Die 11FREUNDE-Leser haben gewählt
Die Top 11 der Querköpfe
Text: Dirk Gieselmann Bild: Imago
Die große 11FREUNDE-Leserwahl: In 45 Jahren Bundesliga haben die Fans tausende Spieler kommen und gehen sehen. Von diesen 11 Charakterköpfen, gewählt von Euch, wird man auch in 90 Jahren noch sprechen.
Uli Stein - Paul Breitner, Yves Eigenrauch, Michael Lameck - Ansgar Brinkmann, Mehmet Scholl, Günter Netzer, Karl Allgöwer - Ewald Lienen, Charly Dörfel, Peter Ducke. Was für eine Elf, gewählt von den 11FREUNDE -Lesern. Vor Monatsfrist baten wir Euch, die die schrägsten Vögel, schrulligsten Charismaten, kantigsten Charaktere, die der deutsche Fußball je hervorgebracht hat, zu wählen. Ihr beteiligtet Euch massenhaft, am Ende waren es über 3700 Teilnehmer. Nun blicken wir feierlich, öffnen langsam den Briefumschlag und präsentieren das All-Star-Team der Charakterköpfe. Ausführliche Porträts aller Querköpfe und die Platzierungen von 12 bis 50 lest ihr in der aktuellen Ausgabe von 11FREUNDE:
So hätten sie gespielt (wenn man sie aufeinander losgelassen hätte):
Im Tor:
Uli Stein. Wo anfangen, wo aufhören? Vielleicht bei den harten Fakten: Er wurde mit den Hamburger SV Deutscher Meister und Pokalsieger und war 1983 beim Triumph im Landesmeister-Pokal dabei. Als einziger Torwart der Bundesliga-Geschichte holte er mit verschiedenen Klubs in zwei Jahren hintereinander den DFB-Pokal, 1987 mit dem HSV, 1988 mit Eintracht Frankfurt. Die eigentlich hoffnungsvolle Karriere in der Nationalelf endete in Mexiko, wo er anlässlich der WM 1986 Franz Beckenbauer nicht ganz zu Unrecht als »Suppenkaspar« titulierte. Mindestens ebenso bleibenden Ruhm erwarb sich Stein, als er 1986 Augsburger Anhängern nach einem Platzverweis im DFB-Pokal den damals noch nicht so genannten »Effenberg« präsentierte und als er ein Jahr später den Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann mit einem fachkundig ausgeführten Fausthieb ausknockte. Der hatte allerdings auch frech gegrinst. Dass Uli Stein nicht allein als unverbesserlicher Rüpel in die Bundesliga-Geschichte eingegangen ist, verdankte er zwei Umständen: Er war erstens ein exzellenter Keeper mit hervorragendem Stellungsspiel und ebenso exzellenten Reflexen, der das Zeug dazu gehabt hätte, über Jahre Stammkeeper der Nationalelf zu sein. Und zweitens schaute Stein anders als viele Kollegen über den Tellerrand des Profifußballs hinaus, in seiner Autobiographie und im Alltag. Das war selten, damals in den Achtzigern. Und heute eigentlich auch noch.
Aus Heft #86 01/2009






