Das Nuller-Heft

11FREUNDE-Spezial: 00er

Das waren die Nuller Jahre

Neu hier? Alle Infos zu 11Freunde Community
30.12.2008

Kapitalgesellschaften in der Bundesliga

Was ist deine Lieblingfirma?

Text: Stefan Reinke  Bild: Imago

Wie viele Vereine spielen in der 1. Fußball-Bundesliga? Achtzehn? Falsch! Im Oberhaus kicken nur noch sechs Vereine. Der Rest setzt sich aus teils kryptisch klingenden Gebilden wie GmbH & Co. KGaA zusammen.

Kapitalgesellschaften in der Bundesliga - Was ist deine Lieblingfirma?


Der 31. Oktober 2000 war ein bedeutender Tag in der Geschichte des deutschen Fußballs. Der Handel für Deutschlands erste Fußball-Aktie wurde eröffnet: Die Borussia Dortmund GmbH und Co. KGaA betrat das Frankfurter Handels-Parkett. Der Verein BVB spielte da schon längst nicht mehr in der Bundesliga.



Denn wer zum Zeitpunkt des Börsengangs von Borussia Dortmund sagte, der BVB sei sein Lieblingsverein, wusste wahrscheinlich gar nicht, dass er damit höchstens die Tischtennis-Spieler und diverse Fußball-Jugendmannschaften meinte. Anhänger der schwarz-gelben Profis hätten eher von ihrer Lieblingsfirma sprechen müssen.

Weder die Profis noch die Zweite Mannschaft oder die in der Bundesliga und in internationalen Wettbewerben erfolgreichen Handball-Damen gehörten zu diesem Zeitpunkt noch dem Verein BVB an.

Der Grundstein dafür wurde auf der Jahreshauptversammlung von Borussia Dortmund im Jahr 1999 gelegt. Damals beschlossen die Mitglieder des BVB fast einstimmig die Gründung einer Kapitalgesellschaft, der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA.

Profitable Felder ausgegliedert

In diese Gesellschaft hatte der BVB alle Abteilungen ausgegliedert, die irgendwie Profit versprachen, also natürlich auch die Profi-Mannschaft. Erst durch den Börsengang im Jahr 2000 rückte dieser Umstand ins Bewusstsein der Masse und Borussia Dortmund stand als Beispiel für das Ende des Vereinsfußballs und den Beginn eines Zeitalters, in dem Kapitalgesellschaften in der Liga den Ton angeben würden.

Dass der BVB kein Einzelfall ist, bewies dabei schon Franz Beckenbauer mit einem flapsigen Spruch. »Ich bin nur der Präsident der Schachspieler«, scherzte der Kaiser, denn die Fußball-Profis der Bayern gehören seit 2002 der Bayern München AG, deren Vorstandsvorsitzedner wiederum Karl-Heinz Rummenigge ist.

Bereits 1996 hatten die Mitglieder des FC Bayern der Gründung einer Aktiengesellschaft und der späteren Ausgliederung des Profi-Fußballs zugestimmt, also noch bevor der DFB 1998 beschloss, auch Kapitalgesellschaften in den Spielbetrieb aufzunehmen.
Keine feindliche Übernahme

Die Bayern kicken also als AG, die Dortmunder als im Fußball inzwischen weit verbreitete GmbH & Co. KGaA. Aber wo ist eigentlich der Unterschied?

Kurz gesagt, kann eine GmbH & Co. KGaA nicht von einem Konkurrenten übernommen werden. Immer wieder wurde gescherzt, der FC Schalke 04 könne nun die Borussia aufkaufen und dort über die Geschicke bestimmen. Doch genau davor schützt eine KGaA.



Der Westen@11Freunde


weiterlesen [1] [2]





Ähnliche Artikel

Kommentare

Logge Dich ein, um einen Beitrag zu schreiben!

VON DEN LESERN EMPFOHLEN



DIE AKTUELLE UMFRAGE

Arschkalt, ich mache mir erst einmal...

Ein Bier auf
Kein Bier auf




Tino Polster im Interview


Wirtshäuser in Branneburg, die uns an irgendjemanden erinnern

  • Berggasthof Schweinsteig

Das Tagesticker-Archiv

11Freunde Liveticker

11FREUNDE @ TWITTER