Die 11FREUNDE-Blogschau
»Die Bank ist für den Kübel«
Text: Max-Jacob Ost Bild: Imago
Bayerns Ersatzspieler sorgen für Übelkeit bei den eigenen Fans und sind trotzdem torgefährlicher als Poldi. Außerdem in der Blogschau: Die Schalker Antwort auf Modern Talking und die Hoffenheimer auf Arnold Schönberg.
Arminia Bielefeld – FC Schalke 04 0:2 (0:1)
Die Blauen schreibt: »›Viel besser als in der ersten Halbzeit ginge es nicht, gegen eine Spitzenmannschaft wie Schalke‹, hat Michael Frontzeck in der Pressekonferenz gesagt. Stimmt wohl, die erste Halbzeit war gut und das gegen Cottbus nächste Woche müsste dann ja zu machen sein, denke ich. Aber das wird wieder ein ganz anderes Spiel werden, um mich mal ganz knapp am Phrasenschwein vorbeizumogeln…«
Schalkefan schreibt: »Die gestrige Aktion der Ultras, die ihr neues Motto ›Schalke sind wir‹ lediglich mit ›Tönnies raus‹-Rufen zu füllen wussten und dabei auch nicht davor zurückschreckten, Schalker Fans, die nicht mitbrüllen wollten, körperlich anzugehen, fand ich persönlich peinlich. Es ist durchaus wichtig, auf Missstände im Verein aufmerksam zu machen. Wenn die Ultras jedoch glauben, dass sie nur ein paar Handzettel verteilen müssen und danach jeder Stadiongänger zu 104% auf ihrer Seite zu stehen hat, missversteht den mündigen Fan als williges Klatschvieh.«
11FREUNDE meint: Ein bisschen sind Mulder und Buskens ja wie Modern Talking. Die Frisuren sitzen zu jeder Zeit perfekt, die Trainingshosen-T-Shirt Kombination setzt modische Maßstäbe und vor allem: Sie haben Erfolg. Schon der sechste Sieg im siebten Spiel - die beiden rocken die Charts. Fast wünscht man sich für Schalke doch noch den Einzug ins internationale Geschäft. Allein um zu hören, wie Yuri seinen Kumpel Mike anschmachtet: »You`re my heart, you`re my soul…«
VfL Wolfsburg – FC Bayern München 5:1 (1:1)
Wie man überhaupt Bayern-Fan sein kann schreibt: »Die Bank ist für den Kübel. Zumindest, wenn Jürgen Klinsmann wechseln darf. Es tut mir wirklich leid, wenn ich das so in aller Deutlichkeit sagen muss, aber die Auswechslungen waren eine absolute Frechheit. Lucio wird Mitte der ersten Halbzeit zusammengetreten (und bekommt dafür lustigerweise auch noch Gelb), läuft danach erkennbar unrund – und der Trainer steht an der Linie und lächelt. […] Aber er war nicht der einzige, der seine gute Laune nicht verlor. Im Prügel-Prinzen hat er einen Verbündeten. Denn genauso wie seinem Trainer geht ihm eine massive Klatsche in einem wahrscheinlich entscheidenden Spiel um die Deutsche Meisterschaft offensichtlich am Arsch vorbei, denn nicht umsonst konnte er direkt nach dem Abpfiff schon wieder grinsen und lachen. […] Und da schließt sich der Kreis auch wieder zum Trainer, denn dieser war offensichtlich nicht im Stande, die Unfähigkeit und den Unwillen eines Lukas Podolski zu erkennen und entsprechend zu handeln. Es saßen nämlich mit Müller und Sosa zwei Kandidaten auf der Bank, die wahrscheinlich mit der linken Arschbacke noch mehr Torgefahr verbreitet hätten als Meister Bock in drei Spielen zusammen.«
11FREUNDE meint: Du meine Güte, dieser Felix Magath hat ja wohl Gesichtszüge aus Beton! Jeder Andere wäre nach dem 5:1 doch brüllend vor Lachen auf dem Boden gelegen, oder? Mal eben den ehemaligen Arbeitgeber abgeschossen wie »Die Androgynen Alkoholiker« aus der Bunten Liga Lippstadt Nord. Doch Felix bleibt ruhig wie Fulda nach 18 Uhr und erspart sich sogar jeden Seitenhieb auf die Bayern. Klar, er wechselt kurz vor Schluss den Ersatzkeeper ein. Aber seien wir doch mal ehrlich: Hätte er die Bayern wirklich demütigen wollen, hätte er ja wohl einen Medizinball für Benaglio ins Tor gestellt. Darauf abgebildet: Eine Blitztabelle.
Hertha BSC Berlin – Borussia Dortmund 1:3 (0:1)
Herthabsc schreibt: »Es war ein Match, das der Trainer sich noch oft anschauen wird, denn er hat gesehen, was der Hertha in den Wochen der Tabellenführung abhanden gekommen ist: Konzentration, Flexibilität, Laufbereitschaft, Effizienz. Das hat alles der BVB gezeigt.«
Any Given Weekend schreibt: »Man kann gespannt sein, wie nahe wir der Hertha punktemäßig noch kommen. Die Formkurven zeigen zur Zeit definitiv in entgegen gesetzte Richtungen, wobei es nicht ausgeschlossen ist, dass Lucien Favre sein Team wieder auf Kurs bringt - jedoch nicht den Meisterkurs.«
11FREUNDE meint: Hertha BSC Berlin und die Deutsche Meisterschaft. Ganz ehrlich: Das konnte doch nicht zusammenpassen. Spätestens als Klaus Wowereit die Medien zum Ortsbesuch auf dem Berliner Rathausbalkon einlud, dürfte das Jedem klar gewesen sein. Oder könnt ihr euch einen biergeduschten Berliner OB vorstellen, der zusammen mit Frank Zander und den Atzen ins Mikrofon gröhlt: »Sooo ein Taaaaaaaaach, so wunderschön wie heutööööö….«? Eben.
---
News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: Bayern München





