Die Geschichte der Fußballfans

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23.03.2009

Marcel Eger im Interview

»Heldenverehrung kenne ich nicht«

Interview: Andreas Bock  Bild: Imago

Seit über vier Jahren spielt Marcel Eger beim FC St. Pauli, er hat den Aufstieg in die 2. Liga miterlebt und gehört zu den Stützen des Teams. Wir sprachen mit ihm über Wohngemeinschaften auf St. Pauli, Musik und Wasserkocher.

Marcel Eger im Interview - »Heldenverehrung kenne ich nicht«


Marcel Eger, sind Fußballprofis zu bequem?

Gemeinhin wird der Fußballprofi ab dem ersten Tag seiner Karriere hofiert und betüddelt – in fast allen Lebenslagen. Man muss sich um nichts kümmern, man wird von hier nach dort gefahren und wieder zurück, für sämtliche Termine sind andere zuständig, oftmals wird sogar die Wohnung ausgewählt und bezugsfertig renoviert. Daher kann ich es durchaus nachvollziehen, wenn der Fußballprofi von heute auch in seiner freien Zeit relativ unselbständig bleibt.



Und die Füße hochlegt...

So in etwa. Allerdings halte ich es für ein Klischee, dass es heutzutage ausschließlich Profis gibt, die neben dem Fußball nichts anderes machen außer Playstation zu spielen und Fernsehen zu gucken. Ich kenne zahlreiche sehr gut verdienende Fußballprofis, die sich trotz ihres hohen Lebensstandards die Zeit nehmen, hinter Fassaden zu schauen. Ich denke da an Spieler wie Per Mertesacker oder Philipp Lahm, also Spieler, die neben ihrem Beruf als Fußballprofi, der sie eigentlich voll in Anspruch nimmt, noch die Muse haben, Stiftungen zu gründen und sich mit Problemen zu beschäftigen, die über die des Fußballs hinausgehen.

Wann haben Sie gemerkt, dass Sie vom Leben noch mehr erwarten als Fußball?

Für mich gab es nie ein besonderes Schlüsselerlebnis. Dass sich meine Idee vom Leben nicht ausschließlich auf Fußball beschränkt, hängt vielleicht mit meiner Erziehung zusammen. In meiner Familie gab es immer auch andere Themen als Fußball. So habe ich zum Beispiel früh gelernt, nachhaltig zu denken.

Sie fahren einen Mustang.

Ein Auto, das eigentlich viel zu umweltunfreundlich ist, das stimmt. Ich habe es daher auf Autogas umrüsten lassen, und gemerkt: Man kann ein cooles Auto fahren, aber trotzdem umweltbewusst leben.

Was sagen Ihre Mitspieler zu Ihrer Lebensweise?

Oft höre ich Sprüche wie: »Der Öko ist wieder unterwegs.« Aber das ist mir egal. Vor allem weil ich häufig Bestätigung finde. Zum Beispiel zogen mich viele Mitspieler auf, weil ich auf Ökostrom umstellte und Energiesparlampen benutze. Eines Tages wurde dann publik, dass ab 2010 ausschließlich Energiesparlampen verkauft werden – gesetzlich geregelt. Als ein Mitspieler einen Zeitungsartikel zu dem Thema laut in der Kabine vorlas, guckten sie mich alle mit großen Augen an. Mir huschte ein kleines Lächeln über die Lippen und ich dachte nur: Vielleicht wird es bei dem einen oder anderen nun auch »klick« machen.
 
Fühlen Sie sich als Außenseiter?

Nein, überhaupt nicht. Die Sticheleien sind ja nichts weiter als Scherze. Ich kann damit offensiv umgehen. Und es ist ja auch nicht so, dass ich total unnormal bin. Ich dusche mich ja auch.

Aber nur kalt.

Natürlich. (lacht) Nein, ich finde es einfach wichtig, auf Kleinigkeiten zu achten. Man kann als Einzelner durchaus etwas zu einem besseren Leben beitragen. Gerade als Fußballprofi kann man anderen ein Vorbild sein, vor allem solchen Menschen, die sich normalerweise nie mit Themen wie Umweltschutz beschäftigen.

Ihr ehemaliger Mitspieler Benni Adrion erzählte einmal, ein Trainingslager auf Kuba hätte ihn so sehr geprägt, dass er die Organisation »Viva con agua« ins Leben rief.

Das Trainingslager war für viele prägend, ganz klar. Und auch ich fand es immer schon wichtig, mit wachen Augen durch die Welt zu reisen. Mein großer Traum ist es, eines Tages eine Weltreise zu machen – einfach mit einem Rucksack und los. So bin ich bis heute immer gereist. Und ich finde auch, dass Reisen so viel lehrreicher sein können. Leider stehen mir in den Sommer- und Winterpausen stets nur wenige Wochen zur Verfügung.

Ein anderer Wunsch war ein Studium.

Das stimmt. Nebenher hätte ich vielleicht noch ein bisschen gekickt, um mir das Studium zu finanzieren. Dann wäre ich vielleicht Lehrer geworden. In den letzten Jahren habe ich oftmals überlegt, ob ich nicht doch noch studieren sollte. Nebenher. Ich war sogar kurz an der Fern-Uni in Hagen eingeschrieben.

Wieso nur kurz?

Ich war zugegebenermaßen ein bisschen faul. Man hat als Zweitligaprofi zwar viel freie Zeit, doch wenn man mehrmals am Tag trainiert und dann nach Hause kommt, hat man nicht immer Lust alleine, also ohne Austausch mit Kommilitonen, die Stapel von Papieren und Readern durchzulesen. Ich werde jetzt aber an der Uni Hamburg gucken, ob es nicht möglich ist, ein Teilzeitstudium aufzunehmen.

Das klingt nicht so, als hätten Sie sich mit dem Beruf Fußballprofi einen Jungstraum erfüllt. 


Fußball war nie mein Masterplan. Und richtig Spaß an dem Beruf Profifußballer habe ich erst beim FC St. Pauli bekommen. In dem Klub geht es zwar professionell um Fußball, und das ist wichtig, aber jeder Spieler hat dennoch die Möglichkeit, seine anderen Ichs ein bisschen zu beschäftigen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es bei anderen Vereinen nicht so ist. Die Entscheidung zum FC St. Pauli zu gehen, war insofern eine der besten meines Lebens. Denn heute steht Fußball bei mir an erster Stelle – direkt nach Familie und Freunden. Aber ganz ehrlich: Ich habe in meiner Jugend niemals daran gedacht, eines Tages Interviews zu geben und darüber zu sprechen, wie meine Karriere gelaufen ist.


weiterlesen [1] [2] [3]



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News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: FC St. Pauli






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Kommentare

  • User
  • 23.03.2009 22:17:45 spreekicker

    dem eger sein lahm grüßt in der hauptstadt gerade von jeder zweiten litfasssäule - im namen inkarnation der weltverbesserung, der bild.
    auf solche weltverbesserer können wir verzichten. nichtmals sich dazu durchgerungen für ein spitzenteam zu spielen hat er sich, so hätte er vielleicht die welt ein bisschen verbessert, mit unicef auf der brust.

    aber nein er spielt bei bayern und macht werbung für die bild, und egger mit seinem umgebauten wagen, glaubt er wäre der held. der junge gehört dort rausgeholt, der muss an den prenzlberg gekettet werden. hier wirbt übrigens eine biosupermarkt mit ampelrotphasentransparenten (zwei leute entfalten das transparent, während für die autos rot ist, damit die wartenden autofahrer das dann lesen können) dafür, dass der markt über einen großen parkplatz hat - hier ist er richtig aufgehoben.
    obwohl ins schulterblatt passt er inzwischen wie die faust aufs auge.

  • User
  • 24.03.2009 07:53:37 TollCollect

    "Und vor allem liebe die Musikszene: Fast jede Band, die eine Europa- oder Welttournee macht, kommt nach Hamburg."

    Schön wäre es! Die kommen alle nur nach Berlin oder Köln :-(

    und ansonsten kann es bei St.Pauli auch gar keine "Heldenverehrung" geben, 1.) kennt von den "Fans" sowieso kaum einer die Spieler, die da auf dem Rasen stehen, interessiert ja auch keinen, Hauptsache "Paaadie" und 2.) sind die alle viel zu schlecht!

  • User
  • 24.03.2009 09:39:34 Lukas Froni

    Apple und Roland sind gerührt und bedanken sich herzlichst bei Herrn Eger & 11freunde für die mehrfache und ausdrückliche Erwähnung ihrer ausgezeichneten Produkte. Eventuell könnten Sie ja im nächsten Artikel einen direkten link auf eine Verkaufsseite ihrer ausgezeichneten und jedem da draußen nochmals nachdrücklich ans Herz zu legenden Produkte einfügen?

    Wäre superlieb von Euch. Danke im Voraus. Weiter so! Emphatische Grüße aus den Firmenzentralen.

  • User
  • 24.03.2009 10:12:00 lfsinger

    wir ham euch etwas mitgebracht hass, hass hass!:-P
    meine güte ihr lieben, ich finde wir üben mal jeder, einmal am tag was nettes über jemanden hier in so einen kommentar zu schreiben.
    das ist bestimmt gesund. wie einen apfel essen oder ein glas rotwein trinken, oder tee.
    der eger ist bestimmt ein sehr netter typ... seht ihr, dass war doch gar nicht so schlimm:-)

  • User
  • 24.03.2009 11:35:43 spreekicker

    @ilsfinger

    hey, ich habe mein opfer schon gebracht und meinen vorsatz fürs neue jahr nicht mehr über hoffenheim herzuziehen konsequent eingehalten.
    ich glaube ja auch, dass er ein netter ist, und dass es besser wäre wenn alle profis so ticken würden. ich sage aber auch nur besser, nicht gut... mit besser meine ich also weniger schlecht.

  • User
  • 24.03.2009 21:19:11 FCPischler

    @ilsfinger

    manchen leuten kann man es ja wohl nie recht machen, die müssen nun mal was zu meckern haben
    ne wirklich interresantes interview sicherlich ebsser als diese laaaaangweiligen 08/15 bierhoff/sammer/zwanziger gespräche.

  • User
  • 24.03.2009 23:18:31 spreekicker

    @ hi fcp danke für deine feststellung

    manchen leuten wird immer so schlecht, wenn sie kurz vor der desillusionierung ihrer lebenslügen stehen, dass sie schnell den bösen nörgler als misanthropen darstellen und gut ist - mehr fällt denen dann nämlich irgendwie nicht ein - die kritik wird einfach als ausdruck einer chrakterschwäche ausgelegt und gut ist.
    geh du mal weiter fleißig wählen oder deine energiesparbirne eindrehen, egal ob der karren gerade mächtig gegen die wand fährt...du hast ja deine schuld getan.

    spitzenleistung! sowas brauchen wir.

  • User
  • 25.03.2009 09:46:42 Teuton1c

    Von Kommentaren alleine wird die Welt wohl auch nicht besser, spreekicker.

    Eger hat Interesse daran, etwas zu ändern. Wenn er mal irgendwann mehr Zeit abseits des Platzes verbringt, wird er schon merken, dass er mehr unternehmen kann, als Energiesparlampen zu kaufen. Jedenfalls ist seine Einstellung besser als die derer, die besoffen durch die Stadt ziehen und Autos demolieren.

    Aber der ewige Kritiker darf seinen Schatten nicht überspringen und Gutes honorieren! Er muss schlechte Aspekte finden und monieren, da er andernfalls selbst aktiv werden müsste.

  • User
  • 25.03.2009 11:15:19 spreekicker

    das seine einstellung besser ist als die anderer, habe ich ja wohl selber gesagt.
    interessant ist mal wieder die latente unterstellung, dass ich nichts tun würde. das ist grundlegend falsch!

    das ist nur ein weiteres schwachsinnsunterstellung die eventuell eine ähnliche hilflosigkeit offenlegt, wie der verweis auf meine schlechte charakterliche grundeinstellung, auf basis derer argumente gar nicht erst geprüft werden müssen.
    und selbst wenn ich in deinen augen ein arsch bin, ändert das nichts an der konsistenz des gesagten.

    ich versteh eh nicht, was das nachgetrete soll, wo ich doch schon versöhnliche töne angestimmt hatte, erst der ils und jetzt du.

  • User
  • 25.03.2009 17:55:38 Teuton1c

    Auf Online-Plattformen gibt es immer die Leute, die kommen und gehen und dann es gibt noch die Aktiven, alt-eingesessenen mit fixen Standpunkten und größerem Engagement. Sie legen immer wieder ihre meistens sinnvollen Standpunkte dar, erklären im (langfristigen) Zeitverlauf anfangs geduldig, später nur noch mit knappen Verweisen auf bisher Gesagtes und schließlich schreiben sie angriffslustig und verbittert. Sie mögen noch immer recht haben mit dem was sie sagen wollen, aber ihre Art schreckt andere, gelegentliche Besucher ab. Und über die aufgekratzte Diskussionskultur in teilanonymisierem Umfeld müssen wir sicherlich nicht sprechen. Irgendwann wird nachgetreten.

  • User
  • 25.03.2009 22:40:42 AntiMöller

    Kann ich mir das ausdrucken?

  • User
  • 26.03.2009 00:06:51 spreekicker

    das mit dem abschrecken, da muss ich dir in teilen recht geben, und das ist auch nicht gut so.
    lustigerweise muss ich zu meiner verteidigung sagen, dass dies eigentlich schon immer mein stil in foren ist, also ich schon immer schrullig war. oft ist dies verbunden mit einer TROLLigen klugscheißerischen art, als versuchter startschuß. und oft sieht man, dass jemand wirklich nur mit heißer luft derbleckt, dann soll der schon merken, dass auch mit heißem wasser, mit substanz gekontert wird. und überhaupt, dass leben als herthafan ist nicht leicht (gewesen).
    und ich kann auch fehler zugeben, was ja nicht für jeden in onlineforen gilt, bzw. zurückrudern, bzw. außerhalb der debatte versöhnlich werden, wie ich es ja hier von allein getan habe.
    aber da ist schon was drann, was du sagst, werde mir mühe geben!

  • User
  • 26.03.2009 01:57:34 toblock

    alter diese scheisse die man hier lesen muss das geht ja gar nich ....!!
    wollt ihr euch alle in eurem beschissenen fussballdünkel übertreffen oder was ..???einer is durchleuchtender als der andere....blabla wenn der eger stolz auf seine beschissene energiesparlampe is ..na und ...wenn ich diese pseudoscheisse vom spreekicker lese koennt ich ihm sofort auf sein profil kotzen ...diese behinderte zynische scheisse kannst du bei hertha ablassen du doppelpfosten !!
    ps viva con aqua

  • User
  • 26.03.2009 02:43:02 toblock

    wieso benutzt die spreewaldgurke latent ....??
    datt heisst schalke soviel ich unterschwellig weisss...
    mensch datt is fussball und nich ein literarischer,intellektueller,hahahich bin modefussballstudent ,vergleich ...
    ausserdem is bild voll cool da wirbt der lahm für tolle stories und eger mit biogas mustang is auch voll trendy...
    aber du checkst das ja nich pauli is so uspsuperuspgeil da rockt erich mielke in seinen bfcdynamo shorts noch bei vollmond über die altre försterei

  • User
  • 26.03.2009 20:46:36 spreekicker

    @toplock
    netter versuch, aber leider deinem geistigen niveau entsprechend. ich meine das noch nicht mals sprachlich, sondern vom sinn her.
    inhaltlich werde ich da nicht drauf eingehen, das ist ja wohl nicht nötig.
    aber warum hast du das nicht in einem post hinbekommen? hast du für den zweiten post wohl ne knappe stunde gebraucht. dies muss so gewesen sein, weil die struktur des geschriebenen das schon nahelegt. du armer und dann noch eine gute stunde für den ersten post, mensch musstest wohl richtig gas geben. schadet dir ja aber auch nicht - mal den blick aus der bild zu nehmen.

    ich komme noch mal auf deinen eingangssatz zurück: du must die scheiße nicht lesen.

    in diesem sinne werde ich netterweise erst in zwei stunden nachschauen ob du geantwortest hast, will dich doch nicht unter zeitdruck setzen.

  • User
  • 26.03.2009 21:33:18 Teuton1c

    Jedenfalls ziemlich witzig, so pseudo-proletarisch hier rumzupöbeln und dann keine Stunde später schon so besoffen zu sein, dass man keinen geraden Satz mehr rausbekommt (ich hoffe, es lag daran).

  • User
  • 26.03.2009 23:55:57 toblock

    was dagegen?!?

  • User
  • 27.03.2009 00:45:37 El Buitre

    Also ich nicht. Mach ruhig weiter, hehe.

  • User
  • 27.03.2009 14:34:40 haibi

    euer mühsames geeier irgendwas an jedem zu mäkeln zu finden ist echt arm!

  • User
  • 27.03.2009 14:54:03 schnelli

    Ich find es ja schon entlarvend wenn man unter Fußballprofis als "Öko" angesehen wird nur weil man Energiesparlampen benutzt.
    So als Normalverdiener der unter ständig steigenden Energiepreisen leidet kommt man ja doch schon eher mal auf die Idee die alten Heizpilze von Edison gegen was günstigeres auszutauschen.
    Mit nem Fußballergehalt, und sei es nur von Pauli, würde ich mir bestimmt auch keine Gedanken um Stromnachzahlungen machen. ;-)

  • User
  • 28.03.2009 03:45:23 toblock

    da ich ja mindestens zwei tage brauch um einen vefrnünftigen text zu kreieren der aus meiner sicht gesellschaftskompatipel is muss ich nun den tollkollekt ma paroli bieten wir bei pauli sind sone mitläufer da isses ja voll verständlich das wfr keine ah nung von der globalen musikwelt besitzen ....hamburg is ja auch das letzte nest wo jä eine bekannte musigruppe auftreten würde........
    alter du liest doch bravo!!!!

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