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22.08.2009

Abdelaziz Ahanfouf über den Ramadan

»Die ersten Tage tun weh«

Text: Fabian Jonas  Bild: Imago

Heute beginnt der muslimische Fastenmonat Ramadan. Seit nunmehr 14 Jahren unterwirft sich Abdelaziz Ahanfouf, derzeit vereinslos, den strengen Regeln. Wir haben ihn vor der Fastenzeit des letzten Jahres gesprochen.

Abdelaziz Ahanfouf über den Ramadan - »Die ersten Tage tun weh«


Abdelaziz Ahanfouf, nun beginnt wieder der muslimische Fastenmonat Ramadan. Werden Sie auch dieses Jahr den Regeln des Koran folgen und von Sonnenauf- bis -untergang keinerlei Nahrung, weder Essen noch Flüssigkeit, zu sich nehmen?

Auf jeden Fall. Das ist mein wahrer Glaube, ich freue mich sogar darauf, auch wenn die ersten zwei, drei Tage, immer schwierig sind.



Können Sie vielleicht kurz erklären, worum es beim Ramadan geht?

Glaube, Gebet, das Einhalten der Fastenzeit und die Bereitschaft, Armen etwas zu spenden sind eine Reihe von Geboten, die es im Islam zu befolgen gilt, wenn man später ins Paradies will. Es geht auch darum, einmal die andere Seite kennen zu lernen, zu sehen, wie es ist, wenn man nicht so viel zu essen hat. Aber es geht ja im Ramadan nicht nur ums Essen und trinken.

Sondern?

Es geht in diesen vier Wochen um absolute Reinheit, darum, nicht böse zu sein und nichts Böses zu denken, nicht zu fluchen und auf gar keinen Fall zu lügen. Wenn du das machst, dann kannst du auch gleich essen. In diesen vier Wochen muss man alles andere beiseite schieben, darf keinen Gedanken ans Nachtleben oder Frauen verschwenden.

Machen Sie beim Fasten Ausnahmen, etwa wenn zwei Trainingseinheiten pro Tag stattfinden oder ein Spiel ansteht?

Nein, da können auch drei Trainingseinheiten oder zwei Spiele anstehen, das ist egal.

Warum nicht? Die meisten anderen muslimischen Fußballer machen das so, Ribéry etwa. Der Koran erlaubt, verpasste Tage später nachzuholen.

Das stimmt. Viele machen das und wenn man richtig harte Arbeit betreibt, kann bzw. muss man die Tage nachholen. Aber ich finde es sehr schwierig, Fastentage nachzuholen, wenn der Ramadan vorbei ist. Deshalb habe ich das immer komplett durchgezogen, es sei denn ich war krank. Dann darf man gar nicht fasten. Aber wie heißt es so schön: »Glaube versetzt Berge«. Das trifft bei mir zu und man gewöhnt sich auch daran. Nach 13 Profijahren habe ich mich daran gewöhnt.

Schaut man dann, was andere muslimische Spieler machen, wie die es halten? Oder konzentriert man sich nur auf sich?


Nein, ich ziehe das genauso durch wie immer, weil ich es unbedingt machen will. Der Ramadan ist für meine Religion, meinen Glauben sehr, sehr wichtig. Da kann ich nicht auf andere schauen.

In diesem Jahr (2008, d. Red.) fällt der Ramadan in den September. Da kann es noch sehr heiß sein. Wie kann man da noch Leistung bringen, wenn man überhaupt nichts trinken darf?

Es stimmt schon, dass es im November, Dezember, wie es in den letzten Jahren war, deutlich leichter ist. Die Tage sind kürzer und es ist kälter. Aber das sind dann eben die Herausforderungen des Alltags. Wenn es so heiß ist, ist es schwieriger, definitiv.

Wir Freizeitkicker laufen ja ab 20°C alle fünf Minuten zur Wasserflasche und gehen ansonsten keinen Weg, der sich vermeiden lässt. Hat man als Profisportler eine ganz andere Substanz?

Natürlich haben wir die als Leistungssportler. Aber wie gesagt, die ersten Tage sind hart, egal ob im Sommer oder im Winter. Manchmal zwickt es dann mal hier oder tut da weh. Aber wenn man einen Rhythmus gefunden hat, geht es. Zumindest bei mir, und ich kann ja nur von mir sprechen.


weiterlesen [1] [2] [3]



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Kommentare

  • User
  • 22.08.2009 13:20:09 Sermon

    Polemische Kommentare wird man hier übrigens vergeblich suchen. Die gibt es bekanntlich nur, wenn keine Gefahr droht, also hetzt man viel lieber gegen die pöse stockkonservative katholische oder evangelische Kirche.

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