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Helmut Hack im Interview

„Meine Heimat, meine Aufgabe“

Interview: Christian Dittmar  Bild: Imago

„Meine Heimat, meine Aufgabe“

Helmut Hack, mussten Sie sich schon dumme Sprüche wegen des niedlichen Sponsorennamens »Playmobilstadion« anhören?

Es werden schon mal in fremden Stadien die Plastik-Männchen rausgeholt. Aber bisher hielt sich das in Grenzen.

Ist der Name »Playmobil« nicht auch ein Sinnbild für die Fürther Mannschaft? Sie ist jung, spielt gut mit, schafft es aber nie ganz nach oben.

Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Es waren andere Überlegungen, weshalb wir dieses Stadion im Ronhof »Playmobil-Stadion« genannt haben. Und wenn man das Potenzial der Mannschaft betrachtet, haben wir in den letzten elf Jahren sportlich weit über unseren Möglichkeiten abgeschnitten – was national mehr anerkannt ist, als hier in Fürth.

Wann waren Sie zum ersten Mal im Sportpark Ronhof?

Oh, da war ich noch ein ganz junger Kerl. Ich war etwa zwölf, und mein Bruder hat in Fürth gearbeitet. Ich besuchte ihn über die Winterferien und er nahm mich mit. Ein Freundschaftsspiel gegen Eintracht Braunschweig war dann meine erste Begegnung mit dem Ronhof. Damals war ich überhaupt das erste Mal in einem Fußballstadion – insofern war es natürlich sehr eindrucksvoll für mich.

Wie hat sich das Stadion im Laufe der Zeit verändert?


Es hat sich über die Jahrzehnte leider sehr schlecht entwickelt. Als ich 1996 mein Amt als Präsident der SpVgg Greuther Fürth antrat, war ein trauriger Tiefpunkt erreicht. Ohne sofortige einschneidende Maßnahmen hätten wir im Ronhof in der 2. Bundesliga kein Spiel bestreiten dürfen.

Sie waren mit dem Verkauf der Namensrechte ein Vorreiter in Deutschland. Hätten Sie 1997 gedacht, dass sich dieses Konzept durchsetzen würde?


Nein. Es wurde aus der damaligen Situation, in der sich das Stadion und der Klub befanden, heraus geboren. Damals gab es noch keine Vorstellungen, wohin sich der Markt entwickeln würde.

Schauen Sie auch manchmal neidisch rüber zum Club mit seinem WM-Stadion?


Das Wort »Neid« kenne ich überhaupt nicht. Auch nicht im Verhältnis zum Club. Wir hätten natürlich gern ähnlich gute Rahmenbedingungen. Da geht es nicht nur um den 1. FC Nürnberg mit seinem »Easycredit«-Stadion, sondern um die Rahmenbedingungen schlechthin, bei denen wir immer stärkere Wettbewerbsnachteile haben.

Der Ronhof hatte bereits 1920 25000 Plätze. Wann wird er wieder diese Kapazität erreichen?

Also der Ronhof hat heute, wie von der DFL gefordert, eine Kapazität von 15000 Zuschauern. Und bei allem, was wir tun, versuchen wir genau in diesem Limit zu bleiben, da das Stadion mitten in einem Wohngebiet liegt und wir in einem guten Einvernehmen mit unseren Nachbarn leben wollen.

Sie spielten selbst noch für Vestenbergsgreuth. Hätten Sie gern auch einmal im Ronhof gespielt?

Dafür bin ich ja schon viel zu alt, auch schon 1996, als ich hierher kam. Aber wenn ich mir jetzt den Rasen anschaue, wäre das natürlich schon eine Steigerung. Die Frage hat sich nur rein faktisch nie ernsthaft gestellt.

Was macht für Sie den Reiz des heutigen Stadions aus?

Wissen Sie, das Stadion ist inzwischen meine Heimat, meine Aufgabe, mein Lebenswerk. Hier haben wir mit unseren eigenen Händen und ohne jegliche Hilfe von außen immer wieder investiert – als wir die Gegentribüne errichtet haben, als die Haupttribüne wesentlich verbessert wurde, als wir die Südtribüne angehängt und das Flutlicht installiert haben. Jeder Baustein davon ist auch kleines Stück von mir.



Aus Heft #73 12 / 2007


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