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03.08.2008

11Freunde spielen Kiebitz (11)

5 Dinge über 1899 Hoffenheim

Text: Andreas Bock  Bild: Imago

In Hoffenheim schweben sie auf »auf Wolke sieben, nein auf Wolke 1899«, jauchzt Oberbürgermeister Geinert. Doch eilig hat es niemand, nur ein Neuzugang konnte bisher vermeldet werden: Andreas Beck, die Leseratte aus Stuttgart.

11Freunde spielen Kiebitz (11) - 5 Dinge über 1899 Hoffenheim


1. TEMPO, TEMPO

In den Eckspelunken schlugen sie mit ihren Fäusten auf die Stammtische, dass die Wimpel zu Boden und die Bronzeteller aus den Wandregalen fielen, die Korngläser zitterten und die Könige des Kartenhauses durch den Raum wehten. Die Stammplatzhalter, die unentwegt Besorgten, die Kulturpessimisten, die Fahnenhochhalter, die, die bereits vor 18 Jahren hier saßen, als die gesamtdeutsche Bundesliga in ihre erste Saison ging und die TSG 1899 Hoffenheim gerade von der Kreisliga mit einem Team aus Landwirten, Studenten, Auszubildenden und Angestellten in die Bezirksliga aufgestiegen war, pöbelten lautstark in den blauen Dunst hinein. An jenem Nachmittag, am 16. März 2008, als der Dorfklub aus dem Städtchen Sinsheim nach einem 1:0-Heimsieg gegen Erzgebirge Aue zum ersten Mal auf einem Aufstiegsplatz in der 2. Liga stand, brach ihre stabile Welt zusammen. Wieder einmal.



Und inmitten der Nebelschwaden malten sie ihr apokalyptisches Szenario hinein: Fans gewinnen in einer 3.000-Seelen-Dorf, Emotionen kaufen, einen Verein über Nacht zum Glänzen bringen – wie soll das denn bitte funktionieren? Und sowieso: Ist diese TSG 1899 Hoffenheim überhaupt ein Verein? 

Rangnick und sein spannendes Projekt 

Ein Verein im eigentlichen Sinne, in dieser konventionellen Fußball-Dialektik, die seit jeher auf diesen schwammigen Terminus Tradition gründet, ist die TSG tatsächlich nicht. Und die Stammesväter sollten mit ihrer Meinung nicht alleine bleiben. Erst kürzlich sagte Jürgen Klinsmann in einem Interview, dass er die TSG 1899 Hoffenheim als ein »Projekt« versteht – wenngleich ein gänzlich anderer Unterton mitschwang, denn ein Wort wie »Projekt« ist in der klinsmannschen Rhetorik niemals negativ konnotiert. Selbst Hoffenheims Coach Ralf Rangnick spricht in Bezug auf seinen Arbeitgeber seltener von einem Fußballverein, häufiger aber von einem »Modell«, eines, das es bis dato im Profifußball nicht gegeben habe. Rangnick erklärt in diesem Zusammenhang gerne, dass er dieses »Modell« mit Spannung und Interesse verfolgt, dabei spricht der vermeintliche Fußballprofessor nicht wie ein Habilitierter, vielmehr wie ein Außenstehender, wie ein Student, der rein interessehalber und fast zufällig zu einem Teilnehmer eines Experimentes wurde, der aus Versehen in ein Seminar stolperte, das nun plötzlich ein etabliertes Gefüge zum Wanken bringt, das sich aber zugleich so prototypisch definiert, dass niemand weiß, ob es überhaupt jemals Erfolg haben wird.

Projekte. Modelle. Konzepte. Einher gehen fixierte Startpunkte, klare Zielvorgaben. Doch Dietmar Hopp schüttelte diesen planwirtschaftlichen Rattenschwanz stets ab. Nein, eilig habe man es nicht, aufzusteigen, warum auch, die Bundesliga laufe schließlich nicht davon. Fünf Jahre hatte der SAP-Gründer, der Milliardär aus Hoffenheim, der vermeintliche Dorf-Abramowitsch und wahrhaftige Klub-Mäzen, für den Weg von der Regionalliga in die höchste deutsche Spielklasse eingeplant. Wer glaubte, auf diesem skizzierten Weg ausschließlich strikte Vorgaben und starre Systeme entdecken zu können, der blickte plötzlich enttäuscht in ein Zeitfenster, das nur vage umrissen war, in ein Projekt, das von innen heraus wachsen sollte, das von einem Milliardär die Zeit zugestanden wurde, die es brauchte.

Zwischen Kuhscheiße, Auswärtsfahrten und Heimstammtisch

Es war 1989, da stand Hopps Heimatklub vor dem erneuten Abstieg in die Kreisliga A. Das entscheidende Relegationsspiel ging in der Verlängerung verloren. Schon am nächsten Tag klopfte Dietmar Klopp beim Verein an – er wollte der TSG fortan finanziell unter die Arme greifen. Hopp, Sohn des Dorfes, spielte in seiner Jugend selbst als Stürmer für den Verein, Hopp, das wusste jeder im Dorf, war einer, der sich mit der TSG Hoffenheim identifiziert, der dem Verein schon immer verbunden war – ein Milliardär zwischen Kreisliga, Kuhscheiße, Auswärtsfahrten und Wimpelstammtisch in der Eckkneipe. Zunächst überwies Hopp 10.000 Mark, davon wurden Bälle gekauft, Trikots, Hosen, Trainingskleidung. Später ermöglichte Hopp den Bau eines Nachwuchszentrums. Doch mit dem SAP-Gründer kam der Erfolg nicht über Nacht, ganz behutsam pirschte sich die TSG 1899 Hoffenheim in Richtung Profifußball. Jeweils vier Jahre dümpelte der Verein noch in Landes- und Verbandsligen herum, erst im Jahr 2001 stieg die TSG von der Ober- in die Regionalliga auf – und erstmals kamen über 3.000 Fans ins Stadion. 


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Kommentare

  • User
  • 03.08.2008 02:50:14 damoose

    Hoffenheim _war_ ein spannendes Projekt. Mit jungen "Eigengewächsen" auf der Suche nach Erfolg.



    Das spannende Projekt ist zu einem austauschbaren Allerlei geworden.

  • User
  • 03.08.2008 18:51:08 El Buitre

    dann sieh dir mal die arbeit der jugenabteilung von 1899 hoffenheim an und vergleiche sie mit anderen vereinen. das die erste mannschaft nicht mit "eigenwächsen" in die 1. liga startet, sondern sich substanz auch aus dem ausland holt, sollte wohl verständlich sein.

    doch warte ein paar jahre bis sich die u19 - u12 entwickelt hat und schau dir an, wieviele davon karriere machen werde und dann urteile noch einmal.

  • User
  • 03.08.2008 19:59:51 annasonne

    dann kuck aber auch, wo die ganzen guten jugendspieler von hoffenheim herkommen, und frag mal bei den jugendabteilungen von den eintracht, mainz, lautern und was weiß ich noch wem nach, was die dazu sagen. lautern z.b. hat ne ausgezeichnete jugendarbeit.  trotzdem wechseln 12 (!!) jährige spieler nach hoffenheim. das sind kids, die da im großen stil vom großen tollen hoffenheim abgeworben werden, nicht unüblich, dass der rangnik persönlich anruft.

    dieses jugendförderungsprädikat geht mir mal auf die nüsse ey. ich frag mich, wer das erfunden hat.

  • User
  • 03.08.2008 20:09:05 El Buitre

    was heißt hier erfunden, die ham das verliehen bekommen. und ganz unmündig ist der spieler mit eltern wohl nicht, so dass das rattenfänger von hameln bild übertrieben ist. ich weiß nicht, wieviele jungs die jugendförderung wechselten, aber ohne argumente für ein hoffenheim wär das eben nicht möglich.

  • User
  • 03.08.2008 20:17:39 unionchemiker

    sonne, dann scheiß die eltern der kids mit ihren scheiß frisuren an!

  • User
  • 03.08.2008 20:18:29 annasonne

    diese saison fünf aus unsrer jugend soviel ich weiß. und das argument muss ich dir nicht wirklich nennen, oder? es ist mit sicherheit nicht, dass sie meinen dort leichter zu den profis zu kommen. der frankfurter jugendleiter nannte das, was hoffenheim bei uns machte übrigens "leichenfledderei". schön und gut, dasse n tolles zentrum hinstellen konnten. heißt aber nicht, dass wo anders schlecht gearbeitet wird und dass man, weil man die kohle hat, anderen vereinen jugendspieler abkaufen darf. 

  • User
  • 03.08.2008 20:27:46 El Buitre

    pff leichenfledderei.. sehr respektvoll den (menschlichen) jungs gegenüber. wenn die eltern beim jung auf die kohle schauen und nicht auf den jung und dessen zukunft, dann sollte man es so halten wie der chemiker es schreibt.

    dennoch ist die jugendförderung in hoffenheim vorbildlich und keine legende. neben dem zentrum steht auch ein kompetentes team den spielern rund um die uhr zur seite. ich habs mir schon angesehen und war beeindruckt, das es nur kohle ist, das sie zum wechsel überredet, kann ich nach dem besuch nicht glauben.

  • User
  • 03.08.2008 20:38:02 annasonne

    die jugendarbeit beim fck ist aber genauso vorbildlich. auch wir wurden ausgezeichnet und schlechte bedingungen sind wahrlich anders. die spielen auch in der junioren BL und auch nicht schlecht.

    wenn jmd zu nem nächstbesseren verein wechselt, weil dort bessere bedingungen sind ist das ja nachzuvollziehen. grade auch wenn man näher dran wohnt. das ist in dem fall aber, wenn man ehrlich ist, nicht der fall.

    es ist aber auch so, dass die vereine normalerweise untereinander keine so jungen spieler abwerben. wenn die meinetwegen 16+ sind, ist das was anderes. da kann mans verstehen, wenn jmd wo anders hinwill weil warum auch immer. wenn ein verein mit finanzkraft aber so offensiv durch die jugendabteilungen der konkurrenten schwirrt ist das schon befremdlich. ist ja nicht nur in lautern so. die hervorragende jugendarbeit von hoffenheim beruht nicht nur drauf spieler von klein nach groß zu befördern, sondern auch spieler von überall zusammenzusetzen. ob das in dem alter so doll ist? kuck dir die jungs mal an. das sind wirklich junge kids, nicht viele von denen werden irgendwann wirklich profi werden. und dann sindse (auch von muddi und papi) durch die gegend geschoben worden. na prima.

  • User
  • 03.08.2008 20:58:11 El Buitre

    mal ehrlich, wer in einer jugendförderung steckt, der steckt da den ganzen tag drin. der hat von seinem umfeld ausserhalb der förderung sowieso wenig. die übernehmen schule, talentförderung, pennplätze, ausflüge blablabla.. wennde dich über das durch die gegend geschoben aufregst, dann reg dich konsequenterweise über den kompletten förderscheiss auf.



    und die schule is nu ma beeindruckend, nich nur wegen der kohle. da kann man sich als bescheurter elternteil beruhigt zurücklehnen und seinen sohn in guten händen wissen. nich nur wegen team und förderung selbst, sondern auch weil hopp und anhang in dem ruf stehen alles nach konzept und durchdacht zu organisieren. genau das was man sich als bescheurter elternteil wünscht.



    das aggressiv abgeworben wird, weiß ich jetzt nich, wenn das aber einer sagt, dessen förderung einen nach hoffenheim abgewanderten hatte, sollte man das auch hinterfragen.

  • User
  • 03.08.2008 21:09:49 unionchemiker

    und immer noch kein wort über die scheiß eltern von der werten sonne. stattdessen werden betreuer zitiert, pah....



    wenns in lautern exakt so ist wie in hoffenheim, woran liegt dann der wechsel? richtig, am geld und der mangelnden perspektive. leichenfledderei beinhaltet das vorhandensein einer leiche. warum iss der patient verstorben? aha... würde, wäre ich kein scheißelternteil (und nur aufs geld gucken), ein normal denkendes elternteil, eins, das mit dem kind gleichberechtigt dessen mittelbare zukunft plant und bespricht, dann würde ich immer die besseren alternativen wählen. in diesem falle kein verlogenes und abgehalftertes lautern. eins, dass sich durch ...ach scheiße, ich reg mich darüber nich noch mal auf.



    objektivität war nie deine stärke, wenns um deine bauern ging sonne. das ist in ordnung so, aber bennenne es dann auch dementsprechend und komm nicht mit so nem halbseidenen blödsinn daher!



    würde das alles sagen wir in mecklenburg ablaufen, wär es dir sowas von latte. aber nun betrifft es einmal deine region und 5( oh mein gott, FÜNF spieler wechseln zum sportlich besseren jugendmeister!) spieler deines hühnerhaufens und die katastrophe iss perfekt. lächerlich!

  • User
  • 03.08.2008 21:57:53 Discender

    Das Ganze ist doch ein Problem des Systems in unserer Gesellschaft und kein spezifisches Fußballproblem. Es läuft doch immer auf das Geben und Nehmen hinaus. Wenn ich einen Auszubildenden für eine bestimmte Berufstätigkeit benötige, suche ich mir einen Bewerber aus, der meinen Ansprüchen genügt und wenn der meine Gegenleistung besser findet, als das eines anderen Ausbildungsbetriebes, dann nimmt er mein Angebot an. Eltern von jugendlichen talentierten Fußballspielern verhalten sich genauso wie die von Tennisspielern, Reitern oder auch von musikalischen Virtuosen. Wenn sie eine Ausbildung und eine Existenzsicherung dahinter sehen und insbes. eine verlässliche und betreute Schulausbildung zugesagt bekommen, kann ab dem 16.Lbj. sicherlich auch einem Wechsel mit mehr sportlicher, oder was auch immer dabei gesehen wird, Perspektive zustimmen. Warum soll es hierbei anders sein als bei den Profimanschaften, wobei man zwar aus wirtschaftlichen Gründen gerne Eigengewächse einbinden möchte, jedoch eigentlich alle Bundesligaklubs sich ihre Manschaft zusammenkaufen, was ich auch als normal empfinde. Letztendlich zählt in unserer Gesllschaft nur der Erfolg, also der Tabellenplatz.  

  • User
  • 03.08.2008 21:58:02 gygax

    Hab's irgendwann schon mal gesagt, Jugendarbeit ist auch bei anderen Vereinen mittlerweile eine gut durchdachte Sache, die den Kids prima Möglichkeiten gibt sich zu entwickeln. Da wurde in letzten Jahren viel in Infrastruktur investiert und Hoffenheim ist vondaheraus nix, was neuartig oder sensationell daherkommt. Wer von den Jugendlichen dann wirklich den Sprung schafft bleibt die grosse Frage. Realistisch gesehen sind es nicht mehr als 2 bis 3 pro Jahrgang, die in den ersten 3 Ligen solide Spieler werden. Der grosse Rest lernt einen anständigen Beruf und bleibt Amateur bzw. ist den grossen Gefahren des Teenagertums (Sex, Alkohol, Moped) erlegen

  • User
  • 04.08.2008 00:16:53 Otaku

    Das vermeintliche "Jugendkonzept" ist doch nur ein Feigenblatt des Hr. Hopp, einen Dorfverein Marke Kreisliga A, mit Unmengen an "New Economy"-Kohle in ein Profifussballgewand zu stecken und dauerhaft in der Buli zu etablieren. Im Moment wird dort doch wohl mehr brasilianische bzw. schwarzafrikanische "Jugend" ausgebildet.

    Soll er doch dazu stehen, damit könnte ich besser leben. Bekloppte Mäzene kennt man schließlich aus z.B. Italien und Spanien mehr als genug.

  • User
  • 04.08.2008 00:59:16 unionchemiker

    und von bekloppten bin uch täglich überdurchschnittlich umgeben. würde mit in italien und spanien aber auch nicht anders gehen...

  • User
  • 04.08.2008 09:33:04 sgu07

    das mit dem "abwerben" ist so ´ne sache. 5 spieler wechseln von lautern nach hoffenheim.

    @ anna, seh´s mal aus ´ner anderen perspektive: hoffenheim liegt von stuttgart, frankfurt,mainz und k´lautern ca. 1 stunde weg. in der gegend zwischen heilbronn und mannheim gibt´s viele jugendspieler, die es aus bisheriger ermangelung eines nahen profi-clubs auf sich nehmen mussten zum vfb, zur eintracht oder eben nach lautern zu fahren. wenn sich nun in den letzten jahren hoffenheim in der jugendarbeit leistungsmäßig an dieses niveau annäherte, dann ist es nur natürlich, dass eltern ihren 12 oder 14-jährigen sohn nicht mehr 5 x die woche 120km einfach durch die gegend fahren,  sondern alternativen genutzt werden.

    die einzigen, die mangels geld wirklich unter der 1899 konkurrenz leiden, ist die jugendabteilung von waldhof mannheim. aber die litten auch unter den abwerbern von mainz und ´lautern. sonst braucht sich in dieser richtung niemand über 1899 beklagen. ganz besonders lautern nicht, die es vor 3-4 jahren fertig brachten als erster profi-club einen spieler aus einem anderen profi-leistungszentrum (freiburg) abzuwerben. schon vergessen?

     

  • User
  • 04.08.2008 10:14:49 annasonne

    leichenfledderei, weil die chance, von den juniorenleistungsklassen hoch zu den profis bei uns wohl grade zu diesem zeitpunkt nicht näher hätte sein können. sippel, kotysch, schönheim, reinert...alle 20/21. die vier spielen seit acht jahren zusammen in einer mannschaft und spielen jetzt bei den profis stamm. aufgrund unsrer situation müssen ständig junge spieler eingebunden werden.

    der sportlich bessere jugendmeister? mit ausrufezeichen?!...die wurden erster, lautern ist im halbfinale ausgeschieden. ganz klareres gefälle ne? lautern war in den letzten jahren immer wieder mit den junioren in den endrunden.



    wenn man muddi von nem jugendspieler ist, dann weiß man genau um das, was gyx gesagt hat. und dann isses mir persönlich wichtiger, dass der bub nicht wie ne ware behandelt wird (wohl wissend, dass soviel gegenwert gar nicht in der masse stecken KANN). das sagte ich auch oben schon, haste aber geflissentlich überlesen.



    uschi, du hast null komma null ahnung von unsrer jugendabteilung. du hast was gegen lautern, kann ich auch verstehen. du hast auch recht, dass in unsrer führung vieles scheiße gelaufen ist. das hat aber mal null mit der jugend zu tun. die jugend arbeitet schon lange gut, dass sieht auch der dfb so, und da brauchste nicht so tun als ob die jugendabteilung des fck genauso chaotisch ist wie die der profis. dass die herren F/W und G damit nix anfangen konnten war nicht das problem der jugendabteilung sondern deren problem (und damit das der profiabteilung).

    das andere machen se ja gut in hoffenheim, hab ich ja nie bestritten, das machen aber, wie gesagt, wie auch gyx angemerkt hat, andere auch. aber jugendabteilungen sind nicht nur brutstätten für die lizenzspieler sondern ham ne größere verpflichtung. aber zu genau dem, so seh ich das, wird hoffenheim gemacht. muss ja auch, weil hopp sagt er will nicht ewig geld spendieren. also jetzt alles zusammensuchen und hoffen, dasses sich am ende auszahlt.



    ich habe oben schon geschrieben, dasses eben nicht unbedingt immer logisch logisch ist als KIND von lautern nach hoffenheim zu wechseln (wenn man näher dran wohnt, ist das was anderes).

    und wenn es ok ist jugendspielern mehr gehalt zu bezahlen als du und ich je in unserem job verdienen werden, dann weiß ich auch nicht mehr. und dann find ichs ok, dass der fck (und übrigens alle anderen vereine auch) das nicht so machen.

    und ja, wenns in was weiß ich wo wäre, würd ich vielleicht nicht so viel zu sagen, weil ich mich da nicht auskenne. dass dich das nicht hindert wundert mich aber nicht.

  • User
  • 04.08.2008 10:23:33 annasonne

    @sgu: da haste natürlich recht und ich erinnere an den aufschrei, als gjasula zu uns (zu den profis!) wechselte, der damals, wenn ich mich recht erinnere fast 18 war. das hatte mit ausbildung wenig zu tun, der kam zu den profis. da darf man dem spieler wohl in dem alter die entscheidung, zu welchem proficlub er gehen mag, freistellen, oder? das hat aber mit unter 16 jährigen wenig zu tun, die in diesem verein stecken.



    und mit der distanz perspektive haste recht, das hab ich aber oben auch gesagt, dasses ne ganz andere sache ist, wenn die jungs näher dran wohnen.


  • User
  • 04.08.2008 10:47:35 unionchemiker

    mir geht diese doppelmoral auf den sack liebste anna!!! würdest du nicht irgendwas schreiben, um es dann, mit den eigentlich richtigen worten zu relativieren, dann müsste mich das gar nicht jucken. aber nee, da wird ersma raufgedroschen, dann meldet irgendeiner zweifel an deiner these an oder sieht dies anders, dann kommt eine abgeschwächte version, mit der sogar der zweifler hätte leben können im vornherein.

    das iss mir zu billige polemik liebes sönnchen. unwissenheit im detail mag sein, aber unwissenheit ob der mechanismen, pah, da lach ich drüber....



    und als kleinen gedankenschubser: nachwuchsarbeit will finanziert werden. der sachsen leipzig hat mit A und B-junioren in der bundesliga gespielt. mit zweifellos guten ergebnissen. nur auf wessen kosten? mit welch überdimensionierten leistungszentrum? komischerweise sind unsere beiden vereine irgendwie seit jahren im dunstkreis von misswirtschaft und millionenschulden.



    ich erkenne durchaus unmittelbare zusammenhänge liebste.



    hervorragende jugendarbeit durch herrvorragende trainer ist das eine. das finanzieren der selbigen das andere. und wenn hoffenheim noch mehr ausgibt, dann heißt das noch lange nicht, dass du das in relation setzen darfst zum eigenen verein. das wäre grob fahrlässig....

  • User
  • 04.08.2008 11:07:27 tc160

    Ich lach mich kaputt. Ein FCK-Fan weint hier rum, weil Hoffenheim die Zwölfjährigen wegkauft. Gut, dass sich die Roten Teufel immer nur die Talente aus der eigenen Stadt herangezogen haben. Alles aus nem Umkreis von 10 km, gell? Jetzt seid ihr halt nicht mehr ganz so gefragt, schon flennst Du. Schwach.

  • User
  • 04.08.2008 18:46:38 Discender

    Was soll denn die Jammerei, es läuft doch überall so. Scouting nennt man das neu-deutsch. Die in höheren Ligen spielenden Vereine suchen sich in den unteren klassen die Talente und werden sie dann bei entsprechender Leistung und Fähigkeit dann wieder an noch höher spielende Vereine verlieren. Ob nun FCK,VfB oder Hoffenheim ist doch letztendlich egal. Wenn die Förderung von Talenten in den kleineren Vereinen Qualität haben soll, dann müßten die abwerbenden Vereine auch an diese Ausgleichszahlungen für deren teils ehrenamtliches Engagement abführen, dann wäre eine gewisse Fairneß gegeben.

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