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19.03.2011

Die schlechtesten Torhüter aller Zeiten

Der Feind in meinem Tor

Text: Dirk Gieselmann  Bild: Imago

Nach Logan Baillys peinlichem Patzer lacht die ganze Liga über den Belgier. Doch er ist bei weitem nicht am Schlimmsten dran, denn einige Keeper kannten tatsächlich nichts anderes als die Niederlage. Hier die größten Verlierer.

Die schlechtesten Torhüter aller Zeiten - Der Feind in meinem Tor


1. Mladen Pralija (Foto)

Der Schrecken war groß, als Uli Stein, der durch 1000 Stahlbäder gegangene HSV-Zerberus, im Super-Cup-Finale im Juli 1987 gegen den FC Bayern München Jürgen Wegmann mit einer trockenen Geraden zu Boden streckte. Man rufe sich das apokalyptische Bild noch einmal ins Gedächtnis: Die »Kobra«, die soeben den Ball zum 2:1-Siegtreffer über die Line gedrückt hatte, lag nun k.o. im Schlamm, und der Schiedsrichter schickte den Wüterich per Express in eine zehnwöchige Sperre und die Vereinslosigkeit.



Doch dieser Schrecken, er wäre wohl noch größer gewesen, wenn die Fans in dieser Stunde schon gewusst hätten, wer nach Steins Suspendierung sein Erbe antreten würde: Mladen Pralija, der so geschmähte wie bemitleidenswerte Seuchenvogel aus Split.

Dass jugoslawische Torhüter zu expressionistischen Alleingängen außerhalb des Strafraums neigen, das wusste die Bundesliga spätestens seit Petar Radenkovic. Doch was Pralija tat, war weniger jugoslawisch als japanisch: Es war Harakiri. Schon bei seinem Einstand am 2. Spieltag der Saison 1987/88 kassierte er sechs Tore gegen die Bayern, vier davon gingen auf seine Kappe. In der Folge verfiel der ohnehin für einen letzten Mann schon arg Nervöse in einen derartigen Übereifer, dass er die eigenen Abwehrspieler – immerhin so abgewichste Vertreter wie Ditmar Jakobs und Manni Kaltz – in größere Angst versetzte als die gegnerischen Stürmer. Er war, soviel war allen Hamburgern bald klar, »der Feind in meinem Tor«.

Da fragt man sich: Wie kann ein solcher Fliegenfänger es überhaupt in die Bundesliga schaffen? Die Antwort ist einfach: Pralija war eigentlich gar keiner. Trainer Josip Skoblar hielt ihn gar für den »besten Torwart Osteuropas«. Doch schon bei jenem 0:6 geriet er in eine Abwärtsspirale, vor der er auch im Privatleben keine Rettung fand. Ohne Familie und ohne einen Brocken Deutsch nach Hamburg gereist, blieb Pralija isoliert und wurde zusehends unglücklicher. Die desaströsen Spiele gegen den KSC (0:4) und Mönchengladbach (2:8) waren schon nur noch Ausdruck einer zerrütteten Sportlerpsyche.

Die bedauerliche Entwicklung – vom Magazin »kicker« in gewohnt spröder Diktion auf das Prädikat »Flop« eingedampft – fand am 15. Spieltag ihr Ende. Skoblar, der als Nachfolger Ernst Happels ein noch schwereres Erbe hatte antreten müssen, wurde entlassen. Die erste Amtshandlung des neuen Trainers Willi Reimann war die Degradierung Pralijas, der bald das Weite suchte und mit Skoblar Asyl bei Celik Zenika fand.

Für den HSV stand fortan der Beinahrentner Jupp Koitka zwischen den Pfosten. Doch auch er konnte die Sehnsucht nach Uli Stein nicht wesentlich lindern.


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Kommentare

  • User
  • 07.11.2007 13:16:17 cameosis

    der verein heisst »Čelik Zenica«, nicht »Celik Zenika«. pralija und skoblar sind im šbrigen kroaten, nicht »jugoslawen«. petar radenković (nicht petar radenkovic) ist serbe. bitte richtig recherchieren und nicht so viel falsches veröffentlichen.

  • User
  • 07.11.2007 13:23:14 RobertThoben

    Der angeblich zweitschlechteste Torwart heißt Rülander und nicht Ruländer!

  • User
  • 07.11.2007 13:25:34 monssolis

    1987 waren das alles noch Jugoslawen, und zu Radis Zeiten auch. Bitte richtig mitdenken und nicht so viel eigentlich nicht Unrichtiges als falsch darstellen.

  • User
  • 07.11.2007 15:19:08 Dirk Gieselmann

    Fehler soweit korrigiert wie möglich (und nötig). Danke für die Hinweise!

    Gruß --- Dirk.

  • User
  • 07.11.2007 19:02:00 gelsenkirchen

    noch heute schallt es bei hahnebüchenen torwartaktionen aus manchen ecken durch unsere arena: "ünlü! ünlü! ünlü!"
    eigentlich zu hart für einen jungen kerl der immerhin seine ersten drei (?) spiele den kasten sauberhielt und dann kam das bochumspiel...
    meine herren!

  • User
  • 08.11.2007 08:44:42 vorstopper

    "Ünlü ist ein Dortmunder, Ünlü ist ein Dortmunder..."

    Dabei hat er dann doch noch ein paar gehalten und euch die unverdienten Punkte gerettet! ;-))

  • User
  • 03.12.2008 11:20:22 Elm

    Noch ne kleine Anmerkung: die Niederlage gegen Frankfurt war für Bremen sogar die höchste Pleite der Vereinsgeschichte, sie fand aber nicht in Bremen statt, sondern am 14.11.1981 im Frankfurter Waldstadion.

    Die höchste Heimniederlage gabs am 21.03.87 mit 1:7 gegen die einzigartige Borussia aus Mönchengladbach. Im Tor übrigens - Dieter Burdenski mit seiner schon lang verheilten Kauleiste! ;-)

    Gruß,
    Elm

  • User
  • 15.06.2009 14:34:57 michaErfordia

    der schlechteste torwart meiner meinung ganz klar der reitmaier ;-)

  • User
  • 15.06.2009 17:49:06 DOM_Brussels

    Was soll der Schwachsinn hier, Endrulat einer der schlechtesten Torhüter überhaupt? Der trug noch am wenigsten Schuld an dem Desaster in Düsseldorf, ich frage mich ja sowieso immer noch, ob das damals mit rechten Dingen zugegangen ist. Aber wenn jemand an der 12:0-Packung war, dann Endrulat, der Arme... Ist es irgendeine tiefere Ironie, dass ihr ihn vor ein paar Monaten in der "Momentaufnahme" zu dem Spiel befragt habt?

  • User
  • 15.06.2009 17:58:37 DOM_Brussels

    Genauso schwachsinnig ist das mit Peter Rohloff, den ihr auch in der "Momentaufnahme" habt erzählen lassen, Tasmania war einfach insgesamt nicht bundesligatauglich, das hatte nichts im Speziellen mit Rohloff zu tun. Entschuldigung, ich bin ja sonst ein grosser Fan der (Online-)Artikel von 11 Freunde, aber das hier ist nur oberflächlich ausgesucht und einfach nur schlecht, ihr hättet so viele andere Torhüter wählen können, die das von euch geforderte Prädikat "schlechtester Torhüter aller Zeiten" verdienter gehabt hätten, als Endrulat und Rohloff. Um ein paar Namen in die Runde zu schmeissen: Michael "Tiger" Kraft, der Nachfolger von Bodo Ilgner beim FC, Walter Junghans in seiner Endphase beim FCBoder Volkan Ünlü

  • User
  • 15.06.2009 18:19:40 GTEvo

    Ganz klar Jens Lehmann

  • User
  • 15.06.2009 20:30:59 Hotte80

    Jaja, Jens Lehmann.
    Du faselst hier an anderer Stelle, wie sehr Du Dich schämen würdest, wenn Du dieses oder jenes posten würdest und verzapfst selber nur Scheiße.
    Du hast doch echt nen tiefenpsychologisches Problem, Mann!

  • User
  • 27.07.2009 13:04:36 curryeck

    ich bin auch für lehmann: "...und so kam es am 12. Spieltag der Saison 1993/94 zu einem Eklat, als Lehmann schon nach 27 Minuten drei Gegentore von den Gegnern aus Leverkusen eingeschenkt bekommen hatte und die Schalker Anhänger vehement die Auswechslung von Lehmann forderten. Tatsächlich wechselte der neue Schalker Trainer Jörg Berger Lehmann zur Halbzeit aus und stellte Holger Gehrke für die zweiten 45 Minuten ins Tor, der weitere zwei Gegentore hinnehmen musste. Lehmann selbst erlebte das Ende des Spieles nicht mehr mit, er hatte bereits das Stadion verlassen und war mit der S-Bahn nach Hause gefahren."(quelle: wikipedia)

  • User
  • 12.12.2010 19:41:26 Rafael Thunderfart

    Junghans wäre auf jeden Fall ein Kandidat. Nicht untalentiert, schließlich sind die Bayern zweimal in Folge mit ihm Meister geworden; aber ganz eindeutig Scheiße an den Handschuhen.

    Seltsam, daß die Bayern nach dem überraschenden Karriereende Sepp Maiers keinen besseren, erfahreneren Keeper verpflichteten. Vielleicht erinnerten sie sich daran, daß Sepp Maier in jungen Jahren ebenfalls als unsicherer Kantonist gegolten hatte, und erhofften sich von Junghans eine ähnliche Entwicklung.

    Als Hoeness bei den Bayern das Kommando übernahm, waren die 70er noch nicht zu Ende, und in den 70er Jahren pflegten Torhüter vergleichsweise selten den Verein zu wechseln. Trotzdem, es gab einige Vereinswechsel von Torhütern innerhalb der Bundesliga (Nigbur von Schalke zu Hertha BSC, Kargus vom 1. FC Nürnberg zum HSV). Für einen Verein, der sich für die Zukunft rüstete, wäre Eike Immel wohl eine lohnende Investition gewesen.

    Wie auch immer: Von der letzten Phase seiner Zeit als Bayernkeeper abgesehen, scheint Junghans nicht gerade die Achillesferse der Bayern gewesen zu sein, sonst wären sie kaum 2 Mal hintereinander Meister geworden und 1980/81 bis ins Halbfinale des Europapokals vorgedrungen.

    Als dann Jean-Marie Pfaff verpflichtet werden sollte, kam das größte Geschrei von Sepp Maier: Junghans und Müller hervorragende Leute, Pfaff wird keinen Stammplatz kriegen blabla.

  • User
  • 07.01.2011 18:48:36 Kaffchris

    Bernd Meier, eindeutig. Dafür:
    Link

  • User
  • 09.01.2011 21:46:33 Orangeat und Sukkade

    In den 90ern gab es einen Keeper beim HSV, der entstammte der Jugendabteilung eines Vereines aus dem Nachbardorf. Nils Bahr hieß er. Und wir waren bannig stolz dass einer aus unserer Einöd am Ende der Welt den Sprung in die Bundesliga geschafft hatte. Was danach folgte, war ein Alptraum für uns und den "Nille" Bahr. Er kam zwar immer wieder zu Einsätzen in der Bundesliga und im Europacup als Nummer zwei hinter Richie Golz. Siege gab es glaub ich nie mit ihm zwischen den Pfosten. Und wir als heimliche Werder-Sympathisanten: Nach einem 0:5 daheim gegen Bremen mit etlichen Bahr-Patzern, war's geschehen um seine Bundesliga-Karriere. Noch schlimmer: Nils Bahr diente Jahre als Bolzplatz-Synonym für schlechte Leistungen: "Du hältst ja wie Nils Bahr. Hihihi". Heute betreibt er einen Getränkehandel auf'm Dörpen - aber ist trotzdem einer der großen Macker im hiesigen Fußballverein. Natürlich.

  • User
  • 10.01.2011 10:50:34 Tobi123

    aber ist trotzdem einer der großen Macker im hiesigen Fußballverein. Natürlich.

    Nette Geschichte. Das ist ein typischer Verlauf. Hochtalentiert, es dann doch nicht gepackt und dann daheim wieder den Dicken machen. Wobei das nicht immer unsympathisch sein muss. Wir hatten mal in der Bezirksliga einen Trainer, der Ende der 80er einige Jahre bei der Bayern-Reserve und in der zweiten Liga beim VfL Osnabrück gekickt hat. Timo Becker, falls das jemandem was sagen sollte. Der is dann da glaube ich abgesägt worden weil er gleichzeitig Lehramt studiert hat. Ich hab nie wieder ein so gutes Trainig mitmachen dürfen wie bei ihm. War zwar ein spezieller Typ mit einer großen Klappe, aber sehr angenehm und ohne "Star"-Allüren. (Was ja bei einigen Jahren Zweite Liga und Regionalliga auch unangebracht wäre)

  • User
  • 10.01.2011 11:39:54 Orangeat und Sukkade

    Na ja, er hat glaub ich noch in Hoisdorf gespielt, beim HSV II und einigen anderen Oberligisten etc. Seine Profi-Vergangenheit merkt man ihm nicht an und natürlich hat man ihn mit offenen Armen empfangen, nachdem er seine höhere Laufbahn, sag ich mal, hat ausklingen lassen. Man sieht es ihm auch nicht an, man traut sich kaum danach zu fragen. In der Verbandsliga wurde er sodann auch als Feldspieler eingesetzt. Da gibt's andere Kapeiken, die ein halbes Dutzend Male für Regional- oder Oberligisten aufgelaufen sind und den dicken Max markieren...

  • User
  • 26.10.2011 23:39:26 Capocannoniere

    Der Herr Papa des aktuellen defensiven Mittelfeldspielers/Verteidigers - Carles Busquets.

  • User
  • 26.10.2011 23:45:11 Capocannoniere

    Hier sein Einstand als Stammkeeper der Blaugrana am 02. August 1994:

    FC Groningen 5-5 FC Barcelona (Halbzeitstand 4-0):

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