Werder-Hoffenheim im 11FREUNDE-Liveticker
Sturm der Liebe
Text: Dirk Gieselmann Bild: Imago
Drei Jahre ist her, da verzauberten Bremen und Hoffenheim die deutsche Fußball-Welt. Neun Tore, was ein Spaß. Selbst für einen mit allen Soßen gewaschenen Satansbraaten wie Liveticker-Urgroßvater Dirk Gieselmann. Lest nochmals rein.
93.
Schlusspfiff. Die Stürmer beider Mannschaften verabreden sich zum Après Ski, die Verteidiger gründen eine Selbsthilfegruppe. Ralf Rangnick eilt in die Kabine, um seinen ersten Roman zu verfassen: »Begrabt mein Herz an der Biegung der Weser«.
Thomas Schaaf, dessen linke Gesichthälfte seltsamerweise wesentlich faltiger ist als sein rechte, wird gefragt, ob er in Partystimmung geraten sei. Nach zehn Sekunden Bedenkzeit sagt er: »Nö.« Aber wir: Mein entlassener Assistent hüpft nackt in die Bowle, schwimmt immer im Kreis. Es war das schönste Spiel der Saison, wenn nicht der Welt.
Danke, dass Sie diese Erfahrung mit uns geteilt haben, liebe Fans. Bis bald in diesem Theater!
92.
Erstaunlich: Frings hat plötzlich mehr Tätowierungen als vor dem Spiel.
90.
Nur zwei Minuten Nachspielzeit. Der vierte Mann hat doch keine Ahnung von Kunst!
87.
Gebe meinem Assistenten aus Mitleid ein Kaugummi. Papaya. »Was für 'ne Geschmacksexplosion!«, frohlockt er. »Ich lass mich scheiden!« Wenn er meint...
86.
Obasi ist 50 km/h schneller als Fritz, der entscheidet sich für ein Foul im Strafraum. Kein Elfmeterpfiff von Perl. »Da kann man drüber streiten«, meint mein Assistent keck, obwohl ich ihn doch längst gefeuert habe.
85.
Diego liegt pumpend auf dem Rasen, Özil fordert vehement seine Auswechslung, doch Schaaf kann nicht mehr, hat schon dreimal getauscht. Schicksal!
83.
Lattenschuss Obasi! Hoffenheim gibt nicht auf! Dieses Spiel ist die schönste Ausformung der Spaßgesellschaft, die sich denken lässt.
82.
IIIIIIIII
81.
Denkstedenkstedenkste! DENKSTE! TOOOOOOOOOOOOR! Özil, die coole Youngster-Sau! 5:4 durch einen strichartigen Schuss aus 12 Metern! 5:4! Dieses Spiel darf niemals aufhören.
80.
Denkste: Top-Pass von Frings, Strahl von Özil, knapp daneben.
79.
Hoffenheims Sturmreihe stellt sich selbst die Abseitsfalle. Das ist aber auch so ziemlich das Einzige, was die Führung verhindern kann. Werder ist komplett paralysiert.
77.
Mein Assistent bereitet schon die ersten Schlagzeile für eine Werder-Niederlage vor, freut sich tierisch über »Das Schaaf ist geschoren«. Knalle ihm die fristlose Kündigung hin.
74.
Hoffenheim will mehr, wahrscheinlich den Sieg.
72.
IIIIIIII
71.
TOOOOOOOOOOOOOOOOOR! 4:4! Kopfball Compper! Wiese sehr blass, nicht nur wegen der fehlenden Sonne, sondern vor allem, weil er beim Rauslaufen eine äußerst schlechte Figur abgegeben hat.
68.
Werder stark angezählt, wirkt wie Muhamed Ali gegen George Foreman in der zehnten Runde des »Thrilla in Manila«. Oder wie Axel Schulz auf dem Weg in den Ring.
64.
Hoffenheim kombiniert sich dem Ausgleich entgegen, ist beim Abschluss aber noch zu bescheiden.
63.
Schaaf entdeckt den Beton: Vranjes und Prödl für Hunt und Rosenberg.
62.
ROOOOOOOOOOOOOOT! Merte muss vom Platz – nach einer weniger zärtlichen Notbremse als im ersten Durchgang. »Das wird jetzt ein Spiel«, weiß Kommentator Stach. Wir schließen uns kleinlaut an.
61.
IIIIIII
61.
TOOOOOOOOOOOOR! Elfmeter für Hoffenheim nach einem Foulchen von Diego. 4:3 durch Ibisevic.
58.
Werder-Coach Schaaf erwacht als Erster aus dem feuchten Offensiv-Traum. Er bringt Pasanen für den leicht derangierten Boenisch. Vernünftig.
55.
Es ist wie in der E-Jugend. Alle wollen da hin, wo der Ball ist. Nur die Trainer können sich beherrschen.
54.
Was in der ersten Halbzeit noch geradlinig war, ist jetzt manieristisch. Rosenberg dribbelt barock, stolpert, weiß nicht, wo der Ball ist, trifft dann doch noch den Pfosten. Das grenzt an Kitsch.
52.
Jetzt stellt sich der Schatten doch als Vorteil für Tim Wiese heraus: Aus der Finsternis kommend, hält er einen Freistoß von Salihovic, der fast schon drin war.
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Der 11FREUNDE-Ticker legt eine Schweigeminute ein. Paul Newman ist tot. Ruhe sanft, Butch Cassidy.
47.
Chance für Ba. Merte hindert sich geistesgegenwärtig selbst daran, ein Eigentor zu erzielen. Weltklasse!
47.
Wiese steht im Schatten, kann sich nicht mehr bräunen. Sinnkrise.
45.
Von den Machern von »Die 1. Halbzeit«: »Die 2. Halbzeit«! Es geht weiter.
16:30 Uhr
Wieviele Ersatzspieler wohl ihre Trainer angefleht haben, dass sie eingewechselt werden?
16:26 Uhr
»Schönes Spiel für die Zuschauer«, gibt Werders Sportdirektor Allofs nüchtern zu Protokoll. Freu dich doch mal, Klaus.
48.
Jetzt trübt sich die Freude über das Spiel doch ein. »Meine Brustwarzen zerspringen vor Glück über diese Match«, teilt mir mein Assistent mit. Unsagbare Übelkeit.
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