Die Geschichte der Fußballfans

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26.01.2009

Michael Henke im Interview

»Nicht klein reden«

Interview: Roland Wiedemann  Bild: Imago

Jahrelang war Michael Henke der Mann an der Seite von Ottmar Hitzfeld. Nun arbeitet er im Hintergrund – als Chefanalytiker. Ein Gespräch über ausuferndes Fußball-Datenmaterial, den Hoffenheimer Angriffsfußball und Klinsis Systemwechsel-Zirkus.

Michael Henke im Interview - »Nicht klein reden«


Michael Henke, Sie waren lange Assistent von Ottmar Hitzfeld und standen zwischenzeitlich selbst in Kaiserslautern und Saarbrücken als Cheftrainer in der Verantwortung. Seit dieser Saison sind Sie Chefanalytiker und Spielbeobachter beim FC Bayern und arbeiten hinter den Kulissen. Warum dieser Seitenwechsel?

Ich hatte mit dem Thema Spielanalyse schon als Co-Trainer von Ottmar Hitzfeld intensiv beschäftigt. Ich schnitt Videos von den Gegnern zusammen, um deren Stärken und Schwächen herauszuarbeiten. Eine sehr interessante Sache, aber ich machte das immer unter Zeitdruck, quasi nebenher. Und dann fragte mich Jürgen Klinsmann, ob ich mir nicht vorstellen könnte, den Bereich Spielanalyse, Spielbeobachtung als eigenständige Abteilung beim FC Bayern aufzubauen. Ich nahm das Angebot auch deshalb an, weil es mir die Möglichkeit gibt, neue Wege zu gehen.



Englische Klubs beschäftigen bereits seit längerer Zeit Mitarbeiter, die nur eine Aufgabe haben: als Spielanalytiker den Trainerstab mit Informationen zu füttern.

In der Tat sind uns da die Engländer ein Stück voraus. Aber in Deutschland tut sich in diesem Bereich inzwischen sehr viel. Jeder Bundesliga-Verein macht da sein Ding.

Die englische Premier League gilt auch als Vorbild, was das Spieltempo angeht.

Da werden mitunter falsche Weisheiten verkündet. Das mit dem One-Touch-Fußball in England ist so eine und muss relativiert werden. In der Premier League werden die Verteidiger bei Ballbesitz stärker als in der Bundesliga unter Druck gesetzt. Sie müssen deshalb den Ball schnell nach vorne schlagen. Ein Stück weit lassen sich auch so die niedrigen Ballkontaktzahlen bis zum Abspiel erklären.

Wo sehen Sie die Bundesliga im internationalen Vergleich?

Wir sollten uns nicht zu klein reden. Die Bundesliga gehört zu den Topligen in Europa. Das Problem ist höchstens, dass wir sehr wenige deutsche Ausnahmespieler haben, die bei europäischen Spitzenklubs spielen. Michael Ballack ist der einzige. Und in der Bundesliga sorgen Spieler wie van der Vaart, Luca Toni, Ribéry oder Zé Roberto für Furore.

Es fällt auf, dass in der laufenden Bundesligasaison sehr viele Tore gefallen sind. Ist das ein neuer Trend?

Man sollte das nicht überschätzen. Ich denke, es handelt sich um eine Momentaufnahme. Das kann in der nächsten Saison schon wieder anders aussehen. Die Entwicklung geht aber auf jeden Fall dahin, den Gegner möglichst weit vom eigenen Tor fernzuhalten und sich nicht hinten reindrängen zu lassen. Wenn man sich die europäischen Topligen anschaut, stellt man fest, dass am Ende immer noch die Teams oben stehen, die am wenigsten Tore bekommen. Spiele werden nach wie vor in der Mehrzahl hinten gewonnen.

Ist auch das ein Grund, warum Jürgen Klinsmann nach den Startschwierigkeiten auf das unter Ottmar Hitzfeld bewährte 4-4-2-System umgestellt hat.

Jeder Trainer hat seine eigene Sichtweise. Jürgen Klinsmann hat zu Beginn seiner Amtszeit viel ausprobiert, auch um die Mannschaft kennen zu lernen, wie er selbst sagte. Das 4-4-2-System, das wir in der letzten Saison gespielt haben, war für Jürgen immer eine Option und hat sich angeboten, weil sich der Kader nicht verändert hat.

Heute wird sehr viel über Spielsysteme diskutiert. Fußball wird zur Wissenschaft, die Spiele werden in kleinste Teile seziert. Besteht nicht die Gefahr, dass die Trainer in der Datenflut untergehen?

Man darf es nicht übertreiben. Fußball lebt ein Stück weit von seiner Einfachheit und darf keine Wissenschaft werden. Es bringt auch nichts, planlos statistisches Material zu sammeln. Die Arbeit muss zielgerichtet sein. Es geht darum, die Informationen zu selektieren. Jürgen Klinsmann wollte auch deshalb mich für diesen Job, weil ich selber Trainer bin und weiß, auf was es ankommt. Mein Mitarbeiter und ich verstehen uns als Dienstleister für den Trainer und die Mannschaft. Wir liefern relevante Informationen über das eigene Spiel sowie das des Gegners und arbeiten sehr stark mit Videozusammenschnitten, um die Statistiken zu unterlegen. Die Datenerhebung macht den kleinsten Teil unserer Jobs aus.



Tagesspiegel@11Freunde


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Kommentare

  • User
  • 27.01.2009 09:56:29 piero101

    Ich würde mich als Teil Fussballdeutschlands bezeichnen und ich schwärme garantiert NICHT für die TSG Hoffenheim.

  • User
  • 27.01.2009 10:09:54 ElCobra

    Das Anti-Hoffenheim-Trolling scheint ein neuer Sport geworden zu sein...

    Aber wieso erwähnt Henke van der Vaart?

    Bahnt sich da etwas an...?

    ;)

  • User
  • 27.01.2009 10:16:40 schappi1848

    wahrscheinlich weil es ein interview aus genau der zeit war.

  • User
  • 27.01.2009 10:24:05 ElCobra

    Hab ich zuerst auch gedacht, passt aber nicht dazu, dass er davon erzählt wie mutig Hoffenheim auch in der Allianz-Arena gespielt hat.

  • User
  • 27.01.2009 10:43:38 calimero

    blödsinn

  • User
  • 27.01.2009 10:48:37 calimero

    außerdem war der typ schonmal trainer in lautern, den muss man nich verstehen.

  • User
  • 27.01.2009 10:57:07 betze_diaspora

    musst du das nochmal extra erwähnen? wenn ich den flachcräcker nur seh, kocht mir heute noch die galle über.

  • User
  • 27.01.2009 11:01:10 calimero

    hihi, das wollte ich nicht. mach dir nix draus.
    dafür hattet ihr den neururer noch nicht.
    das ist ein dickes plus auf eurer seite.

  • User
  • 27.01.2009 11:02:00 saloth sar

    was nicht ist, lann ja noch werden.
    da freu ich mich dann schon drauf

  • User
  • 27.01.2009 11:07:00 betze_diaspora

    ach du scheisse, also das will ich mir nicht mal vorstellen...

  • User
  • 27.01.2009 11:13:36 saloth sar

    mit ein bisschen phantasie geht alles, lieber betze!

  • User
  • 27.01.2009 11:14:46 betze_diaspora

    natürlich. aber wie gesagt, ich will nicht.

  • User
  • 27.01.2009 11:42:00 unionchemiker

    henke war und ist ein guter! und das sagt ein assi ausm osten!

  • User
  • 27.01.2009 12:24:21 Toni1973

    wenn man sich das Foto anschaut sieht man das Geld nicht glücklich macht...Ein guter soll er sein?! Fragt sich nur in welcher Funktion als Cheftrainer list ers nicht, bis jetzt....

  • User
  • 27.01.2009 12:55:06 betze_diaspora

    dem kuckt halt der kotzbrocken aus den augen, kann man nix gegen machen.

  • User
  • 27.01.2009 15:37:11 european

    seit der geschichte damals als er den assi-ossi ausgepackt hat, hat er bei mir verkackt. und videotapes schnipseln könnte zur not auch uli honess' frau. ich finde henke sollte bei lok leipzig bälleaufpumper werden.

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