Die Geschichte der Fußballfans

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20.04.2011

Nach der Kabinenschlägerei von München: 25 Dinge über Prügeleien

»Fußball, das ist wie Krieg«

Text: Andreas Bock und Lucas Vogelsang  Bild: Imago

Aus gegebenem Anlass: Die 25 kuriosesten Dinge über Fußballer und Prügeleien. Von di Canios Nazi-Freunden bis Wayne Rooneys Boxergenen. Kleiner Tipp für alle Freunde von Schalke 04: Manuel Neuer ist nicht dabei.

Nach der Kabinenschlägerei von München: 25 Dinge über Prügeleien - »Fußball, das ist wie Krieg«


1
Den Spruch fürs Poesiealbum gibt’s vorneweg: »Fußball, das ist wie Krieg. Es gibt Strategien und Attacken. Und manchmal stirbt einer.« Das sagte Kroatiens Ex-Coach Miroslav Blaevi.



2
Weltmeistertorwart Fabien Barthez beendete seine Karriere mit einem Schlag. Nach einem Spiel des FC Nantes wollte Barthez nur so schnell wie möglich weg, doch einige Anhänger umzingelten sein Auto. Es folgten Tritte gegen den Lack und Beleidigungen. Barthez stieg aus und lieferte sich mit dem Angreifer eine ansehnliche Schlägerei.

3

Da hatte sich Paulo Di Canio bei den faschistischen Anhängern von Lazio Rom angebiedert, auf den Bizeps den Mussolini-Spitznamen »Duce« tätowieren lassen und sein Tor gegen den AS Rom mit ausgestrecktem rechten Arm gefeiert. Half alles nichts, Di Canio wurde während eines Spaziergangs mit dem bekannten Faschisten Paolo Signorelli auf der Straße verprügelt und von den Angreifern beschimpft: »Du bist kein Kamerad mehr, die wahren Faschisten sind wir!«

4
Den Dänen sagt man im Allgemeinen ein eher kuscheliges Wesen nach. Stig Tøfting muss allerdings gerade vor der Tür gewesen sein, als der Nationalcharakter vergeben wurde. Im Juli 2002 schlug der kahlköpfige Mittelfeldspieler anlässlich einer Feier im Kopenhagener Café »Ketchup« über die Stränge und quittierte die Aufforderung eines Kellners, seine lallenden Gesänge auf eine erträgliche Lautstärke zu reduzieren, mit einer Kopfnuss. Auf der anschließenden Flucht über Tische und Bänke verpasste Tøfting dem Türsteher einen Schlag ins Gesicht, wenige hundert Meter weiter blieb ein weiterer Widersacher auf der Strecke.

5
Zu solidarisch mit den Kickern gab sich der Trainer von Hajduk Split, Luka Bonai, im März 2006. Nach einem Unentschieden gegen einen Abstiegskandidaten hatte er tapfer erklärt: »Wer meine Spieler attackieren will, muss zuerst mich angreifen.« Zwei Männer versteckten sich darauf mit Eisenstange und Baseballschläger bewaffnet vor dem Haus des Trainers. Bonai kam mit einer leichten Gehirnerschütterung davon.

6
Stanislaw Bernikow vertraute dagegen auf echte Profis. Eines Tages erbostesich der Trainer des russischen Drittligisten Metallurg Lipezk so sehr über seine Elf, dass er professionelle Schläger engagierte und Kapitän Morotjko, Torwart Sjamrin und Stürmer Zjukowskij krankenhausreif prügeln ließ. Eine der Unterweltgestalten stand derweil als Deckung mit gezogener Schusswaffe an der Seitenlinie.

7
Gelbe Karten haben ja prinzipiell den Sinn, Rüpel auf dem Platz zu fairerem Spiel anzuhalten. Am Rumänen Viorel Ganea muss der erzieherische Zweck vorbeigegangen sein. Schon verwarnt, schlug er einem Gegenspieler in Sichtweite des Linienrichters in den Magen. Ganea sah Rot. In einem Bewusstseinstadium nahe der Tollwut packte er daraufhin den Mann an der Linie am Hals und musste von vier bewaffneten Polzisten abgeführt werden.   

8
Einen teaminternen Faustkampf lieferten sich Newcastles Kieron Dyer und Kollege Lee Bowyer. Im Spiel gegen Aston Villa wurde Dyer urplötzlich von Bowyer angefallen. Die Engländer tauschten Ohrfeigen und Haken aus, bis es einer Taskforce aus Mit- und Gegenspielern gelang, sie voneinander zu lösen.

9
Auch abseits des Platzes fiel Lee Bowyer des Öfteren unangenehm auf. Im Januar 2000 prügelten er und sein Leeds-Kumpel Jonathan Woodgate vor der Disko »Majestyk« auf Studenten pakistanischer Herkunft ein. Ein widerwärtiges Schauspiel, das nur noch durch die Einlassungen der Spieleranwälte übertroffen wurde: Die Studenten hätten sich die Geschichte lediglich ausgedacht, um sie an den Boulevard verkaufen zu können.

10
Standgericht mit Kopfnuss: Im Januar 2008 wurde Arsenal vom Stadtrivalen Tottenham mit 1:5 gedemütigt. EmManuel Adebayor hatte in diesem Spiel lange nur auf der Bank gesessen und erkennbar schlechte Laune. Während einer Ecke geriet er mit Mitspieler Niklas Bendtner aneinander, kurz zuckte der Kopf Adebayors, schon blutete Bendtners Nase. Eine spontane Bestrafung? Bendtner hatte das Debakel zuvor mit einem unglücklichen Eigentor zum 0:2 eingeleitet.



Aus Heft #82 09/2008

Was hat dich bloß so ruiniert?


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Kommentare

  • User
  • 23.09.2008 23:11:25 bojan

    26

    Wäre dann wohl der "Dropkick" von Zvonimir Boban. Während dem Spiel Dinamo Zagreb gegen Crvena Zvezda im Zagreber Maksimir-Stadion am 13. Mai 1990 kam es auf den Tribünen und dem Spielfeld zu Ausschreitungen zwischen Fans und der Polizei. Boban beteiligte sich, indem er einen Polizisten trat, der zuvor einen Dinamo Fan brutal niedergeschlagen hatte.

  • User
  • 24.09.2008 13:07:28 AntiMöller

    Das waren "die Schüsse von Sarajevo" der Neuzeit.
    Klar Platz 1!

  • User
  • 15.01.2009 11:47:18 wojcicki

    Ich tippe mal, wir kriegen die 50 lockervoll

    27
    Darf nicht fehlen, die Mutter aller Fußballschlachten:

    Andoni Goikoetxea von Athletico Bilbao schickt den den für Barca spielenden Bernd Schuster ´82 mit einem üblen Foul für 9 Monate in die Reha.
    Im Saisonspiel 83 der beiden zertrümmert der von Schuster provozierte Baske im Grätschenwahn Diego Maradona den Knöchel und begründet hiermit seinen Kosenamen "Der Schlächter von Bilbao".
    Im folgenden Pokalspiel `84 läßt sich Maradona nicht lange bitten, um sich für die dreimonatige Verletzungspause zu bedanken und zettelt unter den entsetzten Augen des Königs einen Streetfight der Extraklasse vom Zaun. Besonders beeindruckend der anscheinend vollkommen durchgedrehte und wild durch die Menge tänzelnde Bernd Schuster.
    Maradona entschuldigt sich später in einer Privataudienz beim Kölnig, Goikoetxea wird von der TIMES 2007 zum "härtesten Verteidiger aller Zeiten" ausgezeichnete.

    Link

    28
    Sehr schön dokumentiert mit Super-Slomo aus allen Winkeln ist auch die wilde Treterei im Champions-League-Spiel zwischen Valencia und Inter, die mit der schulmäßig vorgetragenen kurzen Gerade von David Navarro auf Nicolás Burdissos Riechkolben ihren unbestrittenen Höhepunkt hatte. Ergebnis: 7 Monate Sperre für den einen, Nasenbeinbruch, für den anderen!

    Link

    29
    (aus deutscher Sicht ein Muß)
    Auf die Nase gab´s auch was für Jürgen "Kobra" Wegmann vom FC Bayern im Supercupfinale 87 mit dem HSV. Er hatte sich erdreistet, seiner Funktion als Stürmer gerecht zu werden und Uli Stein die Pille ins Tor gelegt, da gab´s halt was auf die Zwölf. Stein später dazu in 11freunde: "In 21 Jahren ist mir einmal die Hand ausgerutscht. Und deswegen wurde so ein Theater gemacht"

    30

    Die wüste Keilerei nach dem Abpfiff des WM Quali-Spiel 2006 Türkei - Schweiz in Istanbul.

    Link

    to be continued ..!

  • User
  • 15.01.2009 13:41:55 gelsenkirchen

    31

    Als "Krawall von Kopenhagen" ging das Europameisterschaftsqualifikationsspiel zwischen Dänemark und Nachbar Schweden in die Annalen ein: Zuerst streckte der nicht für seine Zärtlichkeit auf dem Platz bekannte Haudegen Christian Poulsen seinen Gegenspieler Markus Rosenberg mit zwei Leberhaken beim Stand von 3:3 in der 87. Minute nieder, während der anschliessenden Rudelbildung im dänischen Strafraum wurde der Pianist und Schiedsrichter Herbert Fandel von einem dänischen Fan attackiert. Die Entschuldigung des Unbekannten: "Ich hatte bereits vor dem Spiel 12 Carlsberg getrunken!" Ach so. Seit Otto wissen wir ja: Dänen lügen nicht!

  • User
  • 15.01.2009 20:04:39 Luis Enrique

    ich vote ganz klar für nummer 27. großartig! was für eine fotze der goikoetxea. witzig auch, dass es später auch einen andoni goikoetxea bei barça gab.

  • User
  • 15.01.2009 21:08:08 UrmelAusmEis

    32

    Identische Ausgangslage wie bei # 31, doch völlig anderes Ergebnis:
    In einem Gruppenspiel der Champions League schien der AC Mailand ein 1:1 bei Celtic Glasgow sicher zu haben, als Milans Keeper Dida in letzter Minute ein schottisches Schüsschen nach vorne abprallen ließ. Der Nachschuss war nur noch Formsache, und Celtic stand plötzlich ganz dicht vor einem wichtigen Dreier. Dies sah ein schottischer Fan offensichtlich genauso und brach zu einer spontanen Jubeltour auf. Dummerweise führte ihn die Ein-Mann-Polonaise auf das Spielfeld, noch dümmer, dass das Spiel noch nicht abgepfiffen war. Am dümmsten, dass der Jubelhuber auf seinem Weg den verhinderten Torverhinderer begegnete und ihm dankbar-jovial auf die Schulter klopfte.
    Zunächst setzte der Brasilianer dem Schotten nach, wohl um sich der Pololaise anzuschließen. Nach einiger Bedenkzeit kam dem Keeper jedoch die grandiose Idee, mit einer kleinen Slapstick-Einlage von seinem Fehler abzulenken. Möglicherweise hoffte er zudem, auf diese Weise das gesamte Spiel aus der Wertung nehmen zu können.

    So folgte eine Laienschauspieleinlage aus der alleruntersten Schublade.
    Als habe sich Lee Harvey Oswald unters Publikum gemischt, sackte der sympathische Brasilianer unvermittelt zusammen, ließ sich minutenlang behandeln, schließlich hinter einem monströsen Eisbeutel versteckt vom Platz tragen und auswechseln.

    Der Plan jedoch glückte nur teilweise: der Torwartfehler selbst geriet schnell in Vergessenheit, die Wertung des Spiels jedoch Überhaupt handelte die UEFA sehr umsichtig und verordnete dem maladen Keeper - medizinisch angemessen - wegen akuter Simultantis zwei Spiele strenge Bettruhe.

    Link

  • User
  • 15.01.2009 21:28:48 UrmelAusmEis

    Soll jedoch niemand annehmen, dass es immerdie bösen Zuschauer sind, die auf die armen Aktiven losgehen:

    # 33

    Was genau ein Fan von Chrystal Palace dem frisch vom Platz gestellten Eric Cantona entgegengeschmettert hatte, ist nicht überliefert. Wohl aber, was Cantona ihm daraufhin entgegenschmetterte: sein rechtes Bein nämlich, in seiner ganzen Länge und Pracht.
    Der Kick verfehlte zwar Schädel und Wirkung, aufgrund der B-Note jedoch ging Runde 1 klar an den Franzosen. Runde 2 - vor Gericht - hingegen endete Remis: Cantona erhielt 120 Stunden Sozialdienst, 10.000 Pfund Geldstrafe und 9 Monate Fußballverbot. Der Chrystal-Palace-Fan kassierte sogar einen Tag Gefängnis. Nicht wegen der Beleidigung selbst, sondern weil er - der Beleidigung schuldig gesprochen - den ehrenwerten Richter seinerseits mit einem versuchten Roundhouse-Kick bedachte.

    Ein Bild der formvollendeten Sprungattacke ziert übrigens das Cover der ansonsten wenig bemerkenswerten Single "Kung Fu" von Ash.

  • User
  • 15.01.2009 21:46:13 Gandalf

    Ich geh kotzen...äh, mich übergeben.

    Diese Feiglinge...MANMANMAN, Scheiss Publikum.

    Riesen-Fresse, und dann den Staatsanwalt holen, diese Vollpfosten!

    Sorry, es kam grad über mich.

    Pack!

  • User
  • 16.01.2009 09:42:21 calimero

    hier ein tip für alle gewalt-geilen:
    gebt bei youtube "fussballgewalt" oder alternativ "gewalt" oder "auf die fresse" ein und gebt beizeiten mal bescheid, wie es so war.

  • User
  • 16.01.2009 10:58:56 einrudithömmes

    He, ich hab' nebenbei Soziologie studiert, alles rein wissenschaftlich!

  • User
  • 16.01.2009 12:35:01 wojcicki

    Jipp,
    ließ mir keine Ruhe.
    Bevor Cantona Matthew Simmons seine wahrscheinlich spitz geschliffenen Alus in die Kauleiste gedrückt hat, soll der im zugerufen haben: "Off you go, Cantona - it's an early shower for you."
    Bei solch bösen Worten ist natürlich verständlich, daß Eric auch nach 10 Jahren noch sagt "I didn't punch him strong enough. I should have punched him harder." Da hätte ich ja auf sämtlichen Plätzen erstmal die altweisen stöckeschwingenden Vereinsgründer an der Bande abgrätschen müssen, bevor man sich um seinen wahren Gegenspieler kümmert.
    Okay, Cantona behauptet, Simmons hätte schlimme Dinge über seine Mutter (oder die Schwester von Zizou ..?) gesagt. Bei uns im Spiel lief solche Gespräche jedenfalls so, A. . " Isch hab dein Mutter gef....! K.-D. "Und ich deine Schwester, pasiert mir nicht noch mal, die stinkt wie´n Kamel! Ergebnis: "Off you go, A. - it's an early shower for you."

    P.S. Gehört zwar nicht direkt hier her, aber kann mir jemand sagen, warum ich das Bild eines achtbeinigen polnischen Weltklasseverteidigers nicht als mein Profilbild aktivieren kann. Da sollen irgendwelche Buttons erscheinen, ist aber nix´!

  • User
  • 16.01.2009 12:41:58 UrmelAusmEis

    Normalerweise müsste, wenn Du das Bild anklickst (also vergrößerst), die Möglichkeit bestehen, es zum Profilbild zu machen.

  • User
  • 16.01.2009 12:43:12 UrmelAusmEis

    Ach ja, zum Thema: Vielleicht fand Cantona ja auch die Vorstellung beleidigend, dass er als harter Franzose eine Dusche benutzt.

  • User
  • 16.01.2009 13:32:36 calimero

    cantona ist dumm und hat garnix verstanden, einfach nur so zugetreten, weil er eben nix verstanden hat.

  • User
  • 09.06.2009 12:56:35 Shinook

    Cantona mag alles mögliche sein, eventuell auch nicht einer der Hellsten. Aber das sagt man nicht. Auszusuchen sind Standardphrasen wie Majestätsbeleidigung, Blasphemie oder auch das grausame "NoGo".

    Warum? Link

  • User
  • 11.12.2010 12:39:05 Ganna

    Alles Deppen!

  • User
  • 11.12.2010 12:46:06 de_henne

    Simmons was later tried for threatening language and behaviour. He received a seven-day prison sentence, but was released the next day. It was also revealed that Simmons had previous criminal convictions, including an attempted violent robbery in 1992 where he had attacked a Sri Lankan petrol station worker with a spanner in Croydon, and that he had attended a National Front rally a short time before the Selhurst Park incident. His conviction and sentence also resulted in a £500 fine as well as a one-year ban from all football grounds in England and Wales.[

    Sorry, aber ich kann verstehen, dass Cantona noch 12 Jahre später in einem Interview sagte I have a lot of good moments, but the one I prefer is when I kicked the hooligan. Es hat definitiv nicht den falschen getroffen, und diesen Hooligan einen "Fan" zu nennen finde ich seeeehr euphemistisch. Es ging, soweit ich mich erinnere, auch nicht nur um das, was Simmons nach der Roten Karte zu Cantona gesagt hat. Vielmehr hat dieser Freak Cantona und andere United-Spieler schon vorher wüst beschimpft und beleidigt.

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