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16.03.2009

Die neuen Chancen des Tabellenführers

Hertha funkelt wieder

Text: Robert Ide  Bild: Imago

Hertha BSC wird ernst genommen, überhöht sich aber nicht. Die Mannschaft von Lucien Favre feiert Erfolge, die erarbeitet und deshalb kein Zufall sind und sogar dem FC Bayern ernst gemeinte Komplimente abverlangen.

Die neuen Chancen des Tabellenführers - Hertha funkelt wieder


Manchmal kann ein Wandel ganz einfach daherkommen. Fast 60 000 Menschen finden sich zusammen, um den nächsten Heimsieg einer dauerheimsiegenden Mannschaft zu feiern und – noch lange nach dem Schlusspfiff – einem Fußballverein zuzujubeln, der wieder zu funkeln beginnt. Weil er eine ganze Stadt und, ja, auch ein Land überrascht. Vor allem aber sich selbst.



Hertha BSC hat in den vergangenen Jahren viel probiert, um sich selbst ein neues Bild zu geben. Nach dem Schnellaufstieg von der Zweiten Liga in die Champions League aber verlor sich Herthas Funkeln im weitläufigen Olympiastadion. Die Dauerpräsenz im Uefa-Cup reichte nicht als Reiz zum Mitfühlen. Und mit seiner Außendarstellung vermochte es Berlins größter Verein nicht, die neue Mitte anzulocken – obwohl er sich so gab, wie es der deutschen Hauptstadt nachgesagt wird: ein bisschen abgehoben, ein bisschen piefig. Play Berlin und Frank Zander – nur die Leichtigkeit dazwischen, sie fehlte. Hertha war arm wie die Stadt, zumindest zeitweilig, aber nicht sexy.

Nun wird die Hertha wieder attraktiv – weil Party-Berlin auch im Olympiastadion tanzen geht. Gleichzeitig erdet sich der Verein, lässt das Leichte geschehen. Der Bundesligist wird ernst genommen, überhöht sich aber nicht. Die Mannschaft von Lucien Favre feiert Erfolge, die erarbeitet und deshalb kein Zufall sind und sogar dem FC Bayern ernst gemeinte Komplimente abverlangen. Noch sind die blau-weißen Fahnen selten im Stadtbild zu sehen, noch ist das Olympiastadion nicht ausverkauft. Aber die Bilder, die Hertha derzeit abgibt, wirken über die Augenblicke der Siege hinaus. Das ist eine unverhoffte Chance für den Verein, sich weiter zu öffnen. Mit Leichtigkeit lassen sich neue Schichten von Fans und Sympathisanten in der Stadt und im Land erschließen.

Jeder Fußballverein, auch wenn er ein Traditionsverein ist, muss sich immer mal wieder neu erfinden. Nun darf Hertha ein neues Bild abgeben – als geerdeter Verein in einem bunten Berlin. Das Gute daran ist: Herthas gereifte Mannschaft, ihr akribischer Trainer und sogar der gewiefte Manager geben sich auch im Glück bescheiden. Sie singen und tanzen mit den Fans, danach geht’s zurück an die Arbeit. So wandelt sich das Bild von Hertha – fast von allein.

Tagesspiegel@11Freunde




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Kommentare

  • User
  • 16.03.2009 22:54:33 Lutra

    Für eine Stadt der Größe Berlins sind "fast 60.000" Zuschauer bei einem Spitzenspiel dennoch ein bisserl wenig. Da dürfte es nichts anderes wie "ausverkauft" geben.

  • User
  • 17.03.2009 00:29:33 spreekicker

    @lutra
    nur 30 jahre geteilt und der zwangsabstieg von dem sich der verein sehr lange nicht erholt hat. die strafe hätten andere vereine übrigens das ein oder andere mal auch verdient und nicht bekommen.
    in der zeit sind ganze generationen von fans weggebrochen (wegen der mauer und der unterklassigkeit).
    dann noch eingesessene vereine aus dem ostteil der stadt, welche einen großenteil der ostberliner fans (zu recht) binden.
    dann ein unwirtliches stadion quasi außerhalb der stadt und zusätzlich mit laufbahn.
    schau dir mal lieber die geschichte an, bevor du so vom leder lässt.
    und was heißt stadtgröße, blablabla, schau dir mal das umland an, das ist nicht zu vergleichen mit anderen gegenden, ich meine damit die bevölkerungszahl/dichte. hertha hat es sogar geschafft ost und west in seiner fanstruktur zu vereinen.

    außerdem war es ein topzuschlagspiel, so ein spiel wo einige wirklich drüber nachdenken zum spiel zu gehen oder doch preiswert beim kumpel oder wacklig gestreamt zu schauen.
    hertha war bis vor gut 10 jahren stammkunde in der zweiten liga und hatte oft die legendären 5000 zuschauer!

  • User
  • 17.03.2009 08:33:34 Turbostaat80

    @spreekicker

    geb dir vollkommen Recht. Hertha hat es nicht leicht. Aber wieso ist das Stadion außerhalb der Stadt? Ich war zwar erst zweimal beim Pokalfinale da, aber wenn ich mich richtig erinnere waren das mit der S-/U-Bahn nur ein paar Minuten vom Zentrum bis zum Stadion. Das einzige Stadion in der BuLi, das mir auf Anhieb als "in der Stadt" einfällt, wäre die Bielefelder Alm.

  • User
  • 17.03.2009 08:38:08 monssolis

    Ohne mich sogar nur 4999!

    Es gibt eh kritische Massen bei Versammlungen. Ab einer gewissen Anzahl wird es für weitere Teilnehmer immer unattraktiver. Das gilt allerdings auch nach unten. Solange nur 35.000 im Stadion sind, ist es schwer, weitere dafür zu begeistern, weil der "Event-Charakter" denen noch nicht groß genug ist. Nach oben ist die Grenze bei uns allerdings noch nicht erreicht, denke ich. Klar, durch die Dachstützen gibt es einige Plätze mit Sichtbehinderung, die zwangsläufig nur übrig bleiben, und in der Bahn ist es auch voller, wenn viele ins Stadion kommen, aber eigentlich sollte das kein Grund für alle Ewigkeit sein. An sich ist die Anreisesituation ja ganz gut bei uns, also von wegen "außerhalb der Stadt". Klar, zu Fuß kann kaum einer hin...

  • User
  • 17.03.2009 08:39:12 monssolis

    Ha, so lange getippt, und schon habe ich einen Mitargumentierer!

  • User
  • 17.03.2009 08:52:32 Turbostaat80

    Wahnsinn.

    Zwei Doofe ein Gedanke... ne. Und das um diese Uhrzeit.

  • User
  • 17.03.2009 09:33:54 monssolis

    Ich schlaf' eigentlich noch, muss aber gleich zur Arbeit. Da kann ich das Denken dann eh einstellen...

  • User
  • 17.03.2009 11:03:14 Haensgen vom Deich

    @Turbostaat

    Weserstadion, jetzt nä... auch mitten inner Stadt drinn am liegen.

  • User
  • 17.03.2009 11:09:29 Turbostaat80

    Stimmt, da war ich aber auch nur ein einziges Mal. Und das ist bestimmt schon über 15 Jahre her.

  • User
  • 17.03.2009 11:11:35 Turbostaat80

    Bielefeld ist mir deshalb auf Anhieb eingefallen, weil ich an der dortigen FH/Uni von 2001-2008 mir die Zeit vertrieben habe.

  • User
  • 17.03.2009 11:19:20 Turbostaat80

    ääääääh tja och....

    14 Semester eingeschrieben
    8 Semester gejobbt, gefeiert etc.

    Dann mit meiner Frau ein Kind gezeugt
    6 Semester studiert, Abschluss gemacht.

  • User
  • 17.03.2009 11:30:27 einrudithömmes

    In Zeiten wie diesen ist offenbar alles möglich.

  • User
  • 17.03.2009 12:45:50 einrudithömmes

    Himmel, hast du doch selbst geschrieben:

    8 Semester gejobbt, gefeiert etc.

    Dann mit meiner Frau ein Kind gezeugt
    6 Semester studiert, Abschluss gemacht.


    Macht aber nix, wenn doch alles gut gegangen ist.

  • User
  • 17.03.2009 12:55:04 calimero

    turbo,
    wenn dir nur bielefeld einfällt, dann warst du noch nich in hannover. da gehst du die meiste zeit durch die fußgängerzone vom bhf. bis zum stadion. wir haben zwar vieles nicht, aber dafür eine der schönsten stadion- anbindungen und umgebungen.
    bremen liegt auch in der city, bin mir nich ganz sicher wie weit zu fuß vom bhf., ist schon zu lange her.
    in osnabrück geht man auch gut zu fuß, mitten im wohngebiet. ok, ist nicht buli....

  • User
  • 17.03.2009 13:21:25 Turbostaat80

    @ERT ok, habs verstanden, wusste nicht genau worauf sich das bezieht.^^

    @calimero
    Da hast du absolut Recht, in Hannover war ich bisher nur im KFC und irgendeinem Jugend/Musikzentrum aufm Rise Against Konzert. Meine Auswärtsbesuche sind auch stark eingeschränkt, allein schon aus Kostengründen.

  • User
  • 17.03.2009 13:35:27 steffel

    @ cali: ich vermute mal so 4 km

  • User
  • 17.03.2009 13:53:11 calimero

    also ne optimale sechserträger entfernung.

  • User
  • 17.03.2009 20:50:03 UrmelAusmEis

    Bitte Karlsruhe nicht vergessen. Schiebt sich direkt hinter Bielefeld auf Platz 2, noch vor Hannover.

  • User
  • 17.03.2009 20:56:22 unionchemiker

    und wenn lok leipzig in der bundesliga spielen wird, also bald, dann ist leipzig unangefochten mit seinem wm-stadion.

  • User
  • 17.03.2009 21:00:47 steffel

    Nicht gleich unangefochten

  • User
  • 17.03.2009 21:10:11 unionchemiker

    bitteschön, nenn mir eine stadt dieser größenordnung mit einer so geringen entfernung des stadions zum hauptbahnhof. denn der bahnhof ist ja wohl immer merkmal des zentrums einer stadt. so, jetzt du wieder.

  • User
  • 17.03.2009 21:13:19 Haensgen vom Deich

    Also ich find das Stadion ist das Zentrum der Stadt... Aber dann macht diese Diskussion keinen Sinn.

  • User
  • 17.03.2009 21:20:57 calimero

    die machen selten sinn

  • User
  • 17.03.2009 21:35:32 Turbostaat80

    Hat diese hier jemals Sinn gemacht?

    Und KA zählt nicht. Pah

  • User
  • 17.03.2009 21:37:04 BerndB

    Wie macht man eigentlich Sinn? So ähnlich wie Kuchen oder eher so wie Quatsch?

  • User
  • 17.03.2009 23:32:07 zausell

    Dresden.

    Jena - ausgehend vom Paradiesbahnhof.

  • User
  • 18.03.2009 09:24:55 steffel

    Dresden, auch wenn schon genannt.

  • User
  • 18.03.2009 09:35:06 unionchemiker

    dresden iss ewig weit weg vom bahnhof, schon ewig mit der straßenbahn. kannste gleich freiburg nennen, iss identisch. wie siehts in wuppertal aus?

  • User
  • 18.03.2009 09:46:16 steffel

    wuppertal hab ich noch nicht geschaut. kommt noch...

  • User
  • 18.03.2009 09:51:11 zausell

    Mit der Strassenbahn ist es ´n Stückchen, das ist wahr. Das liegt aber daran, dass die quasi über Kathete und Ankathete zum Stadion brutzelt, wenn man sich das mal als rechtwinkliges Dreieck vorstellt. Und schon Pythagoras wusste, das es zum Harbig-Stadion schneller via Hypothenuse geht ... früher gab´s ja die Flutlichtmasten als Orientierung (ham die eigentlich jetzt alle abgerissen, war schon ewig nicht mehr da?). Ergo: Strassenbahn=Umweg. Laufen=ruckzuck da.

    Da funkelt selbst die Hertha vor lauter Freude ...

  • User
  • 18.03.2009 09:53:21 Turbostaat80

    Köln könnte man mit ca. 7km Entfernung auch noch dazu zählen.

    Mal ne Gegenfrage: Welches Stadion ist denn am weitesten vom HBF entfernt?

  • User
  • 18.03.2009 09:54:02 steffel

    bestimmt hamburg

  • User
  • 18.03.2009 09:54:32 zausell

    Achja, und Freiburg zog sich ja ewig, wenn ich mich recht entsinne.

  • User
  • 18.03.2009 09:57:41 unionchemiker

    bayern...das saugt ungemein, das neue hässliche ding. und schalke geht mir auch auffen sack. hamburgs busshuttle ist auch nervig.
    was mir einfällt: wolfsburg ist extrem nah am bahnhof, ebenso leverkusen.

  • User
  • 18.03.2009 09:59:36 unionchemiker

    zausell, dresden iss trotz berechtigtem einwurfes ob des umweges nicht derb doll nah. also nicht dass es am arsch der welt wäre, aber nah ist anders. zum beispiel, ähm, so nah wie ich euch allen grad bin. weil ich euch alle so gern hab und so. DAS ist nah!

  • User
  • 18.03.2009 10:01:34 Turbostaat80

    In Stuttgart sinds sogar nur 4,5km. Kommt mir in der S-Bahn immer weiter vor.

  • User
  • 18.03.2009 10:23:31 steffel

    Braucht man da nicht um die 25 min? Mir kam das ewig vor...
    Und Dortmund und der Bahnhof sind dich auch nicht besonders nahe

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