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24.09.2008

Philipp Markhardt zum Fall Hopp

»Das ist die falsche Richtung«

Interview: Erik Rossel  Bild: Imago

Nachdem ein Dortmunder Fan ein Banner mit der Aufschrift »Hasta La Vista Hopp« im Carl-Benz-Stadion ausrollte, erstattete der Hoffenheimer Mäzen Anzeige. Eine Überreaktion, findet Philipp Markhardt von »Pro Fans«.

Philipp Markhardt zum Fall Hopp - »Das ist die falsche Richtung«


Beim Bundesliga-Spiel TSG Hoffenheim gegen Borussia Dortmund sorgte nicht nur der 4:1-Heimsieg des Bundesliga-Neulings für Gesprächsstoff. Ein Dortmund-Fan brachte ein Banner, das Dietmar Hopps Gesicht in einem Fadenkreuz zeigte, ins Mannheimer Carl-Benz-Stadion. Darunter stand geschrieben: »Hasta La Vista Hopp«. Hopp erstattete Anzeige und der DFB kündigte an, das Verhalten gegenüber dem Milliardär intensiver zu beobachten. Pöbeleien in den Bundesligastadien sollen künftig sportgerichtlich geahndet werden.

Herr Markhardt, der DFB will das Fan-Verhalten bei Begegnungen mit 1899 Hoffenheim genauer beobachten und Pöbeleien gegen Dietmar Hopp sportgerichtlich ahnden. Finden Sie diese Reaktion gerechtfertig?

 
Nein, überhaupt nicht. Es gibt genügend Spieler und Trainer die auch beschimpft und angepöbelt werden. Dietmar Hopp kann froh sein, dass er mit seinem Klub nicht in den 90er Jahren aufgestiegen ist. Der Verein wäre weinend zusammengebrochen. Aber was soll Herr Zwanziger auch machen? Sein Sohn leitet schließlich die Frauenfußballabteilung in Hoffenheim.
 
Macht »Pro-Fans« es sich zur Aufgabe bei Spielen gegen Hoffenheim, zu Fairness gegenüber Dietmar Hopp aufzurufen?
 
Nein, wir kümmern uns um andere Dinge als um den Seelenfrieden von Dietmar Hopp. Uns ist das vollkommen egal. Die Ziele, die wir haben, sind ganz andere. Uns geht es um die voranschreitende Kommerzialisierung im Fußball. Sicherlich ist der Name Hopp in diesem Zusammenhang ein Begriff aber wir sehen es nicht als unsere Aufgabe an weder für noch gegen Herrn Hopp einzuspringen.
 
Hat sich der DFB aufgrund der Pöbeleien gegen Dietmar Hopp schon an Sie gewandt?
 
Nein. Weder DFB noch DFL haben sich gemeldet. Ich halte das auch für völlig überflüssig und sinnlos, wenn sie das machen würden. Es würde sich sowieso keiner den Mund verbieten lassen. Die Pöbeleien würden trotzdem stattfinden.

Wie beurteilen Sie die Aktion des Dortmund-Fans, der das Fadenkreuz-Banner im Stadion ausrollte?
 
Ich kann verstehen, dass jemand über die Art und Weise, wie Hoffenheim in die erste Bundesliga gekommen ist, nicht glücklich ist. Das bin ich auch nicht. Aber Hopp im Fadenkreuz – das hat kein Stil. Ich finde es übertrieben. Seine Meinung gegenüber Hoffenheim und Hopp kann man auch witzig und kreativ verpacken. Die Dortmunder hatten auch ein Spruchband, auf dem stand zu lesen: »Tradition schlägt jeden Trend«. Das wird noch in mehreren Stadien zu sehen sehen.




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Kommentare

  • User
  • 24.09.2008 14:04:02 Abbyprofi

    War ja irgendwie klar , daß inzwischen selbst Fan-Initiativen

    wie  Pro Fans auf den Anti-Hopp - Zug aufspringen werden.

    Leider wird auch dort kein Unterschied gemacht zwischen den

    Leuten , die nur ihren finanziellen Gewinn aus den jeweiligen und

    irgendwo beliebigen Fußball-Investitionen sehen ( z. B. in der englischen Premier League) und den Menschen , die in ihrer Heimatregion einen Fußballverein langfristig und vor allem nicht zuerst aus Profitgründen unterstützen. War aber auch irgendwie absehbar ,daß in Deutschland zuerst der Neid im Vordergrund steht , bevor man sich ernsthaft Gedanken darüber macht , wie lange Dietmar Hopp dafür gebraucht hat , sich die finanzielle Grundlage hart zu erarbeiten , damit man irgendwann diverse Vereine , egal in welcher Sportart , unterstützen kann ; egal ob Traditionsverein oder nicht. 


      

     

     

  • User
  • 24.09.2008 15:04:40 chrledig

    Der BVB hat zu Beginn der Saison einen leichten Aufwärtstrend unter Klopp gezeigt. Nachdem der BVB 09 nun 1:4 gegen 1899 Hoffenheim verloren hat, kann man in der Tat feststellen: "Tradition schlägt jeden Trend" ;)

  • User
  • 24.09.2008 15:46:36 knutor

    @Abbyprofi

    Ich glaube die meisten Fans sind sich über den Uterschied zwischen Abramowitsch und Hopp durchaus bewusst und einige können Hopp vielleicht auch irgendwo verstehen, da sie auch alles für Ihren Verein tun würden. Vielleicht haben sie sich auch als Kinder gedacht: "Wenn ich mal groß bin und viel Geld habe, dann tu ich meinem Verein auch mal nen vernünftigen Spieler kaufen."

    Es geht nur darum, dass Hopp keine Extrawurst bekommt und sich nicht wirklich darüber wundern kann, dass es zu Anfeindungen kommt. Zumindest nicht, wenn er, wie er nicht müde wird zu äußern, mit Fußball aufgewachsen ist. Und dann noch so dämlich zu sein das strafrechtlich verfolgen zu lassen, zeigt nur dass er besser zur Oper gehen sollte als ins Stadion. Damit hetzt er die Leute doch nur auf.

  • User
  • 24.09.2008 19:34:35 Braunschweich

    Eine Überreaktion?????
    Der Pro-Fan-Typ hat ja wohl den Schuss nicht gehört.
    Würde ihn gerne mal sehen, wie er NICHT überreagiert, wenn sein Kopf auf einem Fadenkreuz abgebildet werden würde....
    Das ist echt einfach nur krank und der Wxxxser, der das mit dem Fadenkreuz gemacht hat.....also, echt, es geht um Fußball und einen Mann, der sein Geld dafür ausgibt - was sind das denn für Relationen?! Hopp ist doch kein Kinderficker, Terrorist oder sonst was....

  • User
  • 24.09.2008 20:18:06 HS181

    Warum sollte Hopp eine Sonderbehandlung bekommen? Was sollen denn bitte Hoeneß oder Kahn sagen!? DIe dürfen sich seid Jahren bzw Jahrzehnten solche Anfeindungen anhören. Auf Kahn wurde sogar gewalttätig losgegangen (Golfball in Freiburg). Und trotzdem hat der DFB nichts dagegen gemacht und ihnen eine Sonderbehandlung gegeben. Genauso wie letzte Saison diese scheiße mit Sonderbehandlungen für Spieler wie Ribery und Diego abgewatscht wurde, so muss es jetzt auch keine Sonderbehandlung für Hopp geben. Es ist total egal wie lange der gute Herr Hopp sich für den Verein stark macht. Er muss einfach damit leben, dass der Großteil der Fußballfans ein Problem damit hat, wenn ein Verein, der vor 12 Jahren noch in der Bezirksliga war, der null Tradition aufweist (Selbst mit geänderten Namen nicht) und der Millionen für Spieler ausgibt (siehe Eduardo...von wegen Jugendarbeit, dass nennt man dann Perspektivspieler-->ich lach mich kaputt!!!), plötzlich auf Platz 2 steht! Generell finde ich das Jugenprogramm in Hoffenheim gut. Nur wird es nie das werden, wofür die Herrn Hopp und Rangnik es hinstellen! Wenn der Erfolgsdruck da ist, werden schon die Millionen locker gemacht, darauf kann sich jeder verlassen. Wir sprechen uns in 2 Jahren wieder!!!

    P.S.: In England gehts den Investoren auch nicht um den Profit wie man deutlich erkennt! Und ich persönlich hoffe, dass diese ganzen Assgeier, die unseren Sport kaputt machen, schnell die Lust am neuen Hobby verlieren und die gesamte Premier League daran kaputt geht!

  • User
  • 24.09.2008 20:35:03 Abbyprofi

    Daß ausgerechnet ein BVB -Fan ein solches Banner offen zeigt ,
    ist irgendwie blanke Ironie.Genau diese Fans hätten vor wenigen Jahren einen Geldgeber wie Hopp relativ kritiklos akzeptiert , nur
    damit neues Geld in den damals überschuldeten Verein kommt.

  • User
  • 25.09.2008 11:28:58 Flappen

    Ich kann mich nur denjenigen anschließen, die solche Fan-Pöbeleien verurteilen. Ob es einem gefällt oder nicht, Dietmar Hopp hat aus der TSG einen erfolgreichen Verein gemacht, und dass auf eine Art und Weise,die Respekt verdient, und eben nicht durch außschließlich teure Stars. Die TSG definiert ihren Erfolg nicht durch das schnellstmögliche Erreichen von Meisterschaften und Pokalerfolgen. Dass gerade BVB-Fans die Finanzkraft von Hopp verurteilen, ist doch planker Hohn. Dort wurde an die Börse gegangen, um Millionen zu scheffeln und zu verprassen, Fußballer wurden mit Geld zugeschissen, zum Teil ohne Konzept und am Ende war der Verein beinahe bankrott.

  • User
  • 26.09.2008 14:18:19 3_Flaschen_Heineken

    Was genau ist denn strafrechtlich relevant an dem Banner? Wenn es nur um Beleidigung geht, teile ich die Ansicht, dass viele Spieler, Trainer und sonstige Vereinsangehörige und natürlich die Schiedsrichter ebenfalls wöchentlich damit leben müssen, beleidigt zu werden.
    Einen ernsthaften Aufruf zum Mord sehe ich in dem makaberen Plakat nicht. Es handelt sich doch eher um eine heftige Provokation. Das heißt ja noch nicht, dass man das Ganze toll oder geschmackvoll finden muss. Ich denke, ein Aufruf solcherlei Motive in Zukunft zu unterlassen, wäre zunächst ein versöhnlicher Versuch, die Antipathie gegen Hopp im Rahmen zu halten. "Hopp Du Arschloch" oder sonstige Standardbeleidigungen in Bezug auf seine finanzielle Situation wird er sich aber wohl oder übel die ganze Saison anhören müssen. Auch das kann man blöd finden, sollte aber nicht mit einem Verbot reagieren.
    Die Hoffenheim-Sympathisanten müssen sich einfach damit abfinden, dass, auch wenn viele objektive Gründe für einen respektvollen Umgang mit Hopp sprechen, man den Verein und seinen Präsidenten trotzdem scheiße finden kann. Fragt mal die Bayern.
    Hypothetische Diskussionen, was die User hier machen würden, wenn wir so reich und bekannt wie Herr Hopp wären, finde ich sinnlos.

  • User
  • 26.09.2008 14:42:14 Sam Hall

    Wer oft im Stadion sitzt, kennt solche Banner zu genüge. Das das geschmack- und niveaulos ist steht außer Frage. Das es in Kreis- und Bezirksligen z.T. noch niveauloser zugeht sollte Hopp eigentlich wissen, hat ja lange Zeit da selbst mitgetan. Für mich klingt das nach einer Diskussion die weit weg vom Stadiongänger stehen und nun erschreckt aufschauen und sich wundern, wie es dort tatsächlich zugeht.
    Soll er klagen der Hopp, er wird sich wundern, dass er damit genau das Gegenteil erreicht und dann wird er vielleicht endlich in der Liga ankommen.

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