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Offener Brief an den FC Bayern München

„Ihr macht die Liebe kaputt“

Text: Ralf Schiller  Bild: Imago

„Ihr macht die Liebe kaputt“

Zu Händen
Herrn Uli Hoeneß und
Herrn Karl-Heinz Rummenigge



Immer wieder gehen mir seine Worte durch den Kopf: „Das ist eine populistische Scheiße..“ Es stimmt mich traurig. Traurig weil er... „unser“ Uli Hoeneß so fehl liegt...

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Ich habe ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, am Montagabend an der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München teilzunehmen, um Herrn Rummenigge und Herrn Hoeneß auf das mir so wichtige Thema „Stimmung der Bayern-Fans“ anzusprechen. Gut, dass ich es nicht getan habe. Andere haben es getan. Ich wäre noch mehr frustriert.

Ich bin 38, Abteilungsleiter, Ingenieur, Vater, habe zig Jahre Kreisliga gekickt, ein wenig Bezirksliga, ein paar Jahre als Coach gearbeitet, und als ich 5 war, wurde ich Bayern-Fan. Ich bin inzwischen auch Mitglied beim FCB, auch wenn ich mir trotzdem die Eintrittskartenkarten von dubiosen Händlern bei eBay ersteigern muss. Ich zähle Ihnen dies nur auf, damit Sie sich ein Bild machen können.

Ich bezeichne mich als richtigen Fan. Einer, der versucht, die 350km ins Stadion möglichst oft zu schaffen. Einer, der den Fußball liebt, die Stimmung und die Atmosphäre im Stadion. Einer, der Tränen unterdrücken muss und dem es eiskalt den Rücken runterläuft, wenn Mehmet seine letzte Runde dreht. Einer, der die Gesänge liebt, der gerne lauthals die Mannschaft unterstützt. Einer, der vor wenigen Tagen beim Pokalspiel gegen Gladbach den schwärzesten Tag in seinem Fan-Dasein erlebt hat.

Sie versprachen uns, mit der Allianz-Arena werde alles viel besser. Vor allem die Stimmung. Keine Leichtathletikbahn mehr, näher am Spielfeld. Die Teilung der Südkurve in Süd und Nord - Verdopplung unserer Stimmgewalt. Die Verbannung der Gästefans, oben irgendwo ins Eck. HA! Ein lautes HA! Kann ich da nur sagen.

Denn das Ergebnis ist mehr als frustrierend. Die Stimmung wurde in der Allianz-Arena deutlich schlechter, und mit all den Sanktionen und »modernen Eventbeschallungen« sank sie auf den Nullpunkt. Dieser Nullpunkt war, für mich persönlich, dieses letzte Pokalspiel gegen Mönchengladbach. 90 Minuten war nichts, rein gar NICHTS, null, keine Gesänge oder Unterstützung seitens der Bayern-Fans zu hören, ausgenommen dreimal mittelmäßiger Torjubel und einmal der Versuch eines „Bayern, Bayern“...

Und stattdessen? 90 Minuten wird man von feiernden, zahlenmässig weit unterlegenen Gladbach-Fans beschallt. 90 Minuten musste ich mir die Gesänge anhören. Aber was heißt 90 Minuten? Es ging danach im obligatorischen Stau vor der U-Bahnstation weiter, im Bahnhof, in der U-Bahn etc. Ich habe mich zum ersten mal geschämt, Bayern-Fan zu sein, stop! Ich erweitere meine Aussage: Ich war neidisch! Furchtbar neidisch, dass uns diese Zweitliga-Fans die Show gestohlen haben, dass der Sieg bitter wie eine Niederlage schmeckte.


weiterlesen [1] [2]



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Kommentare

  • User
  • 14.11.2007 09:35:40 TusNummer6

    Zumindest ein Aspekt ist hier völlig deplatziert: die Erwähnung, man hätte sich auch in der U-Bahn noch lautstärketechnisch von den Gladbachern übertönen lassen. Inwiefern sind da Allianz Arena und Vorstand schuld?
    Als Nicht-Bayernfan habe ich die Meinung, die wohl die Mehrheit der deutschen Fussballfans zu diesem Thema hat: ich weiß auch, dass die Bayern hausgemachte Probleme mit ihren Fanklubs wie der Schickeria haben, dass Sachen wie Teilung der Fankurve nicht sonderlich glücklich sind und dass es durchaus Gruppierungen gibt, die in der Lage sind, für Stimmung zu sorgen, aber das alles täuscht über das entscheidende nicht hinweg: bei Münchner Heimspielen war noch so gut wie nie, ausser bei berauschenden CL-Spielen, eine Festtagsstimmung, mit 90 Minuten Gesang, den unterschiedlichsten Gesängen (ich höre in München immer die selben paar Gesänge), immer angepasst an das Geschehen aufm Platz. Sicher war Herrn Hoeneß' Wortwahl nicht glücklich, aber es auf die Umstände in der Arena zu schieben, dass man sich von Auswärtsfans in Grund und Boden singen lässt, ist wohl zu einfach - wenn die Heimfans wollen, kriegen sie jede Auswärtssingerei übertönt, weil sie einfach viel mehr sind! Dazu kommt, dass Auswärtsfans in der AA sicher besonderen Spaß und Ehrgeiz haben, das Stadion in ihren "Besitz" zu bringen. Ich vermisse da die Gegenwehr des Bayern-Publikums....

  • User
  • 14.11.2007 10:06:26 TusNummer6

    Darüber hinaus geht mir diese Definition, ob man jetzt "echter" Fan ist oder nicht, auf die Nerven, egal in welchem Forum und bei welchem Verein. Sich selbst oder andere irgendwie abstempeln, das bringt nicht wirklich was....
    Und ich glaube auch nich, dass die Herren Hoeneß, Rummenigge etc. die , wie hier so plakativ gefragt wurde, "Gröhler" aus dem Stadion haben wollen, im Gegenteil, so wie ich sie verstehe, wollen sie, dass die Gröhler wieder intensiver ihrem Job nachkommen, dem Gröhlen!
    Wie schon erwähnt, mich macht das fassungslos, wie sich beschwert wird, dass Auswärtsfans die Stimmung in der Allianz Arena beherrschen, als könne man selbst ja gar nichts dagegen tun....

  • User
  • 14.11.2007 10:27:13 calimero

    Die sind sich doch zu fein zum Gröhlen. Das ist ne Anhäufung von Kunden, wie bei uns auf der Haupttribüne, nur zehn mal so viele und im ganzen Stadion verteilt. Da kann man froh sein, wenn die mal die Hände zum Klatschen zusammen kriegen.

  • User
  • 14.11.2007 10:45:18 Monfriez

    Treffende Bestandsaufnahme - wirklich. Als Mitglied des FCB bin ich von Hr. Hoeneß Wutausbruch sowohl von dessen Heftigkeit als auch Aggressivität gleichermaßen überrascht und enttäuscht, soviel Realitätsverlust auf einem Haufen ist traurig für einen der mitgliederstärksten Clubs der Welt.
    Ich war an diesem besagten Abend auch im Stadion, bin mit nem Studienkollegen von Innsbruck aus zum Spiel gefahren und wir waren beide enttäuscht von der "Stimmung" im Stadion. Dies war zudem das erste Pflichtspiel, das ich in der Allianz Arena gesehen habe. Bei der WM (Tunesien vs Saudi-Arabien, ja es darf gelacht werden) und gegen Barcelona hat die Bude auch nicht gerockt. Wir sind etwa schräg unterhalb der Gladbacher gesessen und ich kann Ralf Schiller nur zustimmen, von Bayern Seite war nicht einmal der Versuch einer Gegenwehr zu erkennen. Die Gladbacher haben 90min durchgesungen und gekonnt die kläglichen "Bayern, Bayern" Versuche der getrennten Fanblöcke unterbunden bzw. zu pointierten Zwischenrufen (Sch***) genutzt. Der Stadionsprecher ist mit der nervigste Unsympath im deutschen Fußball und ein weiterer Grund für mich, so schnell nicht wieder ins Stadion zu fahren.

  • User
  • 14.11.2007 10:46:02 penalty

    da fällt mir nur eins ein: jeder verein hat die fans, die er verdient *pling

  • User
  • 14.11.2007 11:06:29 unionchemiker

    oh, da spende ich gleich mit! wie oft musste man sich von diversen trotteligen anhängern dieses vereines anhören, wie geil das stadion ist, wie geil das alles ist und überhaupt....scheisschen sach ich nur...

  • User
  • 14.11.2007 11:07:14 Grandmaster

    Wenn ich das richtig verstanden habe ist doch das Hauptproblem der einzelne Fan und nicht "der Uli". Wenn es 66.000 abzüglich der Gästefans und Logen nicht schaffen eine handvoll Gäste zu übertönen dann stell ich mir die Frage was das für Fans sind! Aber die aktuelle Situation auch Krise genannt ist das beste Beispiel dafür. Bayern ist ERSTER und trotzdem heulen alle rum, dass alles Scheiße ist!
    Wenn ich dann miterlebe, dass der ganze Frankfurter Fanblock in Nürnberg trotz des 1:5 am feiern war komme ich zu dem Schluss, dass sich die Bayernfans mal an die eigenen Nase fassen und selbst für Stimmung sorgen sollten.

  • User
  • 14.11.2007 11:13:17 unionchemiker

    bestes beispiel bleibt doch der auswärtsauftritt der bayern im pokalfinale gegen frankfurt. nix allianzarena. da war die stimmung im bayernblock aber mal richtig fürn arsch. und wenn man sich die giselas und horstls dieser welt um einen herum mal angesehen hat, weiß man auch, warum. ach ich vergaß, in berlin gibts ja ne laufbahn bis zum spielfeld.

    was lob ich mir da das frankfurter publikum....

  • User
  • 14.11.2007 15:39:37 viererkette

    Bingo. Ein recht guter Artikel ich bin seit 12 Jahren Bayern Fan aber das war wohl der Tiefpunkt, ich bin wirklich enttäuscht. Ich bin Mitglied und habe auch keine Dauerkarte muss also auch die ebay Strapazen auf mich nehmen wie im Artikel bereits geschildert wurde. Außerdem braucht man sich über die Stimmung nicht wundern wenn selbst in der Nordtribüne im Unterrang auswärtige Fans stehen. Es sind auch definitiv zu viele Logenplätze. Man braucht sich im Stadionplan nur mal anzuschauen wie viele Plätze Logenplätze sind. Uli Hoeneß hat ja auch gesagt ihr wollt in der Champions League spielen ihr wollt dies ihr wollt jenes. Trifft vielleicht auf viele zu aber es gibt genauso auch Fans die nicht darauf bestehen. Mich z.B. hat keiner gefragt, ich brauche keine Allianz Arena, ich brauche keine Tonis und Riberys und wie sie alle heißen. Es ist zwar nett den beiden zuzuschauen aber drauf bestanden habe ich nicht. Uli Hoeneß hat auch gesagt dass wir in die CL wollen. Wer hat Felix Magath rausgeschmissen als das Erreichen der CL Plätze in Gefahr war ? Ich bestehe nicht unbedingt auf die Champions League. Das ist die Führungsetage des Vereins. Aber wenn der gemeine Fan nicht gut genug für den Verein ist, dann sollte Herr Hoeneß sich mal überlegen ob er nicht das ganze Stadion zu Logenplätzen umfunktionieren will. Ich habe mir eigentlich geschworen dem Verein immer treu zu bleiben aber wenn dem Herr Hoeneß das gemeine Volk in der Arena nicht gut genug ist dann bin ich doch schwer am überlegen ob ich meine Mitgliedschaft nicht doch beende und mich nach einem neuen Verein umsehe. Jetzt mal abgesehen von der Stimmungsdiskussion ist es keine Art und Weise einfach mal zu sagen "Fans ihr seid dem Verein nicht gut genug weil ihr für eure Karten zu wenig bezahlt"
    Was die Stimmung im Stadion angeht muss ich der Beiträge hier jedoch zustimmen die meisten Bayern Fans kriegen ihren Mund einfach nicht auf. Ich wurde in der Nordtribüne Unterrang (hinter der Eckfahne) mal angepöbelt warum ich mich nicht hinsetze und das obwohl die Kategorie Stehplätze sind. Man wird dann auch teilweise dumm angeschaut wenn man Stimmung machen will. Traurig aber wahr so ist es in der Allianz Arena. Wirklich kein schöner Ort.

  • User
  • 14.11.2007 16:32:13 penalty

    der letzte absatz sagt alles.
    den bayern laufen in scharen die stehplatz-fans weg und dann gibts dort nur noch großkopferte. wäre doch mal was. dem uli wärs wahrscheinlich egal. werden noch ein paar plätze für besser betuchtes publikum und aufstehn geht dann nur auf komando des stadionsprechers. nächstes jahr gibts dann die eventuelle meisterfeier im bmw- oder siemens-vorstandsgebäude und nur für geladene gäste. für cash versteht sich. man will ja schliesslich international voll angreifen. braucht man jeden cent für... wo das fernsehn schon nix zahlen will. vlt. sollte sich bayern dann auch nen öl-magnaten zulegen.

  • User
  • 14.11.2007 19:41:57 coldinho

    Fakt ist, dass die Stimmung auf den Rängen bei den Bayern immer mau war. Aber es ist auch Fakt, dass seit dem die in diesem "hässlichen Etwas" spielen, ist gar keine Stimmung mehr vorhanden (ausgenommen vom Gegner). Da hat aber nicht nur das Stadion schuld, sondern eher die gesamte Zielgruppe des FC BAYERN MÜNCHEN!

    Ich wähle bewusst den Begriff der Zielgruppe um von den Fans zu differenzieren. Denn zur Zielgruppe gehören selbstverständlich auch die Sponsoren. Sorgen machen sollte man sich wenn die Sponsoren in der Zielgruppe überwiegen. Oder nicht? Kommt auf die Perspektive an!

    Auf jeden Fall hat der FC BAYERN MÜNCHEN keinen Bruch mit seinen Fans! Denn solange die Bayern in der Tabelle oben stehen sind die Sponsoren ja froh und munter!

  • User
  • 14.11.2007 20:29:54 penalty

    muss dann also eigentlich heissen, der fc bayern hat keinen bruch mit seiner zielgruppe. mit einigen fans schon(siehe offener brief-autor, monfriz, viererkette).

  • User
  • 14.11.2007 21:14:04 Stinkbaer

    Den offenen Brief an die Fans finde ich auch ziemlich klasse. Gut, sie können ja jetzt auch nicht einfach schreiben, dass der Uli mit dem Kalle halt mal wieder ausgetickt ist, weil die Tabletten alle waren. Also schreiben sie das alles nochmals etwas besser ausformuliert auf, verpackt in Bayern-Familie und wir sind der FC Bayern.
    Jetzt hat Hoeneß´ blinde Wut auch die eigenen Fans erwischt, die seine diversen Entgleisungen in den letzten Jahren immer noch mitgetragen haben. Augenscheinlich ist aber niemand da, der den Mann zur Vernunft bringen kann, der Kalle ist ähnlich gestrickt, nur noch unsympathischer und dem Franz ist das alles sowieso egal, so lange seine Werbekarriere darunter nicht leidet. Und da wären wir ja dann auch bei der Zielgruppe des FC Bayern, die allen am meisten am Herzen liegt, den diversen Wirtschaftsunternehmen, die Bereit sind ihr Geld zu geben, für was auch immer.

  • User
  • 14.11.2007 21:57:29 Eurofighter

    Meine Meinung ist, dass die Bayern - Fans zu sehr verwöhnt wurden von ihrer Mannschaft in den letzten 10 Jahren. Da war zu viel Erfolg. 2 Champions League - Finals, ein Halbfinale im Jahr 2000, dazu einige Viertelfinal - Teilnahmen und Meisterschaften und Pokalsiege nach Belieben. Die Fans können sich halt nicht so an großen Spielen erfreuen wie der Rest der Liga. Ich zum Beispiel bin jetzt schon total heiß auf den letzten Spieltag der CL- Vorrunde, weil ich glücklicherweise ne Karte gegen Trondheim bekommen habe und Schalke an diesem Tag etwas großes schaffen könnte. Genauso ein Freund von mir - Werder Fan - er fährt auch allein nach Bremen, um Werder gegen Real zu sehen. Oder die Nürnberg - Fans, für die ist allein schon die Teilnahme am Uefa - Cup ein Riesenerlebnis nach all den Scheißjahren in Liga 2.
    Was ich damit sagen will...... Die Bayern - Fans würden wohl nur müde darüber lächeln, dass ich am 11.12. schon morgens nervös bin, weil abends Rosenborg Trondheim in der Arena zu Gast ist und Schalke die Möglichkeit hat, das Achtelfinale zu erreichen. Für die Bayern ist sowas Alltag. Wie für mich ein Heimspiel gegen Wolfsburg oder Cottbus. Da bin ich auch viel gelassener und ruhiger als gegen eine europäische Topmannschaft.
    Zudem sind die Ticketpreise ein Grund dafür, dass einige Snobs in die Stadien zu gehen, weil ihnen anderweitig nix anderes einfällt, womit sie unterhalten werden können. Der einfache Arbeiter kann es sich doch mittlerweile kaum noch leisten, bei jedem Spiel im Stadion zu sein. Die neuen Stadien sind zwar glanzvoll und komfortabel, die Kosten dafür werden aber auf dem Rücken der Fans ausgetragen. Für das Uefa-Cup Finale gegen Inter hab ich 12 Mark bezahlt (Nordkurve), jetzt bezahlt man für ein Vorrundenspiel der CL schon 27 Euro. Da braucht man sich generell nicht wundern, wenn die wahren Fans in der Kneipe oder zuhause hocken und dort das Spiel gucken, weil es einfach zu teuer ist. Mirko Slomka hat dies nach dem Spiel gegen Valencia auch thematisiert. Er sprach davon, dass am Wochenende wieder die wahren Fans kommen würden und dementsprechend die Stimmung auch wieder besser sei.
    Denn gegen Valencia war die Atmosphäre in der Arena auch nicht der Brüller.

  • User
  • 14.11.2007 21:59:51 Eurofighter

    Damit will ich sagen, dass die Bayern mit dem Tennis -Publikum bzw. mit dieser Problematik nicht allein sind

  • User
  • 15.11.2007 00:19:06 el cerrado

    bei Bobbele war es lauter als es bei den Bayern je sein wird

  • User
  • 15.11.2007 02:14:37 Klinsi

    Hat jemand zufällig Buli aktuell im DSF gesehen? Da war so ein Bayern-"Fan" - freilich in Lederhose -, ich glaube er hieß Hans, und hat sich mim Dahlmann unterhalten. Der Kerl sollte die Fußvolk-Fan-Fraktion vertreten, hat aber eigentlich nur sein Verständnis fürn Uli kundgetan. Der Fragensteller hätte den Uli aber auch bis ans Limit provoziert, etc.. Hans ging davon aus, dass - praktisch aus Demut, Dankbarkeit und zur Entschuldigung - beim nächsten Heimspiel "Uli-Hoeneß-Sprechchöre" durch die Arena schwappen. Also sowas!
    Naja, wenn das tatsächlich passiert, hat der Uli ja praktisch eigenständig für bessere Stimmung im Stadion gesorgt.

  • User
  • 15.11.2007 07:20:01 noorange

    Ich glaube eher nicht, dass das DSF noch "richtige" Interviews macht. Viel zu teuer. Das war bestimmt ein Praktikant.

  • User
  • 15.11.2007 08:17:05 Stinkbaer

    @euro: Klar ist das nicht nur beim FC Bayern so. Jeder, der schon einmal ein Spiel von der Haupttribüne aus verfolgen musste kennt die Situation dort.
    Neu ist, dass hier offen gesagt wird, dass der Fan auf den billigen Stehplätzen ein Sozialfall ist, der dankbar zu sein hat und klatschen soll. Dafür bekommt er ja schließlich seine Sozialtickets.

    Und was das DSF-Interview anbelangt, so denke ich, der noorange hat Recht.

  • User
  • 15.11.2007 09:03:35 frischty

    Konnte die "Entgleisung" von Uli und Kalle live per Internet verfolgen und muss sagen, dass sie stellenweise recht hatten. Für die Stimmung im Stadion sind die Fans verantwortlich und nicht die Vorstände. Selbst wenn ich eine Haupttribüne voll mit Kunden habe, kann ich im Stadion trotzdem ne gute Stimmung bekommen, da der Rest (Gästeblock ausgenommen) mit Fans besetzt ist. Wobei ihr ja immer noch die richtigen Fans von den anderen unterscheidet, was der größte quatsch ist den je jemand angefangen hat. Das Problem ist, dass selbst aus den Fankurven (Nord un Süd) in München keine Stimmung kommt. Und da geht normalerweise die Stimmung los und greift auf den Rest des Staions über. Da sollte man sich dann auch als Fan mal an die eigene Nase packen.

  • User
  • 15.11.2007 10:17:08 oberhofer

    Ich hatte mal das zweifelhafte "Vergnügen", eine 0:2 Heimniederlage im Bayernblock zu erleben. Ausser zweimaligem Torjubel war da nicht viel. Insofern ist es in der Tat lächerlich, sich als Fan über schlechte Stimmung zu beklagen. ABER, es ist eine Unverschämtheit, diejenigen derart zu beschimpfen, die den FC Bayern gross gemacht haben, als es noch keine Stadien ohne Laufbahn, Logen und Business Seats gab, keine Hauptsponsoren, die 20 Mios pro Jahr berappt haben, und keine Ministerpräsidenten und abgehalfterten Tennisstars sich aufs Trittbrett geschwungen haben. Das, lieber RummeniggeHoeness, nennt man Entfernung von der Basis, oder Hybris, und ich hoffe inständigst, dass ihr dafür bezahlen werdet, eines Tages. Pack!

  • User
  • 15.11.2007 10:46:41 Stinkbaer

    Bezahlt wird doch schon seit Jahren mit Freudlosigkeit. Die Teinahmslosigkeit mit der die Titel zur Kenntnis genommen und abgehakt werden ist doch Strafe genug.

  • User
  • 15.11.2007 15:07:34 viererkette

    @ Stinkbaer Was ich als "Fan" (also gemeiner Fan, niederes Volk) von dem offenen Brief halten soll ist mir noch nicht so klar da der Bayern Vorstand einfach mal sagt "lasst es nach außen nicht so erscheinen als ob es einen Bruch zwischen Fans und Verein gäbe".
    Außerdem finde ich es schon sehr putzig zu sagen dass wir ein Stadion haben um das uns die ganze Welt beneidet selbst ich finde die Arena jetzt nicht wirklich schön. Ich könnte jetzt den Brief noch etwas genauer zerfetzten, das wäre aber für dich wohl eher langweilig.

    Ich wollte eigentlich was zu den Wutausbrüchen sagen. Mich nerven die Wutausbrüche irgendwie schon lange und wenn Hoeneß ein Interview gibt höre ich meistens nicht mehr zu weil es einfach nur peinlich wird wenn er den Mund aufmacht. (Beispiel: seine Aussage über Robert Enke und Michael Rensing) Aber der Größenwahn hat ihn ja sowieso schon lange gepackt. Wie du es auch schon treffend formuliert hast sind die Zielgruppen die Werbeunternehmen.
    Vielleicht sollte man sich doch den Kreisligamannschaften widmen die freuen sich wenigstens noch über jeden Cent der in ihre Kasse fließt und ein Ball rollt auch.

  • User
  • 15.11.2007 16:38:39 h_g_bruns

    jahaa, der amateurfussball. der kaffeesatz der sportgesellschaft. sammelbecken des plebiszit.

  • User
  • 16.11.2007 08:50:47 Grandmaster

    In seiner Gesamtheit ist die Diskussion wieder mal der Beste Beweis für typisch deutsches Geheule. In England gibt es keine Stehplätze, die Logen sind meist noch größer und trotzdem is die Stimmung wesentlich besser und das obwohl dort, wie es hier heißt, weniger "niederes Volk" das Stadion besucht, weil die Ticket dort mehr kosten.

  • User
  • 16.11.2007 09:46:10 unionchemiker

    logisch. bei arsenal gegen slavia brach die hütte vor stimmung auseinander. bei chelsea-schalke gabs zwar sprechchöre und sie waren auch laut, nur stand ich da mitten im fanblock im unterring unter nem dach... hör auf mit der mär, england sei stimmungstechnisch in der premierleague das nonplusultra auf erden.
    ständig irgendwelche stewards am arsch wenn man selbigen für ne sekunde hebt....vielen dank. einzig positiv ist das unterlassen der nervigen dauerbeschallung mit stimmungsmusik und werbung.

    und nein, die logen sind nicht "wesentlich" größer als in münchen oder auf schalke. und nein, keiner behauptet, dass dort "weniger niederes volk" das stadion besucht. die engländer haben ganz einfach ein anderes verhältnis zu eintrittspreisen.

    so, und jetzt warte ich auf haensgen, der sagt dir auch noch seinen spruch. bei italien und england sieht der rot, hehehe....

  • User
  • 20.11.2007 23:14:09 tangaroa

    Die Stimmung in England in der Premiere League wird überschätzt!!!

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