Die Geschichte der Fußballfans

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07.07.2009

Jérôme Boateng im Interview

»Ich bin kein schwieriger Typ«

Interview: Andreas Bock  Bild: Imago

Jérôme Boateng musste sich als Kind zwischen Tennis und Fußball entscheiden. Er entschied sich goldrichtig und kickt heute beim HSV. Der gebürtige Berliner über die Angst zu verkrampfen, zerplatzte Träume und den Rapper Bushido.

Jérôme Boateng im Interview - »Ich bin kein schwieriger Typ«


Herr Boateng, erinnern Sie sich daran, als Sie zum ersten Mal gegen einen Fußball traten?

Klar, da war ich ungefähr sechs Jahre alt und spielte mit meinem Vater unten im Hof. Dort war eine Rasenfläche, auf der wir uns den Ball hin- und hergespielt haben.

War da gleich eine Faszination oder hatten Sie damals noch andere Interessen?


Ich war begeistert von meinem Fußball, den habe ich überall mit hingenommen, nachdem ich das erste Mal dagegen getreten hatte. Sogar zur Schule bin ich mit dem Ball am Fuß gelaufen. Als ich zwölf Jahre alt war, habe ich Tennisstunden genommen, musste mich aber aufgrund des Zeitaufwands recht schnell für eine Sportart entscheiden. Diese Entscheidung fiel mir nicht schwer.



Kamen Sie über Ihren Bruder zum Fußball? Oder fingen Sie zeitgleich an zu spielen?

Zum Fußball kam ich über meinen Vater. Er und meine Mutter haben mich jederzeit unterstützt und mich immer zum Training und zu den Spielen gefahren. Meinen Bruder, der ja eigentlich mein Halbbruder ist, habe ich erst regelmäßig an den Wochenenden gesehen, als ich zehn Jahre alt war. Da waren wir beide schon heiß auf Fußball.

Würden Sie den Kindern und Jugendlichen von heute raten, früh in einen Verein einzutreten oder sollten sie ihre Lehrjahre eher auf der Straße verbringen?

So früh wie möglich in einen Verein eintreten. Dort man lernt sehr früh sehr viel. Und auf der Straße kann man ja auch noch jeden Tag nebenbei spielen. Aber egal welche Entscheidung man trifft – entscheidend ist der Spaß am Fußball.

Fühlen Sie sich als Straßenfußballer?

Ich fühle mich schon als Straßenfußballer, ich bin erst als Zehnjähriger bei TeBe Berlin eingetreten und habe vorher auf der Straße gekickt.

Was bedeutet das für Sie: Straßenfußball?

Das hat für mich immer großen Spaß bedeutet, man kann ein bisschen was ausprobieren und auch mal jemanden verarschen.

War Fußball für Sie immer ein Spiel? Oder war es irgendwann auch Arbeit?

In erster Linie ist es für mich ein Spiel. Jetzt als Profi bin ich Angestellter des Hamburger SV, also ist es meine Arbeit. Eine Arbeit, die unglaublich viel Spaß macht. Wobei es auch andere Zeiten gibt, zum Beispiel die Saisonvorbereitung. Das ist mehr Arbeit als Spaß.


weiterlesen [1] [2] [3]



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Kommentare

  • User
  • 18.07.2008 00:58:58 Marco vorm Kasten

    Super Interview! Ich dachte immer, Boateng ist eher so der Spacken - aber ist tatsächlich ein ehrlicher Typ. Bin überrascht und Fan!

  • User
  • 18.07.2008 09:16:26 qwertz3000

    Es gibt keinen guten Döner in Hamburg? Das ist ja ein Ding!

  • User
  • 18.07.2008 13:09:31 Atatenango

    "in Hamburg scheint man automatisch ein HSVer zu sein. Man spürt überall, an jeder Ecke, dass sich Hamburger mit dem HSV identifizieren. Sie lieben und leben den Verein, das ist wirklich beeindruckend. Der HSV ist in Hamburg nicht EIN Verein, sondern DER Verein."

    Naja, ich weiß ja nicht, wo der sich so aufhält in Hamburg...Blankenese? Obwohl, da interessiert wahrscheinlich niemand für Fußball, eher für Golf und Segeln oder so.
    Aber ansonsten, schon sympatischer als gedacht!

  • User
  • 18.07.2008 13:33:41 h_g_bruns

    >>
    Ist es heute angesichts der unglaublich vielen Möglichkeiten, sich abzulenken (Musik, Ausgehen, Mädchen etc.), ungleich schwerer als früher, wirklich Profifußballer zu werden?
    <<

    ach, wir hatten ja früher wirklich nix

  • User
  • 19.07.2008 13:34:40 Kaangol

    Das ist mit das schlechteste Interview, das ich bei 11Freunde bisher gelesen hab. Und ich würde wetten, dass mindestens 50% der Antworten von Boatengs Berater korrigiert wurden. (Welcher Bushido-hörende Teenager redet in so merkwürdig hochgestochen formulierten Sätzen?) Das Abdrucken dieses Interviews hätte man sich meines Erachtens gleich sparen können. Mich würde aber sehr interessieren, was der Junge wirklich geantwortet hat...

  • User
  • 19.07.2008 14:09:29 schappi1848

    Woher weißt Du das? Hast mit ihm die Schulbank gedrückt?

  • User
  • 19.07.2008 16:44:31 YetiAmMittag

    Oh du schöner Stereotyp...

  • User
  • 19.07.2008 18:01:33 UrmelAusmEis

    @ HGB: Hab ich mir bei der Frage auch gedacht. Wenn meine Onkels von früher erzählen, dann gab es damals nur Musik, Mädchen und Ausgehen. Vielleicht noch Motorräder.
    Obwohl, jetzt beginne ich zu verstehen: Deshalb hat keiner meiner Onkels je Bundesliga gespielt...


    Hätten der Interviewer Internet, Playstation und Fernsehen genannt, dann wär es vielleicht eine kluge Frage geworden.

  • User
  • 08.07.2009 12:59:15 AntiMöller

    @Kangool: die hier abgedruckten Sätze findest Du "hochgestochen"???
    Ich finde eine Aussage vernünftig, wie: "...deshalb muss ja nicht jeder Bushido hören". Gibt ja auch reichlich guten Hip Hop.

  • User
  • 08.07.2009 13:00:36 AntiMöller

    Ach Du Scheiße! Sooo alt ist das schon? Sorry für`s bumpen!

  • User
  • 08.07.2009 13:17:24 Blaus

    Ach kommt schon, natürlich haben die da n bisserl was dran verändert. Aber mal ohne Flachs, nach welchem Interview wird nicht am Text geschraubt? Vllt noch bei Hans Meier, aber dann hörts doch schon auf. Kann mir im Leben nicht vorstellen, dass der einige Sachen exakt so gesagt haben soll, wie se da oben abgedruckt sind. Aber ich denke seine Aussagen sind im Kern nicht anders...von daher: möglich, dass der Typ n bisschen zu oft mitm Kopf gespielt hat. Aber n Vollasi isser nicht.

  • User
  • 08.07.2009 14:17:13 die12

    scheint ja einigen leuten schwer zu fallen, dass der junge nicht die stereotypen vom ghetto-proll-kid bedient/erfüllt.
    (dabei wussten viele in berlin schon lange, dass dit der bessere boateng ist.)
    sympatisches interview, das sogar trotz steilpass des interviewers ohne hoeness-bashing auskommt. - RESPEKT!

  • User
  • 08.07.2009 15:28:28 ColePorter

    Sympathisches Kerlchen, ja.

  • User
  • 08.07.2009 15:29:11 Matzator

    @Kaangol

    Du hast natürlich Recht. Ein tätowierter Farbiger mit Migrationshintergrund (und dann noch aus Berlin) würde in tausend Jahren keinen vernünftigen Satz zustande kriegen.

    Jetzt mal im Ernst: Schämst du dich nicht deiner Vorurteile? Btw Ich bin Russlanddeutscher und habe meine Sätze auch selbst geschrieben. Hoffe du überlebst den Einsturz deines Weltbildes.

  • User
  • 08.07.2009 15:56:27 Andreas Blenke

    Die Jungs lachen sich doch wahrscheinlich kaputt bei Bushido. Wir alten Couchfußballer und die ganze Journaille kriegen Musiktrends doch erst mit, wenn das Zeug dann auf MTViva läuft -- und damit Jahre zu spät.

    Außerdem: Bei der WM 2006 haben sie Xaver Naidoo gehört -- und es hat trotzdem Spaß gemacht.

    Auf den Jérôme Boateng freu ich mich schon in der Nationalinnenverteidigung.

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