen), dass Hansa sich auf die Rolle des spielerabgebenden Vereins eingstellt hat. Die guten Spieler werden nun mal alle direkt weggekauft.

    Mich interessiert hier eine Aussage im Forum bzgl. Hansa:

    12.06.2009 13:42:17 von Bulettenkönig

    "Davon mal abgesehen: Zumindest bei Hansa sitzen in den letzen 4-5 Jahren konstant überforderte Leute in wichtigen Funktionen und daraus erklärt sich auch sportliches und finanzielles Siechtum."

    Ist dem so, überfordert?

    Hinzu kommt die "Altlast Tradition". Nach der Wende ist es im Nachhinein logisch, dass die zahlenmäßig großen Vereine am meisten einzubüßen haben. Die kleinen waren flexibler und konnten bei kürzeren Entscheidungswegen in kleineren Kreisen schneller und effektiver handeln. Logisch, dass z.B. Cottbus sich schneller anpassen oder neu aufstellen konnte.

    Gleiches sieht man in der Bundesliga. Vereine wie Hoffenheim, Leverkusen und Wolfsburg können ohne Traditionslast viel schneller reagieren. In Bochum z.B. oder Hannover fällt das schwieriger. Bei solchen Vereinen kommt es eher zu großen Protestaktionen der Mitglieder.

    Einzigst haben einige Ostvereine Schwierigkeiten vernünftige Sponsoren zu finden. Es gibt einige Vereine mit schwierigem Publikum: zu viel Krawalle und rechts angesiedelte Anhänger. Wer will damit schon werben?!

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  • 18.06.2009 13:59:00 Bulettenkönig

    Ist dem so, überfordert?
    Sieht mir zumindest schwer danach aus. Stichworte: Grabow, Maronn, Inthronisierung von Adalbert Skambraks - ein Traum - hätte mich vor Lachen bemacht, wenn ich mit Hansa nix am Hut hätte, und dem Rotlich-Rene als Manager begegne ich auch mehr als skeptisch.
    Weiter drauf eingehen mag ich hier und jetzt aber nicht. ;)

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