Arnd Zeiglers Plädoyer
Warum ich den SV Werder liebe
Text: Arnd Zeigler Bild: Promo

Eines vorweg: Meine Antipathie gegen die Bayern ist nicht mehr so monströs wie vor vielen Jahren. Damals, als ich nicht mehr vom „bösen Watz“ schlecht träumte, sondern manchmal von Hansi Pflügler.

Mein etwas gebröckelter Bayern-Hass hat eng mit der Person von Manager Uli Hoeneß zu tun, den ich inzwischen beinahe mag. Es muss an der Altersmilde liegen – ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob an seiner oder an meiner.
Aber kommen wir mal zum Eingemachten: Um zu demonstrieren, weshalb man Bayern München nicht unbedingt mögen muss, ziehe ich gerne eine kleine Metapher zu Hilfe. Ich vergleiche meinen Lieblingsverein und die Bayern mit zwei Architekten. Beide bekommen die Aufgabe, ein möglichst tolles Haus zu bauen.
Der eine Architekt, nennen wir ihn „Dipl. Ing. Werner Bremen“, hat für dieses Haus eine Summe von 200 000 Euro zur Verfügung. Der andere Architekt, nennen wir ihn „Uli Wurst“, bekommt für dieselbe Aufgabe 2 000 000 Euro. Am Ende haben beide Kollegen traumhafte Häuser gebaut, die sich in punkto Attraktivität in letzter Konsequenz eigentlich nur durch eine etwas höherwertiges Garagentor beim Kollegen aus München unterscheiden. Ja, es ist sogar noch schlimmer: Im Grunde ist das billige Haus schöner geworden, weil der Entwurf aus München viel überteuerten, etwas protzigen Schnickschnack enthält.
Und nun fragen wir den Schiedsrichter: Welcher Architekt hat den respektableren Job gemacht? Aus sportlicher Sicht, ganz neutral betrachtet, war es der aus Bremen, der mit weniger Geld ein nahezu identisches Resultat hinbekommen hat. Oder?
An dieser Stelle schiebe ich in meine schon etwas gebückte Metapher (ich bringe sie wirklich bei jeder Gelegenheit so penetrant an, dass es schon nicht mehr schön ist!) den vorsichtigen Satz ein, dass ich den Bayern das Geld nicht neide, weil sie es sich höchst ehrbar über viele Jahrzehnte erwirtschaftet haben. Anders als Schalke zum Beispiel. Aber aus heutiger Sicht und den Jetzt-Zustand betrachtend, kommen in Bremen einfach der bessere Job und die größere Leistung zum Vorschein. Deshalb bin ich stolz auf meinen Verein, und das ist mal der erste wichtige Punkt.
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