Die Geschichte der Fußballfans

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23.05.2011

Lajos Detari zieht Bilanz

»So möchte ich nicht sterben«

Text: Maximilian Hendel  Bild: Imago

Lajos Detari war ein Komet: Er zog 1988 gleißend am Firmament der Frankfurter Eintracht vorüber und verglühte nach nur einer Saison. Was ist aus ihm geworden? Wir spürten das einstige Mittelfeldgenie in der griechischen Provinz auf.

Lajos Detari zieht Bilanz - »So möchte ich nicht sterben«


Lajos Detari, wo sind Sie?

Ich bin seit Januar Trainer hier in Poros. Das ist ein kleiner Verein in Griechenland unweit von Athen, wo ich sehr glücklich bin.

Was bedeutet Ihnen der Fußball noch?

Fußball ist alles, ich habe mit sechs Jahren angefangen, jetzt werde ich bald 45. Mein ganzes Leben ist Fußball.



Warum gerade Fußball?

Ich fing an, weil wir in Budapest direkt neben einem Fußballplatz wohnten, um den herum auch viele Kinder lebten. Wir haben jede freie Minute nur Fußball gespielt. Da Ungarn zu dieser Zeit ganz arm war, haben wir jeden Tag sechs bis sieben Stunden Fußball gespielt.

Mit zwölf Jahren kamen Sie in die Kaderschmiede von Honved Budapest, stiegen in die erste Mannschaft auf und wechselten 1987 zu Eintracht Frankfurt. Wann war der Gedanke in Ihnen gereift, ins Ausland zu wechseln?

Ich durchlief alle Nachwuchsmannschaften, war 1981 oben angekommen und habe das erste Mal mit der ersten Mannschaft gespielt. Wir wurden drei Mal ungarischer Meister, ich wurde Torschützenkönig, Nationalspieler, und der ungarische Verband hatte die Idee, die jungen Spieler vielleicht ins Ausland gehen zu lassen, damit wir wieder eine starke Nationalmannschaft bekommen.



Es sollen ja mehrere europäische Vereine interessiert gewesen sein. Warum entschieden Sie sich gerade Frankfurt?


Darauf hatte ich gar keinen Einfluss. Ich weiß es nicht. Alle Gespräche liefen hinter meinem Rücken, ich war nur ein Spieler, und der ungarische Verband hat das alles bestimmt. Ich weiß nicht, ob es andere Möglichkeiten gab, vielleicht nach Monaco oder sogar Barcelona zu gehen. Aber der Verband hat das mit Frankfurt gedreht. Und damit war ich sehr glücklich, weil die Bundesliga zu der Zeit eine der stärksten Ligen der Welt war.

Sie hatten Anlaufschwierigkeiten. Die Mannschaft steckte tief im Tabellenkeller, sie spielten nicht gut und gerieten schnell ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik. Wie schwer waren diese ersten Monate für Sie persönlich?

Das war eine sehr schwere Zeit. Es war damals so ein großer Sprung aus dem armen Ungarn in eines der reichsten Länder der Welt zu kommen. Ich war noch sehr jung, 24 Jahre, kam aus einem anderen Land, sprach nicht deutsch, habe eine andere Mentalität. Ich brauchte einfach Zeit. Mit dem Training habe ich kein Problem gehabt. Es ist nicht so, dass wir bei Honved keinen Fußball gespielt haben (lacht).

Gab es Tage, an denen das Heimweh so groß war, dass Sie nur nach Hause wollten?

Nein, wenn es schlecht läuft, gehe ich doch nicht einfach nach hause. Das ist nicht unsere Mentalität. An schlechten Tagen habe ich viel mit István Sztani (floh nach dem ungarischen Volksauftand und wurde 1959 mit der Eintracht Deutscher Meister, Anm d. Red.) gesprochen. Er hat mir einfach gesagt: „Du musst noch mehr arbeiten, um das zu ändern, hab Geduld, bleib ruhig, deine Zeit wird kommen. Du lernst Deutsch, und du wirst gut spielen.“ Aber auch Kalli Feldkamp, Wolfgang Kraus (damaliger Manager, Anm. d. Red.) und Charly Körbel waren immer für mich da.

Gab es einen Zeitpunkt, von dem an Sie sich in Frankfurt richtig wohl gefühlt haben?

Im Januar 1988 hatten wir in Frankfurt ein Hallenturnier, und ich spiele sehr, sehr gerne in der Halle. Dort ist es super gegangen, wir haben richtig gezaubert, die ganze Halle hat getobt. Da merkte ich, dass ich dazugehöre und ein Teil von Eintracht Frankfurt bin.



Ergänzung zu 11 FREUNDE Spezial: 80er

Das waren die Achtziger


weiterlesen [1] [2] [3]



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Kommentare

  • User
  • 13.12.2009 00:03:04 SensiSeedz36

    Also sorry aber langsam reichts.
    Dieser Artikel wqar mind. schon 3 mal hier auf der Homepage veröffentlicht. Immer dieses aufgewärmte zeug, genau wie das Bodden-Interview (mit dem Einstieg: Ihr Club 1860 ist an der Tabellenspitze... ja sicher doch).

    Was bringt mir ein iterview, dass heutzutage gar nicht mehr so von der interviewten person gegeben werden würde, bzw. nun anders ausfallen würde??? Wenn es um Altstars geht, will ich wissen, wie es denen heute geht, und nicht was die vor 2 Jahren mal für eine Meinung hatten.

    P.S.: Ich kündige mein Abo, wenn nicht endlich mal Schatzschneider von dieser Seite verbannt wird. Wen interessiert dieser 0815-Möchtegern-Altstar?????????????
    Ok, richtige Stars hat 11Freunde halt nicht als Laber-Partner, oder hab ich die ganzen Beckenbauer-, Müller- oder Breitner-Interviews etwa übersehen??? Das würde mich mal interessieren...

    Bei so wenig Artikeln am tag wird doch mal einer Zeit für neue Interviews haben oder was macht ihr den ganzen Tag???

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