Nach der Kabinenschlägerei von München: 25 Dinge über Prügeleien
»Fußball, das ist wie Krieg«
Text: Andreas Bock und Lucas Vogelsang Bild: Imago
Aus gegebenem Anlass: Die 25 kuriosesten Dinge über Fußballer und Prügeleien. Von di Canios Nazi-Freunden bis Wayne Rooneys Boxergenen. Kleiner Tipp für alle Freunde von Schalke 04: Manuel Neuer ist nicht dabei.
1
Den Spruch fürs Poesiealbum gibt’s vorneweg: »Fußball, das ist wie Krieg. Es gibt Strategien und Attacken. Und manchmal stirbt einer.« Das sagte Kroatiens Ex-Coach Miroslav Blaevi.
2
Weltmeistertorwart Fabien Barthez beendete seine Karriere mit einem Schlag. Nach einem Spiel des FC Nantes wollte Barthez nur so schnell wie möglich weg, doch einige Anhänger umzingelten sein Auto. Es folgten Tritte gegen den Lack und Beleidigungen. Barthez stieg aus und lieferte sich mit dem Angreifer eine ansehnliche Schlägerei.
3
Da hatte sich Paulo Di Canio bei den faschistischen Anhängern von Lazio Rom angebiedert, auf den Bizeps den Mussolini-Spitznamen »Duce« tätowieren lassen und sein Tor gegen den AS Rom mit ausgestrecktem rechten Arm gefeiert. Half alles nichts, Di Canio wurde während eines Spaziergangs mit dem bekannten Faschisten Paolo Signorelli auf der Straße verprügelt und von den Angreifern beschimpft: »Du bist kein Kamerad mehr, die wahren Faschisten sind wir!«
4
Den Dänen sagt man im Allgemeinen ein eher kuscheliges Wesen nach. Stig Tøfting muss allerdings gerade vor der Tür gewesen sein, als der Nationalcharakter vergeben wurde. Im Juli 2002 schlug der kahlköpfige Mittelfeldspieler anlässlich einer Feier im Kopenhagener Café »Ketchup« über die Stränge und quittierte die Aufforderung eines Kellners, seine lallenden Gesänge auf eine erträgliche Lautstärke zu reduzieren, mit einer Kopfnuss. Auf der anschließenden Flucht über Tische und Bänke verpasste Tøfting dem Türsteher einen Schlag ins Gesicht, wenige hundert Meter weiter blieb ein weiterer Widersacher auf der Strecke.
5
Zu solidarisch mit den Kickern gab sich der Trainer von Hajduk Split, Luka Bonai, im März 2006. Nach einem Unentschieden gegen einen Abstiegskandidaten hatte er tapfer erklärt: »Wer meine Spieler attackieren will, muss zuerst mich angreifen.« Zwei Männer versteckten sich darauf mit Eisenstange und Baseballschläger bewaffnet vor dem Haus des Trainers. Bonai kam mit einer leichten Gehirnerschütterung davon.
6
Stanislaw Bernikow vertraute dagegen auf echte Profis. Eines Tages erbostesich der Trainer des russischen Drittligisten Metallurg Lipezk so sehr über seine Elf, dass er professionelle Schläger engagierte und Kapitän Morotjko, Torwart Sjamrin und Stürmer Zjukowskij krankenhausreif prügeln ließ. Eine der Unterweltgestalten stand derweil als Deckung mit gezogener Schusswaffe an der Seitenlinie.
7
Gelbe Karten haben ja prinzipiell den Sinn, Rüpel auf dem Platz zu fairerem Spiel anzuhalten. Am Rumänen Viorel Ganea muss der erzieherische Zweck vorbeigegangen sein. Schon verwarnt, schlug er einem Gegenspieler in Sichtweite des Linienrichters in den Magen. Ganea sah Rot. In einem Bewusstseinstadium nahe der Tollwut packte er daraufhin den Mann an der Linie am Hals und musste von vier bewaffneten Polzisten abgeführt werden.
8
Einen teaminternen Faustkampf lieferten sich Newcastles Kieron Dyer und Kollege Lee Bowyer. Im Spiel gegen Aston Villa wurde Dyer urplötzlich von Bowyer angefallen. Die Engländer tauschten Ohrfeigen und Haken aus, bis es einer Taskforce aus Mit- und Gegenspielern gelang, sie voneinander zu lösen.
9
Auch abseits des Platzes fiel Lee Bowyer des Öfteren unangenehm auf. Im Januar 2000 prügelten er und sein Leeds-Kumpel Jonathan Woodgate vor der Disko »Majestyk« auf Studenten pakistanischer Herkunft ein. Ein widerwärtiges Schauspiel, das nur noch durch die Einlassungen der Spieleranwälte übertroffen wurde: Die Studenten hätten sich die Geschichte lediglich ausgedacht, um sie an den Boulevard verkaufen zu können.
10
Standgericht mit Kopfnuss: Im Januar 2008 wurde Arsenal vom Stadtrivalen Tottenham mit 1:5 gedemütigt. EmManuel Adebayor hatte in diesem Spiel lange nur auf der Bank gesessen und erkennbar schlechte Laune. Während einer Ecke geriet er mit Mitspieler Niklas Bendtner aneinander, kurz zuckte der Kopf Adebayors, schon blutete Bendtners Nase. Eine spontane Bestrafung? Bendtner hatte das Debakel zuvor mit einem unglücklichen Eigentor zum 0:2 eingeleitet.
Aus Heft #82 09/2008
Was hat dich bloß so ruiniert?







