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21.04.2009

Unions Fanbeauftragter über die Aufstiegsfeier

»Auf keinen Fall mit Hertha«

Interview: Milan Jaeger   Bild: Imago

Lars Schnell, 37, ist seit fünf Jahren nebenberuflich als Fan-Beauftragter des 1. FC Union Berlin tätig und als solcher maßgeblich an der Planung der Aufstiegsfeier beteiligt. Wo, wann, mit wem – Schnell weiht uns ein.

Unions Fanbeauftragter über die Aufstiegsfeier - »Auf keinen Fall mit Hertha«


Herr Schnell, der Präsident des 1. FC Union, Dirk Zingler, hat angekündigt, für das Wochenende schon mal Bier zu bestellen. Wie weit sind die Planungen für die Aufstiegsfeier in die Zweite Liga denn bei den Fans?

Wenn der Präsident das sagt, nehme ich das zur Kenntnis (lacht). Wir planen jedenfalls fleißig für eine Aufstiegsfeier. Man muss allerdings sagen, dass hier niemand damit gerechnet hat, sechs Spieltage vor Saisonschluss eine Party planen zu können. Wenn der Aufstieg feststeht, wird uns schon etwas einfallen. Schließlich ist Union Meister der Spontanität.



Wie sieht der Plan für kommendes Wochenende aus?

Das lassen wir alles auf uns zukommen. Die richtig große Aufstiegsfeier wird auf jeden Fall erst am Saisonende stattfinden. Auf jeden Fall kribbelt es schon und der Vorverkauf zieht richtig an.

Seit mehr als zwei Monaten steht Union auf Platz eins. Bereiten sich die Anhänger nicht schon lange auf den Aufstieg vor?

Dass der Aufstieg tatsächlich Wirklichkeit werden kann, ist den meisten Fans zwar schon bewusst, wird aber wohl erst richtig realisiert, wenn es geschafft ist.

Gibt es auch Zweifel daran, ob der Verein für den Aufstieg bereit ist?

Nein. Die Entwicklung des Vereins sehen die Fans positiv. Sie sind aber überrascht, dass es nun so schnell geht.

Eine gemeinsame Meisterfeier mit Hertha BSC – wäre das etwas? Man könnte zusammen durch das Brandenburger Tor fahren.

Auf gar keinen Fall (lacht). Die zwei Vereine leben in verschiedenen Welten.

Sie meinen, weil Hertha ein anderes Verhältnis zu den Fans hat?

Ja, der Zusammenhalt bei uns zwischen Verein, Mannschaft und Fans ist schon enorm. Die Fans helfen beim Umbau des Stadion »An der Alten Försterei«. Ansonsten wäre der Umbau so gar nicht möglich gewesen. Dafür bekommen unsere Anhänger eben die Möglichkeit, tiefer den Kopf in den Klub hineinzustecken und selber anzupacken. Ab einer gewissen Vereinsgröße funktioniert das nicht mehr. Die familiären Verhältnisse machen uns schon glücklich.

Wird Union irgendwann ein ernsthafter Konkurrent für Hertha BSC sein?

Das will ich hoffen.

Tagesspiegel@11Freunde




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Kommentare

  • User
  • 21.04.2009 16:55:16 spreekicker

    besonders Schnell geschlußfolgert.
    die begründung einer nichtgemeinsamen feier ist ja dermaßen schlecht, dass sich ihre wiederlegung nicht lohnt.

    außerdem "hofft" er auch noch mit hertha auf augenhöhe zu spielen, was denn nun? er denkt doch nicht wirklich ggf. seine ganz besondere familienatmo in der bundesliga hinüberretten zu können.

    nicht logisch und dann noch mal hü mal hot - schade, mich als nach anerkennung suchendes verstoßenes herthakind wird so mal wieder eine mögliche harmonische beziehung verriegelt.

  • User
  • 21.04.2009 17:19:05 Stinkbaer

    Die Frage, ob man seinen Aufstieg gemeinsam mit dem Lokalrivalen feiern will ist schon dämlich genug. Was soll man darauf denn antworten?

  • User
  • 21.04.2009 17:19:40 Atatenango

    Ich find auch Ihr solltet in Berlin gemeinsam feiern, genauso wie in Hamburg oder besser noch Leipzig. Wäre bestimmt ne Bombenstimmung (tschuldigung, letzteren konnte ich mir nicht verkneifen)

  • User
  • 21.04.2009 17:23:13 spreekicker

    ich freue mich wirklich für union, gerade weil man so vielleicht ein berliner derby auf "hohen" niveau hat, was zumindest hertha seit tebe und blauweiß nicht mehr hatte, obwohl, da war das niveau auch nicht hoch. egal, mich würds freuen ein berliner derby mit beteiligung herthas mal wieder erleben zu dürfen.

  • User
  • 21.04.2009 20:12:39 Kobja

    Musst dich wohl noch etwas gedulden. Noch abzusteigen wird jetzt schwer für die Hertha.

  • User
  • 22.04.2009 12:57:08 monssolis

    Der spreekicker hat sehr Recht.
    Auf "Die zwei Vereine leben in verschiedenen Welten." mit "Sie meinen, weil Hertha ein anderes Verhältnis zu den Fans hat?" weiter nachzufragen, entbehrt jeder erwartbaren objektiven Gesprächsführung. Hätte Herr Jaeger gefragt (z.B.) "Weil Hertha vor über 50.000 Leuten um die Meisterschaft [in der 1. Liga] mitspielt und Union vor einem Bruchteil in der 3." - dann hätte das den angesprochenen "Welten" entsprochen. Na egal, ich freu mich für Union, aber erstens werden wir eh nicht Meister, und zweitens - warum sollte man das in einem Atemzug mit einem Aufstieg aus Liga 3 feiern wollen?

  • User
  • 23.04.2009 23:58:59 Jörg Stiel

    Na ja, die Hertha-Abneigung bei Union wird vorwiegend von den jungen Menschen getragen, in den 70er,80er und90er Jahren war das noch anders...da wurde noch zusammengehalten "wie der Wind und das Meer". Icke natürlich nicht,weil schon immer Gladbach,nich wahr.Und warum sollte man da künstlich was aufbauen?

  • User
  • 24.04.2009 15:57:03 monssolis

    Ja, ist leider eingeschlafen. Nach der friedlichen Revolution 1989/1990 hat man sich noch gegenseitig besucht. War eine ganz neue Erfahrung, in der S- statt in der U-Bahn zu hüpfen - diese wippende Landschaft, herrlich!
    Kann dir versichern, dass es im Hertha-Dunstkreis noch genug Leute gibt, die sich für Union interessieren und sich über Erfolge freuen. Aber die Wege, sie haben sich doch zu stark getrennt. Zwischen einander hassen und zusammen ins Bett gehen liegen ja noch genug Nuancen.

  • User
  • 10.05.2009 16:22:32 Stadionmucker

    Hab ich anders kennengelernt, Herr Stiel.

    Gerade von älteren Fans habe ich Abneigungen (begründet mit Stichworten, wie "Arroganz") gegenüber Hertha erlebt.
    Währenddessen Hertha-Ultras auch mal gern bei Auswärtsfahrten oder Feten der Union-Ultras gesehen werden können.

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