11 interessante Beobachtungen zum Spieltag
Brotlose Kunst, kunstloses Brot
Text: Dirk Gieselmann Bild: Imago

1.
Ein 11FREUNDE-Mitarbeiter, von Geburt an Werder-Fan, hätte unter der Woche um ein Haar sein Herz dem HSV geschenkt. Am Rande des Freundschaftsspiels zwischen England und Deutschland in London traf er nämlich das Hamburger Massage-Urvieh Hermann Rieger, der gerade verzweifelt mit einem Kronkorken kämpfte. Der 11FREUNDE-Mann, obwohl handwerklich zutiefst unbegabt, löste das Problem mit dem guten, alten Feuerzeug-Trick. Hermann strahlte, ließ das Bier die Kehle hinunterfließen, zerquetschte mit seiner hornigen Pranke die Schulter des Reporters und sprach: „Super, Burschi!“ Das Burschi weinte vor Freude – einzig die Niederlage des HSV am Freitag in Bochum verhinderte, dass es heute in blauer Bettwäsche schläft.
2.
Wenn man bedenkt, wie phlegmatisch Werders Frank Baumann meistens über das Feld joggt, muss man sich wundern, warum er eigentlich Kapitän ist. Vielleicht liegt es an seiner außerordentlichen Nettigkeit. Diese stellte er heute erneut unter Beweis, als er Nürnbergs Peer Kluge besonders sanft zu Fall brachte, indem er ihn „am Ohr zupfte“, wie Premiere-Mann Marc Hindelang erkannt haben wollte.
3.
Tomás Galásek, Baumanns Gegenüber vom 1. FC Nürnberg, stellt derweil den Archetypus des Spielers dar, der auf keinem Dorfplatz fehlen darf: den ketterauchenden Schichtarbeiter, der eigentlich schon bei den Alten Herren spielt, aber immer wieder in der 1. Mannschaft aushelfen muss und dort kraft seiner Pferdeteerlunge noch jeden Jungspund in Grund und Boden läuft.
4.
Galáseks Mannschaftskamerad Marco Engelhardt dürfte hingegen aus weicherem Holz geschnitzt sein. Mit ein bisschen Phantasie kann man sich ausmalen, wie er vor dem Spiel in der Kabine zur Wandergitarre greift und Nicoles „Ein bisschen Frieden“ intoniert.
5.
Ein weiterer defensiver Mittelfeldspieler beendet nach dieser Saison seine Karriere: Carsten Ramelow. Am 11FREUNDE-Stammtisch wurde gemutmaßt, welches Amt man ihm dann übertragen werde. Die schlüssigste Hypothese der Experten: Er wird Querpass-Trainer bei Bayer Leverkusen.
6.
Bei so gut wie jedem Tor des BVB sah Energie-Keeper Tomislav Piplica heute alt aus. Müßig jedoch, ihm das vorzuhalten. Denn schon vor einiger Zeit sagte er selbst im Gespräch mit 11freunde.de erstaunlich offen: „Ich bin nicht mehr so jung wie mit 12.“
7.
Marco Hagemann, ebenfalls Premiere-Kommentator, enthüllte heute den perfiden Geheimplan der Dortmunder, indem er uns verriet: „Sie wollten gut in die Saison starten.“ Mein Gott, wenn das Schule macht!
8.
Wenn die Statistiker auch nur im Entferntesten menschliche Gefühle haben, geben sie Herthas Malik Fathi für seinen katastrophalen Rückpass, der zum 2:0 für Bielefeld führte, wenigstens einen Assist-Punkt als Trostpflaster.
9.
Wenn es die Wahl zum hässlichsten Tor des Monats gäbe, wäre Leverkusens Theofanis Gekas mit seinem 3:0 gegen den KSC der absolute Top-Favorit.
10.
So schön die Dribblings des neuen Bayern-Stars Franck Ribéry auch anzuschauen sind – manchmal gemahnen sie an brotlose Kunst. Wie gut für die Münchner, dass sie Mark van Bommel haben: Er sorgt für das kunstlose Brot.
11.
Ob der Vorsprung, mit dem der FC Bayern Meister werden wird, wohl in irgendeinem rechnerischen Verhältnis zum Durchmesser der Schweißteller unter Uli Hoeneß’ Armen steht? Wahrscheinlich.
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