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Matthias Sammer im Interview

»Ich war nur ein Lehrling«

Interview: Christof Kneer  Bild: Imago

Ein Gespräch mit dem früheren Trainer und heutigen DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, der im neuen Amt die Trainerausbildung anspruchsvoller gestaltet hat und dafür wirbt, dem Trainerposten mehr Wertschätzung zu schenken.

Matthias Sammer im Interview - »Ich war nur ein Lehrling«


Herr Sammer, ein Blick auf die aktuellen Bundesliga-Trainerbänke müsste Sie glücklich machen, oder?

So eine interessante Trainerkonstellation hat es wirklich lange nicht mehr gegeben. Es gibt jüngere Trainer wie Labbadia, Frontzeck, Klopp oder auch Klinsmann, es gibt die Rückkehrer Daum und Rangnick, und es gibt die Etablierten wie Magath, Veh oder Schaaf, deren Qualitäten jeder kennt. Wenn das eine Mannschaft wäre, könnte man sagen: Die Mischung zwischen jung und alt stimmt. Und besonders spannend finde ich, dass wir neben zwölf Deutschen auch die Holländer Jol, Rutten und Luhukay haben, die Schweizer Favre und Koller und den Slowenen Prasnikar.

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Was sagt Ihnen das?

Die Öffnung hin zu den kleineren Ländern wie Holland oder der Schweiz ist sicher ein Fortschritt. Das sind Länder, in denen es viel weniger Fußballer gibt als bei uns und die deshalb immer Wert darauf legen mussten, ihre Spieler zu entwickeln. Das geht nur über Trainerarbeit, und deshalb ist die Trainerfigur in diesen Ländern immer sehr wichtig gewesen. Man muss doch mal klar sagen, dass das kleine Holland viel mehr Fußballer in europäischen Topklubs hat als das große Deutschland. Das muss konzeptionelle Gründe haben! Das muss an den Trainern liegen! Wenn wir also sagen, dass wir hierzulande die Individualisierung des Trainings vorantreiben wollen, dann können wir von solchen Einflüssen nur profitieren. Aber Sie haben mich gefragt, ob mich die Entwicklung glücklich macht: Glücklich macht sie mich erst, wenn Konstanz eintritt.

Sie meinen, wenn Trainer nicht mehr entlassen werden?

Wir werden's nicht schaffen, dass nie mehr Trainer entlassen werden, aber ich denke schon, dass man hierzulande zwei Dinge noch besser begreifen muss: Erstens, dass der Trainer der Schlüssel zum Gelingen ist ...

... eine noch recht neue Erkenntnis in Deutschland, wo lange Zeit nur die Spieler verherrlicht wurden ...

... ja, und das führt direkt zum zweiten Punkt: Der Stellenwert des Trainers muss sich verbessern. Natürlich muss der Trainer auch Toparbeit nach dem neuesten Entwicklungsstand abliefern, aber wenn er das tut, dann muss sich sein Stellenwert auch viel stärker in Konstanz ausdrücken. Sie können schauen, wohin Sie wollen: Wer mittel- oder langfristig arbeiten darf, der hat auch Erfolg.

Ein edler Ansatz in der Bundesliga, in der Trainer meist am Ergebnis vom nächsten Samstag gemessen werden.

In den Vorstandsetagen wird oft ein Druck erzeugt, der niemals haltbar ist. Wenn zehn Vereine in den Uefa-Cup wollen, dann ist jetzt schon klar, dass sechs oder sieben ihr Ziel verfehlen. Ich bin der Letzte, der etwas gegen hohe Zielsetzungen hat, aber ich habe ein Problem, wenn vor der Saison hohe, kurzfristige Ziele ausgegeben werden. Das führt in der öffentlichen Wahrnehmung zu gefährlichen Fehlinterpretationen.


Auf der nächsten Seite: Bei welchem Satz Matthias Sammer die Hutschnur hochgeht - und was er von Klinsmanns Trainingsmethoden hält.



Süddeutsche@11Freunde


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Kommentare

  • User
  • 18.08.2008 21:46:14 RawJah

    Wenn ich das mit der Individualisierung von Herrn Sammer lese, merke ich, dass er dazu gelernt hat.



    Man erinnere sich, ER war es damals, der Tomas Rosicky verboten hat, mit der Innenseite Pässe zu spielen..

  • User
  • 18.08.2008 22:03:12 AntiMöller

    Comment? Oder: ich kann mich nicht daran erinnern, dass es Rosicki verboten wurde, einen ball geradeaus zu spielen. Und ich glaube im Übrigen nicht, dass herr sammer jemals in der lage war, herrn Rosicky was zu lehren. Ma aparte questo:

    Vielleicht verwechselst Du das Verbot des Herrn Hoeneß, dass ein Herr Pantelic nicht mit dem Außenrisst abschließen durfte?

    Weil: der Innenriststoß bringt Brot auf den Tisch des hauses! WORD!

  • User
  • 19.08.2008 01:27:26 stehenkra

    Na ja, man kann ja vom Trainer M. Sammer halten was man will und ich als

  • User
  • 19.08.2008 01:33:05 stehenkra

    Sorry, erneuter Versuch...

    Na ja, man kann ja vom Trainer M. Sammer halten was man will und ich als Stuttgart Fan bin da durchaus leidgeprüft..

    Aber zu behaupten das ein Rosicky nichts vom Spieler Sammer lernen könnte halte ich schon von sehr weit hergeholt. Sowohl zu seine  Stuttgarter Zeiten als auch zu seinen Dortmunder Zeiten hat M. Sammer wohl zu den besten dt. als auch europäischen Spilern seiner Zeit gehört. Leider war er sehr verletzungsanfällig.

    Aber Europas Fußballer des Jahres zu werden hat er geschafft. Und in in England hat man seine Leistung bei der EM 96 immer noch in guter Erinnerung....Jeder fußballkenner dort würde bei einem Vergleich mit dem von Rosicky geleisteten dort nur müde lächeln....

  • User
  • 19.08.2008 12:28:05 RawJah

    Sorry, ich meinte natürlich den Außenrist und das war lange Thema in Dortmund damals.

  • User
  • 19.08.2008 20:10:16 AntiMöller

    Ah, AUSSENrist!  War das echt ein Thema, in Dortmund? Sammer war doch aber da gar nicht mehr da? AUSSENrist konnten eh nur Pantelic und Wolfram Wuttke. Und der Kaiser. Aber der konnte eh links wie rechts.

    Im Übrigen unterscheide ich tatsächlich zwischen dem Spieler, dem Trainer und dem Funktionär Sammer. Als Spieler fand ich ihn häufig überbewertet (seine Kamikaze-Aktionen haben mir trotzdem ghäufig Spass gemacht), als Trainer ist er erfolgreich durchgeschlagen (danke, Udo Lattek!), als Funktionär gewinnt er gerade meine Sympathien, wenn er gegen die "Bierhoff-Doktrin" vorgeht. Und dort bitte gnadenlos! (Nur hat er eigentlich überhaupt keine Macht/nix zu melden.)

    Und jetzt ratet mal, für wen ich bin.

  • User
  • 20.08.2008 00:39:42 RawJah

    Was soll das denn?



    Natürlich war es damals unter dem TRAINER M. Sammer ein Thema in Dortmund, er hat es sogar offiziell gesagt, dass er Rosicky sagte, er solle nich ständig mit dem Außenrist spielen..



    Und jetzt erzähl mir nicht, Sammer war 2002 bei der Meisterschaft und davor mit Rosicky nicht Trainer.. Dann wirds so lächerlich wie der Rest des Textes..

  • User
  • 20.08.2008 00:43:10 RawJah

    Natürlich unterscheidet man unter dem Spieler, Trainer und Funktionär M. Sammer.. Alles andere wäre ja auch ein Witz,aber wenn du meinen ersten Beitrag nicht wegen dem Fehlen Innen/Außenrist völlig außen vor ließest nicht dazu gekommen..

  • User
  • 20.08.2008 00:47:08 RawJah

    Und NEIN, ich verwechsele das Verhalten von Herrn Sammer nicht mit dem von Herrn Hoeness, warum sollte ich auch?



    Und nun tu nicht so großkotzig..

  • User
  • 20.08.2008 20:07:41 AntiMöller

    Huh? Ich hab Dich doch kapiert. AUSSENrist, klar ne? Und INNENrist bringt Brot auf den Tisch, oder? Auch der Rest bestand aus schlichten Fragen. Bin nämlich neugierig.

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